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Startups

Warum Startups scheitern: Das sind die 20 häufigsten Gründe

    Warum Startups scheitern: Das sind die 20 häufigsten Gründe

Foto: Spring Dew / flickr / Lizenz CC BY 2.0

Auf jedes erfolgreiche Startup kommt eine wesentlich höhere Zahl an Projekten, die – meist still und heimlich – wieder in der Versenkung verschwinden. Doch auch aus ihren Geschichten kann man lernen. Der Daten-Dienst CB Insights hat analysiert, aus welchen Gründen die meisten Startups scheitern.

Liebling, wir müssen über das Scheitern reden

Die Erkenntnis, dass es gut ist, Misserfolge zu thematisieren, setzt sich in der Startup-Szene nur langsam durch: In der Regel hängen weder die Gründer selbst noch ihre Geldgeber eine gescheiterte Unternehmung an die große Glocke. Und doch wäre es vernünftig, nicht nur den Erfolgsverwöhnten nachzueifern, sondern auch die Geschichten „der anderen“ zu kennen: Um aus ihnen zu lernen.

Das finden zumindest die Analysten der auf Startups und die VC-Szene spezialisierten Datenbank CB Insights. Schon seit Januar 2014 tragen sie die Erfahrungen von gescheiterten Startups zusammen – neben Tutorspree, Readmill oder dem 2015 gescheiterten Homejoy findet sich darunter auch die Geschichte von Nikki Durkin, die mit ihrem Startup 99dresses gescheitert ist. Insgesamt hat die US-Firma mittlerweile 146 „Startup-Post-Mortems“ analysiert.

Startups: Das Ende kommt nach 20 Monaten und 1,3 Millionen US-Dollar

Durchschnittlich war für die von CB Insights untersuchten Startups 20 Monate nach der letzten Finanzierungsrunde Schluss. Der Mittelwert der in die gescheiterten Projekte investierten Gelder lag bei 1,3 Millionen US-Dollar – mehr als die Hälfte der Startups blieb aber insgesamt unter einer Million US-Dollar an Funding.

„In der Regel kommen viele Ursachen zusammen.“

Fast immer sei es eine Kumulation verschiedener Ursachen, die letztlich dazu führe, dass Gründer die Segel streichen müssen, betonen die Analysten. Dennoch habe man aus den Berichten bestimmte Probleme herauskristallisieren können, die immer wieder genannt wurden – und aus diesen ein Ranking der 20 häufigsten Gründe für das Scheitern von Startups erstellt.

Fehlende Nachfrage: Der häufigste Grund, aus dem Startups scheitern

Werden die Leute Schlange stehen, um dein Produkt zu kaufen? Oder brauchen sie es gar nicht? (Foto: Foto: David, Bergin, Emmett and Elliott, via flickr, Lizenz CC BY 2.0)
Werden die Leute Schlange stehen, um dein Produkt zu kaufen? Oder brauchen sie es gar nicht? (Foto: David, Bergin, Emmett and Elliott, via flickr, Lizenz CC BY 2.0)

„No Market Need“ – kein Bedarf für das Produkt am Markt: Das ist die häufigste Ursache für den vorzeitigen Startup-Tod. 42 Prozent der untersuchten Startups gaben an, diesen Fehler begangen zu haben: „Wir haben nicht genug Zeit damit verbracht, mit der Zielgruppe zu sprechen, und haben neue Features gebracht, die wir zwar total toll fanden, die aber nicht von unseren Kunden gewünscht wurden“, sagt etwa Jimmy Winter von VoterTide.

Michael Bohanes machte mit seinem Lebensmittel-Lieferservice Dinnr eine ganz ähnliche Erfahrung: Trotz viel versprechender Marktanalysen, eines funktionierenden Produkts und positiven Feedbacks aus dem Alphatest erhielt Dinnr am ersten Tag gerade mal drei Bestellungen. Bohanes schreibt:

„Das ist (…) der absolute Schlüssel dazu, das Scheitern von Dinnr zu verstehen: Wir haben niemandes Problem gelöst. (…) Wir haben den großen Fehler gemacht, den Leuten unsere Idee zu präsentieren und sie zu fragen, ob sie bei uns kaufen würden. Und wenn sie ja sagten, dachten wir, sie meinten ‚Launcht eure Plattform und ich bestelle bei euch.‘ In Wahrheit meinten sie: ‚Ich schließe nicht grundsätzlich aus, dass ich eines Tages (…) möglicherweise in die Versuchung kommen werde, ein Testprodukt bei euch zu bestellen.‘“

Auch Dave Sloan, der mit Treehouse Logic eine Art „SurveyMonkey für Website-Konfiguratoren“ aufbauen wollte, ist in diese Falle getappt:

„Startups scheitern, wenn sie ein Problem lösen, das es am Markt nicht gibt. Das Problem, das wir gelöst haben, war nicht groß genug, um ihm mit einer skalierbaren Lösung zu begegnen.“

Probleme im Team, zu wenig Cash: Startup-Stolperfallen Nr. 2 und 3

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Wenn das Geld ausgeht, ist Schluss. (Foto: © katarinagondova - Fotolia.com)

Ob in Verbindung mit dieser oder anderen Ursachen: An irgendeinem Punkt ging vielen der untersuchten Startups – 29 Prozent – schlicht das Geld aus. So auch Readmill, das in seinem Epilog erklärte:

„Selbst wenn alle User für die App bezahlen würden, würden die Ressourcen nicht ausreichen, um sie zu unterhalten und weiter zu entwickeln.“

An dritter Stelle der häufigsten Ursachen für das Startup-Aus steht das Team: Immerhin 23 Prozent der Startups gaben an, gravierende Probleme innerhalb des Gründerteams gehabt zu haben. Hsu Ken Ooi hat mit Decide.com eine Technologie entwickelt, die die Preisentwicklung von Consumer-Goods antizipieren kann und ist mittlerweile von E-Bay übernommen worden. Er gibt Gründern den folgenden Rat:

„Entscheide, wie du die Dinge angehen willst, und dann finde Leute, die es genauso sehen. Es ist wertvoll, verschiedene Meinungen im Team zu haben, aber in Early-Stage-Startups überwiegen die Benefits – nämlich, sich schnell bewegen zu können – eines Teams, in dem alle ähnlich denken.“

Darum scheitern Startups: Die Top-20-Gründe

Anderen Startups wie Homejoy, US-Vorbild von Helpling, Bookatiger und Co., wird einfach schlechtes Timing zum Verhängnis: Das Cleaning-Startup wurde von der Welle an schlechter Presse erfasst, die Sharing-Economy-Startups wie auch Uber rund um die Frage ereilte, ob die über die Plattform gebuchten Arbeitskräfte Angestellte oder lediglich angeheuerte Freelancer seien. Zusammen mit drohenden Klagen der Reinigungskräfte führte das dazu, dass Homejoy nicht genug Investorengelder einsammeln konnte.

Auch ein zu starker Wettbewerb, die falsche Preispolitik oder schlicht und ergreifend ein schlechtes Produkt gehören zu den Top-Gründen, warum Startups scheitern. In der folgenden Grafik findet ihr das gesamte Ranking von CB Insights.

Die Top-20-Gründe, aus denen Startups scheitern. Viele Gründer gaben mehrere Ursachen an, daher addieren sich sich die einzelnen Balken zu mehr als 100 Prozent. (Grafik: CB Insights)
Die Top-20-Gründe, aus denen Startups scheitern. Viele Gründer gaben mehrere Ursachen an, daher addieren sich sich die einzelnen Balken zu mehr als 100 Prozent. (Grafik: CB Insights)

Dieser Artikel ist ein Update eines Artikels aus dem Jahr 2014.

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7 Reaktionen
Investoren-Interessen
Investoren-Interessen

Die Startup-Kritik in
http://t3n.de/news/startup-news-35-640146/
oder
http://t3n.de/news/mobile-payment-wunder-clinkle-540140/
"Bei den Geldgebern handelt es sich um das Who’s Who der Investoren-Szene, wie zum Beispiel die Venture-Capital-Firma Andreessen Horowitz oder Salesforce-Gründer Marc Benioff. "
habe ja nicht ich geschrieben. Oder man suche "Nebenkosten" in
http://t3n.de/news/deutsche-startup-boerse-hoechste-500567/

Stattdessen muss ich dann aber gerade sowas wie
"An dieses Blockchain-Startup glauben Accenture, JPMorgan und die Deutsche Börse [Startup-News]" hier als Headline lesen. Wie überlegen die Banken-Manager waren haben wir an der Bankenkrise gesehen.
google: fonds affen gemanagete

Das Cashburnertum wird zu sehr bejubelt und die möglicherweise negativen Auswirkungen z.B. auf Fachkräfte-Verfügbarkeit und vielleicht auch auf Mieten oder Steuer-Einnahmen ignoriert.

Im Gegensatz zu vielen anderen kann ich viele Aussagen auch per Link belegen...

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Max
Max

@Investoren-Interessen: Ist es dir nicht irgendwann zu blöd immer die gleichen Kommentare mit immer dem gleichen Schwachsinn hier zu hinterlassen?

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Investoren-Interessen
Investoren-Interessen

Bei den Investoren sind die Interessen oft ja auch nicht, viele Kunden glücklich zu bedienen. Das wird hier leider gerne ignoriert.

Glaubt Ihr wirklich, bei den vielen B-Movies in welche weltweit zusammengezählt vielleicht Zilliarden jedes Jahr fliessen geht es um den nächsten Blockbuster oder um den Oscar ? Dahinter stecken oft ganz andere Interessen. Steuern sparen oft vermutlich. Ist ja auch nicht schlimm. Eine wohl recht kleine Gesetzes-Änderung führte zu guter Auslastung Deutschlands mit Spielfilm-Produktionen wie Inglorious Basterds usw. also Auslastung der Film-Studios. Nur sind Startups relevanter fürs Leben und ständiges Scheitern sinnvoller Ideen bringen das Land nicht weiter.

Leider berichten hier keine Steuerberater oder die verhältnismäßig wenigen Insolvenzverwalter über die aktuellen StartUp-Insolvenzen.

Auch wenn man bei den Unternehmensberatern keinen Job bekommen hat gründet man halt ein Startup:
http://t3n.de/news/startup-news-35-640146/ dort dann der Abschnitt " Lesetipp: Eine Startup-Typologie für das Jahr 2015 "

Schlimm finde ich auch das die Finanzämter solche Geldverschwendungen und Mietpreis-Erhöhungs-Mechanismen durch Startups in Hochpreis-Mietgebieten zulassen. Wohin fliessen die Zillionen-Investments ? Na also. Die sollen mal den volkswirtschaftlichen Vorteil vorrechnen bzw. die Finanzämter und somit Finanzminister der Bundesländer sehen das haargenau.
Und bei beendeten und liquidierten Kapitalgesellschaften gibts ja keine Geschäftsgeheimnisse mehr. Ein totes Tier kann man sezieren... Ein kaputtes Auto kann man auseinandernehmen ohne das jemand leidet. Die Aufstellung fürs Fußballspiel und die Taktik bei Formel-1 ist nach dem Rennen allgemein bekannt... Und da gehts um viel mehr Geld...

Früher gabs Lanu. Jetzt wohl leider nicht mehr so sehr. Quora zeigt auch solche Infos und das überraschend klar und deutlich. Aber auch hier gelegentlich Artikel wo die Kritiker eines kaputten Systems zitiert werden... Und hier gehts nicht um banale Kapitalismus-Kritik sondern darum das das System nicht funktioniert und seine Versprechen nicht erzielt.

Man sollte schlechte Startups frühzeitig verhindern damit die Fachkräfte stattdessen die guten Steuerzahler-Firmen in Gebieten mit fairen Lebenskosten kräftig wachsen lassen... Im Internet und dank Clouds skaliert alles dank Sprach-Zielgruppen und nicht wie früher mit hunderttausend Arbeitern in riesigen Fabrik-Komplexen oder als Autobahn-Aufbauer.

Man kann doch nicht existenzbedrohenden Fachkräftemangel beklagen und einen Satz später fordern das die guten Fachkräfte an zig neue Firmen (auch bekannt als später scheiternde Startups) abwandern und das Know-How und produzierten Apps, Websites usw nach dem Scheitern anscheinend auf ewig verschwinden und das Rad ständig neu erfunden wird... Wenn Benzinmangel herrscht fordert man ja nicht Verdoppelung der Auto-Produktion. Es sei denn Produktion von E-Autos oder Ersatz-Autos die viel weniger Benzin brauchen und 1:1 gegen (sofort live im Internet geschredderte) Spritfresser umgetauscht werden.

"Uns fehlen 50 Fachkräfte und wir können nicht wachsen. Wir unterstützen 100 neue Startups.". Voll logisch. Für die Vermieter, Notare, Berater vielleicht...
Fußballvereine sind schlau und beklagen die angebliche Konkurrenz durch reiche Vereine welche die guten Spieler aufkaufen und dann auf der Ersatzbank sitzen lassen während jeder kleine Verein - in _derselben_ Liga - jeden von der Ersatzbank sofort einstellen würde wenn er nicht von Firmen/Geldgebern bzw. vielleicht auch sogenannten "Werks-Vereinen" mehr Gehalt bekäme.

Leider fragt sowas keiner auf den Plenums-Diskussionen und leider ist es zu teuer (Software-Patente, Gebühren, Rechtskosten,...) sowas triviales wie ein Direct Feedback zu programmieren damit bei Plenums-Diskussionen, Talkshows und natürlich Aktien-Versammlungen und Fußball-PR-Konferenzen das Volk _konstruktiv_ per App am Second Screen teilnehmen kann statt wie bisher nur Twitter zu benutzen und nicht mal die Twitter-Wiederholungen der damaligen Erstausstrahlung sehen zu können wenn man die Wiederholung guckt...
Leider bietet Facebook (und auch Twitter) das nicht für die aktuelle US-Präsidentenwahl (wo man die Kommentar-Tweets der Konkurrenten lesen kann während man die Wiederholung schaut) und auch sonst leider nicht für alle PR-Konferenzen :-((( Bürgerbeteiligung ist anscheinend nicht so wichtig für eine funktionierende Demokratie oder vielleicht auch nicht für Aktien-Gesellschaften oder Fußball-Vereine. Bei Google gibts wohl regelmäßig Treffen oder wo alle teilnehmen können und die Gründer evtl oft oder immer teilnehmen glaube ich. Dann schmeckt das Essen besser, es gibt mehr Parkplätze und der Kaffee ist nicht mehr zu kalt und die Leistungs-Boni wurden wohl gegen Fest-Auszahlungen ausgetauscht...

Auch bei den kommenden Betriebs-Versammlungen in vielen Firmen bei der Rezession würde sowas gut funktionieren.

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frank
frank

Marktforschung geht auf die geäußerten Meinungen und das Umsatzpotential ein. Aber das grundsätzliche Problem ist, dass Meinung ungleich Handlung ist. Zu sagen, man kauft etwas, bedeutet nicht es dann wirklich zu kaufen. Ich würde auch einen Ferarril kaufen, aber mache ich es deswegen?
Deshalb ist Nutzerforschung deutlich besser, wie man es zB mit Lean macht. Lean ist m.E. aber bei Lifestyle-Produkten nicht machbar. Das muss dann rund sein, um begehrenswert zu werden.
Ich denke viele Gründer bedenken nicht, wie aufwändig der Vertrieb später ist bzw. haben die Skalierungsschwierigkeiten bei der Ideation noch nicht in Erwägung gezogen. Ich glaube, die kennt man auch nur mit entsprechender Berufs- und Branchenerfahrung.

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NikolaiShulgin.Bitrix24
NikolaiShulgin.Bitrix24

Ein häufig zu beobachtendes Phänomen ist, dass sich Startups zu sehr auf die eigene Außenwirkung konzentrieren, als auf ihre Zielgruppe. Coolness verdient eben kein Geld. Dazu passt auch, dass offensichtlich viele der 42% der gescheiterten Startups nicht daran gedacht haben, vernünftig und tiefgreifend Märkte/Zielgruppen zu analysieren, bevor sie ihr Produkt an den Markt bringen (oder neue Märkte schaffen). Ob ein neues Produkt tatsächlich angenommen wird, lässt sich in vielen Fällen auch ohne Millioneninvestitionen überprüfen - z.B. mit der "leanen" Methode.

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michsch
michsch

@Danny: Einige Startups wollen auch keinen bestehenden Markt bedienen, sondern einen Neuen schaffen. Da wird es schwer die Nachfrage vorherzusehen.
Zwar könnte man aufwändige Umfragen starten (aufwändig deswegen, weil man das neue Produkt zunächst umfangreich erklären muss), aber dafür fehlt gerade beim Bootstrapping oft das Geld.
Als es noch keine sozialen Netzwerke wie Facebook gab konnte man auch kaum absehen, was diese für ein enormes Potential bieten.
Gleichzeitig ist aber die Herangehensweise, sich einen neuen Markt zu schaffen, eine relativ Gute, weil man zunächst nicht mit Wettbewerb zu kämpfen hat oder gegen ein bereits etabliertes Unternehmen antreten muss. Das Risiko ist dafür schwerer vorherzusehen.
Natürlich gibt es auch Fälle, in denen man schon früh von einem Scheitern ausgehen kann.

Viel mehr irritiert mich die Aussage, dass man nach der zunächst erfolgreichen Gründung in die falsche Richtung entwickelt hat. Wenn man Features entwickelt, welche die Community nicht annimmt, dann wurde diese höchstwahrscheinlich nicht mit einbezogen. Das ist fatal und sollte nicht passieren. Wichtig ist, dass man die Community (bzw. Kunden) in gewissem Maße mit entscheiden lässt und diese nicht vor den Kopf stößt.

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Danny
Danny

Wenn gut 42% daran scheitern, dass es keine Marktnachfrage gibt, läuft doch schon bei der Planung und dem Businessplan irgendwas falsch. Hätte man im Vorfeld gut recherchiert, hätte man sicherlich frühzeitig erkannt, dass es kaum Nachfrage gibt. Dies ist aber auch ein Phänomen, welches ich bei einigen Startups persönlich mitbekomme. Und trotzdem wird dort Geld reingesteckt.

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