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Startups

Studie: Crowdfunding in Deutschland wächst stetig

    Studie: Crowdfunding in Deutschland wächst stetig

In den USA ist Crowdfunding schon seit einiger Zeit etabliert: Finanziert werden Kreativ- und Filmprojekte ebenso wie Produktideen und Unternehmensgründungen. Das alternative Finanzierungsmodell nimmt nun auch hierzulande an Fahrt auf. Allein seit Sommer 2010 gingen sechs neue deutschsprachige Plattformen für Crowdfunding an den Start. Bislang fehlte es jedoch an einer umfassenden Bestandsaufnahme zu Crowdfunding in Deutschland. Nun liegt eine Studie vor.

Beim Crowdfunding ergibt eine Vielzahl von kleinen finanziellen Beiträgen den notwendigen Gesamtbetrag zur Realisierung eines Projekts. Jeder Interessierte kann das Projekt finanziell unterstützen und erhält dafür eine Gegenleistung (auch Prämie, Dankeschön) abgestuft nach der Höhe des finanziellen Beitrags. Für die Abwicklung der Projektdarstellung und der Finanztransaktionen haben sich Crowdfunding-Plattformen etabliert. Für die Projektdarstellung und die Abwicklung der Finanztransaktionen erhalten dafür sie in der Regel einen Teil des erfolgreich gesammelten Kapitals.

Unser Institut für Kommunikation in sozialen Medien hat nun die erste Crowdfunding-Studie in Deutschland vorgelegt. Die Studie konzentriert sich auf die Plattformen, die das bekannteste Modell des Crowdfundings, welches durch Kickstarter.com und indiegogo.com aus den USA populär wurde, für den deutschen Markt umgesetzt haben. Dafür wurde eine Vollerhebung aller bisher abgeschlossenen Projekte und zusätzlich eine qualitative Befragung der Projektinitiatoren durchgeführt.

Die erste Crowdfunding-Studie zeigt: Das Thema ist hier zu Lande noch klein, wächst aber beachtlich und erste Erfolge sind zu verzeichnen.

Jedes zweite Crowdfunding-Projekt erfolgreich

Die Ergebnisse unserer Studie sind durchaus motivierend für Projektinitiatoren: Jedes zweite Crowdfunding-Projekt (53 Prozent) wurde erfolgreich finanziert. Von den 125 durchgeführten Projekten (Stichtag: 15. April 2011) waren 67 erfolgreich. Die durchschnittlich gesammelte Summe der erfolgreich abgeschlossenen Projekte liegt bei knapp 3.000 Euro. Aber auch große Projekte haben eine Chance. Das finanziell erfolgreichste Crowdfunding-Projekt konnte fast 27.000 Euro von den Unterstützern sammeln.

Crowdfunding: Projektübersicht nach Kategorien
Crowdfunding-Studie: Projektübersicht nach Kategorien

Insgesamt wurden auf den deutschsprachigen Crowdfunding-Plattformen bislang 208.000 Euro umgesetzt. Damit sind wir hierzulande noch weit entfernt von den 80 Millionen US-Dollar, die alleine im vergangenen Jahr in den USA umgesetzt wurden. Aber die Zeichen stehen auf Wachstum - die Anzahl der erfolgreich finanzierten Projekte und die durchschnittlich erreichten Summen steigen stetig.

Die Bandbreite der Crowdfunding-Projekte ist groß. Am häufigsten werden Filme, Aktionen und Veranstaltungen eingestellt. Aber auch erste Business-Projekte finden sich auf den Plattformen. Im Durchschnitt haben erfolgreiche Projekte 33 Unterstützer. Das bringt auch allerlei Anforderungen an die Projektiniatoren mit sich. Die Unterstützer erwarten Transparenz, Updates über den Projektfortschritt sowie Antworten auf Rückfragen und Anregungen. Aber der Kommunikationsaufwand lohnt sich: Die durchschnittliche Summe pro Unterstützer beträgt 79 Euro. Die Studie zeigt, dass mit der Anzahl der Unterstützer auch der durchschnittliche Finanzierungsbeitrag steigt. An dieser Stelle zeigt sich besonders der Schwarmfaktor im Crowdfunding: Menschen investieren gerne in Projekte, die auch von vielen anderen unterstützt werden.

„Die Herausforderung beim Crowdfunding ist es, die richtigen Dankeschöns auszuwählen und den Zwang zu unterdrücken, jede Stunde aufs neue nachzusehen“ Initiator eines Crowdfunding-Projekts

Ein Crowdfunding-Projekt bedeutet für die Initatoren einiges an Aufwand. „Projektinitiatoren sollten nicht dem Irrglauben verfallen, dass sie ihr Projekt nur auf einer Plattform einstellen müssen und die Finanzierung von alleine geschieht“, so Karsten Wenzlaff vom Institut für Kommunikation in sozialen Medien. „Die Befragung der Projektinitiatoren ergab, dass der Aufwand für Öffentlichkeitsarbeit und das Community Management häufig unterschätzt wird“, so Wenzlaff weiter.

Mit der ersten deutschen Crowdfunding Studie werden erstmals die Mechanismen für erfolgreiche Crowdfunding-Projekte aufgezeigt. Viele Projekte scheitern daran, dass sie einen zu hohen Betrag einfordern und deswegen scheitern. Vielen erfolgreichen Projekten genügen kleinere Beträge, die dann auch finanziert werden. Es wird weiter zu beobachten sein, ob Crowdfunding zukünftig Projekte vollständig finanziert oder nur zur Teilfinanzierung ausreicht. Letztendlich liegt es an den Projektinitiatoren, möglichst interessante und faszinierende Projekte zu entwickeln, welche die Menschen begeistern.

Hintergrund zur Crowdfunding-Studie

Die Studie wurde im Mai 2011 durchgeführt. Dazu wurden alle bislang durchgeführten Crowdfunding-Projekte ausgewertet und 25 Initiatoren um ihre Eindrücke gebeten. Die Crowdfunding-Studie 2010/2011 ist kostenpflichtig bei ikosom erhältlich.

Über den Gastautor

Jörg Eisfeld-Reschke ist Gründer von ikosom, dem Institut für Kommunikation in sozialen Medien. Als Berater, Referent und Dozent ist er tätig in den Bereichen Online-Kommunikation und Fundraising.

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3 Reaktionen
Rene
Rene

Hallo Zusammen,

wir haben die fünf deutschen Crowd funding-Plattformen zum 31.07.2011 analysiert. Bis dahin
wurden 80 Projekte mit einem Volumen von 250.070 € finanziert. Es zeigt sich, dass das vermittelte Kapital im zweiten Quartal um 60 % gegenüber Q1 zulegen konnte.
Unsere Prognose für 2011 liegt bei einem Finanzierungsvolumen von 550.000 €.

Mehr Daten und Fakten gibt es im Crowd-Funding Monitor von Für-Gründer.de unter
http://www.fuer-gruender.de/kapital/eigenkapital/crowd-funding/monitor/

Beste Grüße

René Klein

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V.R.
V.R.

Wir sind eine Studentengruppe der TU Ilmenau und führen eine Studie zum Crowdfunding durch und brauchen Eure Unterstützung: Erforscht wird im Speziellen die Motivation von Projektunterstützern.
Die Befragung dauert nur 10 Minuten und jeder kann teilnehmen. Danke!
http://www.unipark.de/uc/ik_tu​_komwi/218b/

Antworten

Rene
Rene

Hallo Zusammen,

derzeit ist Crowd funding in Deutschland jedoch auch noch deutlich teurer als auf den amerikanischen Plattformen. Teilweise werden bis zu 10 % der Finanzierungssumme als Provision einbehalten. Hier gibt es noch Luft nach unten. Damit auch klassische Startups von Crowd funding profitieren, sehen wir in der Weiterentwicklung das Crowd investing kommen. Auch hier gibt es schon einige Plattformen. Dies und mehr stellen wir vor unter http://www.fuer-gruender.de/blog/2011/06/crowd-funding/

Viele Grüße
René

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