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Ein Tag im betahaus Berlin: Erfahrungsbericht und Interview

In den letzten Monaten haben wir viel zum Thema CoWorking und betahaus geschrieben. Leider sind wir bei t3n bisher nicht in den Genuß gekommen tatsächlich mal zu testen, wie sich CoWorking genau anfühlt. Grund genug, mich zum ersten Mal einen Tag im betahaus Berlin sehen zu lassen und fünf Stunden von dort zu arbeiten. Hier mein Erfahrungsbericht inklusive Interview mit Wolfgang Wopperer, einem der betahaus-Initiatoren, und einem zum Thema passenden TED Talk von Jason Fried mit dem Titel „Why work doesn´t happen at work“.

Ein Tag im betahaus Berlin: Erfahrungsbericht und Interview

Zugegebenermaßen bin ich gegen 11 Uhr etwas spät im bethaus Berlin zu meinem ersten CoWorking-Space-Arbeitstag angetreten. Nach einem sehr spannenden und langem Networking-Dinner namens „The burning Edge“ war ich zudem leicht angeschlagen und nicht wirklich in der Lage im betahaus zu socializen. Da t3n-Interviews und Networking aber ohnehin nicht auf meinem Plan standen war mein introvertierter Zustand für ein konzentriertes und produktives Arbeiten sogar recht passend.

Nahe der U-Bahn-Station Moritzplatz direkt in der Prinzessinnenstraße gelegen liegt das betahaus Berlin zentral in Kreuzberg. Der Eingangsbereich und das Erdgeschoß waren bei meinem Eintreffen bereits gut gefüllt und so ging ich direkt zur Bar, um zu erfahren wie und wo ich mich niederlassen kann.

betahaus Berlin: Bar & Kaffee (von 10 bis 18 Uhr geöffnet)

Aus der gut bestückten Bar mit extrem lebendiger Atmospähre ging es nach kurzem Briefing inklusive A4-Gebrauchsanweisung und Tagesticket für zwölf Euro in die dritte Etage. Eine komplette Preis- und Featureübersicht findet Ihr hier. Beim Warten auf den Fahrstuhl endeckte ich in der Minibibliothek beziehungsweise Buchablage viele spannende Werke und sogar einige Ausgaben des Make Magazins von O´Reilly. Natürlich konnte ich nicht wiederstehen und habe dort kurzer Hand auch ein t3n Magazin abgelegt...

betahaus berlin: Bücherregal und Fahrstuhl

Meinem Ziel „ungestört mehrere Stunden am Stück produktiv zu arbeiten“ kam ich immer näher und suchte mir einen schönen Eckplatz mit Fensterblick.

betahaus Berlin: Arbeitsplatz

Nachdem ich mehrere Räume im betahaus gesehen hatte, beeindruckte mich besonders, dass sich schon so viele Menschen aktiv im betahaus-Flow befanden. Eine genaue Schätzung ist schwer, aber inklusive Bar beziehungsweise Café hielten sich etwa 75-100 Personen in den heiligen CoWorking-Hallen auf.

Die Arbeitssituation im betahaus Berlin

Eingestöpselt und mit schnell und stets stabil laufendem Netz ausgestattet ging es also los. News scannen, schauen wer alles so im betahaus eingecheckt hat, Desktop aufräumen, Mails checken und sortieren - die erste Stunde ging schnell rum. Um 12 Uhr stand dann eine Telefonkonferenz mit den DLD-Konferenz-Machern und meinem Kollegen und t3n-Chefredakteur Jan Christe auf dem Plan. Telkos wickeln wir meist mit dem kostenfreundlichen Dienst http://www.talkyoo.net ab und ich war gespannt wo und wie ich dieses Gespräch ungestört über die Bühne bekommen könnte. Tatsächlich fand ich auf die Schnelle keine perfekt geeignete Stelle und hockte mich aus Verlegenheit vor den Fahrstuhl im Flur auf einen Karton. Vielleicht hätte es auf Nachfrage auch einen besseren Platz zum Telefonieren gegeben, aber generell fühlte ich mich telefonierenderweise im betahaus nicht besonders wohl.

Andere betahaus-Nutzer die in meiner Nähe saßen, sind da wohl schmerzfreier. Ein Kollege gegenüber stand beispielsweise gefühlt den halben Tag vorm Fenster und funkte was das Zeug hält. Dabei sprach der CoWorker so laut, dass alles klar zu verstehen war - aus meiner Sicht störend.

Passend zum Thema "Arbeitssituation" bin ich gestern im zufällig über einen TED Talk von 37signals Macher Jason Fried mit dem Titel "Why work doesn´t happen at work" gestolpert. Sehenswert und Informativ in jedem Fall.

Fazit: „Nice & Easy!“

Direkte Störungen im Vergleich zu unserem t3n-Office in Hannover sind aber trotz der angeführten Telefon-Situation sehr viel seltener. Wenn nicht gerade laut telefoniert wird, treten diese sogar so gut wie gar nicht auf.

Insgesamt ist die ruhige, entspannte und konzentrierte Arbeitsatmosphäre und der gewisse Grad an Anonymität auch der Grund, warum ich meinen Arbeitstag und meine erste betahaus Erfahrung als vollen Erfolg werte. Ich war an diesem Tag sogar in der Lage, sehr viel mehr Tasks und Emails zu erledigen. Auch die veränderte Perspektive, also unser t3n-Office und unsere Projektplanung mal von außen sehen zu können, haben gut getan und der veränderte Blickwinkel hatte für mich in jedem Fall einen Mehrwert.

Da ich als Co-Gründer beim t3n Magazin auch Personalverantwortung trage, stellt sich für mich nun die Frage, wieviel Spielraum wir unserem Team in Bezug auf „nicht im t3n-Office arbeiten“ geben sollten. Ich bin mir sicher, dass wir mehr Spielraum schaffen müssen und vermute inzwischen sogar, dass unsere Produktivität beziehungsweise das Erreichen unserer Ziele von offeneren Arbeitsmodellen profitieren könnte. Es heißt also Loslassen, Vertrauen schenken und testen. Go with the Flow...

Im Rahmen des ConventionCamps vor einigen Wochen, hatte ich passend zum Thema dieses Artikels die Möglichkeit, Wolfgang Wopperer  (Mindmatters und bethaus Hamburg Co-Initiator) zum Thema "Arbeitsmodelle der Zukunft" zu Interviewen:

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2 Antworten
  1. von Das neue t3n-Styropor-Logo von Alexander… am 14.01.2011 (09:53Uhr)

    [...] Ein Tag im betahaus Berlin: Erfahrungsbericht und Interview - t3n News [...]

  2. von Betapitch Hamburg: Das sind die Gewinner… am 20.11.2012 (12:16Uhr)

    [...] Betahaus ist eines der bekanntesten Co-Working-Konzepte, die es momentan gibt, und mit Filialen in fünf europäischen Städten (Berlin, Hamburg, Köln, [...]

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