Wir vom Marketing lieben die Dinger schon seit Jahren. Sie waren so etwas wie der feuchte Traum der digitalen Werber, weil sie ermöglichten, dass der Konsument an Ort und Stelle mit einem Poster oder Produkt interagieren kann. Seit Jahren sind alle Trendreports voll mit Case Studies, die QR-Codes benutzen. In meiner Zeit bei der Agentur Razorfish gab es praktisch keine Ideenpräsentation, die nicht mindestens eine Idee zum Einsatz von QR-Codes enthielt. Allein gekauft hat diese Ideen kein einziger Kunde. Deswegen gelten QR-Codes in Digitalagenturen eher als Running Gag…so wie Flashmobs.
QR Code: Durchbruch geschafft?
Das Problem: QR-Codes haben sich nie durchsetzen können. Kaum jemand hat eine Reader-Applikation auf seinem Handy installiert, um unterwegs spontan einen Code zu scannen. Somit blieb die Interaktion mit den Codes während der letzten Jahre immer praktisch bei Null. Das scheint sich nun grundlegend verändert zu haben. In Austin waren QR-Codes omnipräsent. Kein Flyer, kein Poster und kein Startup-Shirt ohne Code. Vom kleinen Sticker bis zum riesigen an Häuserwände gebeamten Code, war alles dabei. Und plötzlich scheint es zu funktionieren. Sei es, weil die Smartphone-Benutzer inzwischen das Installieren von Applikationen verinnerlicht haben. Oder weil die Anwendung inzwischen über reine Links zu Webseiten hinausgeht. Was auch immer dazu geführt hat, dass der QR-Code bei der SXSW nach vielen Jahren des Nischendaseins seinen Tipping Point erlebt hat, man kann davon ausgehen, dass er auch hier bald omnipräsent sein wird. Zeit also, die alten Ideen zu entstauben. Die Wahrscheinlichkeit ist überraschend hoch, dass einige Konzepte doch noch ihren Abnehmer finden werden. Manches war wohl nur seiner Zeit zu weit voraus.
Fazit
Am nächsten dran an dem Thema war bei der SXSW die New Yorker Trendagentur PSFK, die vor kurzem mit ihrem Report Future of Mobile Tagging quasi das Handbuch zum Durchbruch des QR-Codes geliefert hat.
Was haltet ihr von QR-Codes? Nutzt ihr die? Und habt ihr eine App zum scannen auf eurem Smartphone? Ich bin gespannt auf eure Kommentare.
Bildnachweis für die Newsübersicht: Foto von Fabrice de Nola auf flickr.com. Lizenz: CC-BY-SA





28 Answers
von Medienlotse 17.03.2011 (13:38Uhr) 1.
Ich denke, dass QR-Codes sich schon bald zu einer Spielart der Werbung entwickeln werden, mit der sich ganz bestimmte Zielgruppen avisieren lassen. Aber auch KMU und Handwerker sollten nicht davor zurückschrecken, mit der neuen Technik zu experimentieren. Derzeit gibt es kaum ein Gebiet im Marketing, auf dem sich Kunden glaubhafter als "First Mover" darstellen können.
von bertone 17.03.2011 (13:46Uhr) 2.
Hallo,
ich bin auch schon lange ein großer Fan von den Dingern. Die Nutzer werden aber noch lernen müssen damit intuitiv umzugehen.
Was mir besonders gut gefällt, sind die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, nicht nur im Marketing sondern z.B. auch in der Poduktentwicklung. Viele Produkte kann man damit mit einem zusätzlichen Mehrwert ausstatten. Ich habe dazu erst vor kurzem einen Artikel geschieben.
Es ist eine Menge Platz für kreative Ideen und ich bin sehr gespannt was sich alles entwickeln wird.
von Felix 17.03.2011 (14:23Uhr) 3.
hehe, ich find die Dinger geil ;)
wenn jetzt mein Handy nicht so alt wäre.. und die Verbindung zum Internet nicht schon allein 5€ (!!) kosten würde, würde ich die Dinger auch öfter nutzen ;)
Ich freu mich schon auf die erste Fernsehwerbung:
Sie haben 10 Sekunden um den QR-Code zu fotografieren und auf unsere Homepage zu kommen... (über den ganzen Bildschrirm groß.. nur der Code und eine weiße Fläche und der Zähler obendrüber)
10.. 9.. 8... 7... 6... 5... 4... 3.. 2.. 1..
Wenn sie es bis jetzt noch nicht geschafft haben, den QR-code zu scannen.. dann warten sie einfach bis zur nächsten Werbung ;)
von Andreas Zehfuß 17.03.2011 (14:31Uhr) 4.
Was bei QR-Codes immer wieder vergessen wird: Im Grunde sind sie ein Krücke. Die Entwicklung muss dahingehen, dass Smartphones einen Ort, ein Plakat, ein Objekt, etc. direkt erkennen können und dann in der Lage sind nützliche Zusatzinformationen auf dem Device anzuzeigen. - Ganz ohne den Umweg über einen speziell aufgedruckten Code. Entsprechende Technologien existieren ja bereits.
QR-Codes laufen dem sinnvollen Trend zuwider, Dinge immer weniger technisch, sondern einfach & natürlich nutzbar zu machen. Es darf nicht mehr nötig sein maschinenlesbare Codes auf Papier drucken zu müssen, für die eigens eine Software heruntergeladen werden muss, die wiederum die Codes interpretiert - um dann vielleicht tatsächlich nur die URL einer Website aufzurufen ...
von Zuckerberg-Syndrom: Seth Priebatsch will… 17.03.2011 (15:38Uhr) 5.
[...] SXSW 2011: And the winner is… der QR-Code - t3n News, 17.03.2011 [...]
von Sebastian Gerhard 17.03.2011 (17:53Uhr) 6.
An einen Vorteil der Markertechnologie hatte ich vorher nicht gedacht: Die Dinger funktionieren ohne GPS und teilweise auch ohne Datenverbindung. Dadurch eignen sie sich auch für Szenarien in weniger erschlossenen Gebieten. lm Rahmen des PSFK Salons wurden einige Konzepte diverser Agenturen präsentiert, die sich genau auf solche Szenarien konzentrieren. (Siehe Link im Artikel)
Der von der Regierungskoalition geprägte Begriff der "Brückentechnologie" beschreibt das recht treffend.
von jke 18.03.2011 (01:15Uhr) 7.
Ich nutze diese QR-Codes auch schon seit einiger Zeit:
- früher zu Firefox & pre ReadItLater Zeiten als Browser Extension, um "mal eben" einen Link ins Mobiltelefon zu bekommen
- als ausgedruckter Adressaufkleber auf der Handyrückseite zum schnellen Adressaustausch, ebenso als png auf der Website
- als Streetart Objekt
Ich würde mich freuen, wenn man das irgendwann in Form einer Art Daumenkino an Häuserwänden befestigen und mitm Endgerät abscannen kann. Wobei: mehrere QR-Codes hintereinander = Programmcode für ein simples Spiel, zB Pong.
von Freenet, Bild, YouTube. — mobilbranche… 18.03.2011 (12:52Uhr) 8.
[...] beim SXSW zwar viele Mobile-Themen miterlebt, aber ein “Next Big Thing” vermisst. t3n.de (Kleske), mobile-zeitgeist.com [...]
von Kirsten 18.03.2011 (14:11Uhr) 9.
Ich hab sie auch gesehen, die vielen QR-Codes auf der SXSW. Zwei oder drei davon habe ich ausprobiert. Ich fand das QR-Code-Erlebnis eher frustrierend: Man fummelt fürchterlich herum und landet dann auf einer Website, die irgendwelchen lauen Marketingkram erzählt.
Mir ist es nach wie vor lieber, die Leute sagen klar was sie tun und was daran für mich interessant sein könnte.
Ich verstehe nicht, wozu die Codes gut sind. Nach ein, zwei Mal ausprobieren spart man sich das Gehampel. Man "arbeitet" und kriegt Marketingi-Spielchen als Belohnung. Das ist wirklich nichts, was mich interessiert. Ganz im Gegenteil: Es nervt.
von Marc Pentermann 19.03.2011 (12:06Uhr) 10.
Da wollte ich letztlich einmal QR-Codes in einer ausliegenden Zeitschrift ausprobieren und sie funktionierten mit zwe unterschiedlichen Apps nicht. Ansonsten sehe ich sie eher als Mittel, um Inhalte vom Desktop-Browser aufs Smartphone zu bekommen. Aber einen wirklichen Nutzen außerhalb dieser Funktion sehe ich momentan noch nicht …
von Andreas Steinbrecht via facebook 19.03.2011 (19:35Uhr) 11.
Nutze ich schon länger. Praktisch auch auf Visitenkarten.
von Florian Pätzold via facebook 19.03.2011 (19:36Uhr) 12.
habe es leider erste vor einpaar tagen für mich enddeckt nutze es für meinen Blog ! Habe die software Barcoo iphone
von Thorsten Ising via facebook 19.03.2011 (19:42Uhr) 13.
Nutze es seit langem und habe sehr viel Spaß daran. Ja, auf dem Smartphone nutze ich inigma :-)
von PRonline.de via facebook 19.03.2011 (20:04Uhr) 14.
Nö, trotz iPhone und Kommunikationshintergrund will so recht keine QR-Manie ausbrechen. Gescannt werden aber manchmal Strichcodes im Elektronikmarkt zum Preisvergleich ;)
von Robert Wagner via facebook 19.03.2011 (20:58Uhr) 15.
ist bei den ausleihzetteln von ausleihsoftware.de drauf ...
von Karsten Soll via facebook 19.03.2011 (22:22Uhr) 16.
Würde sie gerne mehr benutzen. Leider zu wenige Angebote die qr verwenden!
von Dirk Habenschaden via facebook 20.03.2011 (01:00Uhr) 17.
Bin totaler Fan von QRCode. Ich nutze den Neo-scanner
von Ralf Abele via facebook 20.03.2011 (11:11Uhr) 18.
Ich nutze den Quickmark. Der kostet mittlerweile zwar 79 Cent, allerdings sehr komfortabel. Man muss die Kamera nur über den QR-Code halten und nicht mal den Auslöser drücken.
von Peter Hogenkamp 20.03.2011 (16:48Uhr) 19.
Ich war auch jahrelang überzeugt, dass die vorbei sind, bevor sie angefangen, bis ich vor einigen Wochen an der TEDActive genau dasselbe erlebte wie Du jetzt: QR -Codes überall, in der Broschüre war buchstäblich auf jeder Werbeseite einer. Muss wohl meine Meinung nochmal überdenken, habe ich da auch schon gedacht.
Zudem hatte ich noch ein paar andere ähnlich Erlebnisse: Beim Einrichten des Google Authenticator (http://itunes.apple.com/de/app/google-authenticator/id388497605?mt=8) kommt eine Stelle, an der man die App personalisieren muss. Das geht auch über einen Scan und dauert daher etwa eine Zehntelsekunde.
Und die Amazon-App mit dem EAN-Code-Scanner nutze ich auch immer mal wieder, um ein Buch, das mir gefällt, zu bestellen. Las letztes Wochenende bei Starbucks ein Bilderbuch mit dem Sohn, dachte, das könnten wir auch mal kaufen, und der Bestellvorgang dauerte etwa 30 Sekunden.
Fazit: Wenn etwas lange nicht funktioniert hat, heisst das nicht, dass es nie funktionieren wird. Das sage ich immer, aber hier bin ich selbst mal überrascht worden.
von Gabriel Kaufmann via facebook 20.03.2011 (18:56Uhr) 20.
Ich sehe als Web-Entwickler für einige Anwendungsgebiete (Mobile Apps) durchaus interessantes Potential. Ich bin noch gespannt, was die Zukunft bringt...
von Modemat - zeitgeist.kommunikation via facebook 20.03.2011 (19:21Uhr) 21.
Wenn QR-Codes gut gemacht sind, dann werden die auch genutzt. Es sollten nur keine alternativen Webseiteneingänge sein sondern immer etwas mehr, bzw. spezielleres bieten.
von Kevin Albrecht 21.03.2011 (07:32Uhr) 22.
Ich glaube, dass langsam das zusammenfindet, was zusammengehört. Dank iPhone & Co. wird es immer leichter, sich "mal schnell" eine QR-Code-Reader-App zu beschaffen, demnach steigt auch die Bereitschaft einen QR-Code abzufotografieren.
In der Zukunft wird's glaub ich noch viele spannende Aktionen geben, richtig eingesetzt bieten sie schließlich auch einen echten Mehrwert - vielleicht war der QR-Code vorher einfach zu früh dran...
von Erik Kersting via facebook 21.03.2011 (10:53Uhr) 23.
Ich war vorgestern in München am Marienplatz und dort hatte ein Modehaus eine spezielle Werbeaktion mit QR-Codes auf dem Schaufenster. QR-Codes scheinen langsam in Deutschland anzukommen. p.s.: Meiner für Facebook: http://twitpic.com/486qkl
von Matthias Reinholz via facebook 21.03.2011 (11:45Uhr) 24.
Früher mal, aber immer weniger. Fast alle QR-Codes, die man so antrifft leiten auf einfache Domains oder nur ganz kurze Subdomains o.Ä.. Sowas tippe ich schneller im Gehen in den mobilen Browser, als es braucht, die App zu starten, extra ruhig stehen zu bleiben und den Code zu scannen...
von Erik Kersting via facebook 21.03.2011 (21:34Uhr) 25.
Gute Idee von Frosta. http://www.koch-kreativ.de/sonstiges/qr-code.html
von SXSW 2011: Warum sich der Event nicht lo… 22.03.2011 (13:01Uhr) 26.
[...] und Postern zugekleistert. Kaum ein Shirt, das vorne nicht ein Startup-Logo und hinten einen QR-Code aufgedruckt [...]
von » anders und sehr Blog » QR-… 22.03.2011 (14:23Uhr) 27.
[...] In der t3n erschien die Tage ein Artikel, der genau diese beiden Seiten aufzeigt (witzig, genau umgekehrt): http://t3n.de/news/sxsw-2011-winner-is-qr-code-301779/. [...]
von SXSW Part 4 – The Buskers | Flattr… 27.03.2011 (10:08Uhr) 28.
[...] t3n.de (German) [...]