Im Juni war noch nichts vom Sommerloch zu spüren. Es gab jede Menge interessante Nachrichten rund um das Web 2.0 und Open Source, die mit etwas Abstand, heute zum Teil in einem ganz anderen Licht erscheinen.
Wer hätte das gedacht: Ein Software-Schwergewicht wie Microsoft fürchtet sich. Nicht etwa vor dem Erzfeind Google, sondern vor Open Source. Andere IT-Größen wie Facebook dagegen vertrauen der Open-Source-Gemeinschaft und stellen sogar den Quellcode ihrer Plattform zur freien Verfügung.Microsoft fürchtet Open Source. Diese überraschende Aussage stammt von Ray Ozzie, dem Chief Software Architect von Microsoft. Google sei zwar eine starke Konkurrenz, aber die größere Gefahr für das Geschäftsmodell von Microsoft gehe von Open Source aus. Interessant wie man bei Microsoft mit Gefahren umgeht: Erst wird Microsoft selbst zum Verteiler von Open Source (Web Application Installer) und dann veröffentlichen sie mit Oxite sogar eine eigene Open-Source-Anwendung.
Social-Network-Betreiber Facebook ist in Sachen Open Source deutlich aufgeschlossener. Nachdem man mit der Öffnung der Plattform für Dritt-Entwickler sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, wurden Anfang Juni große Teile der Plattform als Open Source zugänglich gemacht. Hintergrund: Im Kampf um die Vorherrschaft im Social-Network-Markt, soll die Öffnung der Plattform eine eigene Entwickler-Community entstehen lassen, um der Open Social-Initaitive um Google, MySpace und Yahoo Paroli bieten zu können.
Adobe startet mit Acrobat.com ein Paket von kollaborativen webbasierten Anwendungen und überrascht damit auch die Konkurrenz. Gleichermaßen interessant wie überzeugend ist vor allem die Textverarbeitung Buzzword, denn hier betritt Adobe Neuland. Noch ist zwar der Abschied von den Desktop-Anwendungen nicht Realität, aber wenn sich mächtige Unternehmen aus dem Desktop-Bereich wie Adobe schon frühzeitig in Position bringen, ist es nur noch eine Frage der Zeit. Cloud Computing gehört die Zukunft.
Kommentare machen Blogs erst lebendig und erzeugen idealerweise einen Mehrwert, wären da nicht die Spammer. Das Kommentarsystem Disqus möchte gleich mehrere Probleme lösen: Vermeidung von Spam, Kommentarhürden durch Logins und die fehlende Verknüpfung personenbezogener Kommentare auf unterschiedlichen Seiten. Gelingen soll dies über ein JavaScript, das die Kommentare auf die Disqus-Plattform auslagert. Allerdings entstanden dadurch zunächst neue Probleme wie die Nichtindizierung durch Suchmaschinen oder fehlende Kontrolle. Dies änderte sich erst mit der Version 2.0 im August.
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