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SXSW 2011: And the winner is… der QR-Code

SXSW 2011: And the winner is… der QR-Code

Seitdem und jeweils ihren großen Durchbruch auf dem SXSW Interactive Festival in Austin hatten, stellt sich die anwesende Geek-Gemeinschaft jedes Jahr aufs neue die Frage, wer wohl dieses Mal die Aufmerksamkeit beherrschen wird. Auch wenn viele 2011 auf die Gruppen-SMS-Applikationen ala GroupMe und Beluga setzen, so war der eigentliche Gewinner ein mehr als unerwarteter: der QR-Code. Genau – diese quadratischen Pixelhaufen, die man mit einem scannen kann, um dann in der Regel auf eine Webseite weitergeleitet zu werden.

SXSW 2011: And the winner is… der QR-Code

Wir vom Marketing lieben die Dinger schon seit Jahren. Sie waren so etwas wie der feuchte Traum der digitalen Werber, weil sie ermöglichten, dass der Konsument an Ort und Stelle mit einem Poster oder Produkt interagieren kann. Seit Jahren sind alle Trendreports voll mit Case Studies, die QR-Codes benutzen. In meiner Zeit bei der Agentur Razorfish gab es praktisch keine Ideenpräsentation, die nicht mindestens eine Idee zum Einsatz von QR-Codes enthielt. Allein gekauft hat diese Ideen kein einziger Kunde. Deswegen gelten QR-Codes in Digitalagenturen eher als Running Gag…so wie Flashmobs.

QR-Codes, hier von Flattr, waren bei der SXSW 2011 omnipräsent.

QR Code: Durchbruch geschafft?

Das Problem: QR-Codes haben sich nie durchsetzen können. Kaum jemand hat eine Reader-Applikation auf seinem Handy installiert, um unterwegs spontan einen Code zu scannen. Somit blieb die Interaktion mit den Codes während der letzten Jahre immer praktisch bei Null. Das scheint sich nun grundlegend verändert zu haben. In Austin waren QR-Codes omnipräsent. Kein Flyer, kein Poster und kein Startup-Shirt ohne Code. Vom kleinen Sticker bis zum riesigen an Häuserwände gebeamten Code, war alles dabei. Und plötzlich scheint es zu funktionieren. Sei es, weil die Smartphone-Benutzer inzwischen das Installieren von Applikationen verinnerlicht haben. Oder weil die Anwendung inzwischen über reine Links zu Webseiten hinausgeht. Was auch immer dazu geführt hat, dass der QR-Code bei der nach vielen Jahren des Nischendaseins seinen Tipping Point erlebt hat, man kann davon ausgehen, dass er auch hier bald omnipräsent sein wird. Zeit also, die alten Ideen zu entstauben. Die Wahrscheinlichkeit ist überraschend hoch, dass einige Konzepte doch noch ihren Abnehmer finden werden. Manches war wohl nur seiner Zeit zu weit voraus.

Fazit

Am nächsten dran an dem Thema war bei der SXSW die New Yorker Trendagentur PSFK, die vor kurzem mit ihrem Report Future of Mobile Tagging quasi das Handbuch zum Durchbruch des QR-Codes geliefert hat.

Was haltet ihr von QR-Codes? Nutzt ihr die? Und habt ihr eine App zum scannen auf eurem Smartphone? Ich bin gespannt auf eure Kommentare.

Bildnachweis für die Newsübersicht: Foto von Fabrice de Nola auf flickr.com. Lizenz: CC-BY-SA

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10 Antworten
  1. von Medienlotse am 17.03.2011 (13:38 Uhr)

    Ich denke, dass QR-Codes sich schon bald zu einer Spielart der Werbung entwickeln werden, mit der sich ganz bestimmte Zielgruppen avisieren lassen. Aber auch KMU und Handwerker sollten nicht davor zurückschrecken, mit der neuen Technik zu experimentieren. Derzeit gibt es kaum ein Gebiet im Marketing, auf dem sich Kunden glaubhafter als "First Mover" darstellen können.

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  2. von bertone am 17.03.2011 (13:46 Uhr)

    Hallo,

    ich bin auch schon lange ein großer Fan von den Dingern. Die Nutzer werden aber noch lernen müssen damit intuitiv umzugehen.

    Was mir besonders gut gefällt, sind die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, nicht nur im Marketing sondern z.B. auch in der Poduktentwicklung. Viele Produkte kann man damit mit einem zusätzlichen Mehrwert ausstatten. Ich habe dazu erst vor kurzem einen Artikel geschieben.

    Es ist eine Menge Platz für kreative Ideen und ich bin sehr gespannt was sich alles entwickeln wird.

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  3. von Felix am 17.03.2011 (14:23 Uhr)

    hehe, ich find die Dinger geil ;)

    wenn jetzt mein Handy nicht so alt wäre.. und die Verbindung zum Internet nicht schon allein 5€ (!!) kosten würde, würde ich die Dinger auch öfter nutzen ;)


    Ich freu mich schon auf die erste Fernsehwerbung:

    Sie haben 10 Sekunden um den QR-Code zu fotografieren und auf unsere Homepage zu kommen... (über den ganzen Bildschrirm groß.. nur der Code und eine weiße Fläche und der Zähler obendrüber)

    10.. 9.. 8... 7... 6... 5... 4... 3.. 2.. 1..

    Wenn sie es bis jetzt noch nicht geschafft haben, den QR-code zu scannen.. dann warten sie einfach bis zur nächsten Werbung ;)

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  4. von Andreas Zehfuß am 17.03.2011 (14:31 Uhr)

    Was bei QR-Codes immer wieder vergessen wird: Im Grunde sind sie ein Krücke. Die Entwicklung muss dahingehen, dass Smartphones einen Ort, ein Plakat, ein Objekt, etc. direkt erkennen können und dann in der Lage sind nützliche Zusatzinformationen auf dem Device anzuzeigen. - Ganz ohne den Umweg über einen speziell aufgedruckten Code. Entsprechende Technologien existieren ja bereits.

    QR-Codes laufen dem sinnvollen Trend zuwider, Dinge immer weniger technisch, sondern einfach & natürlich nutzbar zu machen. Es darf nicht mehr nötig sein maschinenlesbare Codes auf Papier drucken zu müssen, für die eigens eine Software heruntergeladen werden muss, die wiederum die Codes interpretiert - um dann vielleicht tatsächlich nur die URL einer Website aufzurufen ...

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  5. von Sebastian Gerhard am 17.03.2011 (17:53 Uhr)

    An einen Vorteil der Markertechnologie hatte ich vorher nicht gedacht: Die Dinger funktionieren ohne GPS und teilweise auch ohne Datenverbindung. Dadurch eignen sie sich auch für Szenarien in weniger erschlossenen Gebieten. lm Rahmen des PSFK Salons wurden einige Konzepte diverser Agenturen präsentiert, die sich genau auf solche Szenarien konzentrieren. (Siehe Link im Artikel)

    Der von der Regierungskoalition geprägte Begriff der "Brückentechnologie" beschreibt das recht treffend.

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  6. von jke am 18.03.2011 (01:15 Uhr)

    Ich nutze diese QR-Codes auch schon seit einiger Zeit:
    - früher zu Firefox & pre ReadItLater Zeiten als Browser Extension, um "mal eben" einen Link ins Mobiltelefon zu bekommen
    - als ausgedruckter Adressaufkleber auf der Handyrückseite zum schnellen Adressaustausch, ebenso als png auf der Website
    - als Streetart Objekt

    Ich würde mich freuen, wenn man das irgendwann in Form einer Art Daumenkino an Häuserwänden befestigen und mitm Endgerät abscannen kann. Wobei: mehrere QR-Codes hintereinander = Programmcode für ein simples Spiel, zB Pong.

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  7. von Kirsten am 18.03.2011 (14:11 Uhr)

    Ich hab sie auch gesehen, die vielen QR-Codes auf der SXSW. Zwei oder drei davon habe ich ausprobiert. Ich fand das QR-Code-Erlebnis eher frustrierend: Man fummelt fürchterlich herum und landet dann auf einer Website, die irgendwelchen lauen Marketingkram erzählt.
    Mir ist es nach wie vor lieber, die Leute sagen klar was sie tun und was daran für mich interessant sein könnte.
    Ich verstehe nicht, wozu die Codes gut sind. Nach ein, zwei Mal ausprobieren spart man sich das Gehampel. Man "arbeitet" und kriegt Marketingi-Spielchen als Belohnung. Das ist wirklich nichts, was mich interessiert. Ganz im Gegenteil: Es nervt.

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  8. von Marc Pentermann am 19.03.2011 (12:06 Uhr)

    Da wollte ich letztlich einmal QR-Codes in einer ausliegenden Zeitschrift ausprobieren und sie funktionierten mit zwe unterschiedlichen Apps nicht. Ansonsten sehe ich sie eher als Mittel, um Inhalte vom Desktop-Browser aufs Smartphone zu bekommen. Aber einen wirklichen Nutzen außerhalb dieser Funktion sehe ich momentan noch nicht …

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  9. von Peter Hogenkamp am 20.03.2011 (16:48 Uhr)

    Ich war auch jahrelang überzeugt, dass die vorbei sind, bevor sie angefangen, bis ich vor einigen Wochen an der TEDActive genau dasselbe erlebte wie Du jetzt: QR -Codes überall, in der Broschüre war buchstäblich auf jeder Werbeseite einer. Muss wohl meine Meinung nochmal überdenken, habe ich da auch schon gedacht.

    Zudem hatte ich noch ein paar andere ähnlich Erlebnisse: Beim Einrichten des Google Authenticator (http://itunes.apple.com/de/app/google-authenticator/id388497605?mt=8) kommt eine Stelle, an der man die App personalisieren muss. Das geht auch über einen Scan und dauert daher etwa eine Zehntelsekunde.

    Und die Amazon-App mit dem EAN-Code-Scanner nutze ich auch immer mal wieder, um ein Buch, das mir gefällt, zu bestellen. Las letztes Wochenende bei Starbucks ein Bilderbuch mit dem Sohn, dachte, das könnten wir auch mal kaufen, und der Bestellvorgang dauerte etwa 30 Sekunden.

    Fazit: Wenn etwas lange nicht funktioniert hat, heisst das nicht, dass es nie funktionieren wird. Das sage ich immer, aber hier bin ich selbst mal überrascht worden.

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  10. von Kevin Albrecht am 21.03.2011 (07:32 Uhr)

    Ich glaube, dass langsam das zusammenfindet, was zusammengehört. Dank iPhone & Co. wird es immer leichter, sich "mal schnell" eine QR-Code-Reader-App zu beschaffen, demnach steigt auch die Bereitschaft einen QR-Code abzufotografieren.

    In der Zukunft wird's glaub ich noch viele spannende Aktionen geben, richtig eingesetzt bieten sie schließlich auch einen echten Mehrwert - vielleicht war der QR-Code vorher einfach zu früh dran...

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