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So surfst du unter dem Google-Radar

So surfst du unter dem Google-Radar

Wie man inkognito surft und keine ungewollten Informationen über sich Preis gibt wird in einem Blogpost bei Microcosm anschaulich beschrieben. Auch Ads erfährt so nichts mehr über uns, um Rückschlüsse für z.B. personalisierte zu ziehen. Wir stellen den Blogartikel kurz vor.

So surfst du unter dem Google-Radar
Inkognito im Web

Wer wir aus Googles Sicht sind

Es ist kein Geheimnis, dass Google Ads Daten über uns sammelt, um uns z.B. möglichst passende Werbung zu präsentieren. Unter einem Link bei Google Ads wird über einen Cookie gespeichert, was Google so über uns denkt. Das muss nicht immer stimmen, es ist aber oft überraschend bis erschreckend, was Google so alles über uns ableitet. Die sogenannten demografischen Merkmale wie Alter und Geschlecht passen in meinem Fall z.B. nicht, aber die ermittelten Themenkategorien treffen es schon ziemlich genau.

In dem Blogpost „I dont’ think you browse like I do“ bei Microcosm erläutert der Autor ausführlich, wie er mittels verschiedener Mechanismen für mehr Privatheit im Web verhindert, dass ungewollte Infos über ihn Preis gegeben werden.

Mehrere Browser und privater Modus

Wie David schreibt, möchte er keine lokalen Spuren auf seinem Computer beim Surfen hinterlassen. Bis er sich irgendwo bei einem „Identitätstracker“ wie G+, Twitter oder Facebook einloggt, sollen die Dienste nicht wissen wer er ist und auch möglichst wenig über ihn erfahren. Wie bekommt David das hin? Er verwendet zwei verschiedene Browser und hat den privaten Modus in Firefox und Chrome aktiviert. Sein Surf-Setup sieht aus wie folgt:

  • Firefox für alle Identitätsservices (z.B. Gmail/G+, Twitter, Facebook, LinkedIn)
  • Chrome für das normale Surfen (z.B. Suche, Foren, News, Musikseiten)
  • Last Pass für alle Passwörter
  • Pinboard für alle Lesezeichen.

Firefox ist über :config und browser.privatebrowsing.autostart = true so eingestellt, dass er immer im privaten Modus startet und somit nichts lokal speichert. Bei Chrome kann man das Gleiche erreichen, indem man dem Startpfad –incognito hinten anhängt. Beide Browser speichern so keine History und keine Cookies. Beim Schließen des Browserfensters werden jedes Mal alle Aktivitätsspuren gelöscht.

Nebeneffekte der Anonymität

Wenn man das Surf-Setup von David ausprobiert, wird man bemerken, dass es natürlich ein paar Nebeneffekte gibt:

  • Man muß sich immer wieder neu überall anmelden.
  • Wenn man Google 2-Faktor-Authentifizierung nutzt, muß man bei jedem Login einen Code eingeben.
  • Lesezeichen aus Firefox sind nicht in Chrome verfügbar und andersherum.
  • Links öffnen sich je nachdem ob mit Login oder ohne mal in Firefox und mal in Chrome.

David geht mit diesen Nebeneffekten so um, dass er seine Passwörter und Lesezeichen zentral im Web bei LastPass, Pinboard und auf der eigenen Webseite speichert.

Wie David sogar dazu gekommen ist, Links von einem Browser in den anderen zu kopieren und wie man überhaupt zu dieser etwas anderen Art des Surfens kommt, könnt ihr in seinem Blogpost genau nachlesen:

I don’t cross the boundaries between identity services and the rest of the web. It only takes a second to copy the link and switch to the other browser and paste the link, and that is what I do. Surprisingly this happens far less than you think it might.

Ob sich der Aufwand lohnt z.B. zwei verschiedene Browser oder weitere Dienste zu nutzen um privater im Web unterwegs zu sein, kann jeder für sich selbst entscheiden. Aber David hat in seinem Artikel anschaulich beschrieben, wie er ungewollter Personalisierung im Web entkommt, indem er Identitätstracker strikt vom anonymen Standardsurfen trennt.

Weiterführende Links:

Bildnachweis für die News: aka alancleaver / flickr.com, Lizenz: CC-BY Bildnachweis für die Newsübersicht: aka aboutbettertimes / flickr.com, Lizenz: CC-BY

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6 Antworten
  1. von Sven Finger am 22.02.2012 (15:22 Uhr)

    Bei dem Artikelbild habt ihr den Praktikanten rangelassen, mh? :-P

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  2. von freak am 22.02.2012 (15:25 Uhr)

    naja es geht auch viel einfacher und zwar mit dem Plugin Ghostery, da kann man einstellen wer tracken darf und wer nicht.

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  3. von lineman am 22.02.2012 (17:13 Uhr)

    Sowohl bei Facebook als auch bei Google und bei wem sonst noch geht es angeblich derzeit nur um Werbung. Das wäre tatsächlich egal. Diese Daten wecken Begehrlichkeiten bei weniger lustigen Nutznießern, wie Banken und Kreditgebern, Geheimdiensten, Regierungen, Shops, Dienstanbietern mit Abomodellen usw. Das wiederum kann zu Zensur, Strafverfolgung (was wohl noch "ok" wäre), Kreditverweigerungen, Vertrags- und Kaufverweigerungen führen und noch viel mehr... Viel Spaß... auch wenn Du vielleicht nicht betroffen sein magst, so ist es doch nach wie vor höchst fragwürdig. Ändern wird sich daran dennoch nichts.

    Vielleicht sich ein wenig informieren, aber das wird wohl nie bei einem Großteil der Internetnutzer passieren.

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  4. von Marc am 22.02.2012 (17:59 Uhr)

    Diese Zustände macht man sich viel zu selten bewusst. Eigentlich weiß man ja dass Google, Facebook und "die Anderen" gerne unsere Daten sammeln und unsere Surfgewohnheiten 'beobachten'.

    Aber man ist echt zu faul um diese einfachen "Tricks" zu verwenden um seine Privatsphäre zu schützen.

    Gruß
    Marc (der wirklich so heißt, aber das weiß Google und Facebook ja schon ;-))

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  5. von Ich am 23.02.2012 (08:24 Uhr)

    Komisch: Einerseits seine Daten nicht an Google & Co weitergeben wollen, aber andererseits seine Passwörter(!!!) bei einem Online-Anbieter speichern..... Passt doch irgendwie nicht zusammen, oder?? Was ist wenn der mal gehackt wird? Gute Nacht! Da lob ich mir Keepass!

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  6. von Martin am 23.02.2012 (11:12 Uhr)

    Übrigens kann man von einem Browser auch den privaten Modus und den normalen Modus gleichzeitig benutzen, dann kann man seinen Lieblingsbrowser für beides verwenden und muss nicht 2 Browser offen haben.
    Das ist die normale Tastenkombination zum Fenster öffnen mit Umschalt-Taste dazu.

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