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Startup macht, was Schufa plante: Kreditwürdigkeit aus Social-Media-Verhalten berechnen

Startup macht, was Schufa plante: Kreditwürdigkeit aus Social-Media-Verhalten berechnen

Die Schufa erntete Kritik, Lenddo erntet Venture Capital. Das bewertet die Kreditwürdigkeit seiner Nutzer auf Basis ihres Social-Media-Verhaltens und verleiht auf Basis der Ergebnisse Kredite.

Startup macht, was Schufa plante: Kreditwürdigkeit aus Social-Media-Verhalten berechnen
(Foto: marco51186 / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Ein Thema sorgte in der vergangenen Woche für Aufregung. Die Schufa kündigte an, soziale Netzwerke erforschen zu lassen, um die Qualität der eigenen Datensätze zu verbessern. schlugen Alarm, fürchteten den sogenannten "gläserenen Bürger". Innerhalb der sozialen Netzwerke wurde Kritik laut. Das mit dem Forschungsprojekt beauftragte Hasso-Plattner-Institut kündigte daraufhin den Vertrag und auch die Schufa erklärte, sie wolle das Projekt nicht weiter verfolgen.

Die Schufa-Idee lebt auf den Philippinen

Mashable berichtete währenddessen über ein Startup, das am anderen Ende der Welt die Pläne der Schufa schon seit über einem Jahr in die Tat umsetzt. Lenddo arbeitet mit einem Algorithmus, der die Kreditwürdigkeit seiner Mitglieder aus dessen Social-Media-Verhalten berechnet. Der wesentliche Unterschied: Lenddo konzentriert sich auf Schwellenländer wie die Philippinen oder Kolumbien. Dort sind Kredite schwer zu bekommen, weil Banken aufgrund der fehlenden Informationen kaum einschätzen können wie kreditwürdig ein Kunde ist. Ein entscheidender Faktor, der hierzulande keinerlei Rolle spielt.

Mit dem Ziel, „Millionen von Menschen in Schwellenmärkten ein besseres Leben zu ermöglichen" (CEO Jeff Stewart), verleiht Lenddo auf Basis der eigenen Berechnungen Kredite. Das zuvor analysierte Netzwerk des Kreditnehmers wirkt dabei als Druckmittel. Wenn eine Ratenzahlung ausbleibt, wird das Netzwerk informiert. Auch die Bewertung aller Mitglieder sinkt, wenn eine Zahlung ausbleibt. Das scheint Wirkung zu zeigen: Lenddo meldet eine Rückzahlungsrate von über 95 %.

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4 Antworten
  1. von Steffen am 13.06.2012 (16:17 Uhr)

    also das ist schon extrem hinterhältig, die facebook-freunde als Druckmittel zu benutzen! dann doch lieber eine in meinem bankkonto rumschnüffelnde schufa. oder ne, doch nicht....

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  2. von Peter am 13.06.2012 (16:27 Uhr)

    Kann mir jemand erklären, wie man anhand von Social Media Aktivitäten auf Kreditwürdigkeit schließen kann? Will sich mir nicht so ganz erschließen ...

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  3. von Geld anlagen am 13.06.2012 (22:05 Uhr)

    In bargeldbasierten Wirtschaften ist das Bewerten wirklich nicht einfach. Hier hingegen guckt man auf die Überweisungen und weiss Bescheid.

    Schade das Facebook keine Kredite vergibt und das persönliche Netzwerk als Rückzahlungs-Verstärker-Motivator oder in Notfällen als Übernehmer der Kredite nutzt und man dort Sparbücher anlegen kann die vielleicht besser verzinsen als grade mal die Inflationsrate.

    Speziell in wirtschaftswachstumsstarken Ländern sind hohe Zinsen ja nicht unüblich, aber auch Inflation, aber davon kann man hier oder in USA mit $ oder Euro wohl nicht so einfach profitieren weil keine entsprechenden Anlage-Möglichkeiten existieren.

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  4. von Erik am 14.06.2012 (09:56 Uhr)

    Das Konzept ist von den klassischen Mikrokredit-Instituten in Entwicklungsländern übernommen.
    Es geht darum, in einer Bezugsgruppe den "Gruppenzwang zum Rückzahlen" aufzubauen, weil keine externen Sicherheiten bestehen. Die 95% Rückzahlquote erscheint mir ziemlich hoch, das Konzept sollte allerdings schon funktionieren können.

    Es ist im Gegensatz du den Schufa-Plänen allerdings ein f r e i w i l l i g e s Angebot für einen interessierten Nutzerkreis, und keine Vollanalyse der Gesamtgesellschaft.

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