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Ab ins Aufzuchtbecken: 10 deutsche Startup-Accelerator im Überblick

Ab ins Aufzuchtbecken: 10 deutsche Startup-Accelerator im Überblick

Wer es in einen Startup-Accelerator schafft, bekommt ein richtig gutes Fine-Tuning für seine Geschäftsidee. Welche der kostenlosen Programme derzeit angesagt sind und mit welchen Konditionen sie locken, erklärt dieser Artikel.

Ab ins Aufzuchtbecken: 10 deutsche Startup-Accelerator im Überblick

Startup-Acceleratoren in Deutschland. (Foto: © Stefanie Herbst / Axel Springer)

Startup-Accelerator: Aufzuchtbecken 2.0

Startup-Accelerator sind die Aufzuchtbecken der Digitalwirtschaft. Hier schwimmt der junge Tech-Nachwuchs, der irgendwann einmal das nächste Instagram, Dropbox oder Nest aus der Taufe heben soll – zumindest wenn es nach den Vorstellungen der Organisationen und Konzerne geht. Mit operativer Expertise, großen Büroflächen, einem historisch gewachsenen Netzwerk sowie einem Portfolio aus Mentoring-Know-how wollen sie die noch hemdsärmeligen per Crash-Kurs auf Erfolgskurs bringen.

Accelerator, Inkubator? Das sind die Unterschiede

Streng genommen sind derlei Programme, wie sie weltweit nach Zahlen von VentureBeat mittlerweile zu Hunderten durchgeführt werden, zur operativen und finanziellen Förderung von Startups mit dem Begriff „Accelerator“ allerdings vage umschrieben. Denn sie stehen in einer Reihe mit den Startup-Inkubatoren. Wo liegen die Unterschiede?

  • Startup-Inkubator: Inkubatoren, wie es sie hierzulande zum Beispiel mit Rocket Internet oder gibt, holen sich die operative Expertise von Gründern ins Boot – und zwar für Ideen, die zuvor In-House entwickelt wurden. Der Spielraum in Sachen Anschubfinanzierungen ist bei solchen Company-Buildern gegenüber Acceleratoren deutlich größer, so jedoch auch an vergleichsweise tiefen Beteiligungen im zweistelligen Bereich gekoppelt. Außerdem findet die Betreuung der Gründer durch Netzwerke, Mentoren und Coachings in der Regel über einen längeren Zeitraum statt.
  • Startup-Accelerator: Ein Accelerator (zu deutsch: Beschleuniger) ist ein vergleichsweise kurzfristiges Förderprogramm für Early-Stage-Startups, meist ausgelegt auf bis zu vier Monate im Jahr. Über die Definition des US-Wirtschaftsmagazins Inc hinaus, bietet ein Accelerator eine meist fünfstellige Seed-Finanzierung und stellt den Gründern neben Büroflächen auch Know-how, Netzwerke und erste PR-Kanäle zur Verfügung. Die Ideen kommen hier immer von außen, sodass Startups für die gebotene Leistung oft mit Mitsprachrechten und Unternehmensanteilen bezahlen. Zudem gibt es mit Project A auch Company Builder, die Inkubator- und Accelerator-Ansätze unter einem Dach vereinen.

Startup-Accelerator: Die 10 wichtigsten Programme aus Deutschland

Weil gerade die durch einfacheren Zugang, intensivere Betreuung und weitgehend von Konzerninteressen losgelösten Accelerator-Förderprogramme für den Gründernachwuchs interessant sind, stellen wir im Folgenden die 10 wichtigsten Startup-Accelerator für Deutschland vor.

1. Axel Springer Plug & Play Accelerator

Der Plug-and-Play-Accelerator von Axel-Springer hat bereits 1.200 Startups geschult. (Screenshot: t3n)
Der Plug-and-Play-Accelerator von Axel-Springer hat bereits 1.200 Startups geschult. (Screenshot: t3n)

Programm

Hinter dieser Einrichtung steht ein Joint Venture des Axel-Springer-Verlags mit dem im Silicon Valley ansässigen Plug-and-Play-Accelerator, den bereits über 1.200 Startups durchlaufen haben. Im Vordergrund des Programms steht die Unterstützung von Gründern mit digitalen Geschäftsideen.

Leistungen und Konditionen

Das dreimonatige Programms hält neben operativer Expertise auch einen Arbeitsplatz am Standort Berlin-Kreuzberg und Zugriff auf einen Zirkel aus Workshops zu den Themen Marketing, Business Intelligence und Investorgesprächen bereit. Zudem erhält jedes teilnehmende Startup optional eine Seed-Finanzierung in Höhe von 25.000 Euro, in deren Zuge fünf Prozent der Anteile an Axel Springer abgegeben werden.

2. hub:raum Accelerator

Der Startup-Accelerator der Deutschen Telekom soll vor allem Geschäftsmodelle aus den Bereichen Internet of Things, Security und Health vorantreiben. (Screenshot: t3n)
Der Startup-Accelerator der Deutschen Telekom soll vor allem Geschäftsmodelle aus den Bereichen Internet of Things, Security und Health vorantreiben. (Screenshot: t3n)

Programm

Mit reichlich Rückenwind von der Deutschen Telekom buhlt auch der Berliner Startup-Accelerator hub:raum um Tech-Nachwuchs. Seit 2012 fokussiert sich hub:raum auf die Förderung von Jungunternehmen unter anderem aus den Bereichen Internet of Things, Security und Health.

Leistungen und Konditionen

Über drei Monate hinweg werden Gründer durch die Deutsche Telekom mit den wichtigsten Ressourcen ausgestattet, darunter ein Platz im Co-Working-Space auf dem hub:raum-Campus, Zugang zum Konzern-Netzwerk und speziellen Trainings zu Pitches und Designthemen. Im Idealfall bringen Startups ein maximal vierköpfiges Team mit, das bereit ist, für eine Seed-Finanzierung von bis zu 300.000 Euro zwischen zehn und 15 Prozent seiner Anteile an den Konzern abzutreten.

3. Wayra

Für 50.000 Euro Startkapitel nimmt Wayra bis zu zehn Prozent der Startup-Anteile. (Screenshot: t3n)
Für 50.000 Euro Startkapitel nimmt Wayra bis zu zehn Prozent der Startup-Anteile. (Screenshot: t3n)

Programm

Wayra ist der Accelerator-Arm des spanischen Mobilfunkriesen Telefónica. Neben einer Niederlassung in München betreibt der Konzern weitere Wayra-Zentralen in Spanien und Lateinamerika. Knapp 300 Startups hat Wayra bereits betreut und sie mit über neun Millionen Euro unterstützt.

Leistungen und Konditionen

Wird ein Startup bei Wayra aufgenommen, erhält es für die ersten sechs Monate eine vom Entwicklungsstand des Geschäftsmodells abhängige Finanzierung von bis zu 50.000 Euro. Betreut werden die Gründer durch ein Expertenteam, das Know-how in den Bereichen Recruiting, Wirtschaftsrecht und Patentmanagement vermittelt. Der Preis: fünf bis zehn Prozent der Unternehmensanteile.

4. Berlin Hardware Accelerator

Lange vermisst, jetzt endlich da: Berlin hat seinen eigenen Accelerator für Hardware-Startups. (Screenshot: t3n)
Lange vermisst, jetzt endlich da: Berlin hat seinen eigenen Accelerator für Hardware-Startups. (Screenshot: t3n)

Programm

Der Berlin Hardware Accelerator ist ein Gemeinschaftsprojekt der Berliner Gründerszene und auf die Förderung von Hardware-Startups spezialisiert. Die Organisatoren um das Betahaus und hy! haben das Ziel, die Spreestadt endlich auch für Investoren aus der Gadget-Szene attraktiv zu machen.

Leistungen und Konditionen

Unabhängiger geht es kaum – nicht einen Cent und auch keine Anteile nimmt der Accelerator von partizipierenden Startups. Innerhalb der einwöchigen Intensivschulung lernen Gründer zum Beispiel, wie Prototyping funktioniert, man eine Crowdfunding-Kampagne startet und mit Zulieferern aus Fernost in Kontakt kommt. Luuv ist eines der bisher zehn Startups, die den Accelerator mit dem Demo Day verlassen haben.

5. You Is Now Accelerator

You Is Now gehört zu ImmobilienScout24 und damit zu einem der größten Internetunternehmen in Deutschland. (Screenshot: t3n)
You Is Now gehört zu ImmobilienScout24 und damit zu einem der größten Internetunternehmen in Deutschland. (Screenshot: t3n)

Programm

Mit dem Slogan „You Is Now“ betreibt das Portal Immobilienscout24 seit letztem Jahr ein eigenes Accelerator-Programm. Dreimal pro Jahr werden bis zu fünf Startups aufgenommen und mit der Expertise des 650 Mitarbeiter umfassenden Internetportals gefördert.

Leistungen und Konditionen

Der Name des Accelerators ist Programm, denn bei You Is Now müssen im Unterschied zu anderen Corporate-geführten Programmen keine Anteile abgetreten werden. Dennoch gibt es eine Seed-Finanzierung in Höhe von 15.000 Euro und wöchentliche Trainings am Founder Institute in Berlin. Die Dauer der Förderung beträgt drei Monate. Wer in dieser Zeit richtig überzeugt, bekommt eine Anschlussförderung.

6. Startupbootcamp

Wie der Name schon verrät, müssen Gründer beim Startupbootcamp erst ein komplexes Auswahlverfahren durchlaufen. (Screenshot: t3n)
Wie der Name schon verrät, müssen Gründer beim Startupbootcamp erst ein komplexes Auswahlverfahren durchlaufen. (Screenshot: t3n)

Programm

Startupbootcamp ist der führende Gründungsbeschleuniger in Europa – Niederlassungen gibt es sowohl in Berlin als auch in London, Kopenhagen und Tel Aviv. Das Portfolio ist hier häufig differenziert. Es gibt Schulungsrunden (Batches) mit Fokus auf Digital Health, Mobile, FinTech-Anwendungen und mehr. Jeder Bewerber nimmt automatisch an den Selection Days teil.

Leistungen und Konditionen

Wer sich beim Startupbootcamp erfolgreich um einen Platz bewirbt, nimmt automatisch an den Selection Days teil, in deren Zuge die 10 besten aus 20 Ideen ausgewählt werden. Der Accelerator wartet mit sechs Monaten Rundum-Coaching auf, bietet Büroflächen und ein Taschengeld in Höhe von 15.000 Euro. Dafür werden acht Prozent der Anteile fällig. Tipps, um ausgewählt zu werden, gibt es von den Machern auch. So sollten Startups absolut von sich überzeugt, teamfähig und keineswegs lernresistent sein sowie scharfe Kritik am Geschäftsmodell aushalten können.

7. Microsoft Ventures Accelerator

Seit letztem Jahr betreibt auch Microsoft einen eigenen Startup-Accelerator. Weder Gebühren noch Anteile verlangt der Konzern dafür. (Screenshot: t3n)
Seit letztem Jahr betreibt auch Microsoft einen eigenen Startup-Accelerator. Weder Gebühren noch Anteile verlangt der Konzern dafür. (Screenshot: t3n)

Programm

Auch Microsoft geht auf Tuchfühlung mit der Startup-Szene und fördert seit kurzem mit einer Niederlassung in Berlin auch den deutschen Tech-Nachwuchs. Erklärtes Ziel des Konzerns ist es, zum „Top-Accelerator in Europa“ aufzusteigen. In den vier Monaten bekommen Gründer erste Kontakte zu Business-Angels, Medien und Microsoft-Offiziellen sowie Wissen erfahrener Startup-Mentoren vermittelt.

Leistungen und Konditionen

Startups lernen, wie sie ihre Geschäftsidee streng nach Lean-Prinzipien entwickeln, ohne die Kundensicht zu verlieren. Jedes Team kann außerdem auf technische Infrastrukturen wie Cloud-Dienste und Software des Konzerns zurückgreifen. Weil es Microsoft dabei wohl auch um Talentakquise geht, ist die Teilnahme kostenlos und frei der Abgabe von Unternehmensanteilen.

8. ProSiebenSat.1 Accelerator

Mit 41 Millionen TV-Kunden wirbt die Einrichtung von ProSiebenSat1. Startups winkt eine TV-Kampagne. (Screenshot: t3n)
Mit 41 Millionen TV-Kunden wirbt die Einrichtung von ProSiebenSat1. Startups winkt eine TV-Kampagne. (Screenshot: t3n)

Programm

In einem Frühling- und Herbst-Turnus lässt ProSiebenSat.1 seit Januar 2013 Gründer die Schulbank drücken. Schirmherr über den Accelerator ist damit einer der größten Medienkonzerne Europas, die nach eigenen Angaben bis zu 40 Millionen TV-Kunden erreicht.

Leistungen und Konditionen

Mit je 25.000 Euro finanziert das Konsortium die Startups und sichert sich damit Anteile in Höhe von fünf Prozent. Im Mittelpunkt des Programms stehen Coaching-, Mentoring und Networking-Events. Außerdem lockt der Accelerator mit einer Wildcard für den SevenVentures Pitch Day, dessen Gewinner eine TV-Kampagne im Wert von sieben Millionen Euro erhält.

9. German Silicon Valley Accelerator

Der German Silicon Valley Accelerator erfüllt Gründerträume: Er bringt Startups für drei Monate zum Coaching ins Tech-Mekka. (Screenshot: t3n)
Der German Silicon Valley Accelerator erfüllt Gründerträume: Er bringt Startups für drei Monate zum Coaching ins Tech-Mekka. (Screenshot: t3n)

Programm

Eines der begehrtesten Programme zur Startup-Förderung kommt mit dem German Silicon Valley Accelerator (GSVA) daher. Von der Bundesregierung gefördert, baut er die Brücke zwischen Deutschland und dem US-amerikanischen Gründerbiotop. Für drei Monate bringt der GSVA Startups ins Silicon Valley und bietet ein Förderprogramm direkt im Umfeld der großen Internetkonzerne.

Leistungen und Konditionen

Die qualifizierten Unternehmen (mit einem für den US-Markt relevanten Produkt) erhalten Zugang zu umfassenden Mentoring- und Coaching-Einheiten durch ein Team von Serial Entrepreneurs, Experten und Kapitalgebern vor Ort. Die Arbeitsplätze werden sowohl in Palo Alto (University Avenue) als auch direkt in San Francisco (Runway, Twitter-HQ) vergeben, um sich mit Gründern vor Ort austauschen und vernetzen zu können. Startkapital gibt es nicht, dafür gehen mit der Teilnahme keine Abgaben von Anteilen oder Mitspracherechten einher.

10. Seedcamp

Mit einer der bekanntesten Programme: das Seedcamp, das Investor und Startup-Schule in einem ist. (Screenshot: t3n)
Mit einer der bekanntesten Programme: das Seedcamp, das Investor und Startup-Schule in einem ist. (Screenshot: t3n)

Programm

Vorrangig als Frühphasen-Investor aktiv, bietet Seedcamp jungen Unternehmen auch ein umfangreiches Mentoring-Programm im Sinne eines Accelerators an – vorausgesetzt, Bewerber setzen sich bei der zweimal jährlich stattfindenden Seedcamp Week (unter anderem auch in Berlin) durch. Mit einem Netzwerk aus mehr als 2.000 Mentoren aus den Bereichen Marketing, Recht, PR und Investoren zählt das Seedcamp zu den wichtigsten Protagonisten im Accelerator-Dschungel.

Leistungen und Konditionen

Eine Besonderheit an Seedcamp ist, dass Gründer – die auf der Seedcamp Week überzeugen – zwischen drei verschiedenen Finanzierungspakten wählen können: 50.000 Euro gibt es für acht Prozent der Anteile, 25.000 Euro für fünf Prozent. Wer keine Beteiligung eingehen möchte, kann alternativ drei Prozent Stammaktien – also Mitsprachrechte – abgeben. Gearbeitet wird in der dreimonatigen Laufzeit des Programms auf dem Google Campus in London.

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2 Antworten
  1. von MyStartupLand am 13.04.2015 (08:24 Uhr)

    Startup founders have to choose among tons of accelerators programs and sometimes the information needed is not out there. That's why we are ranking and profiling accelerator programs according to reviews of people that attended. Check it out http://mystartupland.com/

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  2. von Adlershof am 11.02.2016 (16:23 Uhr)

    Danke für den guten Überblick. Auch im Technologiepark Berlin Adlershof bieten wir jetzt ein Accelerator Programm. Infos dazu gibt es unter http://www.adlershof.de/a2

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