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Store2be: Die A/B-Tester des Offlinehandels

(Foto: Store2be)

Die Idee der Pop-up-Stores gibt es schon seit Jahren. Das Startup Store2be will die temporären Aktionen nun messbar machen – mit Hilfe von Performance-Marketing.

Eine Aktion von Store2be in Hamburg: Das Startup Pets Deli stellt in St. Pauli seine Produkte vor. (Foto: Store2be)
Eine Aktion von Store2be in Hamburg: Das Startup Pets Deli stellt in St. Pauli seine Produkte vor. (Foto: Store2be)

Store2be: Pop-up-Stores mit messbarer Kundenzahl

Ob Amazon oder Zalando, Mister Spex oder Home24: Onlinehändler haben das analoge Geschäft für sich entdeckt. Statt nur auf die eigene Website zu setzen, entwickeln sie immer häufiger auch Konzepte für den stationären Handel. So eröffnete Amazon einen Buchladen in Seattle, Zalando und Home24 Outlet-Stores in Berlin und Mister Spex eine erste Filiale in einem Einkaufszentrum. Doch was, wenn ein Unternehmen nicht permanent offline gehen, sondern den Einzelhandel erst einmal ausprobieren will?

Genau bei dieser Frage setzt das Startup Store2be an. Das 2015 gegründete Unternehmen versteht sich als Schnittstelle zwischen klassischem Einzelhandel und Onlineplattformen: Es bietet Ladenlokale für Pop-up-Aktionen an. Das Konzept unterscheidet sich insofern von anderen Pop-up-Stores, als dass die Geschäfte nicht irgendwo abseits in leeren Räumen liegen, sondern in guter Lage oder in Geschäften mit vielen Besuchern. Das Startup bezeichnet letzteres als Store-in-Store-Lösung, eine Pop-up-Aktion inmitten eines anderen Geschäfts. Seine Kernkompetenz sieht Store2be aber in seiner Datenanalyse: Das Startup misst, wie erfolgreich die Aktionen sind.

„Wir bieten einen A/B-Test für Onlinehändler.“

„Auf unserer Website können Unternehmen ihre Zielgruppe spezifieren. Wir schlagen dann die passende Fläche vor, auf der ein Unternehmen diese Zielgruppe erreicht“, sagt Marlon Braumann, der das Startup gemeinsam mit Sven Wissebach, Emil Kabisch und Peter Gundel aufgebaut hat. Für die Firmen, die die Fläche buchen, soll es eine Möglichkeit sein, mit den Kunden in direkten Kontakt zu kommen und Werbung für das eigene Produkt zu machen. Interessant soll das sowohl für Unternehmen sein, die ihr Geschäftsmodell erst einmal erklären müssen, als auch für jene, deren Produkt viel mit Geschmack zusammenhängt, die beispielsweise einen speziellen Kaffee oder Gin online verkaufen. Gleichzeitig können Unternehmen auch testen, wie gut eine analoge Präsenz funktioniert: „Wir bieten gewissermaßen einen A/B-Offline-Test für Onlinehändler“, sagt Braumann. Es gehe sogar noch über den gewöhnlichen A/B-Test hinaus, weil der Onliner in den direkten Kontakt mit dem Kunden komme und Feedback erhalte.

Um herauszufinden, wie viele Kunden tatsächlich vorbeigekommen sind, leistet Store2be auch Performance-Tracking. „Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit, ‚Live Kommunikation‘ zu messen und konkrete Key Perfomance Indicators zu generieren“, sagt Braumann. Dadurch würden stationäre Promotions vergleichbar und könnten optimiert werden. Was erst einmal kompliziert klingt, lässt sich an einem Beispiel erklären: Das Startup misst unter anderem die Wlan-Signale der vorbeikommenden Smartphones. So lässt sich feststellen, wie viele Personen auf vier Meter herankommen, also tatsächlich Interesse bekunden. Gleichzeitig kontrolliert Store2be damit auch, wie viele Menschen 20 Meter entfernt sind, also wie viele Leute überhaupt an der Aktion vorbei gehen.

Damit will das Startup etwas kompensieren, das vielen Onlinehändlern offline fehlt: Analysemöglichkeiten. Bei der Gründung stellten Braumann und seine Mitgründer fest: Viele zeigten Interesse an einer temporären Offline-Präsenz, sobald auch Performance-Marketing und Markenbildung eine Rolle spielen. So kamen sie auf die Idee, zusätzlich zu den Flächen auch ein Marketingtool anzubieten.

Die Männer hinter Store2be (von links nach rechts): Peter Gundel, Marlon Braumann, Emil Kabisch und Sven Wissebach. (Foto: Store2be)
Die Männer hinter Store2be (von links nach rechts): Peter Gundel, Marlon Braumann, Emil Kabisch und Sven Wissebach. (Foto: Store2be)

Store2be sieht sich aber nicht nur als Partner der Online-, sondern auch der Einzelhändler: Die Aktionen sollen den Inhabern zusätzliche Einnahmen, Abwechslung und eine neue Kundengruppe bescheren. Die Pop-up-Stores in bestehenden Stores sollen also auch ihnen einen Mehrwert bieten. Die stationären Geschäfte würden nicht aussterben, sagt Braumann, aber sie müssten sich weiterentwickeln. Interesse kommt bisher vor allem von Fitnessstudios, Flughäfen und Shoppingcentern.

Den Preis für die Aktionen zahlen die Pop-up-Mieter. Store2be veranschlagt eine Gebühr ab 200 Euro pro Fläche, diese Summe erhalten die Einzelhändler komplett. Hinzu kommt eine Servicegebühr von 15 bis 30 Prozent, die an Store2be geht. Zudem können die Mieter auch zusätzliche Leistungen wie Standbau, Logistik und Personal hinzubuchen. Bisher scheint das Konzept aufzugehen: „Unsere Nachfrage nach Flächen ist größer als unser Angebot“, sagt Braumann. Insgesamt zählt das Startup mittlerweile 1000 Promotionsflächen auf seiner Website und hat 50 Aktionen umgesetzt.

Auf dem Markt der Pop-up-Stores bewegt sich Store2be allerdings nicht allein. Schon seit den 1990er Jahren haben Agenturen das Geschäftsmodell für sich entdeckt, auch andere Startups wie Brick Spaces, Go Popup oder Bemates wildern in dem Bereich. Braumann sieht sie trotzdem nicht als direkte Konkurrenz. „Wir verstehen uns eher als zusätzlicher Marketingkanal“, sagt er.

Mit seiner Idee hat Store2be nun auch Investoren überzeugt. Nachdem sich das Startup bisher durch Bootstrapping und das Exist-Stipendium finanziert hat, gab es am Donnerstag eine hohe sechsstellige Finanzierungsrunde bekannt. Die Investoren: der Frühphaseninvestor Project A, der Rocket-Internet-Fonds Global Founders Capital und Perikles Ventures. Mit dem Geld will Store2be nun sein Angebot weiter ausbauen.

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