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Druck durch Social Media: Strato streicht das Kleingedruckte

(Foto: Strato)

Der Berliner Hosting-Anbieter Strato will mit den Regeln der Branche brechen: Kleingedrucktes soll verschwinden, Online-Kündigungen leicht gemacht werden. Unsere Themenwoche Online-Marketing.

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Der Druck durch Social Media und leicht per Google auffindbare Bewertungen macht sich bemerkbar: Der Berliner Webhosting-Anbieter Strato will mit zahlreichen Gepflogenheiten der Branche wie 0-Euro-Preisen oder das Erschweren von Online-Kündigungen brechen.

„Es ist höchste Zeit, dass sich in der ganzen Branche etwas ändert. Zum Glück steigt der Druck durch Social Media: Wenn sich ein Anbieter unfair verhält, bekommt es heute jeder mit“, sagte Strato-Chef Christian Böing im Gespräch mit t3n.de. Der Initiative hat Strato den Namen „#Faireinfacht“ gegeben und soll mit einer Werbeoffensive im Fernsehen verbunden werden.

Dr. Christian Böing CEO STRATO AG
Strato-Chef Christian Böing (Foto: Strato)

„Häufig erleben Kunden böse Überraschungen, weil sie etwas in den AGB oder im Kleingedruckten übersehen haben“, sagte Böing. So werbe ein Konkurrent beispielsweise mit „Unlimited Webspace“, der in Wirklichkeit auf 262.000 Dateien begrenzt sei. „Für mich sind solche versteckten Einschränkungen nicht nur eine rechtliche Grauzone, sondern schlichtweg Betrug“, sagte Böing. Fußnoten und sonstiges Kleingedrucktes wie die sogenannten Sternchentexte sollen bei Strato nun konsequent eliminiert sein, versprach er.

Keine 0-Euro-Lockangebote mehr

Auch 0-Euro-Lockangebote soll es nicht mehr geben – ebenso wenig wie Preise, die nicht rund sind wie beispielsweise 4,90 Euro oder 4,99 Euro statt 5 Euro. Außerdem verspricht Strato Online-Kündigungen ohne Rückruf oder Bestätigung beispielsweise durch Fax oder Brief so einfach wie möglich zu gestalten.

Zudem führe Strato eine bedingungslose 30-Tage-Geld-Zurück-Garantie auch für Business-Kunden ein. Diese soll auch für sogenannte Individualprodukte wie Domains gelten, für die das im Fernabsatzgesetz gesetzlich verankerte Rückgaberecht nicht gilt. Zudem gibt es nur noch zwei Laufzeiten für alle Angebote: Strato-Kunden sollen zwischen einem Monat oder 12 Monate Vertragslaufzeit entscheiden können.

Von den sogenannten „Streichpreisen“ für Neukunden hat sich Strato dagegen noch nicht verabschiedet: Noch immer gibt es Angebote, die für Neukunden für eine bestimmte Zeit günstiger sind als für Bestandskunden. Immerhin soll der eigentliche Preis allerdings klar im Angebot selbst zu erkennen sein.

Die Notwendigkeit der Initiative will Strato mit einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage belegen, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Hosters durchgeführt hat.

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Strato-Umfrage: Jeder fünfte Kunde mit einem Anbieter unzufrieden

Demnach ist jeder fünfte deutsche Kunde (22 Prozent) mit seinem Telefon-, Internet- oder Hosting-Anbieter unzufrieden. 98 Prozent der Befragten gaben an, dass sich wichtige Informationen über ein Produkt nicht im sogenannten Kleingedruckten wie den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) befinden sollten.

Das sieht übrigens auch das Gesetz vor: Finden sich in AGB überraschende Klauseln, kommt ein Vertrag bei einer Privatperson nicht rechtswirksam zustande. 31 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal einen Nachteil persönlich erlebt zu haben, weil sie eine Klausel im Kleingedruckten überlesen hatten. 86 Prozent gaben an, dass sie Preise und weitere Erläuterungen in Fußnoten eher kundenunfreundlich finden. Durchgestrichene Preise neben denen ein neuer Angebotspreis steht bewerteten 35 Prozent der Befragten als eher kundenunfreundlich und 33 Prozent störten sich an Preisen, die nicht rund sind wie 4,99 statt 5 Euro.

Die Forsa-Umfrage zeigt allerdings auch, wie träge die Deutschen als Kunden sind: 78 Prozent der Befragten, die mit ihrem Telefon-, Internet- oder Hosting-Anbieter unzufrieden sind, kündigten dennoch nicht.

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10 Reaktionen
Michael Rümmelin
Michael Rümmelin

Wenn das wirklich so von Strato umgesetzt wird, wäre das super. Ich selber habe meine Seite http://www.davodo.de bei Strato und einige der Features benötige ich gar nicht mehr. Nach Kündigung muss ich trotzdem die restlichen 9 Monate zahlen, bis diese wirklich deaktiviert / gekündigt werden.

Karl Marks
Karl Marks

Aber was bringen einem vereinfachte Vertrags Bedingungen, wenn der Support einfach nur - sagen wir es nett - "überfordert" ist.

Für Agenturen und Professionelle meist uninteressant, weil bei jedem Package immer 1-2 kleine, aber notwendige Dinge fehlen.

Bleibt halt ein massen hoster.. :(

AWachert
AWachert

Strato als einer der bekanntesten unter den "Abzockern" mit seinen diversen zusätzlichen Regelungen, versteckten Paragraphen, Beschränkungen und Bauernfänger Angeboten kommt ausgerechnet mit sowas an die Oberfläche geschwappt? :D Spanned.

Natürlich wird man als Exkunde weiterhin von denen penetriert werden, wenn nicht telefonisch dann aber mindestens per Mail oder ggf. sogar noch postalisch.

Vor allem durch die Online-Kündigungs Möglichkeiten wird es eher noch mehr Probleme geben da man als Kunde keinen klassischen "schriftlichen" Nachweis hat.

Glatte Preise? Bei Online Angebot ist das ziemlich irrelevant. Im üblichen Ladengeschäft nervt das ganze Kleingeld, da regen sich viele auf und eben viele sind dafür die 1 und 2 Cent abzuschaffen, wäre eine feine Sache. Aber online wo kein Bargeldfluss passiert, interessieren niemanden die Nachkommastellen außer den bereits indirekt erwähnten RTL2 Zuschauer und Bild Abonnenten welche sagen "nur 4 Euro" wenn 4,99 Euro dran stehen.

Für den Otto-Normalverbraucher soll es ja ok sein was Strato anbietet. Aber die Leute die technisches Verständnis haben und wissen was sie tun, nutzen Strato eh nicht als Anbieter ;)

Björn
Björn

Mit den fairen Preisen sind auch schon andere Firmen auf die Schnauze gefallen.
JCPenneys (quasi ein Laden, wie C&A in Amerika) hat unheimliche Verluste eingebucht, nachdem sie ihre Produkte nurnoch für Runde Summen verkauft haben (sprich, alle Produkte um 1cent angehoben).
Die Menschheit bleibt immer noch manipulierbar, besonders bei niedrigen Preisen.

Wenn Menschen hingehen und Ware für 5€ sehen, bleiben sie halt weniger angetan, als wenn die selbe Ware für 4,99€ angeboten wird, da diese die Zahlen hinter dem Komma schon gar nicht mehr mitbekommen; sie werden geflitert. Discounter haben das schon längst für sich entdeckt und anders wird es bei Strato am Ende auch nicht sein.

Miimiikrii
Miimiikrii

Die Bewertungen wirken ziemlich gefaked wenn man sich die Profile und Kommentar Frequenz anschaut.

Martin
Martin

Auf mich wirken sie echt. Zu differenziert und ausführlich. Es ist ja auch nicht so, dass da überraschend Neues über Strato geschrieben wird … ;)

Miimiikrii
Miimiikrii

Definitiv Fake.

Alle Accounts mit irgendwelchen 0815 Altdeutschen Namen und jeder Account hat exakt 1 Stern gegeben und immer nur eine Bewertung geschrieben? Immer eine schlechte Bewertung im 24h Takt?

Ist ja nicht so das es nur STRATO betrifft.

Und die Themen sind vom Inhalt alle gleich. Selbst wenn davon irgendwas real sein sollte. Wer zu dumm ist die Vertragsbedingungen zu lesen ist selber schuld. Im übrigen soll es jetzt ja besser werden. Sich nochmal hinterher aufzuregen zeugt einfach nur von kompletter Intelligenz Resistenz.

Martin
Martin

Es soll Strato-Kunden geben, die Manfred heißen. ;)

Außerdem könnte Strato mit Leichtigkeit gegen die Fakes vorgehen. Trustpilot hat ein Meldeverfahren. Machen sie aber nicht. Warum wohl?

Peter
Peter

Mit dem „Unlimited Webspace“, der in Wirklichkeit auf 262.000 Dateien begrenzt, ist meint er wohl 1und1. Nur dass dort diese Begrenzung nicht mal im Kleingedruckten steht, sondern der Kunde erst nach Bestellung davon erfährt (über das ControlPanel) :-X
Bisher war ich weder von der Marke Statro als auch von der Werbung angetan aber was Herr Böing sagt, hört sich schon recht vernünftig an. Wenn jetzt noch die Technik und der Support auf Vordermann gebracht werden könnte es was werden.

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