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Du hast freien Festplatten-Speicher? So verdienst du Geld damit

Du hast freien Festplatten-Speicher? So verdienst du Geld damit

Das US-Startup Storj verspricht einen todsicheren Cloudspeicher, mit dem Nutzer sogar Geld verdienen können. Was hinter dem Konzept steckt und ob man damit reich wird, erfahrt ihr im Artikel.

Du hast freien Festplatten-Speicher? So verdienst du Geld damit

(Grafik: Storj)

Manchmal haben Netzkonzerne einfach zu viel Macht. Im Bruchteil einer Sekunde können sie ihren Nutzern das Licht ausknipsen. So etwa im Dezember 2010, als PayPal unter dem politischen Druck der WikiLeaks-Affäre kurzerhand die Geldkonten des Whistleblower-Portals einfror und Spenden damit de facto unmöglich machte. Nicht auszudenken, was los wäre, sollten eines Tages auch beliebte Cloud-Anbieter wie Dropbox oder Google zu ähnlichen Mitteln greifen.

Bei Storj wird die Cloud von der Community regiert

Das US-Startup Storj bietet einen dezentralisierten Cloudspeicher auf Basis der Blockchain-Technologie. (Grafik: Storj)
Das US-Startup Storj bietet einen dezentralisierten Cloudspeicher auf Basis der Blockchain-Technologie. (Grafik: Storj)

Zum Glück aber brauchen Nutzer ein solches Szenario in Zukunft wohl gar nicht erst fürchten. Vorausgesetzt, sie nutzen Storj, einen Dienst, der aktuell auf dem Pioneers Festival in Wien für Aufsehen sorgt. Das gleichnamige US-Startup verspricht den weltweit ersten dezentralisierten, Ende-zu-Ende-verschlüsselten Cloudspeicher basierend auf der von Experten schon als revolutionär angepriesenen Blockchain-Technologie.

Übersetzt: Die Daten liegen nicht länger zentralisiert in den Händen einzelner Netzkonzerne, sondern werden auf beliebig viele Computer einer – idealerweise global aktiven – Community verteilt. Das nämlich ist der Trick an der Blockchain: Durch eine Aneinanderreihung von Transaktionen zweier Teilnehmer entsteht ein dezentrales Netzwerk bestehend aus beliebig vielen Peer-to-Peer-Verbindungen, bei dem alle Beteiligten trotzdem eindeutig zugeordnet werden können.

Festplatte vermieten, Geld verdienen

Das dadurch entstehende „Storj-Netzwerk“ offeriert seinen Teilnehmern einen beachtlichen Mehrwert: Zum einen lassen sich eigene Daten über die App des vergleichsweise sicher in der Cloud ablegen, zum anderen kann der ungenutzte Festplatten-Speicher auf dem Computer virtuell und im Tausch gegen Bitcoin-ähnliche „Storj-Coins“ an Mitglieder der Community vermietet werden.

„Ab 10 Euro monatlich für 1.000 Gigabyte.“

Dafür muss lediglich die für OS X, Linux und Windows erhältliche DriveShare-App installiert werden. Nachdem man festgelegt hat, wie viel Speicher der eigenen Festplatte für Nutzer im Storj-Netzwerk freigegeben werden soll, fungiert man quasi als privater Cloud-Anbieter. Welche Daten man dann übrigens auf seiner Festplatte hostet, erfährt man laut Storj übrigens nicht. Dateien werden noch vor dem Upload auf dem Computer des Mieters verschlüsselt. Zugriff hat nur Besitzer mithilfe eines privaten Schlüssels.

Als Währung kommen Storjcoins (SJCX) zum Einsatz, die Mitglieder über Marktplätze wie etwa Poloniex oder Counterwallet erwerben können. Wer beispielsweise 1.000 Gigabyte vermietet, kann nach aktuellem Kurs rund 10 Euro im Monat verdienen. Der finanzielle Ertrag steigt dabei proportional zur Menge des Speicherplatzes, den man bereit ist, der Community zur Verfügung zu stellen.

Wer mit Storj reich werden will, braucht schnelles Internet und zusätzliche Hardware

Zu großem Reichtum dürften Nutzer von Storj – das sich derzeit noch in einer geschlossenen Testphase befindet – so ohne weiteres aber nicht kommen. Weil nicht nur virtuell die Festplatte, sondern auch die für den Datentransfer notwendige Internetverbindung mit der Community geteilt wird, ist eine ausreichend große Bandbreite in jedem Fall von Vorteil. Zwar lässt sich diese individuell drosseln, allerdings sinkt so logischerweise auch die Attraktivität gegenüber mietwilligen Community-Mitgliedern. Zudem funktioniert das Geld verdienen natürlich nur, wenn man selbst online ist. Abhilfe schafft hier, so erklärt Storj, ein NAS, mit dem der Betrieb beispielsweise auch nachts aufrecht erhalten werden kann. Das allerdings kostet noch einmal bis zu mehreren Hundert Euro.

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6 Antworten
  1. von Elias am 29.05.2015 (08:32 Uhr)

    Da gab es mal eine Firma welche ein ähnliches Konzept hatte, wie hieß die noch mal?

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  2. von gintonic am 29.05.2015 (12:15 Uhr)

    Gab's schon vorher. Nannte sich wuala http://de.m.wikipedia.org/wiki/Wuala . Das p2p ist eingestampft worden als es verkauft wurde. Konnte die irma wohl kein Geld mit verdienen.

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  3. von nas_netzwerk am 29.05.2015 (12:51 Uhr)

    Praktisch. Und wenn man den Platz eh hat? Mal sehen, was das wird (Blockchain-Themen werden ja gern etwas gehypt).

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  4. von Gute Idee am 29.05.2015 (22:13 Uhr)

    Wenn die Daten signiert sind, könnten also P2P (mit oder ohne Blockchain) legal und sicher aktuelle Serien, Filme, VOD usw. transferieren und speichern:
    Google-Maps soll bald auch offline gehen können. Youtube ist in Südkorea wohl auch offlline auf den beliebten Phabletts möglich um Serien gucken zu können.

    Mal sehen ob Akamai auch entsprechendes einrichtet. Ein Großteil der Apps auf iOS und Android haben ja die meisten Leute (Skype, Sparkasse, Whatsapp, Chrome, ...) so das sich sowas lohnen würde.

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  5. von Patrick am 02.06.2015 (09:23 Uhr)

    Lohnt sich nicht, zumindest nicht für Otto-Normalverdiener. Habe das mal durchgerechnet auf 1 Jahr hoch. Man würde wenn man 6 Terabyte-Platten zur Verfügung stellt. 720 € im Jahr verdienen. Für Rechner, Stromkosten und KabelBW-Anschluss von 50Mbit (damit die Nutzer auch schnellen Zugriff haben) würden knapp 1200€ anfallen. Dies würde sich erst lohnen wenn man dies 2 - 3 Jahre laufen lässt...

    Aber der Gedanke ist gut.

    Gruß

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