Den mit Abstand größten Teil der Vorträge machten Symfony Best Practice Themen aus. Hier wurde im Detail vorgestellt, wie man am besten mit dem Thema Internationalisierung umgeht, was man mit dem Admin Generator machen kann und worauf man achten sollte und wie das Doctrine Migration Feature bei Datenbank-Strukturänderungen unterstützen kann. Am Beispiel des OkAPI-Frameworks wurde gezeigt, wie man die seit einiger Zeit verfügbaren Symfony Components integrieren und sinnvoll nutzen kann und an Hand des Symfony Event Dispatchers wurde demonstriert, wie man mit Events eine lose Koppelung zwischen Komponenten herstellt und somit deren Schnittstellen sauberer gestalten kann.
Ein spannender Beitrag kam von Dustin Whittle über den Einsatz von symfony bei Yahoo. Dort wird symfony z.B. in Yahoo Bookmarks oder Delicious als Frontend eingesetzt. Besonders interessant hier war, dass bei Yahoo in den Frontends Datenbanken so gut wie keine Rolle spielen, da ausschließlich über Webservices auf Daten zugegriffen wird - mit Hilfe der Yahoo eigenen Abfragetechnologie YQL.
Das Thema Cloud Computing spielte gleich zweifach eine Rolle. Zum einen gab es von Kris Wallsmith eine schöne Demonstration, wie man seine symfony-Applikation in einer Wolke betreiben kann, indem man Services wie Amazons S3 Storage oder Rightscale für sich nutzt. Zum anderen präsentierte Microsoft seinen Cloud-Ansatz Windows Azure Platform.
Microsoft präsentierte aber auch den aktuellen Entwicklungsstand der PHP-Unterstützung in ihrem Webserver IIS. Sicher nicht der einfachste Vortrag, wo doch nahezu alle anwesenden PHP-Entwickler ihre Projekte auf Linux hosten. Dennoch ist es gut zu sehen, dass man hier wieder Engagement zeigt und sich ein wenig in Richtung der Open-Source-Gemeinden zu öffnen bereit ist.
Die Redmonder präsentierten aber nicht das einzige nicht-symfony spezifische Thema. Auch allgemeine Themen, wie das Optimieren und Debuggen von PHP-Code wurden vorgestellt und Scott Chacon, Autor von ProGit, präsentierte Sourcecode-Versionierung mit Git.
Mit Matthew Weier O’Phinney war dann auch die vermeintlich größte Konkurrenz von symfony vertreten, das Zend Framework. Matthew betonte allerdings, wie später auch Fabien Potencier, dass beide Frameworks als komplementär zu betrachten sind und gemeinsam genutzt werden können. Beispiele dazu gab es genügend.
Doctrine 2 und Symfony 2 vorgestellt
Die Themen aber, denen am meisten entgegengefiebert wurde, waren aber natürlich die Vorstellung von Doctrine 2 und vor allem die erste Präsentation von Symfony 2!
Jonathan Wage präsentierte die nächste Version des ORM Doctrine, welche gleichzeitig einen Paradigmenwechsel darstellt. Denn das Active Record Pattern, welches man in fast allen aktuellen ORMs implementiert sieht, wurde abgelöst durch eine Implementierung ähnlich des Java Persistence API.
Der Abend aber gehörte Fabien Potencier und der nächsten Inkarnation seines Full Stack Frameworks Symfony 2. Symfony 2 implementiert deutlich weniger Konzepte als vorher und erreicht dadurch eine bisher ungekannte Flexibilität. Die Verwendung von PHP-Magie wurde drastisch reduziert und mit dem Dependency Injection Container erfährt der Entwickler wieder die Freiheit, seinen Code so zu organisieren, wie er es benötigt.
Das neue Major Release wurde enthusiastisch entgegengenommen und bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Codes konnte man Tweets von ersten Erfahrungen lesen.
Und noch eine Neuigkeit wurde bekanntgegeben: Nils Adermann, Lead Developer von phpBB, kündigte an, die nächste Version phpBB 4 auf Basis von Symfony 2 aufzusetzen.
Fazit
In meinem persönlichen Fazit möchte ich allerdings keines der obigen Themen aufgreifen, sondern das Engagement für diese Community hervorheben. Sowohl Symfony als auch Doctrine haben deutlich dazugelernt und sich um z.T. sehr komplexe Konzepte bemüht. Es ist nicht selbstverständlich, dass Themen wie Dependency Injection, JPA und ähnliche eine breite Aufmerksamkeit bekommen. Hier haben sich die diversen Core Teams kontinuierlich um ihre Communitys bemüht und haben es geschafft, für vergleichsweise trockene Konzepte eine große Begeisterung zu entfachen, was nicht zuletzt zu einer Weiterentwicklung der gesamten PHP-Gemeinde beiträgt. Auch deswegen werde ich auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.
Über den Gastautor
Christian Schäfer ist Senior System Architekt bei Gruner+Jahr, Autor des Blogs test.ical.ly und arbeitet seit mehr als drei Jahren mit dem symfony Framework. Seine detailierten Berichte von der Konferenz können nachgelesen werden unter Tag 1, Tag 2, Tag 3 und Fazit.
Fotos von der Symfony Live 2010
Fotos von Dennis Benkert. Das gesamte Set gibt es hier bei Flickr.









One answer
von • This was 2010 – test.ical.ly c… 03.01.2011 (04:20Uhr) 1.
[...] to publish a review of the Symfony Live conference 2010 for the German PHP magazine t3n (read it here in German) as well as to give a session about PHPUnit testing symfony plugins at the symfony day [...]