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Studie: Deutsche Unternehmen bei Investitionen in digitale Projekte zurückhaltend

    Studie: Deutsche Unternehmen bei Investitionen in digitale Projekte zurückhaltend

Investieren deutsche Unternehmen zu wenig in ihre Digitalisierung? (Bild: Jirsak/Shutterstock)

Die Mehrheit der befragten Unternehmen steckt weniger als 30 Prozent ihrer Gesamtinvestitionen in digitale Projekte. Das könnte an den noch fehlenden Gewinnen aus der digitalen Dividende liegen.

Obwohl das Thema Digitalisierung bei den meisten deutschen Unternehmen mittlerweile eine tragende Rolle spielt, agieren deutsche Führungskräfte bei Investitionen in digitale Projekte offenbar eher zurückhaltend: So entfielen in zwei von drei befragten Firmen im vergangenen Geschäftsjahr weniger als 30 Prozent der Investitionen auf Digitalisierungsprojekte. Jedes dritte Unternehmen gebe sogar weniger als zehn Prozent für diesen Geschäftsbereich aus. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Unternehmensbefragung: Folgen der Digitalisierung” der IT-Management-Beratung Kobaltblau.

Für sie wurden im Herbst 2016 insgesamt 200 Entscheider der ersten und zweiten Führungsebene, nämlich Geschäftsführer, Vorstände, Abteilungs- und Bereichsleiter, aus Unternehmen ab 500 Mitarbeitern über alle Branchen hinweg telefonisch befragt. Explizit ausgenommen war nur der Öffentliche Dienst.

Fehlende Gewinne aus Digitalisierung?

Ein Grund für die verhaltenen Investitionen deutscher Firmen in Digitalisierungsprojekte könnte in den derzeit noch fehlenden Gewinnen liegen, interpretieren die Autoren der Befragung. Bisher hätten die wenigsten Entscheider, nämlich nur 14 Prozent, durch die digitale Umstellung „einen geldwerten Mehrwert erhalten”, wie es heißt. „Wenn Unternehmen mit ihren Digitalisierungsprojekten bis jetzt noch keine Gewinne eingefahren haben, kann das auch daran liegen, dass sie vergleichsweise spät auf den digitalen Zug aufgesprungen sind”, sagt Hans-Werner Feick, Geschäftsführer von Kobaltblau.

Jene Entscheider aus der Industrie und dem verarbeitenden Gewerbe würden den Startpunkt der Digitalisierung in ihrem Unternehmen im Vergleich zu anderen Branchen am weitesten zurückdatieren, heißt es. Für 86 Prozent von ihnen sei die digitale Revolution spätestens in den neunziger Jahren losgegangen. Im Gesundheitssektor hätten die meisten Befragten, nämlich 47 Prozent, den Start dagegen erst vor zehn bis 20 Jahren gesehen, ebenso wie in der Sparte „Dienstleistung und Handel” (34 Prozent).

Überwiegend positive Erwartungen

Immerhin: Obwohl die sogenannte digitale Dividende auf sich warten lasse, würden nahezu alle, nämlich 98 Prozent der befragten Entscheider, „positive” oder sogar „sehr positive” Auswirkungen der Digitalisierung für ihr Unternehmen erwarten, heißt es. Für 44 Prozent hätten sich die digitalen Projekte zwar noch nicht ausgezahlt, der wirtschaftliche Erfolg sei aber zumindest bereits absehbar. Noch 39 Prozent würden davon ausgehen, dass sich die Digitalisierung zumindest langfristig auszahlen werde.

Wann ein Unternehmen den digitalen Break Even erreiche, hänge unter anderem von der strategischen Bewertung der Digitalisierung ab, interpretiert Hans-Werner Feick: „Firmen, die das Thema ganz oben auf die Agenda setzen, stellen tendenziell mehr Budget bereit und werden in der Regel dafür belohnt. Solche Unternehmen landen meist früher in der Gewinnzone, da sie den digitalen Wandel mit vollem Einsatz angehen. Halbherzige Maßnahmen verpuffen entweder komplett, oder es dauert deutlich länger, bis sich die Investition auszahlt.”

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