von , 23.12.2008

Der T3N-Jahresrückblick: Monat Februar

Im Februar öffnet sich Microsoft ein wenig, um einer Bestrafung durch die EU-Kommission zu entgehen - was nicht funktioniert. Die Nachrichtenagentur Thomson Reuters stellt unterdessen ihre Semantic-Web-API "Open Calais" vor und liefert damit den Auftakt fürs Trendthema "Web 3.0". Erste News gibt es schließlich zu einem neuen Open-Source-Betriebssystem für Handys namens Android.
Im Februar springt überraschend auch Microsoft auf den "Zug der Öffnung" auf und will künftig der Konkurrenz wichtige Schnittstellen kostenlos zur Verfügung stellen. Damit wollte man in Redmond wohl einer Bestrafung durch die EU-Kommission zuvorkommen und eine drohende Geldbuße abwenden. Doch wer häufigen Ankündigungen keine Taten folgen lässt, wird mit Nichtbeachtung bestraft: Die EU-Kommission verhängte eine Strafe von 899 Millionen Euro.

Ein 16-jähriger Schüler aus Indiana entwickelte mit Chyrp ein leichtgewichtiges Open-Source-Blogsystem als Alternative zu den Schwergewichten wie WordPress oder MovableType. Während die großen Blogsysteme von Update zu Update sprangen und mit immer neuen Funktionen auftrumpften, hatten die Nutzer von Chyrp weitaus weniger Stress. Mittlerweile steht Chyrp kurz vor der Veröffentlichung der Version 2.0.

Die Nachrichtenagentur Reuters gibt die erste Version der Semantic-Web-API "Open Calais" frei und eröffnet damit das Rennen um die erste brauchbare Semantische Anwendung. Wie wichtig der Trend noch werden würde, konnte im Februar noch kaum jemand erahnen. Spätestens jedoch mit dem Kauf der semantischen Suchmaschine Powerset durch wurde das Semantic Web zu einem der Trendthemen des Jahres 2008 - und zum Titelthema des T3N Magazins Nr. 14.

Noch am Anfang der Entwicklung stand die Handyplattform Android, mit der Google in das Mobilfunkgeschäft einsteigen wollte. Acht Monate später ist das erste Android-Handy auf dem Markt. In Deutschland warten wir allerdings noch bis heute auf die Markteinführung und müssen uns wohl auch noch bis zur CeBit im März 2009 gedulden. Die Konkurrenz wird es freuen.

Mit zoomer.de wollte der Holtzbrinck-Verlag eine neue News-Logik einführen, um auch die zeitungsmüde junge Generation einzufangen. Zunächst gab es dafür reichlich Spott und Häme, aber nach einem Relaunch Anfang November brachte auch endlich die Verpflichtung von Ex-Tagesthemen-Sprecher Ulrich Wickert einen ersten Erfolg: zoomer.de zeigt jetzt die Kompaktnachrichtensendung "Tagesschau in 100 Sekunden". Wie sich das auf die Besucherzahlen auswirkt, wird man sehen. Eine Medien-Revolution ist das allerdings noch lange nicht.

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