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Startups

Typisch Anfänger?! 15 vermeidbare Fehler von Startup-Gründern

    Typisch Anfänger?! 15 vermeidbare Fehler von Startup-Gründern

Diese Fehler sollten Gründer vermeiden. (Foto: Shutterstock)

Welche typischen Fehler machen Unternehmer, die zum ersten Mal ein Startup gründen? Die folgenden Antworten helfen dabei, die gefährlichsten Klippen bei der Existenzgründung zu umschiffen.

Startups: Diese 15 Gründerfehler könnt ihr vermeiden

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Dumm gelaufen: Viele unerfahrene Gründer begehen Fehler, die sie später bitter bereuen müssen. Mit ein bisschen Vorbereitung lassen sich viele von ihnen vermeiden. (Foto: Gratisography)

Ob die Menschheit aus den Fehlern der Vergangenheit lernen kann oder ob die Geschichte doch dazu verdammt ist, sich ständig zu wiederholen, hat die Wissenschaft nicht abschließend geklärt. Unabhängig davon gibt es einen stattlichen Fundus an unternehmerischer Erfahrung, auf den Startups zurückgreifen können, wenn sie besonders häufige und typische Gründerfehler von vornherein vermeiden wollen. Wir stellen 15 von ihnen vor.

1. Es jedem recht machen wollen

Niemand kann „Everybody’s Darling“ sein. Auch ein Unternehmen kann das nicht. Konsequenterweise können Gründer nicht jeden Ratschlag annehmen und jedes Feedback umsetzen. Wer das versucht, läuft Gefahr, sich zwischen den verschiedenen Vorstellungen zu zerreißen, und setzt letztlich sogar die eigene Identität aufs Spiel.

Entwickelt stattdessen eine klare Vision davon, was euer Startup erreichen und wofür es stehen soll. Und lasst euch danach nicht mehr durch Kleinigkeiten beirren.

2. Die Falschen um Feedback bitten

„Es gibt nur eine wichtige Instanz: eure Kunden.“

Die Eltern sind von der Idee begeistert? Die ersten „begeisterten Testnutzer“ waren allesamt Partner oder Freunde? Herzlichen Glückwunsch – damit sind die Erfolgsaussichten eures Startups zu Null Prozent geklärt.

Wer Feedback von außen einholt, sollte sich an objektive bis kritische Instanzen wenden. Und letztlich entscheidet allein der Markt darüber, ob eine Idee einschlägt oder zum Rohrkrepierer wird. Quora-Nutzer Nabeel Hyatt denkt daher noch drastischer: Freunde, VCs, Blogs, Angel-Investoren und alle anderen Menschen aus dem Startup-Ökosystem sind für ihn „wrong places“, um nach Bestätigung zu suchen. Für ihn gibt es nur eine wirklich wichtige Instanz: die Kunden.

3. Der Konkurrenz zu viel Aufmerksamkeit widmen

Ja, es stimmt: Wer ein Startup gründet, sollte den Wettbewerb kennen. Was aber nicht bedeuten muss, jeden einzelnen Schritt der Konkurrenz zu verfolgen und die eigene Strategie ständig akribisch anzupassen. Seitenlange Analysen zur Frage, warum einzelne Wettbewerber keine Gefahr für das eigene Geschäftsmodell darstellen, werten den Business-Plan nicht unbedingt auf.

Da hilft es mehr, den eigenen USP überzeugend herauszuarbeiten. Und es ist auch nicht gerade produktiv, sich den Kopf über andere zu zerbrechen, die gerade eine satte Finanzierung eingestrichen oder vor Kurzem den Exit geschafft haben. Ihr seid nicht sie, also konzentriert euch auf eure eigene Zukunft.

4. Die Idee geheimhalten

Pssst, streng geheim: Zu den häufigsten Gründerfehlern gehört es, sich nicht über seine Idee auszutauschen. (Foto: Vs Heidelberg Photos / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

„Die Idee ist so gut, wir müssen aufpassen, dass sie niemand klaut.“ „Wir wollen aktuell unter dem Radar fliegen, sonst baut Google uns sofort nach.“ Typische Sätze von Gründern, die nicht so recht mit der Sprache darüber herausrücken wollen, was sie eigentlich genau machen. Eine der dümmsten Fehleinschätzungen bezüglich der Startup-Realität, befindet der anonyme Quora-Nutzer dessen Antwort zur Fragen nach den häufigsten Gründerfehlern die meiste Zustimmung bekommen hat: „Es geht um die Umsetzung, nicht um die Idee. Und Leute, die eine Idee wirklich umsetzen können, haben meistens genug eigene.“

Überhaupt: Die meisten Gründer machten nur ein Geheimnis aus ihrer Idee, weil sie Angst hätten zu hören, dass diese schlecht sei, ergänzt Lucas Carlson vom Podcast Craftsmanfounder.com. Er rät, sich nicht zu lange in diesem Zustand der Verdrängung aufzuhalten und stattdessen in die Offensive zu gehen: „Du musst über deine Idee reden. Viel. Mit möglichst vielen Leuten.“

5. Den Cash-Flow unterschätzen

Unter den 20 Top-Gründen, warum Startups scheitern, steht der Mangel an Cash an zweiter Stelle. „Viele neue Unternehmer unterschätzen die Tatsache, dass jede Sekunde eines jeden Tages Geld kostet,“ erklärt George Kellerman, ehemaliger Partner der VC-Firma 500 Startups.

Um eine realistische Finanzplanung für die ersten Monate aufzustellen, müssen wirklich alle Faktoren einbezogen werden, von Miete, Gehältern und Marketing-Aufwendungen bis hin zu Verpflegungs- und Reisekosten und dem Eigenbedarf der Gründer. Wer sich hier belügt, darf sich nicht wundern, wenn ihm auf halber Strecke die Luft ausgeht.

6. Die Mathe-Hausaufgaben vernachlässigen

Lästig, aber notwendig: Wer ein Startup gründet, muss seine Zahlen kennen. (Foto: Shutterstock )
Lästig, aber notwendig: Wer ein Startup gründet, muss seine Zahlen kennen. (Foto: Shutterstock )

Apropos sich selbst belügen: Wer ein Startup gründet, muss seine Geschäftszahlen kennen. Welche Einnahmen stehen welchen Ausgaben gegenüber? Wie viele Kosten verursacht ein Kunde im Schnitt? Was müsst ihr ausgeben, um einen Neukunden zu akquirieren? Je eher Gründer in diesen Bereichen aus ihren Prognosen echte Kalkulationen machen, desto schneller können sie Fehlentwicklungen erkennen und ihr Unternehmen besser in die Zukunft führen.

Hinderlich ist hingegen die unreflektierte Begeisterung für das eigene Projekt, die manchmal dazu führt, sich bestimmte Zahlen lieber nicht genauer anzuschauen. Das kann fatal enden: „Wenn du nicht brutal ehrlich zu dir selber bist, kannst du nicht die informierten Entscheidungen treffen, die deine Firma braucht, um besser zu werden,“ schreibt Lucas Carlson: „Hör auf, deine eigene Limonade zu trinken!“

7. Sich im Feature-Dschungel verlieren

„Genialität liegt in der Einfachheit. Kompliziert bauen kann jeder.“

„Wir haben nicht genug Zeit damit verbracht, mit der Zielgruppe zu sprechen, und haben neue Features gebracht, die wir zwar total toll fanden, die aber nicht von unseren Kunden gewünscht wurden“: So fasst Gründer Jimmy Winter zusammen, warum sein Startup gescheitert ist. Ein wichtiger Punkt, denn die neue Zusatzfunktion, wegen der gerade euer gesamtes Team feuchte Hände bekommt, ist den Kunden im Zweifel weniger wichtig als ein reibungsloser Zahlungsablauf oder eine verständliche Usability. „[Die Kunden] haben keinen Blick für die exotischen, herausragenden und Wettbewerbs-vernichtenden Features, die zu eurer Obsession geworden sind,“ warnt der Serienunternehmer und Coach Peter Baskerville.

Wie wäre es stattdessen mit einem Zitat des russischen Raumfahrttechnikers Sergej P. Koroljow: „Die Genialität einer Konstruktion liegt in ihrer Einfachheit. Kompliziert bauen kann jeder.“

8. Zu früh Mitarbeiter einstellen

Gehälter reißen stattliche Löcher in die Unternehmensbilanz. Nicht zuletzt deswegen sollten Neueinstellungen nur dann erfolgen, wenn das für einen absehbaren Zeitraum dafür ausreicht. Gerade in einem Startup kommt es zudem enorm auf die richtige Chemie im Team an, ohne die sich ein schneller, flexibler Kurs nicht dauerhaft halten lässt.

Folglich sollten Gründer sich auch die Zeit nehmen, potenzielle Mitgründer und Kollegen genau zu evaluieren und nicht zu viele neue Gesichter auf einmal an Bord zu holen. „Leute, die in einer sehr frühen Phase einsteigen, sind möglicherweise nur halbherzig bei der Sache und haben eigene Pläne,“ erklärt der Top-Antwortgeber bei Quora. Wer überstürzt sein Team vergrößert, zahlt also unter Umständen später einen hohen Preis.

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Zu schnell zu viele Mitarbeiter einstellen: Dieses Vorgehen kann Startups finanziell stark belasten. Zudem leidet das Team unter dem schnellen Wachstum. (Foto: Shutterstock)

9. Zu spät Mitarbeiter feuern

Auch die gegenteilige Variante ist denkbar. Mitarbeiter, die die Vision des Unternehmens nicht teilen oder nicht mit vollem Einsatz für das Team arbeiten, können die Weiterentwicklung ausbremsen. Gerade für Startups ein No-Go, da ihnen so bares Geld durch die Finger rinnt – siehe: Cash-Flow, Punkt Nr. 5.

Es mag unangenehm sein, aber es hilft nichts: Diese Situation muss gelöst werden, und zwar so schnell wie möglich. „In einem Startup kannst du es dir nicht leisten, Probleme an die Seite zu schieben,“ sagt Lucas Carlson. „Hör auf zu hoffen, dass sie sich von alleine lösen und kümmere dich um dein Chaos.“

10. An den falschen Stellen sparen

Zwar müssen die meisten Gründer jeden Cent mehrmals umdrehen. Trotzdem darf der Blick auf die Finanzen nicht zu Einbußen bei der Qualität führen. Diese Gefahr sieht Quora-Nutzer Jeremy Chone gerade im Software-Bereich: „Manche Unternehmer denken, sie könnten eine Facebook-, YouTube- oder Quora-ähnliche Web-Applikation für 60.000 Dollar bauen.“ Dies sei aber naiv.

In bestimmten Fällen kann es besser sein, doch etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen: Wenn es um die Qualität des Produkts geht beispielsweise, oder wenn ein harter Sparkurs die Unternehmensentwicklung zu stark ausbremsen würde.

11. Sich überarbeiten

Wer sich zuviel aufhalst, kann irgendwann nicht mehr – für Startup-Gründer fatal. (Foto: Shutterstock / Stokkete)
Wer sich zuviel aufhalst, kann irgendwann nicht mehr – für Startup-Gründer fatal. (Foto: Shutterstock / Stokkete)

Ein paar Tage durcharbeiten bis zum Launch? Eine Nachtschicht, damit die Investorenpräsentation morgen steht? Für eine Weile kann so eine Arbeitshaltung gut gehen, aber sicherlich nicht auf Dauer. Wer sich konsequent überarbeitet, läuft Gefahr, irgendwann aus der Puste zu kommen.

Dabei muss gerade der Gründer, der die Bälle in der Luft hält und oftmals der wichtigste Ansprechpartner für alles ist, dafür sorgen, dass er die feste Konstante innerhalb des Teams bleibt. „Startups sind ein Marathon, kein Rennen,“ mahnt Carlson, und warnt davor, sich zu sehr auszupowern: „Du kannst dich nicht um andere kümmern, wenn du dich nicht zuerst um dich kümmerst.“

12. Zu theoretisch denken

Startup-Erfolg stellt sich nicht automatisch dadurch ein, dass man Steve Jobs, Eric Ries oder Ben Horowitz fehlerfrei zitieren kann. Daher sollten Gründer ihre Nase auch nicht nur in Bücher stecken. „Versteht, dass eure allgemeinen BWL-Kenntnisse nur zu einem sehr kleinen Teil über Erfolg oder Niederlage entscheiden,“ schreibt ein bei einer VC-Firma tätiger Nutzer.

„Viel wichtiger ist eure Fähigkeit, Probleme für eine sehr spezifische Zielgruppe – eure Kunden – zu lösen. Und das lernt ihr nicht durch Sekundärforschung.“

13. Zu perfektionistisch denken

Akribisch alles auf Hochglanz poliert? War gar nicht nötig. Ein häufiger Gründerfehler ist übertriebener Perfektionismus. (Foto: somegeekintn / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

„Wir bügeln nur noch die letzten Bugs aus, dann können wir es zeigen.“ Selbst schon mal gedacht? Diese Einstellung ist nicht immer optimal für Gründer. Denn ein Produkt kann noch so perfekt sein: Wenn es niemand sieht, wird es kein Geld einbringen.

Sinnvoller ist es, auch mal mit einer 80- oder 90-prozentigen Lösung an die Öffentlichkeit zu gehen. Getreu dem Lean-Startup-Prinzip kann dann anhand des Nutzerfeedbacks weiter optimiert werden.„Erfolgreiche Unternehmer verkaufen, bevor sie bauen,“ schreibt Jeremy Chone. „Sie konzentrieren sich auf den kürzesten Weg zum Cash.“ Lucas Carlson formuliert es so: „Du kannst den Product-Market-Fit nicht finden, so lange du kein Produkt hast, mit dem du es ausprobieren kannst.“

14. Zu früh launchen

Während manche Gründer den Launch zu lange hinauszögern, kann es auch ein Fehler sein, zu früh an die Öffentlicheit zu gehen. Dann nämlich, wenn das „Minimum Viable Product“ noch nicht erreicht ist: die Grundversion eures Produkts, die stimmig, zumindest einigermaßen ansprechend und vor allem voll funktionsfähig ist.

„Ein MVP zu launchen heißt nicht, den hässlichsten Proof of Concept zu bauen und den so schnell wie möglich live zu stellen,“ hält Carlson fest: „Baut etwas, wofür jemand bezahlen würde.“ Ansonsten gewinnen Startups statt der ersten Fürsprecher die ersten Kritiker – und die muss man sich ja nicht extra heranzüchten, oder?

15. Gar nicht erst anfangen

Der letzte Punkt ist quasi ein No-Brainer – trotzdem gehört er in die Liste der vermeidbaren Gründerfehler. Denn Zögern und Zaudern hält eine nicht unwesentliche Zahl von Startup-Talenten davon ab, überhaupt den Sprung zu wagen. Und das ist das Tödlichste, das einer guten Idee passieren kann.

Quora-User Yann Girard rät Startups: „Sei nicht der Typ, der seinen Freunden erzählt, er hatte die Idee zu Facebook, eBay oder Airbnb eigentlich schon viel früher und könnte heute reich sein. (…) Das einzige was wirklich zählt ist, Sachen zu machen.“

Welche typischen Fehler von Gründern und Startups kennt ihr?

Diese Liste haben wir aus den Antworten zur Frage Was sind typische Fehler, die Gründer bei ihrem ersten Startup begehen? bei Quora zusammengetragen und ergänzt. Ein Blick auf die restlichen dort eingestellten Antworten ist sicher ebenso hilfreich wie unsere „10 Rezepte gegen das Startup-Scheitern“, die wir an anderer Stelle für euch zusammen getragen haben.

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10 Reaktionen
harconmediacon
harconmediacon

Ein großer Unterschied besteht zwischen Leuten, die eine Idee haben und solchen Leuten, die Unternehmer werden wollen!

Ich merke das bei meiner Arbeit mit Startups oft: Sie wollen keine Angestellten sein, aber Unternehmer sind sie auch nicht. Eine gute Idee, für die der Markt sogar reif ist, nutzt kaum etwas, wenn man dann "irgendwie" ein Startup aufbaut und der Flipper im Büro oder Liegesäcke am Boden wichtiger sind als Buchhaltung oder Personalwesen. Viele Startups geben daher die Buchhaltung komplett außer Haus und gerade das ist ein Fehler. Natürlich kann man sich helfen lassen, die grundlegenden Entscheidungen und das Wissen über die eigenen Finanzen sind jedoch essentiell.

Meines Erachtens haben sehr sehr viele Startups aber eines gemeinsam: Die Unzuverlässigkeit der Gründer.

Da werden schnell Zusagen gemacht, weil alles "cool und easy" ist und "sharing" ja "so social" ist.... Aber wenn es dann um die Einhaltung der Zusagen, um Termintreue, um verlässliche Qualität geht: Dann sind viele Gründer einfach überfordert.

Ein Weg ist, sich erfahrene Unternehmer an Bord zu holen und sich als Ideengeber weiter um die Idee selbst zu kümmern. Doch oft besteht das Unternehmen noch gar nicht, die Idee ist nur eine Idee und als Produkt oder Dienstleistung noch gar nicht vorhanden. Und der Gründer möchte für 2% der Anteile 100.000 Euro haben. Auf ein Unternehmen oder Produkt das in Wahrheit genau 0 Euro wert ist, zum jetzigen Zeitpunkt.

Mein Tipp daher: Wer rumlungern will, sich ständig in Cafés mit "coolen Leuten" unterhalten will, auf jeder Startup-Sause abhängen oder Flipper im Büro haben will, der sollte das Leben lieber als Student in einer WG genießen.

Wer jedoch bereit ist, seinen gesamten Tag dem Unternehmen zu widmen, mit persönlicher Haftung für die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen einzustehen und Verantwortung als Unternehmer für die eigenen Mitarbeiter sowie für Ansprüche von Lieferanten und Kunden zu übernehmen, der kann es versuchen.

Viel Erfolg!
Constantin

Antworten

Sidepreneur
Sidepreneur

Hallo,
das ist ein super Artikel der die meisten Fehler von Gründer wiedergibt! Sehr ausführlich, macht Spaß zu lesen.

Ich habe mich selber auch in den Fehlern 3, 5, 7 und 13 wiedererkannt.
Der wichtigste Hinweis für alle ist eigentlich, Fehler zu machen und sie dann auch zu analysieren! Es bringt nichts, die Augen vor den Fehlern zu verschließen, da man dann die gleichen Fehler wieder und wieder macht.

Ich habe meine Fehler damals mit meinem Mitgründer offen ausdiskutiert und wir haben daraus Learnings gewonnen, die uns bis heute weiterhelfen.

Dazu habe ich den Artikel http://sidepreneur.de/fehler-gruendung/ veröffentlicht, um offen mit Fehlern umzugehen und möglichst vielen zu zeigen, dass es dazu gehört und man nur daraus Lernen kann!

Das Wort "Scheitern" sollte man noch vor Beginn aus dem Wortschatz streichen und ersetzen durch "Ausprobieren und Lernen"!
VG Michael

Antworten

Rico Patzer
Rico Patzer

Es ist sicherlich hilfreich wenn man viele Dinge selbst erledigen kann. Gerade in der Anfangsphase mangelt es häufig an Budget um gewisse Tätigkeiten outsourcen zu können. Auf http://riconic.de kann man sich beispielsweise Marketing-Basics aneignen und damit aus eigener Kraft sein Business bekannter machen.
Allerdings laufen viele Gründer auch Gefahr alles selbst machen zu wollen und können sich damit nicht mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Dann leidet die Qualität aller Aktivitäten und führt zu einer Überlastung der Gründer. Es ist also nicht nur eine Frage was man tatsächlich selbst machen kann und sollte, sondern auch was die Kapazitäten zulassen. Lieber früher Aufgaben delegieren, anstatt nach einer Weile vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr zu sehen.

Antworten

Joachim Tuchel
Joachim Tuchel

Meine Rede war ja nicht, man solle alles selber machen, was man selber machen kann, nur weil man es kann. Ich schrieb, man solle Abwägen, was man selber machen kann und sollte, also durchaus überlegen, wo es Sinn macht, seine Energie zu sparen und sich externe Hilfe zu suchen.

Wichtig sind immer die eigenen Mittel und Fähigkeiten. Zu Mitteln gehört auch die Kapazität, die man einsetzen kann, um einen Task zu erfüllen.

Man muss als Gründer eben auch höllisch aufpassen, sich mit zu vielen externen Ratgebern und Helferlein nicht in eine Situation zu manövrieren, wo man vor lauter Rückfragen und Klärungstelefonaten gar nicht mehr handeln kann, und nur noch den Informationsbedürfnissen der Zuarbeiter hinterherrennt.

Im Markt der Startup und Gründerberatung hat sich inzwischen leider auch herum gesprochen, dass es viel Potential für das Verdienen von Geld mit Beratung, Hilfe und Dienstleistungen gibt. Hier werden mehr oder weniger naive Newcomer gerne mit verlockenden Angeboten bis aufs Unterhemd abgezockt.

Hier ist es eben auch wie in der Ich-mach-Dich-Reich Industrie: es gibt verdammt viele, die wissen, wie man Millionär wird und es Dir verraten möchten. Sie selbst verdienen sich komischer Weise ihre Brötchen mit wertlosen Finanztipps anstatt auf ihrer Jacht zu frühstücken. Altruismus?

Antworten

Rico Patzer
Rico Patzer

Da stimme ich dir vollkommen zu!

Immer abwägen was man selber machen kann und sollte. Möchte man bestimmte Tasks abgeben, sollte man sich genauestens überlegen an wen man die Aufgaben delegiert, um nicht plötzlich in einer von dir genannten Abzockfalle zu landen.

Denn solche Angebote gibt es leider in Hülle und Fülle.
Kein Problem, Joachim. Dabei hab ich mich auch nicht angesprochen gefühlt ;).

Joachim Tuchel
Joachim Tuchel

Rico,

Kleine Ergänzung:
mit meinem letzten Absatz habe ich nicht auf die Services Deiner Firma angespielt.
Ich kenne sie nicht und weiss gar nichts darüber und will hier auch nichts suggerieren.
Im Hinterkopf hatte ich andere Angebote, mit denen ich in Berührung war oder von denen ich gehört habe.

Philipp
Philipp

Meiner Meinung nach ein großer Fehler ist auch, alles selber zu machen bzw. machen zu wollen. Ich setze da lieber auf das Faltin-Prinzip. Besser einen Experten ins Boot holen und dem die (Teil-)Aufgabe übergeben. Natürlich ist das nicht umsonst, aber es schafft Freiräume. Zudem ist das Wissen der Gruppe/Team immer größer als das von einer einzelnen Person.

Antworten

Joachim Tuchel
Joachim Tuchel

wie ich schon schrub: man sollte genau überlegen, was man selber machen KANN und SOLLTE. Bei manchen Dingen ist ein Profi unausweichlich, bei anderen Dingen bringt es nicht viel außer Kosten. Es kommt auch immer auf Dich selbst an: KANNST Du überhaupt mit der Arbeit eines Dritten zufrieden sein, oder bastelst Du hinterher sowieso widder selbst daran herum?
Manche Themen sind einfach unausweichlich, etwa die laufende Finanzplanung. Das darf man m.E. nicht aus den Händen geben, denn so ziemlich jede unternehmerische Entscheidung hängt damit zusammen. Ein monatlicher Bericht vom StB, der schnell in der Schublade verschwindet, ist brandgefährlich -zumindest in der ersten Zeit.

Antworten

Leistung wird bezahlt
Leistung wird bezahlt

Bei Google darf man wohl einen (halben?) Tag der Woche eigene Projekte machen. Dann kann man den Rest der Zeit das befohlene Ziel verfolgen auch wenn es nicht so prickelnd ist.

Kunden muss man beobachten und zufrieden stellen. Das hatte Apple früher gut drauf. Aktuelle MiniMacs und Yosemite zeigen, das das wohl nicht mehr so wichtig ist. Bei Uber sind Kunden und Fahrer oft nicht so besonders zufrieden. Big Bonis sind scheinbar manchem Manager wohl wichtiger.

Rechtskosten unterschätzen. Diese Lieferdienst-Vermittler mussten teilweise sogar Volljuristen einstellen. Meinbus konnte wohl ein paar Jahre nicht agieren so lange noch das alte Gesetz herrschte. Uber und die vielen Rechtsstreite mit etablierten Strukturen. Veoh hat alle Prozesse gewonnen. Veoh ist inzwischen wohl insolvent... .
In USA kann man auch Geschäftsmodelle patentieren lassen. Dank TTIP welches diese Jahr kommen wird, herrscht dann Rechtsklarheit für US-Konzerne auch in Europa.

Falsches Land wählen. Ihr hattet ein Interview wo einer meinte, für ein paar 1000 $ hätten die Anwälte sein SiliconValley(Californien glaube ich) Startup in Delaware (Geringe Steuerlast) ratz fatz angemeldet. Ein Kickstarter-Projekt meinte hingegen mal es hätte voll lange und aufwendig gedauert es in Delaware anzumelden. Die hatten wohl die falschen Juristen oder wollten es selber machen.
Skype wurde wohl in Luxemburg gegründet. Die Europa-Filialen von Amazon, Paypal usw. sind wohl in Luxemburg.

Die Ideen lässt man sich oft patentieren und danach! kann man auch mit jedem drüber reden. Erinnert invers auch an den "Copyright Check" in http://t3n.de/news/oculus-vr-deutschland-607899/

Welche Berufsgruppe verdient also am risikofreiesten am meisten an Startups ? Gründer mit 0.000000000001% am Startup ? Holdingketten-Berater ? Holding-Ketten-Juristen und Notare ? Aufsichtsräte ? Kleine Programmierer die mit 30 Zwangsfreiberufler werden und mit 20-Euro-Konkurrenten in steuer-freundlicheren Ländern konkurrieren ? Praktikanten mit Diplom ? Boni-Manager ? Dementsprechend sollte man seine Studienrichtung wählen.

Wer am wenigsten leistet kriegt das meiste war früher im Adel die Lohn-Verteilung: Bauern und Tagelöhner hungerten und mussten Blumen und Flusskrebse (heute Delikatesse aber früher die Tauben der Flüsse) essen und sich nicht wie Robin Hood als Wilderer fangen und hangen lassen, und die Adeligen lebten in Saus und Braus und aßen Kuchen.
Aber heute wird natürlich echte Leistung am meisten bezahlt wie jeder aus seinem Umfeld und Q2ualitäts-Journalismus-Berichten bestätigen kann und täglich im Fernsehen sehen kann.

Antworten

Joachim Tuchel
Joachim Tuchel

Sehr schöne Zusammenstellung. Neben dem Tipp, immer ein Ohr an den Zahlen zu haben, finde ich die Sache mit der Konkurrenz besonders wichtig. Wer wie ein Kaninchen in den leuchtenden Tunnel der übermächtigen Features der Konkurrenz starrt, macht mindestens zwei große Fehler:

1. Er sitzt gelähmt da und gibt irgendwann auf
2. Man definiert sich schnell nur noch durch die Defizite des eigenen Angebots

Beides ist fatal.

Zu den Finanzen: es gibt verdammt viele Kleinigkeiten, die früh genug erkannt werden müssen. Telefonanschluß, Raummiete, Mietwagen, Personal etc. können oft nur mit Fristen gekündigt werden und erzeugen noch lange Kosten, wenn man nicht aufpasst. Deswegen: jeden Monat, besser noch öfter in die Zahlen schauen, vorausplanen und neu bewerten. Welche Kosten liegen an? Wie lange kann ich das zahlen, wenn die Umsätze so bleiben oder gar zurückgehen?

Wer hier nicht aufpasst, spielt mit dem Feuer!

Zum Abschluß noch ein Tipp, der noch fehlt: überlege Dir gut, was Du outsourcen kannst. Es wird gerne gesagt: konzentrier Dich auf Dein Business und lass möglichst viel von Profis machen. Das stimmt nicht immer und kann sehr schnell die finanziellen Mittel austrocknen.

Antworten

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