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18 Dinge, die Medienhäuser und Startups 2017 dringend ändern müssen

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Startups  – das könnt ihr tun, um etablierte Medienhäuser als Kunden (und Investoren) zu gewinnen

1. Macht es den Medienhäusern leicht, mit euch zusammen zu arbeiten.

Helft den Redaktionen dabei, ihr Mindset zu ändern und haltet die Hürden für eine Zusammenarbeit so niedrig wie möglich. Mit kostenfreien Testphasen gebt ihr Redaktionen die Chance, Fans von euren Produkten zu werden, ohne dass euch lange Entscheidungsschleifen in Häusern bremsen. Wenn ihr in dieser Testphase eng mit dem Kunden zusammenarbeitet und auf Wünsche eingeht, generiert ihr sogar noch zusätzlichen Benefit.

2. Besteht auf Feedback aus den Häusern, um euer Produkt besser zu machen.

Die Medienhäuser sollten euch Einblicke in möglichst viele Daten und Zahlen zur Performance eures Produktes geben, damit ihr so früh wie möglich lernen, anpassen und verbessern könnt. Noch besser: Vereinbarungen zu treffen, bei

3. Sprecht private Medienhäuser erst an, wenn das Produkt einsetzbar ist.

Für private Verlage und Broadcaster muss sich euer Produkt vor allem wirtschaftlich rechnen. Wenn ihr noch im Ideen-Stadium seid, verbaut ihr euch im schlechtesten Fall die Chancen auf einen Kunden. Denn der möchte euer Produkt jetzt testen und nicht drei Mal Meetings mit euch ausmachen, bevor ihr überhaupt so weit seid.

4. Oder geht zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wenn euer Produkt erst eine Idee ist.

Genauer: Zu den Labs der öffentlich-rechtlichen Sender. Fast alle Rundfunkanstalten haben mittlerweile eines oder zumindest eine Innovationsabteilung. Sie können grundsätzlich alles testen und sind ein sehr guter Einstieg in das große, unübersichtliche Haus: ihr Hauptjob ist Innovation und dafür brauchen sie ständig etwas Neues. Wenn ihr den Test bestanden habt, können sie für euch die Türen im Rest des Hauses öffnen.

5. Beginnt mit einer Medienmarke –  und skaliert mit Rahmenverträgen.

Macht euch selbst den Einstieg leicht und versucht erst einmal, euer Produkt bei einer Marke zu platzieren. Wenn die Fan von euch ist, hat das Haus oft ein Interesse daran, einen Rahmenvertrag für zum Beispiel alle Magazine des Verlags abzuschließen. Darüber könnt ihr skalieren.

6. Sucht euch einen “Champion” bei eurem Kunden, der euer Produkt intern pitcht.

Das kann der Chefredakteur sein oder auch der Abteilungsleiter. Sobald ihr einen Fan für euer Produkt habt, kann der es im Haus viel einfacher voranbringen, als wenn ihr jedes Mal an neuen Stellen versucht, zu punkten. Und bleibt hartnäckig.

7. Findet das richtige Einfallstor und passt euren Pitch an.

Zusatztipp: Mit einem Produkt, das neue Chancen in der Distribution bietet, könnt ihr den Nachrichtenredakteur vermutlich nicht überzeugen. Sucht euch daher auch inhaltlich den richtigen Ansprechpartner  –  und passt euren Pitch jedes Mal an. Den Vertrieb interessiert vor allem der Teil mit dem Geld, die Redaktion möchte vermutlich hören, wie ihr ihre Arbeit erleichtert oder was der Leser davon hat.

8. Denkt die großen Probleme des Medienhauses mit

Wie kann euer Produkt dem etablierten Haus helfen, Geld zu verdienen? Niemand hört nicht gern eine Idee dazu, wie er seinen Content im Digitalen monetarisiert. Das Medienhaus streicht gerade massiv Stellen? Dann erzählt ihm, wie euer Produkt den verbliebenen Kräften dabei hilft, produktiv zu arbeiten (und nicht zusätzlichen Aufwand bringt).

9. Hostet in Deutschland

Weder öffentlich-rechtliche noch private Medienhäuser dürfen Produkte einsetzen, deren Daten nicht auf deutschen Servern liegen. Das ist euer Riesenvorteil gegenüber internationalen Startups! Wenn ihr in Deutschland hostet und euch dann auch noch mit der Datenschutzgesetzgebung auseinandergesetzt habt und für alle Fragen in der Richtung eine Antwort parat habt, seid ihr so gut wie drin.

Fazit

Startups haben vieles davon, was Medienhäusern fehlt: Experimentierfreude, ein Denken nah an den Nutzern und das Wissen moderner, datengetriebener Entwicklung. Noch gibt es Cash-Flow in den Verlagen, der dazu genutzt werden kann, über Startup-Kooperationen Innovation in die Häuser zu bringen, die die Verlage so dringend zum Überleben brauchen.

Macht jetzt was draus  –  break down the wall!

Was noch auf dem #fpc16 geschah

Neben diesen Handlungsempfehlungen hat sich das Future Publishing Camp auch noch mit den Themen Medien und Technologie, (Bundestagswahl-)News für Social Natives, Distributed Content im Jahr 2017 und Fake-News beschäftigt. Alle Ergebnisse in der Übersicht gibt es unter diesem Link.

Unser Team-Song war übrigens Opportunities (Let’s Make Lots Of Money) von den Pet Shop Boys. Riesendank noch einmal an Stephan, Martin, Emily, Louisa, Nina, Patrick, Anton und Christopher für die großartige Diskussion!

Der Artikel wurde zuerst auf medium.com publiziert.

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