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Startups

Startups als Lifestyle: Wie ein Unternehmensberater gegen junge Gründer austeilt

    Startups als Lifestyle: Wie ein Unternehmensberater gegen junge Gründer austeilt
Die t3n-Startup-News. (Grafik: markusspiske / photocase / t3n)

In dieser Rubrik servieren wir euch die wichtigsten Startup-News. Heute wissenswert: McKinsey kauft ein Startup aus Münster, Media-Saturn macht einen eigenen Accelerator auf und eine Startup-Typologie mit ganz viel Ironie.

McKinsey kauft Münsteraner Analytics-Startup 4tree

Exit in Münster: Die Beraterfirma McKinsey hat einem Bericht von Gründerszene zufolge das deutsche Analytics-Startup 4tree übernommen. Wie viel Geld sich McKinsey den Zukauf des Unternehmens – das vollständig eigenfinanziert gewesen sein soll – kosten lässt, ist nicht bekannt. 4tree bietet datengetriebene Analysetechniken für stationäre Einzelhändler an.

Wenn ein Kunde beispielsweise im Supermarkt Windeln und Bier zusammen kauft, erkennt die Software, dass es sich vermutlich um einen jungen Vater handelt, sodass Betreiber überlegen können, wie sie die Produkte in Zukunft besser vermarkten können. McKinsey will die Technologie exklusiv nutzen. Die 18 Mitarbeiter des 2010 gegründeten Unternehmens sollen weiterhin von Münster aus entwickeln, auch die vier Gründer bleiben an Bord.

Spacelab: Mediamarkt launcht Startup-Accelerator

Mit dem Spacelab sollen Startups in die Ladengeschäfte der Media-Saturn-Gruppe einziehen. (Screenshot: t3n)
Mit dem Spacelab sollen Startups in die Ladengeschäfte der Media-Saturn-Gruppe einziehen. (Screenshot: t3n)

Die Media-Saturn-Gruppe will künftig stärker in Startups investieren und startet mit dem Spacelab einen hauseigenen Startup-Accelerator. Wie deutsche-startups.de berichtet, preist das Elektrohänder-Konsortium das Programm vollmundig als „Europas ersten Consumer Electronics Retail Accelerator“ an. Bedeutet: Die Produkte der geförderten Unternehmen sollen als Teil des Programms auch Einzug in die Ladengeschäfte des Konzerns halten.

Zudem haben Gründer die Möglichkeit, „ihre Produkte oder Dienstleistungen über einen Zeitraum von 20 Wochen in Bereichen wie Strategie, Marketing, Sales und Infrastruktur weiterzuentwickeln“, heißt es. Insgesamt 30.000 Euro will Media-Saturn in die jeweils fünf pro Acceleratorrunde aufgenommenen Startups investieren. Bis zum 11. Oktober 2015 können sich Startups „mit vorzeigbarem Geschäftsmodell“ auf der Website bewerben.

WiWo-Gründerwettbewerb: Contest sucht Finalisten

Der Neumacher-Gründerwettbewerb der WirtschaftsWoche zählt zu den beliebtesten Startup-Wettbewerben in Deutschland. Nach Angaben des Blatts haben sich in diesem Jahr 282 Startups beim 9. Neumacher-Gründerwettbewerb der WirtschaftsWoche beworben – so viele wie noch nie zuvor. Jetzt geht es darum, wer in das Finale des mit bis zu 300.000 Euro in Sachleistungen prämierten Wettbewerbs einzieht.

Hat der High-Tech-Gründerfonds in einem ersten Schritt die 20 interessantesten Bewerber ausgesucht, entscheidet eine Jury über fünf weitere Finalisten. Außerdem gibt es ein öffentliches Publikumsvoting, das ein weiteres Startup nominiert. Auf der Website werden die Kandidaten mit einem Kurzvideo vorgestellt und man kann abstimmen.

Lesetipp: Eine Startup-Typologie für das Jahr 2015

Der in Wien lebende und auf Entrepreneurship spezialisierte Unternehmensberater Alexander Franz hat in seinem Beitrag „Warum wir nicht mehr brauchbare Gründungen haben“ eine „Startup-Typologie für das Jahr 2015“ aufgeschrieben. Er vertritt die These, dass Startups inzwischen zu einem Lifestyle geworden sind es Gründern nicht mehr darum geht, echte Firmen mit Produkten und Dienstleistungen zu erschaffen. Unter anderem sagt er:

„Lebenslauf-Startup. Man gründet ein Startup, oder arbeitet bei einem Startup, um sich in den Lebenslauf und seine persönliche Lebensgeschichte schreiben zu können: Hat ein Startup gegründet. Alles andere ist egal. Man will nichts aus der Erfahrung lernen, in einer sehr kleinen Firma zu arbeiten, wo man Einblick in Zusammenhänge bekommt, die man in großen Unternehmen nicht mitbekommt. Man will weder eine Firma noch ein gutes Produkt erschaffen. Es geht darum einfach das Gefühl genießen Gründer zu sein, oder bei der nächsten Party erzählen können, dass man für ein Startup arbeitet.“

Hier findet ihr die Startup-News der letzten Tage. Ihr habt einen Tipp für unsere News-Redaktion? Schreibt @lojanna oder @hexitus bei Twitter!

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2 Reaktionen
Dont follow the Hype
Dont follow the Hype

Wie schrieb ich schon vor Jahren vermutlich auch hier:
Wenn man bei McKinsey oder sonstwo als frischer BWLer-Bachelor keinen Posten bekommen hat, bleibt halt nix übrig als gründen und zu hoffen von irgendeiner Firma übernommen zu werden...
Evtl verstärkt die kostenlos-Praktikantentum-Abschaffung dank des Mindestlohns den Effekt sogar noch.
Wenn man nämlich nicht mehr 10 Jahre als Diplom-Praktikant von einer DAX-Firma zur nächsten wandern kann, muss man sich andere Jobs suchen.
Ausgelernte Gesellen und Diplom-Inhaber stellen laut Studie einen Großteil des Niedriglohn-Sektors. Aber angeblich herrscht ja Fachkräftemangel.

Den Vorzeigeeffekt und Überlegenheit von Wettbewerben erkennt man hier:
http://t3n.de/news/warum-ich-kein-weiteres-startup-aufziehen-werde-620264/

Wie beim Goldrausch verdienen vermutlich nicht die hunderttausend angelockten "Glücksritter" sondern die Berater, Juristen, Vermieter!, Steuersparenden "Investoren", ... und die Gemeinschaft leidet an fehlenden Steuereinnahmen um z.B. die von manchen Startups gern genutzten Straßen und Infrastruktur in den höchsten Hochpreis-Mietgebieten zu bezahlen während die von der Startup-Presse meist ignorierten und wirklich vorzeigbaren Steuerzahler-Startups auf dem Lande gut und günstig leben und ihre Kunden zufriedenstellen.
Reiche Leute haben dank Wirtschaftswachstum nachweislich (sogar durch Presseberichte) immer mehr Geld und wollen es oft genug vor der Besteuerung schützen. Wenn man dank Startup-Abschreibungen ("Abschreibungs-Objekte" gabs schon vor dem neuen Markt und rot-grün 1998) nur 40% bezahlt statt 42% und noch in New York und Barcelona usw. Besuche machen kann, hat der Millionär 2% gespart und das Volk kann die Autobahn und den Flughafen abbezahlen.. . Schade das keine Steuerberater über die Wahrheit vieler Handlungen berichten.

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Markus

Früher hieß es mal: "Ich habe mich selbstständig gemacht!" und die Reaktion darauf war meistens so, als ob man gerade verkündet hätte, dass man an Krebs leidet.

Heute heißt es selbstsicher: "Ich habe gegründet!". Die Reaktion darauf ist eher ein zustimmendes "Ahhh!" - auch wenn keiner so richtig weiß, was das zu bedeuten hat. Ja was denn gegründet? Eine Partei? Eine Familie? Eine Swinger-Kommune?

Allein diese Formulierung ist schon schlimm und reiht sich nahtlos in "geht ja gar nicht", "den Kunden abholen" und glutenfreie Veggie Cafe Lattes mit Mandelmich, die von bärtigen Röhrenjeansträgern mit Moleskin-Fetisch getrunken werden ein.

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