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Startup-Trend „Quantified Self”: Daten werden zu Geschäftsmodellen

„Quantified Self“ ist aktuell einer der größten Valley-Trends, glaubt Jimdos USA-Country-Manager Powen Shiah. Sämtliche Dienste sammeln immer mehr Daten über uns, die wiederum von Usern selbst genutzt werden können. Im Interview mit t3n.de erklärt Powen, was sich hinter dem Trend verbirgt und warum man im Silicon Valley auch ohne Internationalisierung groß werden kann.

Startup-Trend „Quantified Self”: Daten werden zu Geschäftsmodellen

Quantified Self: „Ich weiß, was ich heute vor drei Jahren getwittert habe“

In einer Interview-Reihe befragen wir Menschen, die einen vertieften Einblick in die Silicon Valley Startup-Szene haben, nach ihrer Einschätzung zu aktuellen und den Besonderheiten des kalifornischen Tech-Hotspots. Heute antwortet Powen Shiah, der seit 2009 für den deutschen Webseiten-Baukasten Jimdo als USA-Country-Manager arbeitet und in San Francisco vor Ort ist.

"Trend "Quantified Self": Die App Timehop zeigt auf, was man vor einem, zwei oder drei Jahren getan und geschrieben hat.

Welche Web-, Design- und Startup Trends zeichnen sich aus deiner Sicht gerade ab?

Sehr spannend ist aktuell der "Quantified Self" Trend. Wir (bzw. unsere Geräte und Dienste) sammeln immer mehr Daten über uns selber: sei es mit wem ich an welchem Tag wo war (Foursquare) oder wie viel Geld ich im letzten Monat für Kaffee ausgeben habe (Mint) oder wie viele Schritte ich heute gegangen bin (FitBit/Jawbone/Moves). Wir kommen zu dem Punkt, an dem wir wirklich interessante Sachen über uns selber lernen können.

Es wird immer mehr geben, die diese reiche Datenmenge analysieren. Über Timehop kann ich jetzt schon feststellen, wo ich heute vor ein, zwei oder drei Jahren war, was ich an diesem Tag getwittert habe und welche Links ich interessant genug fand, um sie bei Facebook zu posten. Zum Beispiel haben wir genau vor drei Jahren die Shop-Funktion bei Jimdo gelauncht (und ich habe die ganze Nacht davor nicht geschlafen!). Dient das zu mehr als nur Nostalgie? Noch nicht, aber ich sehe für die Zukunft zahlreiche Möglichkeiten.

Was ist aus Deiner Sicht der Grund dafür, dass so viele Startups aus dem Valley zum Global Player werden?

Der wichtigste Grund ist, dass man als Startup hier sofort den ganzen amerikanischen Markt zu Füßen liegen hat. Was im Silicon Valley gelauncht und gelobt wird, kommt auch im Rest der Welt an. Dieser Vorteil eines riesigen (und relativ wohlhabenden) heimischen Marktes gibt Startups hier den Raum, ohne Internationalisierung groß zu werden und mit dieser Basis in die Welt zu gehen.

Welchen Tipp kannst du Gründern und Neuankömmlingen im Valley mit auf den Weg geben?

Finde auch Leute und Interessen ausserhalb der Startup-Szene. San Francisco zieht bunte Vögel aus allen Ecken an und dafür sollte man sich öffnen. Die riesige Auswahl an Startup-Meetups und andere Veranstaltungen ist beinahe überwältigend – und spannend. Am Anfang geht man meist überall hin. Es ist aber effizienter zu schauen, was genau das Thema ist und wer hingeht. Letztendlich kommt man so zu interessanteren Gesprächen und macht bessere Kontakte. Es ist wirklich okay, nicht bei allem dabei zu sein!

Deine drei Lieblinkswebsites und/oder Lieblingsapps?

  • Timehop: Timehop löst bei mir regelmäßig Nostalgie-Gefühle aus. Da ich schon seit ein paar Jahren bei Facebook, Twitter und Foursquare bin, kann ich ziemlich weit zurück in die Vergangenheit schauen, was bei mir los war. Die App hat mich schon ein paar mal angeregt, mit alten Freunden wieder Kontakt aufzunehmen.
  • NextDraft: NextDraft ist ein News-App, die von einem Typ täglich zusammengestellt wird. Er fasst die Ereignisse des Tages zusammen und verlinkt auf die „besten“ Artikel – und zwar auf eine lustige und unterhaltsame Art.
  • Lyft: Wenn man länger in San Francisco ist, sieht man Autos mit pinken Schnurrbärten herumfahren. Das sind Lyft-Fahrer, und wenn der Bus mal sehr verspätet ist oder man billiger fahren möchte als mit einem Taxi, ist diese App super praktisch.

Weitere Valley-Interviews

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Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
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Eine Antwort
  1. von igrowdigital am 05.03.2013 (12:13 Uhr)

    Quantified Self ist nicht nur im Silicon Valley angesagt. Auch in Berlin entwickeln mittlerweile zahlreiche Startups Produkte zur Nutzung persönlicher Daten, wie dieser Überblick zeigt: http://www.gruenderszene.de/operations/quantified-self

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