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Summly: 16-Jähriger zeigt, wie Googles Suche funktionieren sollte

Summly: 16-Jähriger zeigt, wie Googles Suche funktionieren sollte

Nick D'Aloisio, ein 16-jähriger aus Wimbledon, England, hat mit Summly eine iOS-App vorgestellt, die einen eigens dafür entwickelten Suchalgorithmus enthält. Das klingt erst einmal wie eines von vielen kleinen . Doch das Konzept hinter seinem Produkt ist besonders und dürfte die Art und Weise revolutionieren, wie wir Inhalte präsentiert bekommen. 

Summly: 16-Jähriger zeigt, wie Googles Suche funktionieren sollte

Summly bereitet Web-Inhalte übersichtlich auf

Summly bereitet Webinhalte usergerecht und schnell verdaulich auf (Screenhsot: Summly)

Sein Vorhaben ist groß, denn mit seinem Tool Summly will D'Aloisio das Web für User wieder nutzbar machen. Ihn nervt es, dass in den ersten Ergebnissen der Google-Suche viel „SEO-Müll“ zu finden ist, der auf Keywords optimiert ist und oft keinerlei qualitativen Anspruch erfüllt. Selbst nach Panda-Updates sehen die Suchergebnisse nicht viel besser aus. Mit einer neuen Herangehensweise an das Auslesen von Web-Inhalten hat D'Aloisio offenbar eine Lösung gefunden.

Bei Summly handelt es sich um einen stetig lernenden Dienst, der durch semantische Textanalyse von Websites und Suchalgorithmen lange Artikel oder auch Websites in wenige hundert Wörter kürzt und in einer handvoll von Kernaussagen sinnvoll zusammenfasst. Summly fasst allerdings nicht nur Inhalte zusammen, sondern erkennt, in welche Themenkategorie die Webpage oder der Artikel einzuordnen ist.

Mithilfe seines Systems will D'Aloisio nicht nur eine Lösung zur Filterung von SEO-Müll gefunden haben. Sein Service soll dabei helfen, viel Zeit bei der Recherche zu sparen, da die Inhalte bereits für den Leser aufbereitet sind.

Im Augenblick arbeitet Summly am Besten mit  wohlformulierten Texten und einer kontinuierlichen Struktur. Artikel über Technologie und News sind ideal auf Summlys Algorithmus abgestimmt. Der Service funktioniert dabei nicht nur auf Englisch, sondern ist sprachenübergreifend und zurzeit auf 12 verschiedene Sprachen optimiert. Demnächst wird Summly auch chinesische Texte analysieren können.

Summly-App für iOS inklusive Browser-Integration

D'Aloisios iOS-App ist kostenlos und leicht zu verwenden. Gibt man einen bestimmten Begriff in die Suchmaske ein, wird eine Liste an Ergebnissen angezeigt. Tippt man auf eines der Resultate, erhält man eine kurze Zusammenfassung des Inhalts des Artikels, sodass sich der Text rasch erschließt. Selbst ganze Websites lassen sich auf diese Weise nach ihren Themenschwerpunkten einordnen.

Mit der App ist es nicht nur möglich, nach Themen zu suchen und sich die Inhalte gerafft anzeigen zu lassen, auch lange Artikel sind mithilfe von Summly schnell erfasst. Dafür muss lediglich die URL zum Text eingefügt werden, schon kommt eine Liste mit Bulletpoints zum Vorschein, in denen die wichtigsten Punkte angezeigt werden.

Für die großen Suchmaschinen aber auch soziale Netzwerke wie Twitter und Google+ wäre dieser Service eine große Bereicherung für die User. Denn zum einen kann so rascher eine Auswahl getroffen werden, welches Suchergebnis von Relevanz ist, sodass weniger Klicks zum Ergebnis führen, zum anderen könnt es in sozialen Netzwerken einen sinnvolles Tool darstellen, um gepostete Links mit kurzen Zusammenfassungen zu versehen.

Weiterführende Links zu Summly:

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9 Antworten
  1. von Clemens am 16.12.2011 (09:50 Uhr)

    Und die App hat tatsächlich ein 16-Jähriger entwickelt? Unfassbar.
    Da bleibt einem nur zu sagen: "Well done!"

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  2. von Andy am 16.12.2011 (10:06 Uhr)

    Gestern erst einen Bericht bei PlusMinus gesehen, da hat einer ein Verfahren entwickelt, wie man Motoröl wieder "reinigen" kann und sich so den Ölwechsel spart. Funktioniert wunderbar, aber keiner will es haben. Warum nur? Weil die Öl Industrie(!) kein Interesse daran hat, die wollen schließlich ihr Öl verkaufen.

    Ich wünsche Summly, dass es besser läuft...

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  3. von bastians am 16.12.2011 (11:30 Uhr)

    Würde mich nicht wundern, wenn der Junge bald für Google arbeitet ;)

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  4. von rubyist am 16.12.2011 (12:01 Uhr)

    Ich finde es toll, das es immer noch fähige junge Leute gibt, die außer Facebook zu nutzen noch andere, wertvolle Interessen haben und überhaupt noch etwas auf die Beine stellen wollen. Was mir an der Tatsache aber am besten gefällt: Der Kerl ist erst 16 und hat in diesem Alter vermtl. schon mehr drauf als viele die sich unserer sog. deutschen Bildungselite zurechnen und mit mehreren Studienabschlüssen oder Doktortiteln ausgestattet sind, aber in der Realität trotzdem nichts bewegen können.

    Junge mach weiter so, dein Arbeitsplatz bei Google ist dir sicher...

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  5. von precom Rainer am 16.12.2011 (12:02 Uhr)

    Also DAS klingt mal richtig spannend! Hut ab, dass das ein 16-jähriger entwickelt hat! Aber es bleibt wirklich abzuwarten, ob das ganze auch angenommen bzw. gut vermarktet wird. Google versucht zwar, die Suchergebnisse so "objektiv" wie möglich zu gestalten, aber in Wahrheit leben sie ja auch von dem ganzen SEO- und SEM-Hype. Mal schauen, ob es eines der vielen wirklich interessanten "One-Hit-Wonder" im Internet bleibt und dahintümpelt, oder ob es vielleicht doch eine kleine Revolution auslöst.
    Ich wünsche Summly das zweite....befürchte allerdings das erste ;) ! Das Beispiel mit der Motoröl-Reinigung ist da nicht so weit hergeholt!

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  6. von Fabian am 16.12.2011 (13:04 Uhr)

    Naja da kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen.

    Es ist ja nicht der erste Versuch das Internet durch semantische Algorithmen besser zu strukturieren. So galt ja auch die Suchmaschine wolfram alpha lange als ernstzunehmende Konkurrenz für Google.

    Und jetzt hört man auch nichts mehr davon.

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  7. von suche funktionieren am 16.12.2011 (16:53 Uhr)

    Das Zusammenfassen ist echt cool.
    Ich wollte RDF und verschiedene Aussage-Stufen.
    Trockene Nudeln, Abgepackt (frisch) im Kühlfach, Plastikverpackt für Microwelle, Aufwärm-Automat am Bahnhof oder Hotspots, Restaurant.
    Es gibt Startups die kompakte Berichte von Sport-Ereignissen (Köln:Pusemuckel, Poldi(13.), Aldi(17. Elfmeter)...") verbal "aufblähen" und dann z.B. im Auto vorlesen oder als Zeitungs-Agentur-Text "Im Spiel Köln gegen Pusemuckel erzielte Poldi vor seinen Zuschauern im 13ten Minute ein Tor, musste aber in der 17ten Minute einen Elfmeter von Aldi schlucken.".
    Der Profi schaut sich ja auch das kompakte Transcript einer Schach-Spiels an. Anfänger lassen denselben Text auf einem Schachspiel auf dem Ipad vorspielen.

    Ich wollte eine Firefox-Plugin machen, das sowas wie Reader von Apple macht. Also nicht den Content zusammenfassen sondern die Seite CSS/HTML/Script-Mäßig umbauen (damals gabs noch kein HTML5 als neue Hoffnung und Schröder rettete die Elbe vor der Flut und alles war optimiert für Inet-Ex6 und 1024x786 24 Bit) um den Content (wie es Wikipedia in lynx und mobile-clients macht!) als erstes darzustellen.
    Sein App ist natürlich ein ganzes Stück besser.

    Dummerweise wird man hier abgemahnt und muss beim Inkubator die teuersten Büro-Immobilien bezahlen die es gibt und Berater-Juristen usw.. Also machen junge Engländer sowas.
    "Toll". "Danke" rot-grün. Ich kann nur massiv von Informatik-Studium abraten. Studiert Jura oder BWL. Mit 30 ist man Zwangs-Freiberufler und kämpft mit 20-Euro-Phpler und Kunststudenten die sich Photoshop selber beigebracht haben.

    Und das man bevotet erkennt (evtl Bayes wie bei Spam) welche Suchergebnisse s*cken, ist auch interessant. Man sieht von den Suchergebnissen ja nur einen Ausschnitt und entscheidet. Da kann man durchaus ein Browser-Plugin schreiben das einem Totenkopf oder Spam-Logo neben jedem Ergebnis einbaut und man es als Spam aussortieren kann. Bayes-Filter könnten funktionieren. Vielleicht sogar besser als bei echtem Spam mit automatisch eingebauten Tippfehlern.
    Und google wird wieder sauber. Wer kennt noch piratos ? Na gut. Vermutlich die wenigsten. Aber damit es heute jeder versteht wäre die Werbebotschaft: "Damit kann man ciao und sowas rausfiltern." "Ja boar ey krass, muss ich sofort installieren. Tschau-Ciao."

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  8. von nik am 16.12.2011 (23:02 Uhr)

    Und wie soll das gehen? Das Video erzählt einem nur, dass die Welt so furchtbar kompliziert ist und Summly alles besser macht. Und bei der Sortierung musste ich dann kurz denken, dass das Clusty (heute Yippy) schon vor vielen Jahren gemacht hat.

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  9. von Maile am 19.12.2011 (10:48 Uhr)

    Ich hab auch von diesem jungen Mann gehört der die Suche erleichert haben soll. Jetzt ist sogar der 16 reichste Mann der Welt (genau kann ich leider nicht mehr sagen wer das war) auf Ihn aufmerksam geworden! Wenn da mal nicht wieder alle SEO aufschreien:D

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