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Dieses Startup wollte Regenschirme per App vermieten – das ging nach hinten los

    Dieses Startup wollte Regenschirme per App vermieten – das ging nach hinten los
Das chinesische Startup Sharing E Umbrella in Schwierigkeiten. (Foto: shanghailist.com)

Im Verleih von Regenschirmen per App witterte ein chinesisches Startup das große Geschäft. Doch da hatte man die Rechnung offenbar ohne die trickreichen Kunden gemacht. 

Eigentlich klang die Idee gar nicht schlecht, die Zhao Shuping da ausgeheckt hatte. Weil die Sommermonate in China sehr regenreich sind, sah der Gründer des Startups E Umbrella im Verleih von Regenschirmen ein lukratives Geschäft. Mit einem Startkapital von mehr als einer Million Euro entwickelte Shuping daraufhin eine App, schaffte schrittweise 300.000 Regenschirme an und stellte sie an Bushaltestellen zur Verfügung. Nicht mehr als umgerechnet sechs Cent sollte die halbstündige Nutzung nach Entrichtung einer Pfandpauschale (circa 2,30 Euro) kosten.

„Ich dachte, alles ließe sich teilen“

Inspiriert wurde Zhao Shuping angeblich von der Nachfrage nach Bikesharing-Angeboten. In chinesischen Metropolen wie Peking oder Schanghai stieg die Zahl entsprechender Startups zuletzt stark an. Nutzer müssen die Fahrräder lediglich über einen QR-Code mit dem Smartphone scannen und können nach Eingabe einer Zahlenkombination für das Schloss sofort losfahren.

Dieses Prinzip wollte Shuping auch auf die Vermietung von Regenschirmen übertragen. „Ich dachte, alles auf der Straße ließe sich auf diese Weise teilen“, so der Gründer gegenüber South China Morning Post. Doch wie sich nun herausstellte, hat das Startup die Rechnung offenbar ohne die trickreichen Kunden gemacht.

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Kunden geben Regenschirme nicht zurück

Zwar sollen zunächst viele Menschen beherzt zugegriffen haben. Allerdings nicht so, wie sich Shuping das vorgestellt haben dürfte. Anstatt sie nach ihrer Nutzung ordnungsgemäß wieder zurückzugeben, behielten die Kunden die gemieteten Regenschirme einfach. Bereits nach drei Monaten musste Shuping fast alle Regenschirme als gestohlen verbuchen. Jede einzelne Ersatzbeschaffung kostete das Unternehmen nach eigenen Angaben rund neun US-Dollar.

Rückblickend erklärt sich der Gründer die Misere mit einem Fehler im System. Regenschirme seien nicht mit Fahrrädern zu vergleichen. „Fahrräder lassen sich überall parken, aber für einen Regenschirm wird ein Geländer oder ein Zaun benötigt“, so Shuping weiter. Für die Kunden ein offenbar zu großes Hindernis.

Gründer will an Idee festhalten

Trotzdem will der Gründer vorerst an der glücklosen Idee festhalten. Bis Ende des Jahres sollen 30 Millionen Regenschirme in China zur Vermietung bereitgestellt werden, versprach Shuping. Ob sich daraus auf Dauer ein profitables Geschäft entwickeln lässt, ist jedoch fraglich. Zum einen dürfte die Nachfrage vor allem in den trockenen Wintermonaten stark sinken. Zum anderen dürften viele Menschen in regenreichen Städten Chinas spätestens jetzt im Besitz eines Regenschirms sein. In jedem Fall zeigt sich: Die Sharing-Economy kann auch nach hinten los gehen.

Passend zum Thema: Die Outbank-Chefin erklärt ihr Geschäftsmodell für gescheitert

 

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5 Reaktionen
marcusmeier
marcusmeier

Die Idee ansich ist nicht schlecht. Bei der technischen Umsetzung muss aber noch ein bisschen dran gefeilt werden :)

In Thailand hätte es vllt ein bisschen besser funktioniert, da die Thailänder ein bisschen netter sind :)

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FAB
FAB

Das System wurde einfach Hardwaretechnisch falsch aufgebaut.
Man bräuchte fixe Stationen mit ferngesteuerten Schloss, wo die Schirme befestigt werden. Und die Schirme benötigen z.B. einen RFID Sensor, damit das Schloss erkennt das der richtige Schirm wieder drinen hängt...

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Sven
Sven

Echt blöd gelaufen. Der Zahlencode zum entsperren ist ja immer der gleiche. Dann neigt man halt dazu den Regenschirm ohne Anmeldung im Portal einfach weiterzubenutzen. Naja ist wohl nicht so durchdacht worden, oder man hat auf mehr Ehrlichkeit in der Bevölkerung gehofft. Aufladbare Regenschirme die nach jeder Nutzung Ihren Code selbstständig ändern, das wäre es noch gewesen. ;)

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FAB
FAB

Warum entsteht hier ein Sachschaden...? I weiß ja wer sich den Regenschirm gebucht hat. Solange er nicht zurück gehängt wird ist miete fällig, und nach z.B. zwei Tage ziehe ich seinem Konto einfach 20€ für den Schirm ab.

Wenn das nicht möglich ist, ist da ein großer Fehler im System.

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Christian
Christian

Wo soll man denn die Regenschirme zurück hängen? Außerdem könnte man ja den Schirm nach einer halben Stunde wieder per App freigeben und ihn dann trotzdem behalten. Die werden ja wohl kaum einen GPS Sender im Schirm haben.

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