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Talentsuche: Was Startups dringend von Otto Rehhagel lernen müssen

    Talentsuche: Was Startups dringend von Otto Rehhagel lernen müssen
Otto Rehhagel weiß, dass Erfolg nicht vom Alter abhängt. (Foto: dpa)

Jung sind sie alle, in den Startups. Doch das muss nicht heißen, dass sie dadurch erfolgreicher sind. Autor Andreas Weck hält es da eher mit Erfolgstrainer Otto Rehhagel.

„Jung, international und dynamisch“ – das sind die Attribute, die Startups sich gerne auf die Fahne schreiben. Das ist hart geschliffene Startup-Kultur, wie sie nicht nur nach außen getragen, sondern auch nach innen praktiziert wird. Denn kaum ein Mitarbeiter eines aufstrebenden Internetunternehmens dürfte über 40 Jahre alt sein. Und wenn doch, dann sitzt er vermutlich auf einer C-Position oder bekleidet einen Evangelisten-Posten. Eigentlich geil, wenn sich das neue Uber für Schwangerschaftstests oder das bessere Tesla für Nasenhaarschneider so cool und frisch positioniert, oder nicht? Nein, eigentlich nicht. Denn wer sich tiefere Gedanken darüber macht, dem wird auffallen, dass es hier an jeglichem Feingefühl für Diversität fehlt.

Jung sind sie alle: Startups stellen Talente oft nach Alter ein

Allein die Verwendung des Begriffs „jung“ kann nicht nur, sondern wird auch ganz offiziell im Rahmen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) seit 2006 als Altersdiskriminierung aufgefasst. Erst kürzlich untersuchte die Meta-Jobsuchmaschine Joblift an die 56.000 Startup-Stellenausschreibungen in deren Register und bemerkte, dass allein das alterseingrenzende Adjektiv circa 12.500 Mal auftaucht. Mit welcher Rhetorik so manches Startup da nach vorne prescht, erinnert schon fast an benachteiligende Ausschreibungen der Fluggesellschaften vergangener Tage. Auch Flugbegleiter durften nicht älter als 40 Jahre und mussten sogar zwingend weiblich sein. Als ob ein 50-jähriger Steward keine Mahlzeit anreichen kann.

„Startups stellen Mitarbeiter ein wie Fluggesellschaften in längst vergangenen Tagen.“

Den Impuls der Startup-Szene könnte man, anders als bei den Fluggesellschaften, sogar zunächst noch nachvollziehen. Die Unternehmen, zumindest einige unter ihnen, möchten eingefahrene Strukturen aufbrechen und etablierte Märkte umkrempeln. Neue Ideen setzen natürlich frische Blickwinkel voraus. Wer jedoch alt und erfahren ist, so der hinlängliche Glaube in den Zukunftsschmieden, könnte mit Scheuklappen unterwegs sein. Da fährt man lieber auf Nummer sicher. Und holt sich den smarten FU-Studenten mit doppelter Staatsbürgerschaft, der fließend Deutsch, Englisch und Mandarin spricht. Wer wenn nicht er (oder sie?), kann die neue Wirtschaftsrevolution lostreten?

Setzen wir mal voraus, dass diese Betrachtung stimmen würde, was ich nicht glaube: Müssen denn wirklich alle Positionen mit diesem Typus besetzt werden? Muss beispielsweise eine Buchhalterin oder ein Personaler – also Personen, die eher verwalten anstatt gestalten –, tatsächlich „jung“, „international“ und „dynamisch“ sein? Oder „circle jerked“ man da einfach nur rum, findet sich geil und will unter sich bleiben? Diese Frage sollte sich jeder Gründer stellen, wenn er nach Talenten sucht. Startups fahren die bessere Schiene, wenn sie Menschen einstellen, die mit Leistungsbereitschaft und Energie dabei sind. Sprich mit einem Charakter, der zum Unternehmen passt. Ob derjenige seinen Führerschein gerade erst gemacht oder bereits seit 30 Jahren in der Tasche hat, ist nun wirklich scheißegal.

Oder um es mal mit den Worten des Erfolgstrainers Otto Rehhagels zu sagen: „Es gibt keine jungen und alten Spieler, es gibt nur gute und schlechte!“

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