Drücke die Tasten ◄ ► für weitere Artikel  

Steve Jobs’ Rücktritt schockt Apple

Steve Jobs ist mit sofortiger Wirkung als CEO von Apple zurückgetreten. Das ist ganz sicher ein herber Rückschlag für das Unternehmen aus Cupertino, galt Steve Jobs doch als der Erfolgsgarant für die Wiederauferstehung des schon am Boden liegenden Computerherstellers. Als Grund für den Rücktritt erklärte Jobs, er könne seine Pflicht und die an ihn gerichteten Erwartungen nicht mehr länger erfüllen und er ziehe sich daher in den Aufsichtsrat zurück. Die CEO-Nachfolge ist bereits geregelt.

Steve Jobs’ Rücktritt schockt Apple

Steve Jobs macht endgültig Schluss als Apple-Chef

Mit einem offenen Brief gerichtet an den Aufsichtsrat von und an die Apple Community erklärt :

I have always said if there ever came a day when I could no longer meet my duties and expectations as Apple’s CEO, I would be the first to let you know. Unfortunately, that day has come.

I hereby resign as CEO of Apple. I would like to serve, if the Board sees fit, as Chairman of the Board, director and Apple employee.

As far as my successor goes, I strongly recommend that we execute our succession plan and name Tim Cook as CEO of Apple.

I believe Apple’s brightest and most innovative days are ahead of it. And I look forward to watching and contributing to its success in a new role.

I have made some of the best friends of my life at Apple, and I thank you all for the many years of being able to work alongside you.

Steve

Steve Jobs auf der Bühne - das wird es wohl in Zukunft nicht mehr geben. (Foto: acaben / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

In einer Pressemitteilung gibt Apple bereits den Nachfolger von Steve Jobs bekannt. Wie schon während seiner gesundheitlichen Auszeiten und wie von Jobs selbst gewünscht, wird Tim Cook der neue CEO von Apple. Auch wenn die Nachfolge regelt ist und Steve Jobs als Board Member weiter an der Strategie und den Produkten von Apple mitwirken kann, gab der Aktienkurs nachbörslich um 5 Prozent nach. Und für Apple dürfte der Rücktritt ein Schock sein, denn niemand anders steht so sehr für den Erfolg von Apple wie Steve Jobs.

Natürlich wird es jetzt wieder wilde Spekulationen um den Gesundheitszustand von Steve Jobs geben. Nach einigen kranheitsbedingten Auszeiten, einer Krebserkrankung und einer Lebertransplantation sorgte er im März für eine überraschende Rückkehr, bei der er in San Francisco das iPad 2 vorstellte. Von Krankheit gezeichnet wollte er es sich scheinbar nicht nehmen lassen, die zweite Generation des Apple-Tablets selbst zu präsentieren. Bei der nächsten Produktvorstellung, die vermutlich die des iPhone 5 sein wird, soll nun also Tim Cook auf der Bühne stehen.

Steve Jobs: Ein polarisierender Perfektionist

Die Apple Community liebt ihn, andere verstehen den Rummel um seine Person nicht oder lehnen seine Methoden gänzlich ab. Unter dem Strich bleibt Steve Jobs eine polarisierende Person, die einen extremen Hang zum Perfektionismus hat. Für Apple war das bei seiner Rückkehr im Jahr 1997 genau der fehlende Punkt. Steve Jobs schaffte es bei Apple ein innovatives Team aufzubauen, dass den angeschlagenen Konzern mit Produkten wie dem iMac, dem iPod, dem iTunes Store, dem Smartphone iPhone und dem Tablet iPad von einem Übernahmekandidaten zum hochprofitablen IT-Unternehmen umwandelte.

(Foto: Abode of Chaos / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Immer wieder gab es dabei allerdings auch laute Stimmen, die die Methoden von Apple und Jobs in Frage stellten. Gerade in den letzten Wochen und Monaten gab es hinsichtlich des Streits um Patente mit zahlreichen Mitbewerbern auf dem Mobilmarkt auch wieder massive Kritik. Möglicherweise sah sich Jobs auch deshalb nicht mehr in der Lage, die Geschicke von Apple weiter zu führen.

Denn Steve Jobs polarisiert nicht nur, er ist vor allem ein Perfektionist. Wer sich einmal eine seine Keynotes angesehen hat, weiß was gemeint ist. Allein für die bessere Präsentation neuer Produkte ließ Jobs eine neue Software entwickeln, die dann den logischen Namen „Keynote“ erhielt.

Aber auch bei Kleinigkeiten ist Jobs ein Perfektionist. Eine interessante Geschichte von Googles Vic Gundotra verdeutlicht dies auf eine amüsante Art. Auf einem Sonntag Morgen im Januar 2008 bekam er einen Anruf von Steve Jobs, den er nicht gleich erkannte. Jobs bat ihn dann um einen Rückruf bei ihm Zuhause, da es sich um eine wichtige Angelegenheit handele, die keinen Zeitaufschub dulde. Bei seinem Rückruf stellte sich dann heraus, dass Jobs lediglich der Gelbton beim zweiten O des Google-Schriftzugs auf seinem iPhone nicht gefiel.

Ob Tim Cook ebenfalls ein solcher Perfektionist ist und Apple-Produkte ähnlich medienwirksam vorstellen kann, scheint unwahrscheinlich. In den nächsten Monaten wird sich jetzt zeigen, wie sehr Apple eine One-Man-Show war und ob Tim Cook in den schwarzen Rollkragen-Pulli von Steve Jobs passt.

Weiterführende Links zum Rücktritt von Steve Jobs:

121 Shares bis jetzt – Dankeschön!

Bewerten
VN:F [1.9.22_1171]
24 Antworten
  1. von Jens am 25.08.2011 (10:25Uhr)

    Wo steht denn im Brief von Steve Jobs genau, dass er dem Druck nicht länger standhalten könne?

  2. von Severin Tatarczyk via facebook am 25.08.2011 (10:26Uhr)

    Interessante Persönlichkeit: http://www.10fakten.net/2011/08/25/10-fakten-ueber-steve-jobs/

  3. von Andrew Widdel via facebook am 25.08.2011 (10:28Uhr)

    Wieso ist das ein Rückschlag? Ist er der einzige, der die in China gefertigten, mittelmäßigen iPods, iPhones und iPads zusammenschrauben kann oder wie? Und ein körperliches Wrack wie ihn zu verlieren kann doch für kein Unternehmen ein Verlust sein. Der müsste doch jederzeit krankgeschrieben sein. Ihn plagen wahrscheinlich die Standard-Volkskrankheiten die wir uns im Westen so angeeignet haben.

  4. von Falk Hedemann am 25.08.2011 (10:33Uhr)

    @Jens: Ich hab die etwas zu freie Übersetzung aus seinem Brief mal angepasst ;-)

  5. von Christian Peters via facebook am 25.08.2011 (10:35Uhr)

    Komisch, dass du mit deinem Durchblick nicht das wertvollste Unternehmen der Welt führst, Andrew.

  6. von Manfred Thull via facebook am 25.08.2011 (10:38Uhr)

    @Andrew: Körperliche Gebrechen als Kriterium für "Unfähigkeit für geistige Kapazität" und angeblicher Minderwertigkeit zu bewerten hatten schon mal die Braunen als Denkweise manifestiert und finde ich im heutigen Kontext als untragbar. Ich hoffe für Dich, dass Du nie "unzumutbar" wirst...

  7. von PANTERAMA | Die Führungskraft macht den… am 25.08.2011 (10:47Uhr)

    [...] begann mit einem Donnerschlag für die Apple-Gemeinde. Steve-Jobs hat seinen Rücktritt erklärt (Artikel bei T3N) und schockt damit die Fans des Unternehmens aus Cupertino. Aber warum ist das so? Steve Jobs steht [...]

  8. von Tilo Wedde Genannt Kassebaum via facebook am 25.08.2011 (10:53Uhr)

    Vielleicht möchte man sich einfach zur Ruhe setzen udn dan gehen, wenn es am schönsten ist. Ich denke mal nicht, dass er der einzige ist der das Unternehmen ausmacht. Das ist ein Mühlwerk aus vielen kleinen Rädern. Egal ob MS, Samsung, Google etc. sie tragen zu Innovationen die wir heute als selbstverständlich erwarten bei...Jedem das seine, aber nie dem einen das eine, nämlich uns...

  9. von Jirko Weber via facebook am 25.08.2011 (10:54Uhr)

    Reine Vermutung aber vielleicht hätte die Überschrift auch lauten können: "Die Ratten verlassen das sinkende Schiff" Keiner weiß wie es um die Firma tatsächlich gestellt ist. Die iGeräte waren sicher eine schöne Initialzündung aber das war Windows und die Teletubbies auch.

  10. von nicolascr am 25.08.2011 (11:04Uhr)

    Na endlich, wurde auch schon langsam Zeit!!!

  11. von Farid Kalirad via facebook am 25.08.2011 (11:05Uhr)

    @Jirko: Ist das wirklich Dein Ernst ???

  12. von Daniel Web via facebook am 25.08.2011 (11:13Uhr)

    Ich denke, dass der Gesundheitszustand von Steve Jobs übler ist als berichtet. Die Letalität bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist recht hoch, ebenso die Rückfallquote. Die Verlagsbranche ist mit den überzogenen Vorstellungen von Apple in Sachen iPad auch nicht warm geworden und der Kampf gegen Konkurrenten wie Samsung wird seit geraumer Zeit nur noch mit juristischen Winkelzügen geschlagen wegen hirnrissiger Pseudo-Patente auf runde Ecken und dergleichen. Zahlreiche Fachjournalisten und auch Analysten konstatieren ja, dass Android sich gegenüber iOS durchsetzen wird, u.a. weil es wegen seiner Offenheit das agilere System ist. Und das ist durchaus auch meine Meinung.

  13. von Daniel Wittberger via facebook am 25.08.2011 (11:13Uhr)

    Steve jobs hat sich seinen Rückzug bzw. seinen "Ruhestand" verdient. Er hat in seinem Leben trotz seiner schweren Erkrankung viel geleistet was manch gesunder Mensch nie geschafft hätte.

  14. von Ivan am 25.08.2011 (11:31Uhr)

    @Tilo, das verkennt aber das Besondere an Apple. Im Gegensatz zu anderen Firmen, wo jede Idee erstmal durch die gesamte Hierarchie klettern muss, in endlosen Meetings zerredet, von allen möglichen Bedenkenträgern verwässert und dann bis zur Unkenntlichkeit zerbröselt wird, bevor es im Vorstand ankommt, zählt bei Apple nur Steves Wort. Er sagt, wos langgeht und ob etwas schon reif für den Markt ist. Siehe das weiße iPhone4. Bevor sie ein mangelhaftes Produkt auf den Markt schmeißen, halten sie es lieber zurück, obwohl die Konsumenten danach verlangen. Welcher CEO hätte das in anderen Firmen solange ausgehalten?!
    Sicher, das hat diktatorische Züge, aber der Erfolg gibt ihm Recht.

  15. von Florian Zeiter via facebook am 25.08.2011 (13:05Uhr)

    Eine Ära geht zu Ende.

  16. von Uwe Niesig via facebook am 25.08.2011 (16:29Uhr)

    Stuhl, jetzt bekommen wieder die Fastfood fressenden, häßlichen, übergewichtigen, fetthaarigen Grottenolme, mit ihrer pottunästhetischen Minoritäten, billig-plastic Rechenmaschinenphilosopie alla Billy-Pommes-Tor unerwarteten Aufwind, die armen Micro-P's................ Kauft Euch 'ne Pumpe!

  17. von LeckerCookies am 25.08.2011 (21:40Uhr)

    Lasst den Mann doch mal in Ruhe. Ich bin kein Apple Nutzer aber was sollen diese negativen Bemerkungen. Es ist auch ziemlich egal ob er wegen seiner Krankheit geht oder aus weil er nicht mehr möchte.

    Also wenn ich so reich wie Steve Jobs wäre und so eine lange Unternehmer Karriere hinter mir habe würde ich mir auch überlegen ob ich mal langsam mich zurückziehen sollte um weniger Arbeit/Druck und mehr Freizeit/Entspannung zu haben.

    Steve ist 56 Jahre alt oder so. Warum nicht, mit dem Reichtum kann man eben auch etwas früher in Rente gehen.


    Ich könnte mir aber vorstellen das manche sich langsam echt alt vorkommen :D Bill Gates ist schon etwas länger weg und nun geht auch Steve Jobs. Die Legenden der ersten richtigen Personal Computer die damit ein neues Zeitalter der Technisierung einläuteten gehen nach und nach in den Ruhestand, haben sie sich auch verdient.

  18. von Torsten Deppe via facebook am 26.08.2011 (00:36Uhr)

    Oh Herr im Himmel ... Herr Niesig ich hoffe ihr Text war pure Ironie?!? Immer dieses dämliche Bashing wenn es ums Thema Apple geht ... (@ all)

  19. von Jens am 26.08.2011 (10:04Uhr)

    @Falk Hedemann
    'angepasst' bedeutet, statt einer Richtigstellung haben Sie Ihren Artikel überarbeitet.

    Wenn ich an der Stelle mal eine Empfehlung aussprechen darf: Die gesamte Redaktion könnte sich deutlich niveauvoller zeigen.

    Wir lachen uns beim Namen "t3n.de" hier inzwischen einen ab - "sag doch gleich IT-Bild, statt t3n" ist das geflügelte Wort dazu. Es wird immer reißerisch statt souverän geschrieben - dabei sind die Themen und die Geschwindigkeit ja durchaus beachtlich und gut.

    Könnten Sie in einer Redaktionssitzung mal vorbringen. Ich würde gerne weiterhin Leser bleiben.

  20. von Burkhardt am 26.08.2011 (10:19Uhr)

    @Andrew: Schon mal was von Respekt gehört, Achtung vor den Menschen? Wohl nicht.
    Ich mag die betriebene Politik von Apple/Jobs wirklich nicht. Aber du bist einfach nur zynisch und destruktiv. Setzen und 6!

  21. von staubsauger ohne Beutel test am 31.08.2011 (10:09Uhr)

    Schon irgendwie schade. Bin gespannt wie es mit Apple weitergeht. Steve Jobs finde ich war schon eine Art Zugpferd für die Firma und der Personenkult ist zum Teil ziemlich heftig...

  22. von Thank You Steve: Reaktionen auf den Tod… am 06.10.2011 (11:41Uhr)

    [...] von Steve Jobs ist eigentlich schon im August alles geschrieben worden. Vor genau sechs Wochen schockte Steve Jobs’ Rücktritt noch die Apple-Welt. Schon da hatte man in den zahlreichen Berichten den Eindruck, es ginge um einen Nachruf. Dabei gab [...]

  23. von Was die Geschichte von Thomas Edison üb… am 06.10.2011 (22:35Uhr)

    [...] Jobs ist gestorben. Der Mann, der die IT-Welt veränderte wie kaum jemand zuvor. Schon bei seinem Rücktritt im August fragten sich nicht nur Apple-Fans, wie es mit Apple ohne Jobs weitergeht. 1985 musste er [...]

  24. von Was die Geschichte von Thomas Edison üb… am 06.10.2011 (22:43Uhr)

    [...] Jobs ist gestorben. Der Mann, der die IT-Welt veränderte wie kaum jemand zuvor. Schon bei seinem Rücktritt im August fragten sich nicht nur Apple-Fans, wie es mit Apple ohne Jobs weitergeht. 1985 musste er [...]

Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Steve Jobs
Steve Jobs bekommt seine eigene Briefmarke
Steve Jobs bekommt seine eigene Briefmarke

Die US-amerikanische Post plant eine Steve-Jobs-Briefmarke. Das geht aus einem Dokument hervor, das der Washington Post vorliegt: Es zeigt die streng geheimen Briefmarken-Designpläne der Behörde... » weiterlesen

Haunted Empire: Apple im eisernen Griff von Tim Cook
Haunted Empire: Apple im eisernen Griff von Tim Cook

Vor drei Jahren starb Steve Jobs, aber wie steht es eigentlich jetzt um Apple? Die ehemalige Technikjournalistin Yukari Iwatani Kane hat ihre Beobachtungen in einem Buch zusammengefasst. » weiterlesen

Apple-Mitgründer Steve Wozniak: „Edward Snowden ist ein Held!“ [CeBIT 2014]
Apple-Mitgründer Steve Wozniak: „Edward Snowden ist ein Held!“ [CeBIT 2014]

Das Highlight des CeBIT-Konferenzprogramms: Apple-Mitbegründer Steve Wozniak. Rund eine Stunde beantworte er die Fragen von Moderator Brent Goff zu Apple, der NSA – und zu allerlei Privatem. » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n 35 jetzt kostenfrei probelesen! Alle Inhalte des t3n Magazins Diesen Hinweis verbergen