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Digitales Storytelling: 5 Tools, die deine Geschichte unterstützen

Digitales Storytelling: 5 Tools, die deine Geschichte unterstützen

Digitales ist ein besonderer Fall kreativer Prozesse, schreibt Autor Julian Grandke. Und stellt fünf Tools vor, die auch technisch unterstützen.

Digitale Tools können uns das Leben in fast jedem Bereich erleichtern. Zumindest dann, wenn sie soweit durchdacht wurden, dass der Anwender die wichtigsten Einstellungen seinen Bedürfnissen anpassen kann. Diese digitale Unterstützung findet man auch im Bereich kreativer Prozesse. Das Problem liegt hier allerdings darin, dass eine Masse an teils halbfertigen oder nicht zu Ende gedachten Tools den Markt überschwemmt. Viele Tools wurden nicht weiterentwickelt, weil sie für eine Nische kreiert wurden und nicht schnell genug die erhoffte Popularität erreichten. Andere Tools leiden unter dem generell weit verbreiteten Problem, es allen Recht machen zu wollen. Storytelling ist ein besonderer Fall kreativer Prozesse, der sich noch stärker auf die Freiheit der kreativen Entfaltung bezieht.

Storytelling-Tools: Die Unterstützung der individuellen Vorstellungskraft

Digitales Storytelling lebt neben den Tools sehr viel von individueller Interpretation und Vorstellungskraft. Geschichten müssen sich entwickeln können. Ein Rahmen ist okay, Grenzen müssen dagegen zu sprengen sein. Wenn ein Tool das nicht zulässt, wird es langfristig scheitern. Es haben sich mit der Zeit eine Reihe von Tools herauskristallisiert, die dem Anwender jeweils einen individuellen Mehrwert bieten. Fünf dieser Helferlein haben wir für euch aufgelistet.

1. projeqt

Projeqt gewann bei der SXSW 2012 den Preis der Kategorie „Educational Resources“. (Screenshot: Projeqt)
Projeqt gewann bei der SXSW 2012 den Preis der Kategorie „Educational Resources“. (Screenshot: Projeqt)

Projeqt ist eine Lösung für alle, die die Interaktivität bei Slideshare vermissen, denen aber bei Prezi schwindelig wird. Das Startup aus New York gewann bei der SXSW 2012 den Preis in der Kategorie „Educational Resources“, ist jedoch auch in vielen anderen Bereichen einsetzbar. Als zentrales Feature bietet projeqt die Integration von Echtzeit-Informationen aus dem Web an. Das geht über die Einbindung von RSS-Feeds, Twitter-Feeds und einer aktuellen Like-Box von Facebook bis zu Videos von verschiedenen Video-Plattformen wie Vimeo oder YouTube. Die Idee eine Präsentation mit Echtzeit-Informationen anzureichern, ist ein spannender, aber gewagter Schritt. Größter Nachteil ist vor allem der zwingende Bedarf an einer Internetverbindung. Auch die Unberechenbarkeit von Live-Informationen könnte zum Problem werden. Daher werden viele Anwender projeqt wohl eher als Dokumentationstool von Projekten und zum Crowdsourcing von Echtzeit-Informationen bestimmter Themen anwenden. Natürlich ist es möglich sich bei allen Informationen auf die eigenen Kanäle zu beschränken. Die Spannung liegt hier vor allem aber in der Kollaboration. Diese kann zu kreativen Momenten führen und darüber hinaus durch die Integration verschiedener externer Dienste auch außerhalb von projeqt stattfinden. Insgesamt wirkt das Tool etwas sperrig und gewöhnungsbedürftig. Die Stärke in der Aufbereitung digitaler Inhalte, macht es aber zu einem spannenden Werkzeug. Dies gilt insbesondere für das Storytelling in Echtzeit bei Events sowie deren Nachbetrachtung. Auch für die Aufbereitung von Kampagnen bietet projeqt einen klaren Mehrwert. Sowohl in der internen wie externen Verwendung kann man so eine beliebige Menge an Informationen greifbarer machen. Es sind schon einige Dienste vorhanden, die in projeqt einzubinden sind. Für einen vielfältigen und flexiblen Einsatz bedarf es mittelfristig aber noch deutlich mehr.

2. Storify

Von der Usability positioniert sich das Storytelling-Tool Storify irgendwo zwischen Tumblr und WordPress. (Screenshot: Storify)
Von der Usability positioniert sich das Storytelling-Tool Storify irgendwo zwischen Tumblr und WordPress. (Screenshot: Storify)

Storify ist ein Tool, das in der Vergangenheit insbesondere bei der Dokumentation von Events und seiner digitalen Begleitung auf sich aufmerksam gemacht hat. Ein großes Plus ist die einfache Handhabung. Mittlerweile hat Storify den Mehrwert einer Blogging-Plattform für Echtzeit-Storys. Dabei lassen sich eine Reihe sozialer Medien sehr einfach in den Fließtext einbinden und daraus relativ simpel eine Geschichte aufbauen. So wird deutlich höhere Relevanz erzeugt als es jeder Hashtag-Feed auf Twitter und Co könnte. Von der Usability positioniert sich Storify irgendwo zwischen Tumblr und Wordpress. Da immer mehr Soziale Netzwerke das Einbetten ihrer Inhalte anbieten, ist es allerdings fraglich, ob Blogger die richtige Zielgruppe sind: Journalisten, Verlage und Marken finden hier schon eher einen deutlichen Mehrwert. Spannend ist dabei auch der Fakt, dass Storify kürzlich von livefyre akquiriert wurde. Das Unternehmen aus San Francisco, das ursprünglich als Comments-Plugin und Konkurrent zu Disqus startete, ist längst im Bereich der Echtzeitkommunikation und Social Curation angekommen. Gemeinsam soll es Marken erleichtern, Storytelling um deren digitalen Content aufzubauen. Livefyre CEO Jordan Kretchmer möchte mit seinem Unternehmen ein Social-Control-Center für Marken aufbauen, welches alle Konversationen im Social Web von und über die Marke abbildet. Welche Rolle Storify dabei genau spielt und welche Zukunft das für den Dienst bedeutet, ist noch unklar. Es wurde aber bekannt gegeben, dass Storify vorerst als eigenständiger Service bestehen bleibt.

3. keeeb

Das Hamburger Startup keeeb  ist mit der Mission an den Start gegangen Social Bookmarking intelligenter und relevanter zu gestalten. (Screenshot: Keeeb)
Das Hamburger Startup keeeb ist mit der Mission an den Start gegangen Social Bookmarking intelligenter und relevanter zu gestalten. (Screenshot: Keeeb)

Das Hamburger Startup keeeb ist mit der Mission an den Start gegangen Social Bookmarking intelligenter und relevanter zu gestalten. Das geschieht insbesondere dadurch, dass man mit keeeb nicht ganze Seiten abspeichert, sondern nur explizit ausgewählte Inhalte, wie zum Beispiel das Titelbild, eine Überschrift oder einen bestimmten Textabschnitt. Das Spannende daran ist, dass Nutzer nicht nur alleine, sondern auch im Team an einer Themenseite arbeiten können. So entsteht schnell eine aus vielen Quellen und mit verschiedenen Blickwinkeln entwickelte Story, die für sich stehen kann, aber auch Grundlage für Blogposts, Präsentationen oder allgemeine Recherche sein kann. Auch für Portfolios oder persönliche Lebensläufe lassen sich interessante Storys abbilden und hierfür relevante Spuren aus dem Netz zusammenfügen.

4. dipity

Dipity-Nutzer können einfach digitale Timelines erstellen. (Screenshot: Dipity
Dipity-Nutzer können einfach digitale Timelines erstellen. (Screenshot: Dipity)

Dipity ist das einfachste Tool in dieser Reihe: Es beschränkt sich auf ein paar wenige Anwendungsmöglichkeiten. Anstatt Inhalte in Slides, Boards, Bookmarks oder ähnlichem einzuordnen, kann der Nutzer mit dipity, sehr einfach digitale Timelines erstellen. Die zeitliche Einordnung thematischer Sachverhalte ist durchaus unterhaltsamer, als sie im ersten Moment klingen mag. Als Beispiel wird man auf der Startseite von dipity zum Beispiel mit einer Zeitleiste der verschiedenen, bekannteren Internet-Memes der vergangenen Jahre begrüßt. In eine Timeline lassen sich Videos, Audios, Bilder, Text, Locations, Social Media und Links unterbringen. Das zeigt dann auch schnell den Mehrwert zu anderen Timelines und sorgt für ein dynamischeres digitales Storytelling. Für einen kleinen monatlichen Beitrag bietet dipity auch eine Premium-Version an, die weitere Individualisierungsoptionen beinhaltet. Diese dürfte insbesondere für Marken und Organisationen von Interesse sein, die damit das eigene Branding integrieren oder Statistiken abrufen können.

5. learni.st

Mit learni.st  gibt es zumindest eine Plattform die dem Pinterest-Geist folgt und diesen für eine große Nische weiterdenkt. (Screenshot: Learni.st)
Mit learni.st gibt es zumindest eine Plattform die dem Pinterest-Geist folgt und diesen für eine große Nische weiterdenkt. (Screenshot: Learni.st)

Die Anzahl der Pinterest-Klone ist groß. Mit learni.st gibt es zumindest eine Plattform die dem Pinterest-Geist folgt und diesen für eine große Nische weiterdenkt. Learni.st ist vollständig auf den Bildungsbereich ausgelegt. Dazu gehört nicht nur die Schul- oder Hochschulbildung, sondern auch das lebenslange Lernen der Erwachsenen, wodurch sich die Zielgruppe exponentiell erweitert. Was bei Pinterest die Pinboards sind, das sind bei learni.st die Learnboards bestehend aus einer oder mehreren Lerneinheiten. Inhalte werden auch bei learni.st insbesondere aus dem Web aggregiert. Es ist möglich Bilder und Videos in Learnboards einzuordnen. Der Nutzer kann aber auch eigene Bilder hochladen. Einzelne Boards und Lerneinheiten lassen sich in verschiedene Soziale Netzwerke teilen, darunter auch Pinterest. Bei learni.st tritt der Beschreibungstext einer Lerneinheit im Vergleich zu Pinterest mehr in den Vordergrund. Sie ordnen die geteilten Inhalte in ihren Kontext ein. Die Kommentarfunktion sowie die Möglichkeit zur Kollaboration machen learni.st zu einem universellen Social-Learning-Tool, das im Zeitalter der Digitalisierung von Lerninhalten und Lernprozessen seinen Platz finden wird. Inhaltlich, so schreibt ein Lehrer, reichen die Themen von Malcom X bis Martha Stewart. Und gerade diese Vielfalt könnte den gemeinsamen Lernprozess hier so spannend gestalten.

Fazit

Wenn Storytelling digital wird, geht es nicht darum analoge Inhalte und Tools eins-zu-eins ersetzen zu können. Vielmehr gibt es mittlerweile eine Reihe an Tools, die ihren Fokus verstärkt auf Interaktivität, Echtzeitinformationen, audio-visuelle Medien und vor allem barrierefreie Kollaboration legen. Dabei unterstützen diese Tools Storytelling in vielen verschiedenen Anwendungsbereichen. Sei es zur Erarbeitung und Visualisierung von Lerninhalten, zur Aufbereitung von Events oder Unternehmenserfolgen, der interaktiven Unterstützung von Medienangeboten und Bloggern oder einfach nur der kreativen Zusammenarbeit bei neuen Projekten. Obwohl es bei einigen Tools funktionelle Überschneidungen gibt, haben im jetzigen Stadium alle fünf ihre individuelle Daseinsberechtigung. Sie sollten aber auch bereit sein von den Stärken der anderen zu lernen. Das Thema Digital Storytelling ist nicht neu, doch es ist nun an der Zeit, dass hier die Kinderschuhe abgelegt werden.

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Eine Antwort
  1. von verkaufstexter.heini am 11.11.2013 (21:00 Uhr)

    Der Artikel gefällt mir sehr gut. Schon ein paar Mal hatte ich mir überlegt, wie ich Ideen für Storys aufbereite. Mit einem dieser Tools wird es gut gelingen. Ich werde es jetzt einfach mal ausprobieren.

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