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Digitale Wirtschaft

Der Duracell-Hase von Microsoft: Wie Steve Ballmer eine ganze Branche prägte

    Der Duracell-Hase von Microsoft: Wie Steve Ballmer eine ganze Branche prägte

Steve Ballmer geht in den Ruhestand. (Bild: Microsoft Sweden / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Nachdem Microsoft mit Satya Nadella einen Nachfolger für Steve Ballmer gefunden hat, werfen wir einen Blick zurück. Von Ballmers Anfängen als erster Manager von Microsoft bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2014.

Steve Ballmer verlässt Microsoft nach 34 Jahren. (Bild: Rain Rannu / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)
Steve Ballmer verlässt Microsoft nach 34 Jahren. (Bild: Rain Rannu / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Rhetorisches Genie, Duracell-Hase oder der Irre von Microsoft?

Es ist offiziell: Steve Ballmer wird seinen Chefposten bei Microsoft räumen und die Zügel an seinen Nachfolger übergeben: Satya Nadella. Der scheidende Microsoft-CEO polarisiert bis heute wie kein anderer in der Tech-Welt. Der Spiegel nannte ihn ein rhetorisches Genie, für die FAZ war er der „Duracell-Hase“, an anderer Stelle sah man in ihm „den Irren von Microsoft“. Seine extravaganten Bühnenauftritte sind legendär und bilden die Grundlage einiger viraler Videos und populärer Memes.

Trotz oder vielleicht gerade wegen seiner energiegeladenen Art dürfte – neben Firmengründer Bill Gates – niemand einen so großen Einfluss auf die Entwicklung des weltgrößten Softwarekonzerns ausgeübt haben wie Ballmer. Ganze 34 Jahre seines Lebens verbrachte der heute 57-jährige bei Microsoft, einem Konzern, von dem er anlässlich des 25. Firmenjubiläums im Jahr 2000 sagte, dass er ihn liebe.

Laut Forbes hat ihm diese Liebe ein Vermögen von 18 Milliarden US-Dollar und Platz 21 auf der Liste der reichsten Amerikaner eingebracht. Es bleibt anzunehmen, dass Ballmer sich diesen Erfolg kaum hätte erträumen können, als er im Juni 1980 bei Microsoft anfing.

Steve Ballmer: „All in, baby! We are winning, winning, winning, winning.”

Schon in seiner Schulzeit fiel Ballmer durch seinen Ehrgeiz auf. Ballmer war Präsident des Politik- und des Computer-Clubs seiner Highschool, die er als Jahrgangsbester beendete. Bei seinem Studium an der renommierten Harvard-University lernte er 1974 seinen späteren Arbeitgeber – Bill Gates – kennen.

Während Gates sein Studium nach nur zwei Jahren abbrach, um gemeinsam mit Paul Allen Microsoft zu gründen, blieb Ballmer und schloss sein Studium mit einem Bachelor in angewandter Mathematik und Ökonomie ab. Nach einem zweijährigen Intermezzo beim amerikanischen Konsumgüterkonzern Procter & Gamble besuchte Ballmer einen MBA-Kurs an der Stanford-Universität.

Dem Ruf seines ehemaligen Kommilitonen folgend, brach er das Studium ab und wurde im Juni 1980 Microsofts 30. Mitarbeiter und der erste Manager des Unternehmens. Sein erster Arbeitsplatz im Unternehmen: die Couch in Bill Gates‘ Büro.

Steve Ballmer: Die Nummer 2 hinter Bill Gates

„Mein ganzes Leben drehte sich um meine Familie und um Microsoft.“

Laut der unautorisierten Biografie „Bad Boy Ballmer“ machte sich der erste richtiger Manager gleich zu beginn seiner Karriere bei Microsoft Feinde, als der den Überstundenlohn für die Mitarbeiter strich. Auch mit Bill Gates soll er sich früh angelegt haben. Der lautstarke Streit festigte letztlich aber seine Position im Unternehmen – immerhin war er der einzige, der auch Gates Paroli bot.

Nachdem Firmenmitbegründer Paul Allen den Konzern im Jahr 1983 verließ, war Ballmer die unangefochtene Nummer 2 im Unternehmen. Offiziell hatte er den entsprechenden Posten allerdings erst ab 1998 inne. Zuvor leitete Ballmer jedoch verschiedene wichtige Abteilungen – von der Betriebssystementwicklung bis zum Absatz und dem Kundenservice.

Auch seine Frau, Connie Snyder, lernte Ballmer bei Microsoft kennen. 1990 heiratete er die PR-Mitarbeiterin. Sein Trauzeuge war Bill Gates. Ballmer hat drei Kinder aus seiner Ehe. Denen hat er nach eigenen Angaben eine „Gehirnwäsche“ unterzogen, weswegen sie weder Google- noch Apple-Produkte nutzen sollen.

Steve Ballmer: Von der Nummer zwei zum absoluten Herrscher

2000 bedeutete eine Zäsur für Microsoft. Firmengründer Bill Gates verabschiedete sich aus dem Tagesgeschäft und übergab seinem treuen Wegegefährten Steve Ballmer die Führung des Unternehmens. Unter Tränen verabschiedete sich Ballmer auf einer internen Veranstaltung von seinem bisherigen Boss.

Während Gates sich seiner wohltätigen Stiftung zuwendete, arbeitete Ballmer weiter an dem Erfolg der Firma, bei der er seit 20 Jahren im Management saß. Unter seine Ägide konnte Microsoft seinen Umsatz mehr als verdreifachen und erlebte eine Verdopplung der Profite. Trotzdem hatte es der kernige Manager nicht leicht an der Börse.

Das Forbes-Magazin nannte Steve Ballmer den schlechtesten CEO eines öffentlich gehandelten Unternehmens in Amerika. Auch der Aktienkurs sank in den dreizehn Jahren seiner Führung und konnte nie wieder den Wert erreichen, den die Aktie unter der Leitung von Bill Gates hatte.

Microsofts Aktienkurs unter Steve Ballmer. (Grafik: Statista / Lizenz: CC BY-ND 3.0)
Microsofts Aktienkurs unter Steve Ballmer. (Grafik: Statista / Lizenz: CC BY-ND 3.0)

Steve Ballmers Führungsstil: Kritik am „Stack Ranking“

Auch unter Mitarbeitern war Ballmer nicht unumstritten. Unter seiner Führung wurde das sogenannte „Stack Ranking“ eingeführt. Unter diesem System müssen Manager ihre Mitarbeiter regelmäßig anhand eines Punktesystems bewerten. Das Problem: Der Prozentsatz der Mitarbeiter, die eine gute Bewertung, eine mittelmäßige und eine schlechte Bewertung bekommen, war festgeschrieben.

Egal wie gut ein Team war, eine bestimmte Anzahl von Mitarbeitern mussten zwangsläufig eine negative Bewertung bekommen, was sich auch auf Bonus-Zahlungen auswirken konnte. In einem solchen Umfeld wird Teamarbeit aber letztlich durch unnötige Konkurrenz untereinander gestört. Laut Medienberichten hatten nicht wenige Top-Mitarbeiter keine Lust, mit anderen Größen ihres Fachs in ein Team gesteckt zu werden, aus Angst ihre Bewertungen könnten darunter leiden.

Das Bewertungssystem wurde in dieser Form erst im November 2013 von Microsoft offiziell eingestellt. Ob es, wie Kurt Eichenwald von der Vanity Fair behauptet, zu einer „verlorenen Dekade“ bei Microsoft beigetragen hat, bleibt schwer einzuschätzen. Sicher ist, Ballmer hat einige wichtige Entwicklungen schlichtweg verschlafen.

Für das iPhone sah Steve Ballmer keine Chancen

„There‘s no chance that the iPhone is going to get any significant market share.“

Angesprochen auf das iPhone lachte der Microsoft-CEO nach dessen Markteinführung über das Gerät. Damals hatte man erst kurz zuvor mit dem Zune einen Konkurrenten zum iPod vorgestellt, einer Geräteklasse, die durch die weite Verbreitung von Smartphones größtenteils obsolet wurde. Microsofts eigene Bestrebungen, im Smartphone-Markt eine ernstzunehmende Rolle einzunehmen, stehen auch heute noch am Anfang.

Auch Microsofts spät gestartetes und verglichen mit Google wenig erfolgreiches Online-Engagement dürften Kritiker zu recht Ballmer anlasten. Gleiches gilt für den Umstand, dass Nutzer erst 2013 zugriff auf mobile Office-Anwendungen bekamen.

Doch auch wenn Microsoft im Bereich der Smartphones oder der Online-Suche keine nennenswerte Rolle spielen mag, Ballmer hat wie kaum ein anderer Manager Einfluss auf den Computer-Bereich gehabt. Nach 34 Jahren mit Ballmer wird Microsoft ohne ihn ein anderes Unternehmen sein. Wir jedenfalls ziehen unseren Hut – und zeigen Steve Ballmer zum Abschluss in einem seiner besten Auftritte.

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1 Reaktionen
Werner
Werner

Finde den Mann eher peinlich, ohne Stil. Die Videos erinnern mich eher an Veranstaltungen von obskuren Versicherungs Agenturen.
Kann mir nicht vorstellen das der Neue viel ändern kann.

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