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Startups

Geniestreich oder das faulste Startup der Welt? Das steckt hinter dem Viral-Hit Magic

    Geniestreich oder das faulste Startup der Welt? Das steckt hinter dem Viral-Hit Magic

Startup-Hit „Magic“. (Foto: © Ljupco – iStock.com)

Ein neuer Startup-Hit macht in den USA Schlagzeilen: Magic – ein Dienst, bei dem Nutzer alles bestellen können, was sie nur wollen. Was steckt dahinter?

Magic: Amerikas neuester Startup-Hype

Minimalismus pur: Die Landingpage von Startup-Hit Magic. (Screenshot: getmagicnow.com)
Minimalismus pur: Die Landingpage von Startup-Hit Magic. (Screenshot: getmagicnow.com)

Seit dem Wochenende ist Amerika wieder um einen Startup-Hype reicher: Es geht um Magic, einen Dienst, der auf genial einfache Art und Weise den Alltag seiner Nutzer verbessern will.

Und so soll es funktionieren: Per SMS geben die Nutzer durch, was sie brauchen – egal ob Lebensmittel, Zeitschriften, ein neues Haustier oder einen Flug nach Mallorca. Magic verarbeitet die Bestellung weiter und erfüllt ihnen den Wunsch so schnell wie möglich, im Gegenzug verlangt es eine Provision. „Wie eine Version von Siri, die tatsächlich etwas geschafft kriegt“, fasst das Tech-Blog Re/Code die Idee zusammen und schwärmt: „Magic, der virtuelle Assistent, der gerade viral geht, ist entweder das faulste Projekt aller Zeiten oder das brillanteste. Oder beides.“

Bestell, was du willst, so lange es legal ist

„Leute reden davon, dass etwas ‚über Nacht‘ passiert. Bisher habe ich das nie geglaubt – jetzt passiert es mir selbst.“

Faul waren die Macher vor allem bei der Eingrenzung der verfügbaren Dienste und Produkte: Es gibt keine. Bestellen können die Kunden schlichtweg alles, so lange es legal, physisch möglich und nicht völlig unrealistisch ist. Dazu müssen sie dem Startup ihre Kreditkartendaten anvertrauen – kein großer Hinderungsgrund, wie die Nachfrage zeigt: In den ersten 48 Stunden nach dem Launch hat das Startup in den USA schon über 17.000 Anfragen erhalten.

Wie die meisten viralen Startup-Ideen der vergangenen Monate hat Magic es über Product Hunt, Hacker News und eine veritable Twitter-Welle in die Berichterstattung der US-amerikanischen Tech-Blogs geschafft. Die explodierende Aufmerksamkeit hat das Team um Mike Chen selbst überwältigt, wie der Magic-Mitgründer TechCrunch verraten hat: „Ich hatte keine Ahnung davon, wie es werden würde. Leute sagen zwar, dieses oder jenes passiere ‚über Nacht‘. Bisher habe ich das nie geglaubt – und jetzt passiert es mir selbst.“

Von der Idee zum Viralerfolg an einem Wochenende

Keine Begrenzungen: Magic liefert so gut wie alles. (Screenshot: getmagicnow.com)
Keine Begrenzungen: Magic liefert so gut wie alles. (Screenshot: getmagicnow.com)

Chen hat bis vor wenigen Tagen an einer ganz anderen Idee gearbeitet: Bettir – einer App, die Nutzern dabei hilft, ihren Blutdruck zu überwachen. Chen und seine Mitgründer haben mit Bettir gerade erst an der jüngsten Runde des Startup-Accelerators Y-Combinator teilgenommen, das Startup war auf einem guten Weg. Über das Wochenende wollte das Team sich eine Auszeit von Bettir gönnen und ein Nebenprojekt verwirklichen, das sie sich selbst schon lange wünschten: Ein Alles-Bestell-Service, der Menschen mit wenig Zeit lästige Botengänge und Alltagsaufgaben abnimmt. Ohne Nutzeraccounts oder sonstigen Aufwand. Einfach per SMS.

„Das irrwitzige Nebenprojekt hat das Original-Startup kannibalisiert.“

Der Prototyp der Landingpage war innerhalb von 20 Minuten erstellt und Chen schickte den Link an einige Freunde und Bekannte. Mit dem Feedback der ersten Tester sollte die Seite dann überarbeitet werden. Doch dazu kam es gar nicht mehr – innerhalb weniger Stunden erreichten Magic so viele Anfragen, dass das Team seither nur noch dem Bedarf seiner Nutzer hinterher rennt. Nun liegt Bettir – und alles, was das Team sonst noch vorher gemacht haben mag – auf Eis: „Das irrwitzige, impulsive Nebenprojekt hat die gesamte Besetzung und die Büroräume des Original-Startups kannibalisiert“, schreibt Mashable.

Magic: Kein „Uber für alles“ – aber das nächste Uber?

Magic wird vielfach als ein „Uber für alles“ beschrieben, doch eigentlich hinkt dieser Vergleich: Denn hier geht es nicht darum, dass viele Privatpersonen auf der Basis einer Plattform-Struktur eine Dienstleistung anbieten können, sondern um ein einzelnes, hocheffizientes Startup, das mit seiner Mannschaft jeden nur erdenklichen Wunsch erfüllen will.

„Magic ist das logische Service-Extrem der Bequemlichkeits-Gesellschaft.“

Magic ersetzt niemanden. Es ist vielmehr ein weiterer Mittelsmann, der für den ultimativen Komfort sorgt, sofern wir den Preis akzeptieren. Es ist die höchste – und damit letzte – Service-Instanz einer Bequemlichkeitsgesellschaft, in der wir aus Zeitmangel, Faulheit oder einer Kombination aus beidem für jeden nur erdenklichen Botengang zu zahlen bereit sind. Damit hat das Startup durchaus ein gewaltiges Erfolgspotenzial.

In Deutschland müssen Bequemlichkeits-Junkies aber wohl noch eine Weile auf den Service warten, und auch in den USA kämpft Magic jetzt erst mal mit den Nachwehen des viralen Erfolgs: Erste verärgerte Stimmen über nicht erfüllte Wünsche werden laut, die Warteliste umfasst schon jetzt mehrere Tausend Nutzer. Jetzt muss das Startup beweisen, dass es seine magische Vision auch einlösen kann.

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13 Reaktionen
karl.willer
karl.willer

In Deutschland gibt es ja mittlerweile auch sogar schon 3 Services, wobei Sixtyone Minutes wohl nicht alle Anfragen bearbeitet, sondern vor allem auf Reservierungen spezialisiert ist.
"James, Bitte" scheint vernünftig, allerdings nur auf den ersten Blick. Ihrem Motto "Rund um die Uhr" werden sie nicht ansatzweise gerecht, daher wohl eher nur ein nettes Gimmick, eine kleine Spielerei.
GoButler hingegen geht gerade richtig ab - allerdings ohne Impressum o.ä. ist bisher nicht mal bekannt, wer das macht. Gemeldet ist die Domain in Berlin - Teil eines der vielen Berliner Inkubatoren?

Probiert es mal aus! Haben wirklich auf alles ne Antwort - ein bisschen wie Siri:
http://gobutlernow.com

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Potator
Potator

Bei Wereks muss man sich gar nicht anmelden, erst bei einer tatsächlichen Bestellung werden die Kreditkartendaten fällig ;-) Und das Kopierproblem gibt es nicht nur in Deutschland...

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Toni.berlin
Toni.berlin

das witzige ist ja, das diese Services jetzt überall aus den Boden spriesen wie Pilze. Deutschland macht sich wieder als Land der Kopien beliebt und bei keine der Unternehmen (Jamesbitte.de /sixtyone ausgeschlossen) hat keiner eine Ahnung wer meine Kreditkartendaten erhält. always.support ist bereits offline und nun never.support ....

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Potator
Potator

Für Deutschland finde ich http://www.wereks.com besser. Die Anfrage kann auch ohne vorherige Anmeldung erfolgen...

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Dominic Wiedemann

In Deutschland ist ein ähnlicher Service jetzt auch verfügbar: JAMES, BITTE
https://jamesbitte.de/

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Stefan
Stefan

http://always.support
Und schon ein Copycat...

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Vernünftige Idee
Vernünftige Idee

craigslist hatte früher (keine Ahnung wie es jetzt ist) eine schmale visuelle Implementierung ohne Bling Bling. Das ist auf zig verschiedenen Displays vom kleinen Handy bis zum SmarTV vielleicht auch am Sinnvollsten.

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Marius
Marius

@t3n worin besteht der Unterschied zu http://www.sixtyoneminutes.de bekannt aus "dem aktuellen t3n-Magazin"

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Florian Blaschke

Ausgabe 38, um genau zu sein, allerdings hieß der Service da noch Desendo. Und so wie es aussieht, gibt es keinen Unterschied.

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Can Edremitoglu
Can Edremitoglu

Der Unterschied besteht ganz klar in der Aufmachung. Bei Magic muss man einfach eine SMS an eine fett hinterlegte Nummer senden. Bei Sixtyoneminutes muss man zunächst eine iOS App installieren oder eine mobile Webseite aufrufen und somit ist Magic von jedem SMS fähigen Telefon benutzbar, wohingegen sixtyoneminutes ein Smartphone voraussetzt.

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Florian Blaschke

Richtig. Der Service allerdings ist der gleiche.

Marius
Marius

und du brauchst bei sixtyone keine Kreditkarte zum Signup.

Philipp
Philipp

Worin besteht der Unterschied zu traditionellen Conciergeservices?

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