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Startup-Steckbrief: admineo will den Umgang mit Produktdaten vereinfachen

Startup-Steckbrief: admineo will den Umgang mit Produktdaten vereinfachen

Im und um das Netz bilden sich viele kleine Neugründungen. In unserem Startup-Steckbrief stellen wir euch wöchentlich einige interessante Projekte vor. Heute geht es um admineo, ein junges Startup aus Berlin, das den Umgang mit Produktdaten für Lieferanten und Händler vereinfachen möchte. Im steht uns der Gründer und CEO Eugen Martin Rede und Antwort.

Startup-Steckbrief: admineo will den Umgang mit Produktdaten vereinfachen

Startup-Gründer und CEO von admineo Eugen Martin im Gespräch:

t3n.de: Lieber Eugen, erklär uns doch mal admineo.

Eugen Martin: Admineo organisiert den Austausch von Produktdaten zwischen Lieferanten und Händlern. Ein Lieferant kann alle seine Händler zentral mit seinen Produktdaten versorgen, statt zig verschiedene Excel-Listen und Bilder-CDs zu verschicken. Ein Händler muss sich nicht mehr mit verschieden formatierten Excel-Listen seiner Lieferanten befassen und diese aufwändig in sein System übertragen, sprich abtippen oder „copy/pasten“.

Das Startup admineo versucht als Schnittstelle zwischen Lieferanten und Händlern den Umgang mit Produktdaten zu standardisieren. (Screenshot: admineo.de)
Das Startup admineo versucht als Schnittstelle zwischen Lieferanten und Händlern den Umgang mit Produktdaten zu standardisieren. (Screenshot: admineo.de)

Stattdessen empfängt er die Produktdaten all seiner Lieferanten zentral über admineo: in einem einheitlichen Format, mit Texten, Bildern, Eigenschaften und Preisen. Für den Händler ist admineo also ein Katalog aus allen seinen Lieferantendaten: digital, aktuell, durchsuchbar und flexibel exportierbar. Besonders spannend wird es, wenn der Lieferant seine Daten ändert: der Händler sieht dann ganz genau was sich geändert hat (z.B. Preise, Lieferzeit) und kann diese Änderungen selektiv übernehmen.

t3n.de: Was habt ihr gemacht, bevor ihr admineo gestartet habt und wie seid ihr auf die Idee dazu gekommen?

Eugen Martin ist CEO und CTO des jungen Berliner Startups admnio: "Wir glauben aber, dass das wesentliche Problem mit Produktdaten im Austausch zwischen den Unternehmen liegt".
Eugen Martin ist CEO des Berliner Startups admineo: "Wir glauben, dass das wesentliche Problem mit Produktdaten im Austausch zwischen den Unternehmen liegt".

Eugen Martin: Ich habe früher Warenwirtschaftssysteme und eCommerce-Anbindungen programmiert und schon mehrere mitgemacht und mitgegründet. Darunter artmesh – ein Social Network für Künstler – und madvertise – ein Mobile Advertising Network. Kennengelernt habe ich unseren Mitgründer Micha im Rahmen seines Startups want2do – einem Social Network für Träume, Wünsche und Ziele.

Die Idee zu admineo kam aus Jens' und Michas erfolgreichem Handelsunternehmen schilder-versand.com, wo die beiden über Jahre 40.000 Produktdatensätze handish einpflegen und aktuell halten mussten. Aus dieser leidvollen Erfahrung und der Erkenntnis, dass auch viele andere große und kleine Handelsfirmen die gleichen Probleme haben, ist admineo entstanden: scratch your own itch!

t3n.de: Wie sieht euer Konzept zur Monetarisierung von admineo aus? Womit wollt ihr Geld verdienen?

Eugen Martin: Admineo ist ein SaaS-Lösung. Wir haben eine kostenlose Basisversion für kleinere Handelsunternehmen mit wenigen Geschäftspartnern. Die kostenpflichtigen Pakete für größere Firmen richten sich nach der Anzahl der angebundenen Lieferanten und Händler und nach der Produktdatenmenge. Dank der Basisversion kann man seine Geschäftspartner kostenfrei zu admineo einladen und es sofort gemeinsam ausprobieren – ohne Installation, Beratung oder Programmierkenntnisse.

t3n.de: Was sind oder waren für euch die größten Hürden bei der Gründung?

Eugen Martin: Die größte Herausforderung bei dem Projekt war die Validierung des Problems und unserer Lösung: Wir haben dafür die typischen Prozesse in verschiedenen Handelsunternehmen und Produktdaten-Standards in verschiedenen Branchen analysiert und Anforderungen abgeleitet. Der kritische Punkt war und ist es, aus diesem komplexen Problem eine einfache und benutzbare Lösung abzuleiten. Allein der XML-basierte Produktdatenstandard BMEcat hat eine Dokumentation von mehreren hundert Seiten – kein Wunder, dass ihn kaum jemand nutzt. Stattdessen haben wir uns entschieden, ein Produkt zu bauen, das zwar nur 90 Prozent der Fälle abdeckt, aber verständlich und nutzbar ist.

t3n.de: Was ist euer Alleinstellungsmerkmal? Warum sollten unsere Leser admineo unbedingt mal ausprobieren?

Eugen Martin: Es existieren bereits viele „Product-Information-Management“-Lösungen, die Prozesse rund um Produktdaten innerhalb eines Unternehmens organisieren. Wir glauben aber, dass das wesentliche Problem mit Produktdaten im Austausch zwischen den Unternehmen liegt. Es gibt in allen Fällen mindestens eine Firma, die bereits über Daten zu einem Produkt verfügt: der Hersteller. Admineo schafft einen transparenten Workflow für solche Produktdaten über die Unternehmensgrenzen hinweg. Statt, dass jedes Unternehmen die fast identischen Produktdaten für sich immer wieder aufs Neue aufbereiten muss, ermöglicht admineo eine Kollaboration zwischen Händler und Lieferant für ihr gemeinsames Ziel – mehr Umsatz. Warum man es ausprobieren sollte: weil mit uns das langweilige Thema der Datenpflege endlich auch Spaß machen kann.

t3n.de: Wo geht die Reise mit admineo hin? Was sind eure nächsten großen Baustellen?

Eugen Martin: Bisher haben wir uns auf den Austausch-Workflow rund um verschiedene Excel und CSV-Formate konzentriert. Als Nächstes soll es darum gehen, die Produktdaten über unsere API einfach an andere Systeme weiterzugeben - insbesondere Online-Shops und ERP-Systeme. Ein weiterer Punkt ist die intelligente Verbesserung der Datenqualität rund um Produkteigenschaften: wenn es bei Lieferant A "Bildschirmgröße: 88 cm" heißt und bei Lieferant B "diagonal: 34 inch", macht admineo daraus, wenn man will: "Bildschirmdiagonale: 880 mm".

Alle weiteren Features möchten wir im Dialog mit den Nutzern entwickeln. Dazu haben wir ein Voting-System für zukünftige Features, wo jeder Nutzer seine Stimme abgeben kann. Wir wissen auf jeden Fall, was wir nicht sein wollen - kein Margen zerstörendes öffentliches Preisvergleichsportal und kein Beschaffungstool mit einseitigen Interessen der großen Marktteilnehmer. Stattdessen wollen wir die ohnehin existierenden privaten Offline-Prozesse digital abbilden und elegant organisieren.

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Eine Antwort
  1. von Matthias am 22.06.2013 (11:29 Uhr)

    Die Idee ist super, aber ich sehe das Problem auf Seiten der ERP Systeme bzw. der Anpassung selbiger. Die "kleinen" Faktura/ERP Systeme bieten meiste keine "öffentlichen" Schnittstellen, also Schnittstellen bei denen ich nicht Zugriff auf alle Funktionen gewähren muss. Die großen ERP-Systeme lassen sich die Entwicklung entsprechender Erweiterungen sicher entsprechend vergolden. Wie man sieht, liegen die Probleme wiedermal bei der "Rückständigkeit" der (großen) Anbieter, die lieber Firmen in ihre durch ihr System vorgegebene Form pressen anstatt sich etwas zu öffnen...

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