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Streetspotr: t3n Vertriebskontrolle und Instagram Promotion mit 155.000 mobilen Usern

Das Mobile-Startup Streetspotr stellt seine 155.000 Mitglieder Unternehmen bereit, die sie als gigantische dezentrale Workforce für verschiedenste Aktivitäten einsetzen können. Wir haben den Selbstversuch gemacht.

Streetspotr: t3n Vertriebskontrolle und Instagram Promotion mit 155.000 mobilen Usern

t3n Vertriebskontrolle mit Streetspotr

Streetspotr Website: Eine Workforce von 155.000

Zur letzten Ausgabe sollte das t3n Magazin vom IT- ins Wirtschaftsregal wandern. Eine entsprechende Bitte zur Umplatzierung ließen wir den Auslieferungen beilegen. Bei bundesweit mehr als 3.000 Verkaufsstellen der Print-Ausgabe konnten wir von Hannover aus allerdings nicht einmal stichpunktartig nachvollziehen, in wieweit unser Wunsch tatsächlich umgesetzt wurde.

Das Nürnberger Streetspotr hat sich auf genau solche Anwendungsfälle spezialisiert. Herzstück der Plattform ist eine App, die Streetspotr-Mitglieder – nach eigenen Angaben sind es 155.000 – ortbasiert auf bezahlte „Jobs" in der Umgebung hinweist. Eine typische Aufgabe ist es, Dinge zu fotografieren – wie in unserem Fall die Platzierung der t3n im Zeitschriftenhandel.

Rund 2.000 Verkaufsstellen wurden von Streetspotr markiert und mit einem Job versehen. Die Beschreibung lautete

Fotografiere die t3n, wie sie im Regal vom Händler platziert wurde. Du findest sie entweder im IT- oder im WIRTSCHAFTS-Regal. Die sie umgebenden Zeitschriften sollen sichtbar sein. Falls du die t3n wider Erwarten nicht finden kannst, mache bitte mehrere Beweisfotos des Wirtschafts- und IT-Regales (nur dieser beiden Reale, bitte keines anderen Regals).

Die Streetspotr-Mitglieder mussten die Fotos auf der Plattform hochladen, optional konnten sie auf geteilt werden. Streetspotr vergütete jeden ausgeführten Job mit 1 Euro. Insgesamt kamen Fotos von mehr als 1.000 Locations zusammen.

Streetspotr liefern wertvolle Informationen

Streetspotr-Foto auf Instagram: t3n neben GameStar & Co.

Das inhaltliche Ergebnis war für uns eher unbefriedigend. Mehr als die Hälfte der Verkaufsstellen, aus denen wir Bilder bekamen, hatte die neue t3n trotz Weisung wiederum im IT-Regal platziert – für unsere Vertriebler eine wichtige Information fürs nächste Meeting mit dem Grossisten. Die Vertriebskontrolle hätten wir ohne Crowdsourcing bei weitem nicht in diesem Umfang machen können. Praktische Nebeneffekte der Kampagne: t3n ist in der Streetspotr-Community bekannt und wir konnten unsere Präsenz bei Instagram erhöhen.

Aus Unternehmenssicht sind Dienste wie Streetspotr, AppJobber & Co. in Sachen Marketing/Vertrieb für verschiedenste Szenarien einen Blick wert. Für vergleichsweise kleines Geld lassen sich über die dort versammelten Workforces Aktionen anschieben, die über Agenturen ein Vielfaches kosten würden.

Die App-Nutzer wiederum – häufig Schüler – können sich nebenbei etwas dazuverdienen. Zudem spielen Gamification-Features in den Communitys eine zentrale Rolle – ohne Spaßfaktor würden die Apps abseits des Homescreens versauern. Anders als bei vielen anderen Crowdsourcing-Plattformen, wo komplexere Design- oder Coding-Dienstleistungen ausgeschrieben werden, ist bei Workforces die Kannibalisierung „professioneller" Arbeit überschaubar. Für uns zumindest wäre ein konventionelles Vertriebscolling keine Option gewesen.

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10 Antworten
  1. von Jens Wiese am 22.01.2013 (10:57 Uhr)

    Was mich interessieren würde: Wie lange hat es gedauert bis die 1000 Fotos zusammen waren?

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  2. von Andreas Lenz am 22.01.2013 (11:37 Uhr)

    @jens: ca. 4 Wochen

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  3. von Richard am 22.01.2013 (12:19 Uhr)

    Schade:
    "Kann ich Streetspotr ohne einen PayPal-Account nutzen?

    Nein, im Moment kannst du Streetspotr nur über einen PayPal-Account nutzen. Die Auszahlung auf dein PayPal-Konto ist für dich sicher und kostet dich keinen Cent."

    Deutsche Firma die nicht in der Lage (oder willens) ist, ihre deutschen Subunternehmer, und was anderes sind die Streetspotr wohl nicht, per Überweisung zu bezahlen und stattdessen mit dieser wilden Ebay-Truppe, die sich so gar nicht an deutsches Recht halten möchte, ins Bett steigt? Unseriös! Und unsozial obendrein. Weil z. B. Hartz4-Empfänger, die ja in der Regel jeden zusätzlichen Cent gut gebrauchen können, keinen Paypal-Account bekommen.

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  4. von Richard am 22.01.2013 (12:41 Uhr)

    Nachtrag:
    DAS ist Paypal. Ekelhaft.

    http://www.golem.de/news/anuj-nayar-paypal-verspricht-ende-willkuerlicher-kontosperrungen-1301-97063.html

    Versprochen haben die schon viel, Das glaube ich daher erst, wenn ich es hier vor Ort erlebt habe.

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  5. von Philipp am 22.01.2013 (13:04 Uhr)

    Ich würde nie auf die Idee kommen, die t3n im Wirtschaftsbereich zu suchen ...

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  6. von Zielgruppen kennen und benennen am 22.01.2013 (13:53 Uhr)

    Erstmal danke für den Bericht.
    Crowd ist für mich offen so das jeder mitmachen kann. Geschlossene Crowds sind oft deutlich weniger effizient. Unfug kann man ja filtern oder gar nicht erst freigeben so das Trolle draussen bleiben. Im Prinzip ist sowas klickworking. Aber es scheint zu funktionieren . man müsste es nur mal lokal organisieren: Schade das gigalocal es wohl nicht macht.

    Grossisten (welche dann die Supermärkte, Kioske und Tankstellen beliefern) oder Bahnhofs-Buchhandlungen ? Das sind zwei differente Vertriebswege. Die spezielleren Titel sind oft nur in Bahnhofsbuchhandlungen zu finden.
    Die haben über tausend Titel (mehrere tausend wenn man Saison-Titel wie Kalender, Kataloge, Weihnachts-Hefte, Urlaubs-Hefte, Sommer-Hefte, ... weglässt) und die Mitarbeiter sind keine ausgebildeten Bibliotheks-Angestellten die alle Buch-Titel von Goethe über Dostojewski über Brecht bis Wulff benennen können.
    Die Autocad-Zeitschrift landete bei den Auto-Magazinen (weil das auch mit "Auto" anfängt). Sowas ist normal wenn auch nicht perfekt.
    Mit dem Untertitel kann man auch nachhelfen. "t3n - das digitale Wirtschafts-Magazin" ist argumentativ besser als "t3n - Business 4 da future". Wenn man so aussieht wie die Apps-Magazine und viele bunte Tabletts und Computer und Handies und Android-Logos auf dem Titelblatt hat landet man bei den Apps-Magazinen. Ganz einfach. Das Aussehen bestimmt die Einsortierung. Möglicherweise liegen Tattoo-Hefte dann neben Playboy usw.. Man erkennt Schulgebäude und Kirchen beim vorbeifahren. Man erkennt Hefte für Videospiele, für Audio-Video-Tests, man erkennt Börsensender an den Tickern, Man erkennt Kleider-Kataloge... usw. fast alle am Titelblatt. Die ct braucht solchen Schnickschnack eher nicht, aber die ist auch etabliert und kann das Titelblatt recht frei gestalten. Viele andere arbeiten mit der Bildsprache ähnlich ihren Konkurrenz-Magazinen.

    Auch sollte man mal die Titel benennen neben denen t3n dann stehen will:
    Wirtschafts-Woche, Manager-Magazin, Capital also für Manager
    Börse Online, Focus Money , Handelsblatt usw.
    Finanztest
    Harvard Business Manager Magazin (oder wie das hiess, ich glaube ca. 18 DM oder Euro)
    werben & verkaufen und das Konkurrenzmagazin für die Leute aus der Werbebranche
    Dann gibts noch so Hipster-Magazine. Wollt ihr mit denen in der Reihe stehen ?

    Wenn ich weiss, das Niedriglöhne und dauerhaftes Praktikantentum für Leute mit Diplom niemandem berichtenswert erscheint, was kaufe ich dann wohl: Wirtschaftswoche, t3n oder Finanztest ?

    Was sagt die Media-Analyse ? Das hier ist eher ein golem-Konkurrent/Ergänzung anstelle eines Substituts für Financial Times Deutschland. Ist es zweckmäßig in der Media-Analyse für Online und für Print zwei differente Zielgruppen zu halten ? Oder sind Mediamanager damit überfordert ? Bei BWL wählt man Schwerpunkte. Operations Research und Logisting sind ultrakrasse NP-complete Optimierungs-Mathematik. Auch Controlling, Finanztheorie, Banking und Bilanzierung ist manchem zu viel Rechnen. Beliebt sind Marketing und Personalwirtschaft weil man da (vermeintlich) kaum rechnen muss. Ob die Budget-Verteiler für Werbe-Planung komplizierte Dinge mögen, kann man sich dann ja überlegen. Oder ist die Zielgruppe in Print und Online einfach nur "Apple-Fans" (=kaufkräftig und onlinefähig). Das klingt hingegen nach einem schlauen Schachzug.

    Wo steht ihr bei IVW damit die Grossisten Euch anhören ? Wie viele Grossisten gibt es ? 20 ? 50 ? 10 ? Wie viele tausende Kioske und Supermärkte sollen die schulen ?
    Preisdruck macht Qualitätsdruck. Bei nem Billigphone druckt man sich das Gehäuse halt gelegentlich neu. Bei niedrigen Löhnen und tausenden Titeln ist die Zuordnungs-Präzision oft genug fehlerhaft. Die guten Firmen bestücken die Regale im Supermarkt oder z.b. Postkarten-Ständer oder diese Marco-Polo Dreh-Aufsteller übrigens selber.
    Das Regalmeter-Eroberungsprojekt wurde m.W. letztes Jahr aufgegeben.
    Es gibt so Aufsteller die gezielt bestückt werden (auch Wochentagsmäßig buchbar). Dafür muss man wohl bezahlen aber dann ist die Motivation höher, wohl auch weil es überprüft wird.
    Man könnte den Aufsteller mit QR versehen und jeder soll ein Photo einschicken und man verlost jede Woche ein paar Kleinigkeiten unter den Einsendern. wenn man die QR-Codes erkennbar macht, laufen Fremde vorbei, sehen QR+Foto-Apparat-Logo und fotografieren was dort angesagt wird. Das geht für Müllwiesen und illegale Parker aber auch für Regale.



    Wegen Paypal: Im entsprechenden Forum wurde auch gleich (eher rhetorisch) gefragt was konkret sie überhaupt wirklich ändern wollen. Paypal ist nicht gerade beliebt. Google Checkout und Amazon Checkout sind aussehalb USA aber wohl zu wenig verfügbar oder verbreitet.

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  7. von Streetspotr-Team am 22.01.2013 (14:32 Uhr)

    Hallo zusammen! Eine kurze Erklärung zum Thema PayPal: Wir haben PayPal gewählt, um die Auszahlung für alle Seiten sicher und besonders schnell zu gestalten. Wir überweisen im Rhythmus von ein- bis zweimal pro Woche, der Nutzer muss sich dabei um nichts kümmern und sein Geld nicht "beantragen" oder einen Mindestbetrag ansammeln wie anderswo oft üblich. Wir werden zukünftig aber die Wahl bieten - wer PayPal nicht mag, kann sich dann per Angabe der Bankverbindung auszahlen lassen. Viele Grüße, das Streetspotr-Team

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  8. von Manfred am 22.01.2013 (14:38 Uhr)

    Ich muss mich Philip anschließen. Ich würde das t3n Magazin im Bereich IT oder Web suchen, aber sicher nicht im Wirtschaftsregal. Wieso habt ihr das geändert?

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  9. von Andreas Lenz am 22.01.2013 (16:38 Uhr)

    wir haben nur getestet. gerade bei der "future cash" ausgabe lag der gedanke nah. nach aktuellem stand der dinge bleibt es beim IT-regal

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  10. von eva.schumann am 24.01.2013 (15:16 Uhr)

    Also t3n-Team jetzt mal ehrlich, eigentlich war das doch mal ein Magazin über TYPO3. Gut inzwischen heißt Ihr nur noch so und schreibt eigentlich lieber über Social Media, findet Joomla ein spitze CMS und der Bezug zu TYPO3 ist eigentlich so ungefähr nur noch der, dass hier Firmen ihre Anzeigen zu Stellenausschreibungen platzieren. Hab ich so den Eindruck... Aber wenn Ihr jetzt auch noch im Wirtschaftsregal landet, anstatt im IT Regal, was habt Ihr denn als nächstes vor? Werden sich die Inhalte nochmal entsprechend verändern und... ja... nennt Ihr Euch demnächst Financial Times oder so?

    Nicht, dass ich nicht weiterhin gerne Eure Artikel lesen würde und spitze fände, ich meine nur seit den ersten Heften habt Ihr eine ganz schöne Wandlung durchgemacht, deren Richtung mich manchmal verwundert... wo geht's n jetzt eigentlich hin?

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