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Marketing

Studie seziert eine Million Headlines: Darauf springen Nutzer am häufigsten an

    Studie seziert eine Million Headlines: Darauf springen Nutzer am häufigsten an

Headlines für soziale Netzwerke. (Foto: Christopher Woo / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Die Anbieter eines Social-Media-Tools haben fast eine Million Überschriften ihrer Kunden analysiert. Das Ergebnis zeigt, dass auf verschiedenen Netzwerken auch unterschiedliche Headlines gut ankommen.

Die perfekte Überschrift: Worauf klicken Leser am liebsten?

Dass manche Überschriften einfach mehr ziehen als andere, wissen wir nicht erst seit dem Erfolg von Heftig.co und Konsorten. Aber was macht eine erfolgreiche Überschrift aus und wie unterscheiden sich unterschiedliche Headlines im Erfolg auf verschiedenen Social-Media-Plattformen? Die Antwort versucht eine Studie zu liefern, für die fast eine Million Überschriften und ihr jeweiliger Erfolg auf Facebook, Twitter und Co. untersucht wurden.

Die Studie stammt von CoSchedule, dem Anbieter eines Social-Media-Tools. Die Firma hat sich die Headlines ihrer Kunden angeschaut und versucht herauszufinden, welche Überschriften besonders gerne von Social-Media-Nutzern geteilt wurden. 89 Prozent aller untersuchten Inhalte wurden weniger als 100-mal geteilt. Demnach wurden nur elf Prozent der Inhalte von mehr als 100 Menschen geteilt. Mehr als 10.000 Shares erreichte nur ein Prozent aller Inhalte, die über die Plattform von CoSchedule nach draußen gingen.

Studie: Sprecht eure Leser in der Headline direkt an

Headlines: Nutzer fahren nach wie vor auf Listen ab. (Grafik: OkDork / CoSchedule)
Headlines: Nutzer fahren nach wie vor auf Listen ab. (Grafik: OkDork / CoSchedule)

Die Ergebnisse der Studie dürften sich nur bedingt auf den deutschen Markt übertragen lassen, da sich der Anbieter ausschließlich englischsprachige Inhalte angeschaut hat. Trotzdem lassen sich interessante Informationen in den Ergebnissen finden. So taucht „You“ beziehungsweise „Your“ in fast sieben Prozent der erfolgreichsten Überschriften auf. Das legt den Schluss sehr nahe, dass Nutzer im Social Web gerne direkt angesprochen werden.

Der einzige Begriff, der noch häufiger in den erfolgreichen Überschriften genannt wurde, war „List Post“. Auch wenn das keine große Überraschung darstellt, ist es sinnvoll darauf hinzuweisen, dass Listen-Artikel, auch Listicles genannt, auf sozialen Netzwerken eine große Reichweite entwickeln können. Laut der Untersuchung von CoSchedule funktionieren solche Headlines vor allem auf Facebook, Twitter und LinkedIn.

Außerdem zeigt die Studie, dass Menschen gerne neue Dinge lernen oder etwas Neues gewinnen wollen. Daher stehen auch Begriffe wie „Win“, „Giveaway“, „DIY“ oder „How-to“ so hoch im Kurs bei den Nutzern sozialer Netzwerke.

Die perfekte Überschrift: Nicht jedes Soziale Netzwerk ist gleich

Laut der Studie sind die sozialen Netzwerke Facebook und Google+ eher für private Inhalte geeignet. Während ein stärkerer Business-Fokus beim Karrierenetzwerk LinkedIn wenig überraschend ist, scheint auch auf Twitter weniger Interesse an Themen wie Rezepten oder Gesundheit zu bestehen. Hier ziehen eher Social-Media- und Technologie-Themen.

Die Information könnten Content-Ersteller beispielsweise nutzen, um für verschiedene Netzwerke auch unterschiedliche Headlines zu texten. So könnten selbst kleinere Variationen dazu beitragen, die für die jeweilige Nutzergruppe packendste Headline zu erstellen.

Headlines sollten für verschiedene Netzwerke unterschiedlich getextet werden. (Grafik: OkDork / CoSchedule)
Headlines sollten für verschiedene Netzwerke unterschiedlich getextet werden. (Grafik: OkDork / CoSchedule)

Vor allem emotionale Überschriften führen zum Erfolg

Überraschenderweise wurden die meisten Inhalte über Pinterest verteilt. Es bleibt allerdings unklar, ob sich das auch auf den deutschen Markt übertragen lässt, wo der Marktanteil des Netzwerks deutlich kleiner sein dürfte. Auf Platz zwei folgte wenig überraschend Facebook, allerdings mit einem gehörigen Abstand zu Pinterest.

Letztlich bestätigt die Studie auch, dass emotionale Inhalte am häufigsten geteilt werden, denn der Mensch ist und bleibt eben ein emotionales Lebewesen. Die Studie von CoReach ist, was diese Erkenntnis angeht, in guter wissenschaftlicher Gesellschaft: Unter dem Titel „Psychologie der Viralität: Warum wir teilen, was wir teilen“ haben wir im Mai 2014 einen umfangreichen Artikel zu dem Thema veröffentlicht, der weitere Untersuchungen zum Thema aufgreift.

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7 Reaktionen
butterflies.club Andreas

Studien zum Thema Social Media bzw. deren Ergebnisse sind schon interessant und zeigen wichtige Trends auf. Allerdings finde auch ich es äußerst schade, dass hierbei doch letztendlich immer der Einheitsbrei aufgezeigt wird und die wirklichen Querdenker und Potentiale damit hinten runter fallen.

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rene_gast
rene_gast

@Ralf Tatsächlich kann selbst ein Wert von 0,0001% statistisch signifikant sein. Es kommt vielmehr darauf an, wie dieser Wert zustande kommt. Entsteht er nur durch wenige Ausreißer, ist er statistisch nicht signifikant.

Ansonsten sehe ich das weniger als generelle Empfehlung für Headlines. Wer aber z.B. ein Tutorial schreibt, kann davon evtl. profitieren. Ebenso wie der Roboter-Journalismus. Im Endeffekt braucht es mehr denn je herausragenden Journalismus.

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Alex
Alex

Direkte Anrede und v.a. zu pushy Headlines haben laut dieser Studie sogar einen negativen Effekt: http://www.outbrain.com/blog/2013/09/dont-tell-me-what-to-do-the-consequences-of-pushy-content-headlines.html

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André
André

Hallo nk,

Gut gesagt! Genau so ist es. Querdenker und Unbequeme werden aussortiert, alles muss optimiert werden. Früher haben wir einfach Zeitschriften und Zeitungen gelesen und uns an interessanten Überschriften erfreut. Wenn die Printmedien irgendwann untergehen, wird es ohnehin nur noch Schlagzeilen geben wie: "Ficken, jetzt noch mehr gratis!" "Boahh ey - Flugzeug voll explodiert gestern! 500 Leute voll tot ey!"

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nk
nk

Ätzender Trend, alles zu analysieren und nur noch nach Schwanzwedeln des Users zu publizieren! Wie weit will man das Marketingrad eigentlich noch drehen? Wo sind die sperrigen, provokanten, polarisierenden
Artikel? Listicles und Clickbaiting können dann auch per Roboterjournalismus abgehandelt werden. Und am besten auch durch Roboter-Konsum, damit die Leute mal wieder Freizeit ohne Stumpfsinn verbringen.

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Ralf

"So taucht „You“ beziehungsweise „Your“ in fast sieben Prozent der erfolgreichsten Überschriften auf."

Sind knapp 7% tatsächlich statistisch signifikant, um hieraus eine Empfehlung abzuleiten?

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Nikolai
Nikolai

Kennt jemand möglicherweise eine ähnliche Studie in Deutsch?

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