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Studie: So trackt Facebook auch Nicht-Mitglieder

Studie: So trackt Facebook auch Nicht-Mitglieder

wertet das Surfverhalten von Nutzern offenbar umfangreicher aus, als bisher angenommen. Wie eine belegt, werden sowohl Nutzer mit Opt-out getrackt als auch Nutzer, die gar keinen Facebook-Account haben.

Studie: So trackt Facebook auch Nicht-Mitglieder

(Bild: © Ray Bartkus)

Facebook trackt auch Nicht-Mitglieder

Dass Facebook das Surfverhalten seiner Mitglieder untersucht ist keine Überraschung. Neu hingegen ist, dass Nutzer offenbar auch dann getrackt werden, wenn sie explizit dem Opt-out in den Privatsphäre-Einstellungen zugestimmt haben oder gar nicht im Besitz eines Facebook-Accounts sind. Das berichtet die britische Tageszeitung The Guardian und beruft sich dabei auf eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Leuven.

Facebook trackt auch Nicht-Mitglieder und Nutzer mit Opt-out. #FLICKR#
Facebook trackt auch Nicht-Mitglieder und Nutzer mit Opt-out. (Foto: melenita2012 / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Im Rahmen der Untersuchung haben Forscher das Cookie-Tracking des weltweit größten Sozialen Netzwerks genauer unter die Lupe genommen. In dem 67-seitigen Papier kommen sie zu dem Ergebnis, dass jeder Internetnutzer, der auch nur annähernd mit Facebook in Berührung kommt, zu Werbezwecken ausgeleuchtet wird. Sobald ein Nutzer beispielsweise eine öffentliche Facebook-Seite ansurft, hinterlegt Facebook einen entsprechenden Cookie im Browser. Wird anschließend eine der circa 13 Millionen mit Social-Plugins wie der „Gefällt mir“-Box oder dem „Facebook“-Login bestückten Websites besucht, erkennt Facebook das und schickt die gesammelten Nutzerdaten nach Hause.

„Nichts legitimiert diese Tracking-Praktiken“

Damit verstoße Facebook gegen geltende EU-Gesetze. Diese erlauben die Verwendung von Cookies zu Tracking-Zwecken nur dann, wenn Nutzer dem explizit zugestimmt haben. Bei Nutzern, die darüber hinaus weder eingeloggt noch Mitglied im Netzwerk sind, trifft dies nach Auffassung der Forscher keineswegs zu. „Es gibt nichts, was die Tracking-Praktiken von Facebook in irgendeiner Weise legitimiert“, so einer der Autoren. Um rechtlich gültig zu sein, müsse die Zustimmung von Nutzern zu verhaltensorientierter Werbung explizit erfolgen.

Wie sich Nutzer schützen können

Es ist davon auszugehen, dass dieser Fall künftig auch die Gerichte beschäftigen wird. Bereits im Februar kam die belgische Datenschutzbehörde in einer selbst veröffentlichen Studie zu dem Ergebnis, dass Facebooks neue Datenschutzbestimmungen gegen EU-Verbraucherrechte verstoßen. Unklar ist, wann es zu entsprechenden Maßnahmen kommt.

Bis dahin können sich Nutzer mit Browser-Plugins wie zum Beispiel Ghostery vor dem Werbetracking schützen. Ebenfalls ratsam ist die regelmäßige Löschung der Cookies über die Privatsphäre-Einstellungen im Browser. Mehrere Facebook-Alternativen mit haben wir in diesem Artikel vorgestellt.

via www.theguardian.com

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4 Antworten
  1. von Konstantin am 31.03.2015 (19:53 Uhr)

    Ganz ehrlich? Wen wundert das? Natürlich muss ein Unternehmen so agieren, wenn ihr Profit primär aus Nutzereingaben besteht. Man versucht an möglichst viele Daten zu kommen, verknüpft diese und verkauft diese weiter. Grundprinzip jedes Programms: Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe. Genau so ist es bei Google, genau so ist es bei Twitter und genau so ist es bei Facebook eben auch.

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    • von Philipp Blum am 31.03.2015 (23:59 Uhr)

      Ich finde es in Ordnung. Ich meine, dass ist doch kein Geheimnis, dass es das Geschäftsmodell von Facebook ist. Wenn die Nutzer bereit wären für derartige Netzwerke Geld zu zahlen, gäbe es sie ja schon.

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      • von Falk D. am 01.04.2015 (09:57 Uhr)

        Es ist schön, dass Sie es "in Ordnung" finden. Ich jedoch bin mit Facebook keinen Vertrag oder sonstiges Einwilligungsverhältnis eingegangen, so dass ich dieses Profil-bildende Tracking nicht "in Ordnung" finden kann.

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  2. von Jens am 31.03.2015 (20:41 Uhr)

    apropos tracking: Ghostery blockt mir auf dieser Seite 10 Tracker. Aber über andere lästern :-(

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