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Tablet-Hersteller könnten 2011 auf vielen Geräten sitzenbleiben

Tablet-Hersteller könnten 2011 auf vielen Geräten sitzenbleiben

Seit letztem Freitag steht das der zweiten Generation in den USA zum Verkauf, in Deutschland und anderen Ländern wird es ab dem 25. März angeboten. Der frühe Verkaufsstart von Apples Tablet könnte die Verkaufszahlen von konkurrierenden Tablet-PCs, die erst ab April und später zum Verkauf stehen, empfindlich schwächen. Dies zumindest ist die Prognose des Analysten Mark Moskowitz von J.P. Morgan. Er warnt außerdem vor einem Überangebot im Marktsegment der Tablet-PCs.

Tablet-Hersteller könnten 2011 auf vielen Geräten sitzenbleiben

Tablets 2011: Produktionszahlen höher als Nachfrage

Während es im vergangenen Jahr nur eine halbwegs ernst zu nehmende Alternative zum iPad gab, nämlich das Galaxy Tab von Samsung, wird es 2011 eine raue Menge an geben, die dem iPad Paroli bieten könnten. Der Großteil wird auf Googles speziell für Tablets entwickeltem Android 3.0 Honeycomb basieren.

J.P. Morgan prognostiziert, dass in diesem Jahr insgesamt etwa 81 Millionen Tablets, inklusive des iPad 2, produziert werden sollen. Dies hält Moskowitz für viel zu hoch gegriffen und meint, dass Hersteller das Potenzial dieses Marktsegments überschätzen. Er geht tendenziell von einer weit niedrigeren Menge aus, die in diesem Jahr einen Abnehmer finden. Nach seinen Schätzungen liegt der Bedarf bei ca. 47.9 Millionen Tablet-PCs. Das entspricht einer Differenz von 33 Millionen Stück, die in den Regalen der Lagerhallen verstauben würden. Selbst bei einer Reduzierung der Produktion um 20 Prozent müssten noch 65,1 Millionen abgesetzt werden, was immer noch einer zu hohen Anzahl produzierter Geräte entspricht - 17,2 Millionen Tablets würden darauf warten entweder verramscht oder verschrottet zu werden.

Das Motorola XOOM ist eines der vielen kommenden Tablets, die sich mit dem iPad messen müssen (Foto: Motorola)

Verkaufszahlen von Tablet-PCs könnten enttäuschen

Die neuen Tablet-Hersteller erhoffen sich einen genauso großen Erfolg ihrer Produkte wie ihn mit dem iPad erreicht hat. Daher sicherten sie sich eine hohe Anzahl an Komponenten, um dem erhofften Andrang gerecht zu werden. Aufgrund dieser Großeinkäufe kommt es nun zu Produktionsengpässen bei Komponenten wie NAND Flash-Speichern, Displays und Prozessoren. Es scheint sich ein wahrer Kampf um die Einzelteile zu entwickeln. Aus diesem Grund steigen die Preise für Komponenten, womit eine Erhöhung der Produktionskosten der Tablets einher geht.

Generell werden Produzenten von Tablets folglich geringere Gewinnmargen einspielen, wenn sie die höheren Kosten nicht auf die Kunden abwälzen wollen. Auch Apple wird darunter zu leiden haben. Jedoch wird Apple weniger Probleme haben, seine Produkte unter die Leute zu bringen. Denn mit dem iPad haben sie ein Produkt auf den Markt gebracht, mit welchem sich alle weiteren Tablets messen lassen müssen.

Moskowitz schreibt in seiner Analyse:

"In our view, the technical and form factor improvements of the iPad 2 stand to make it tougher for the first generation of competitive offerings to play catch-up, meaning actual shipments could fall well short of plan."

Apple wird vorerst mit seinen iPad-Modellen weiterhin der Marktführer auf dem Tablet-Sektor bleiben, auch wenn der Konzern zukünftig weitere Marktanteile an Motorola, Samsung, LG und weitere Hersteller abgeben wird. Allein im vierten Quartal 2010 hat der Konzern aus Cupertino ganze 20 Prozent hauptsächlich an das 7-zollige Galaxy Tab von Samsung abgeben müssen, so eine Studie des IDC. Mit weiteren ernst zu nehmenden Tablets werden die Karten neu gemischt. Voraussetzung für den Erfolg der iPad-Alternativen ist allerdings ein kompetitiver Preis, ansprechende Hardware sowie eine umfangreiche Infrastruktur, die gerade Apples Produkte so beliebt machen.

 

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5 Antworten
  1. von Christopher K. am 14.03.2011 (10:01 Uhr)

    Also ich habe mir auf der Cebit einige Tablets angesehen, auf denen Windows 7 erstaunlich flüssig lief, sogar Videos abspielen und parallel im Internet surfen war problemlos und ohne Ruckler möglich. Das einzige Manko des Tablets was ich selbst probiert habe war, dass die Windows 7 Handschrifterkennung nicht zu bedienen war, weil mein Finger schlicht weg zu groß dafür war und auf dem Multitouch-fähigen Display kein Stift funktionierte. Aber das dürfte wohl das kleinste Problem sein was die Hersteller in den Griff bekommen müssen. Der Akku sollte angeblich 6 Stunden halten. Ob das so stimmt, konnte ich natürlich nicht testen ;-)

    Warum soll ich mir also ein Tablet mit Android oder iOS kaufen, auf dem ich doch sehr stark eingeschränkt bin? Ich meine für das iPad mag es tausende Apps geben. Aber für Windows gibt es wohl dann doch noch ein paar mehr Anwendungen ;-)

    Bei den Netbooks haben sich ja auch die Windows-Netbooks schlussendlich durchgesetzt und nicht die mit einer beschränkten Linux-Version die nur eine Hand voll Anwendungen unterstützten.

    Also ich denke die Tablets mit vollwertigem Betriebssystem, also kein aufgemotztes Handy-System sondern einem vollwertigem, optimierten Windows oder Linux werden sich schlussendlich durchsetzen. Und bis es so weit ist warte ich ab was passiert, und sollte dann doch das ein oder andere Android-Tablet mich mit flehenden Augen anschauen werde ich es vielleicht doch zum Ramsch-Preis kaufen um es vor der Verschrottung zu bewahren. Wir werden sehen...

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  2. von Videospieler am 14.03.2011 (10:38 Uhr)

    Mir ist es egal, was Analysten meinen. Mich nervt sogar diese "Gattung" von Mensch. Ständig und in jeder Branche werden irgendwelche Einschätzungen abgegeben und so oft liegen die werten Herren daneben. Bewegung im Markt tut gut und sicher gibt es immer wieder die Trennung von Spreu von Weizen aber nicht iOS samt iPad wird den Markt rocken.

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  3. von Norman am 14.03.2011 (10:58 Uhr)

    Christopher K. : Dass es viel mehr Anwendungen für Windows gibt, damit hast du natürlich recht. Aber der große Knackpunkt ist doch die Akkulaufzeit. Gerade das ist eines der Punkte, welche ein Tablet gegenüber einem Notebook hervorheben (neben der Größe, dem Gewicht...).

    Windows 7 läuft ja nur auf x86-Prozessoren, und diese sind selbst mit dem kleinsten Atom von Intel leider um einiges Stromhungriger als ein ARM. Entweder baut man einen sehr großen Akku rein, was es sehr unhandlich macht, oder kommt bei einem kleinen Akku mit der Laufzeit nicht über einen Tag durch. Desweiteren ist Windows 7 nicht auf Tablets bzw. schwächere Rechner ausgelegt. Es benötigt zu viel Ressourcen, was die Akkulaufzeit auch zusätzlich verringert.

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  4. von Andreas Floemer am 14.03.2011 (11:15 Uhr)

    @Christopher K. und Norman: Ich gebe Norman recht. Die kürzere Akkulaufzeit und das Problem des Ressourcenmagels sind nicht von der Hand zu weisen. Außerdem kommt ein weiter Punkt hinzu. Denn Windows 7 ist nicht für Eingaben per Touchscreen optimiert. Es macht keine große Freude die virtuelle Tastatur eines Win7-Tablets zu benutzen. Sicherlich lässt sich das optimieren, doch das wird wohl erst in Windows 8 geschehen.

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  5. von Matthias Reinholz am 14.03.2011 (15:43 Uhr)

    Ich sehe da bisher kein Überangebot kommen. Wo ist denn das erste wirklich taugliche Gerät abseits des überhype-ten iPads? Egal wie man zu Apple steht, was Hardware-Design angeht, scheinen alle anderen Hersteller im Winterschlaf zu stecken.

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