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Streik bei Amazon: Verdi fordert Kunden zu Retouren auf

Streik bei Amazon: Verdi fordert Kunden zu Retouren auf

Auch diese Weihnachten hat Verdi an mehrere Amazon-Standorten zum Streik aufgerufen. Außerdem ruft die Gewerkschaft diesmal aber auch die Konsumenten dazu auf, ihre Bemühungen mit einer ungewöhnlichen Solidaritätsgeste zu unterstützen.

Streik bei Amazon: Verdi fordert Kunden zu Retouren auf

Amazon-Streik. (Foto: Julie Clopper / Shutterstock.com)

Alle Jahre wieder: Verdi bestreikt Amazon-Logistikzentren

Erneut ist es an den Amazon-Standorten Leipzig, Rheinberg, Werne, Bad Hersfeld, Graben und Koblenz zu Arbeitsniederlegungen gekommen. Dazu aufgerufen hatte die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi). Der Ausstand soll an einigen Standorten sogar bis zum 24. Dezember andauern. Durch die Streiks soll unter Druck gesetzt werden. Schon seit zwei Jahren versucht Verdi, den Versandriesen zur Einführung eines Tarifvertrags auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels zu zwingen.

Die Bemühungen waren bislang erfolglos, Amazon lehnt Verhandlungen nach wie vor ab. Um den Druck auf den Online-Händler zu erhöhen, haben sich Streikende aus Leipzig jetzt eine ungewöhnliche Idee ausgedacht: Kunden sollen bei Amazon Waren im Wert von mindestens 40 Euro bestellen und das Paket innerhalb des kostenfreien Rücksendezeitraums samt einer Solidaritätsbekundungen an die Belegschaft zurück zu Amazon schicken.

Konsumentenstreik: Amazon-Kunden sollen Pakete ordern und kostenpflichtig zurückschicken. (Grafik: Verdi)
Konsumentenstreik: Amazon-Kunden sollen Pakete ordern und kostenpflichtig zurückschicken. (Grafik: Verdi)

Konsumentenstreik: Verdi wünscht sich Unterstützung der Amazon-Kunden

Die Aktion mag ungewöhnlich sein, zeigt aber, wie wenig Verdi Amazon mit einem Streik unter Druck setzen kann. Die Anzahl der Streikenden bleibt gering und Amazon geht davon aus, dass die Streiks keine Auswirkung auf die zugesagten Lieferzeiten haben werden. Eine Aktion wie der vorgeschlagene Konsumentenstreik könnte indes den ökonomischen Druck auf Amazon erhöhen. Dafür müssten sich aber auch genug Kunden daran beteiligen.

Für den Sozialwissenschaftler Stefan Sell liegt das Problem für Verdi vor allem darin, dass bislang nur ein kleiner Teil der Amazon-Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert ist. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk weist Sell außerdem darauf hin, dass Amazon streikbedingte Ausfälle in Deutschland auch schon mal durch Extraschichten in den Versandzentren in Nachbarländern wie Polen oder Tschechien ausgleicht. Ohne größere Streikbasis besteht für Amazon daher kaum ein Grund einzulenken, und eine Einigung zwischen dem Unternehmen und der Gewerkschaft wird es auf absehbare Zeit wohl nicht geben.

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17 Antworten
  1. von Jochen am 22.12.2015 (15:40 Uhr)

    Das zeigt für mich eher die beschränkte Sichtweise von Gewerkschaften wie Verdi. Hier geht es doch eher um den Machtausbau einer Gewerkschaft, die es wurmt, dass Sie beim grössten Online Versender keinen Einfluss hat. Gewerkschaften kommen in diesem Land immer wie die noblen Ritter daher, am Ende geht es doch auch nur um Macht und Einfluss nicht weniger grosser Egomanen wie in den Chefsesseln der Unternehmen selbst.
    Und der Aufruf zu Rücksendungen ist doch lächerlich, hier möchte man einem Unternehmen ganz bewusst wirtschaftlich schaden. Wer zahlt am Ende die Zeche? Langfristig doch die Mitarbeiter. In diesem Fall verlagert man gleich noch ein weiteres Problem auf die Logistikbranche die die Rücksendungen so schnell es geht wieder zurück bringen müssen, damit der Kunde auch sein Geld wiederbekommt. Aber da kann die Gewerkschaft ja wieder gegen die unerträglichen Zustände der Paketboten vorgehen, gegen ein Problem, dass sie mit so einem Aufruf selbst nur verschärft.

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    • von Sam am 22.12.2015 (16:32 Uhr)

      Hast du dafür Belege oder ist das jetzt einfach nur praktisch dieser Ansicht zu folgen? Was genau ist beschränkt an dieser Sichtweise? Für mich sieht es eher aus, als macht Verdi genau das, wofür es da ist.
      Den Arbeitgeber in gewisser Form zu schaden ist die Natur eines Streikes. Nur Reden hieße Verhandlung – und das will Amazon nicht.

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    • von blini am 23.12.2015 (10:54 Uhr)

      das was verdi da vorschlägt ,ist für mich schon fast kriminell..Ich schicke jedenfalls nichts zurück und möchte nebenbei nur sagen,das alles pünktlich und gut verpackt angekommen ist.

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  2. von André am 22.12.2015 (15:47 Uhr)

    Die Kunden selbst fordern doch immer schnellere Lieferzeiten und am besten keine Versand- bzw. Retourenkosten. Amazon erfüllt diese Kundenbedürfnisse. Warum sollten sich dann eben diese Kunden an der Protestaktion beteiligen? Das wäre schon Schizophren.

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  3. von Marc Seidel am 22.12.2015 (15:57 Uhr)

    Ich persönlich finde die Bezahlung von Amazon nicht perfekt, aber moderat. Einige Studenten aus Leipzig habe ich zu diesem Thema interviewt, die auch einige Monate, insb. zur Weihnachtszeit, dort arbeiteten. Und nein, schon aus rationalen, vernunftsbezogenen und auch umweltpolitischen Gründen bestelle ich nur Pakete, die ich nur sehr selten zurückschicken muss.

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  4. von Marcel am 22.12.2015 (17:05 Uhr)

    Gewerkschaftsarbeit ist heut zu Tage wichtiger denn je. Und bei solch einem sturen Riesen wie Amazon darf man gerne tief in die Trickkiste der Gewerkschaftsarbeit greifen. Die Manager machen immer mehr Geld, mehr Boni für schlechtere Arbeits- und Lohnbedinungen (oder nennt sich das in Wirtschaftssprache nicht Optimierung). Genau wie im Gesundheitswesen. 10 Stühle verdienen das, was 10.000 Mitarbeiter verdienen. Ungerechtfertigt. Ein Maß an wirtschaftlicher Solidarität sollte eingehalten werden.
    Zumal speziell in Leipzig die Mieten exponentiell steigen, der Lohn aber nicht.

    p.s. Ich arbeite nicht für Amazon.

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    • von Genk am 23.12.2015 (11:01 Uhr)

      Leipzig hat immer noch die geringsten Mieten aller deutschen Großstädte. Mit einem normalen Amazon-Gehalt lebt es sich dort im Vergleich zu München, Berlin, Hamburg oder auch Halle/Saale exzellent.

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  5. von ottino am 22.12.2015 (17:10 Uhr)

    Das ist nichts anderes als ein Aufruf zum Terror.
    Das so etwas straflos in Deutschland möglich ist, spricht Bände.

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    • von Marcel am 22.12.2015 (17:29 Uhr)

      Verdi hat weder zum Dschihad aufgerufen, noch rennen Menschen mit Retourengürteln rum. Terror an der allgemeinen Belegschaft wohl eher, wenn diese unterbezahlt ist.
      Eine Meinung haben ist nun mal in Deutschland jedem sein gutes Recht. Wenn auch oft ein bitterer Geschmack dabei ist...

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  6. von Schmidt am 23.12.2015 (03:13 Uhr)

    es ist eine Frechheit von verdi, 3 Tage vor Weihnachten zum Streik aufzurufen. Die Oberbonzen von dieser Gewerkschaft müssen nicht in traurige Kinderaugen schauen, wenn die vor dem Streik bestellten Spielsachen nicht unter dem Tannenbaum liegen, weil sie ihre Felle davonschwimmen sehen. Nur so ist es zu erklären, dass sie jetzt auch noch versuchen, die Kunden instrumentalisieren zu wollen. Ausserdem weiss doch jeder, dass es den Angestellten bei einer Gewerkschaft arbeitsrechtlich oft schlechter geht als in den bestreikten Unternehmen. Hoffentlich rennen ihnen noch viel mehr Mitglieder weg. In dem Sinn - denen- Herr gib Ihnen Hirn

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    • von Andreas am 23.12.2015 (14:46 Uhr)

      Eine bodenlose Frechheit ist die immer unverschämtere Geringschätzung mit der solche Firmen ihre MitarbeiterInnen behandeln. Solchen Praktiken muss mit Vehemenz entgegen getreten werden! Anstatt die Gewerkschaften zu kritisieren wäre Solidarität angesagt ... schwierig natürlich wenn man selbst permanent am Egotrip ist ...

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  7. von Luke am 23.12.2015 (15:05 Uhr)

    @Schmidt

    Die Gewerkschaften haben keinerlei Probleme das Ihnen Mitglieder fehlen. Im Gegenteil, die Mitgliederzahlen steigen in den letzten Jahren. Und weshalb? Weil die Arbeitnehmer inzwischen verstanden haben, das diese von der Führungsebene gezielt unterbezahlt werden.

    Wer im übrigen drei Tage vor Weihnachten noch Panik bekommt, das die erst jetzt bestellten Utensilien nicht rechtzeitig ankommen, weil ein "1", ein einziges Versandhaus bestreikt wird, der sollte wohl etwas an seiner Planung arbeiten.

    @ Alle

    Für alle Arbeitnehmer die Ihr Gehalt selbst aushandeln, zu denen gehöre ich, ist die Gewerkschaft oft nicht von Nöten. Gute Arbeit wird in meinem Fall gut bezahlt. Weil ich das so möchte und meine Stelle dringend benötigt wird.
    Ich bin Physician Assistent in einer großen Klinik.

    Wenn ich jedoch die Pflegekräfte sehe unter welchen Niveau diese z.B. bezahlt werden, dann muss es eine Gewerkschafft geben, die hart und bedingungslos für die hart und bedingungslos arbeitenden verhandelt.
    So auch in meiner Klinik. 2016 wird hier ein riesiger Streik statt finden. Da wird alles lahm gelegt. Außer selbstverständlich die Notversorgung.
    Aber geplante OP´s etc. werden dann eben nicht stattfinden.
    Im übrigens sind hier die Menschen nicht schlechter dran, denn solche OP´s sind nicht lebenswichtig. Allenfalls Komfort Einschränkungen sind der Fall.
    Ähnlich wie bei den Paketen, nicht lebenswichtig.
    Hätten wir also alle ein faires Lohnmodell in Deutschland, bräuchten wir gar keine Gewerkschaften. Aber so ist es eben nun mal.

    Im übrigen ist hier Verdi noch freundlich der Allgemeinheit gegenüber. Man hätte auch gerne zwei Wochen vorher streiken können. Und dies bis nach Weihnachten.

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  8. von Eichhorn am 23.12.2015 (15:28 Uhr)

    Über 25 Jahre war ich Mitglied dieser Gewerkschaft und bin dann ausgetreten. Verdi haben diese Gründe nicht einmal interessiert. Hier werden doch nicht einmal im Ansatz die Interessen der Mitglieder vertreten. Hier geht es doch leider nur noch um Selbstdarstellung und Selbsterhaltung. Auf solche Gewerkschaften, wie Verdi, GdL und Cockpit kann man sehr gut verzichten. Auf Kosten der Allgemeinheit und der Beschäftigten setzen sich hier einige Größenwahnsinnige in Szene.
    Dankeschön allen Amazonmittarbeitern die einen guten Job machen und sich nicht vor die dreckige Gewerkschaftskarre spannen lassen.
    Herzlichen Dank und schöne Weihnachten!

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  9. von Spiessumdreher am 26.12.2015 (11:44 Uhr)

    Bei Verdi einfach mal das kostenlose Infopaket bestellen und dann gleich entsorgen: https://vod.verdi.de/infopost

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  10. von Grubinger am 28.12.2015 (11:26 Uhr)

    Das ist kriminell, lächerlich und erbärmlich. Verdi ist wohl die armseligste Gewerkschaft der Welt die versucht mit Mafiamethoden was zu erreichen. Ich wünsche und hoffe das Amazon schon bald die gesamte Logistik ins Ausland verlegt und so alle von Verdi vertretenen Leute arbeitslos werden!

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