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Studie: iPad-Apps enttäuschen junge Nachrichtenleser

    Studie: iPad-Apps enttäuschen junge Nachrichtenleser

Nachrichten per iPad-Apps sollen nach Meinung mancher Experten klassischen Medien wie Zeitungen und Zeitschriften den (endgültigen) Todesstoß versetzen. Vor allem junge Leser würden sich auf die neuen elektronischen Medien stürzen. Dem widerspricht nun eine Studie der Fachhochschule Hannover. Vier Nachrichten-Apps wurden hier auf ihre Benutzbarkeit getestet und die Probanden nach ihrer generellen Meinung gefragt. Klares Bild zumindest in diesem Fall: Tablet-Apps haben ihre Berechtigung, aber die Medienlandschaft krempeln sie nicht um.

Vier iPad-Apps unter der Lupe

Die Studie „Junge Leser und Zeitungs-Apps“ wurde an der FH Hannover im Rahmen des E-CLIC-Forschungsprogramm der Europäischen Union durchgeführt und ist eine explorative Untersuchung zur Nutzung mediengebundener Tablet-Apps durch junge Leser.

Sie bestand unter anderem aus einem Eyetracking-Test mit 40 Personen im Alter von 19 bis 29 Jahren (12 Männer, 28 Frauen). Es war ein Test mit vorgegebener Aufgabenstellung und anschließender freier Benutzung der jeweiligen iPad-Applikation. Die Eyetracking-Tests dauerten jeweils maximal 20 Minuten. Anschließend folgte eine schriftliche Befragung der Untersuchungsteilnehmer per Fragebogen. Professor Stefan Heijnk von der Fachhochschule Hannover hat nun erste Ergebnisse dieser Eyetracking-Studie veröffentlicht.

„Junge Leser und Zeitungs-Apps“ widmet sich dabei bewusst nicht Newsreadern wie Flipboard, Newswall oder Pulse, sondern untersucht individuelle Apps, die in die Kategorie Zeitungs-App oder auch elektronische Presse fallen. Professor Heijnk wählte dabei die Apps der Frankfurter Rundschau, des Hamburger Abendblatts, der Hannoverschen Allgemeine Zeitung sowie der Tagesschau aus.

Junge Leute sehen keine Zukunft für die gedruckte Zeitung? Bei der Studie der FH Hannover ist das Gegenteil richtig.

Trotz iPad-Apps: Gedruckte Zeitung bleibt

Die Vorab-Ergebnisse der Studie sind bereits in diesem frühen Stadium interessant. So wird die gedruckte Zeitung in absehbarer Zeit nicht verschwinden – jedenfalls sind davon fast alle Test-Teilnehmer (94 Prozent) überzeugt.

Nur 17 Prozent der Befragten sagen, Zeitungs-Apps seien überflüssig, weil es als Alternative die kostenlosen, regulären Websites gibt. Dennoch: Nur 20 Prozent der Befragten sagen, dass sie Zeitungen künftig vor allem auf einem Tablet-Rechner lesen wollen. Immerhin 32 Prozent gehen davon aus, dass Zeitungen künftig häufiger auf  iPad & Co. gelesen werden. Multimediale Komponenten sind für die Befragten ein Muss für Nachrichten in iPad-Apps: 83 Prozent erwarten Video, Audio und ähnliche Elemente auch in einer News-Applikation.

iPad-Apps missachten bekannte Nutzungsmuster

Im Bereich „Navigation“ erhalten alle speziell für Tablet-PC konzipierten Apps aus dem Stand sehr ordentliche Bewertungen. Im Vergleich ist die Zeitungsmetapher der HAZ-App zwar im Vorteil, die Navigationsmöglichkeiten in den multimedialen (und im Falle der Tagesschau auch fortlaufend aktualisierten) originären Tablet-Apps werden kaum schwächer benotet. Für ein so frühes Stadium der App-Evolution ist das laut Professor Heijnk bemerkenswert.

Die Befragten mussten die vier Apps hinsichtlich Navigation, Erscheinungsbild, Text und Formen bewerten.
Die Befragten mussten die vier Apps hinsichtlich Navigation, Erscheinungsbild, Text und Formen bewerten.

Die Befragten vermissten allerdings vertraute Website-Navigationselemente: So fehlt es beispielsweise definitiv an Optionen zur einfachen, seitenweisen Rückwärtsnavigation – wie die Nutzer sie aus den Web-Browsern kennen. Ähnliches gilt für die Suchfunktion: Entweder fehlt sie völlig oder sie funktioniert nicht so, wie es die Nutzer gewohnt sind. Die per Geste einblendbaren Hilfsnavigationen am Seitenfuß werden fast überhaupt nicht benutzt und erscheinen laut Professor Heijnk überflüssig. Zudem gibt es Defizite bei den Teaser-Texten: Die Themen-Spitzmarken in den Überschriften sind gelegentlich nicht prägnant formuliert, so dass ein zügiges Erfassen der angebotenen Themen erschwert wird.

Ergebnisse der iPad-Apps-Studie im Sommer

Die Präsentation mit dem Vorab-Ergebnissen gibt es als kostenlosen Download (Powerpoint). Die vollständigen Ergebnisse der Studie inklusive der Auswertung der Eyetracking-Tests werden im Sommer 2011 veröffentlicht. Dann wird man die Zahlen sicher noch besser einordnen können.

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3 Reaktionen
Michael Nordmeyer

Was diese "Studie" meiner Meinung nach als wenig aussagekräftig erscheinen lässt, ist, dass alle Teilnehmer kein iPad besitzen. Sie haben sich also künstlich auf die Nutzergruppe der technologisch weniger aufgeschlossenen beschränkt.

Der Glaube, das iPad oder ein anderes Tablet wird die gedruckte Zeitung ersetzen, wenn die App genauso so aussieht, wie eine Zeitung jetzt aussieht, denkt viel zu kurz. Wobei, eigentlich eher gar nicht. Denn technologische Umbrüche sorgen meistens dafür, dass sich auch die Verhaltensweisen ändern.

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Benjamin Heydt
Benjamin Heydt

Eine Studie in diesem Fall mit nur 40 Leuten ist ja schonmal lächerlich.
Am besten gefällt mir das die doch ernsthaft 19-29 Jährigen die HAZ, Tagesschau und Co. zum lesen gegeben haben...das kann doch nur ein schlechter Scherz sein.
Zumal kam diese Studie zu früh...es gibt A: Viel zu wenig gute Zeitungs & Co. Apps und B: stecken diese auch noch bei der Bedienbarkeit und beim Aufbau in den Kinderschuhen.

Ich denke in 2-3 Jahren werden sich mehr Leute zu den Tablets bekennen.

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Chriz

Finde die Funktionen der bisherigen Nachrichtenapps größtenteils schwach.. hoffe in Zukunft wird daran noch was getan, damit alles benutzerfreundlicher wird..

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