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Uber ausgebremst: Einstweilige Verfügung verbietet die Vermittlung von Fahrern [Update]

Uber ausgebremst: Einstweilige Verfügung verbietet die Vermittlung von Fahrern [Update]

Das Frankfurter Landgericht untersagt Uber bundesweit die Vermittlung privater Fahrten. Das Startup hat bereits Widerspruch angekündigt.

Uber ausgebremst: Einstweilige Verfügung verbietet die Vermittlung von Fahrern [Update]

Taxi-Krieg jetzt auch in Deutschland. (Foto: © Sliver – Fotolia.com)

Update vom 02. September 2014: Es ist das vorläufige Aus für UberPop in Deutschland. Eine einstweilige Verfügung untersagt dem amerikanischen Startup die Vermittlung von Fahrern. Bei Verstößen drohen dem Ridesharing-Dienst Strafzahlungen von bis zu 250.000 Euro pro Fahrt.

Nach Meinung der Richter des Frankfurter Landgerichts verstößt das Startup mit seinem Angebot UberPop gegen das Personenbeförderungsgesetz. Obwohl der Dienst die Beförderung nicht selbst übernimmt, sei das Unternehmen an jedem Verstoß der jeweiligen Uber-Fahrer beteiligt. Das Startup hat bereits angekündigt, gegen die einstweilige Verfügung Widerspruch einzulegen.

Taxi-Revolution auf Europas Straßen: Das Uber-Chaos geht weiter

„Diese Entscheidung schützt nicht die Passagiere, sie schützt das Taxi-Kartell!“ Es sind mehr als deutliche Worte, mit denen die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am vergangenen Dienstag in ihrem Blog und per Twitter auf die neue Speerspitze der etablierten Taxifahrer im Kampf gegen das expansionsfreudige US-Startup Uber reagiert.

Was war passiert? Wie ein Brüsseler Gericht erklärte, sei das Angebot von Uber – das per Smartphone-App Limousinen samt Chauffeur vermittelt – in Belgien ab sofort unzulässig. Wer trotzdem fährt und Fahrgäste aufnimmt, bezahlt das teuer: 10.000 Euro Bußgeld sind angesetzt. Die Strafe ist drakonisch und kein Vergleich zu den Maßnahmen, mit denen Uber erst vor einigen Wochen in Frankreich ausgebremst worden ist. Nachdem französische Taxi-Fahrer im Januar aus Protest Straßensperren in Lyon errichtet und zudem Reifen von Uber-Fahrzeugen in Paris aufgeschlitzt hatten, sah sich die Regierung zur Erlassung eines Dekrets genötigt. Seither sind Uber-Chauffeure dazu gezwungen, 15 Minuten zu warten, ehe sie neue Passagiere aufnehmen dürfen. Der Vorwurf, mit dem sich die Taxi-Branche gegen die, so sagt auch Neelie Kroes, „innovativen“ stellt, ist immer der gleiche: Startups wie Uber würden sich nicht an Gesetze halten, ohne gültige Fahrerlizenz fahren und sich um die für gewöhnliche Taxifahrer geltenden Konventionen drücken. Es gehe auch darum, Passagiere zu schützen, ihnen Sicherheit zu geben. Kurzum: Disruptive Startups sollen eine ganze Branche beinahe zum Nulltarif untergraben, während gewöhnliche Taxi-Fahrer oft teuer um jeden Kunden kämpfen müssen.

Berliner Taxiunternehmer erwirkt Uber-Verbot

Der Europa-Expansion von Uber endet im Taxi-Chaos: Der Dienst ist vielerorts inzwischen verboten, nun fürchten auch andere Startups um die Existenz. (Screenshot: t3n)
Der Europa-Expansion von Uber endet im Taxi-Chaos: Der Dienst ist vielerorts inzwischen verboten, nun fürchten auch andere Startups um die Existenz. (Screenshot: t3n)

Jetzt ist der Proteststurm in Berlin angekommen. Auch hier ist Uber ab sofort verboten, wie die WirtschaftsWoche vermeldet. Das Landgericht Berlin habe per einstweiliger Verfügung dem US-Startup untersagt, „im Bundesland Berlin mittels der Smartphone-App UBER taxenähnlichen Verkehr zu betreiben“, wie es heißt. Hinter der Verfügung steht der Berliner Taxiunternehmer Richard Leipold, der auch Vorsitzender der Berliner Taxivereinigung ist. Er sagt: „Uber betreibt einen illegalen Taxiverkehr mit Mietwagen.“ Als Grund für die Entscheidung führt das Gericht einen Verstoß gegen das Personenbeförderungsgesetz an. Demzufolge handelt es sich bei Uber-Fahrern um herkömmliche Mietwagenunternehmer, die immer an ihren Betriebssitz zurückkehren müssen, sobald ein Fahrauftrag erledigt ist. Genau das tue Uber allerdings nicht. „Sie halten sich taxenähnlich vornehmlich in der Innenstadt bereit, um spontan Fahrgäste aufnehmen zu können“, klagt die Taxivereinigung.

„Das ist elitär und weltfremd“

Für Uber – das inzwischen in über 80 Metropolen in 35 Ländern unterwegs ist und sogar erst zu Beginn der Woche einen weiteren, vergünstigten Fahrdienst namens UberPOP in der Bundeshauptstadt lanciert hatte – bedeutet diese Entscheidung jetzt auch in Berlin das vorläufige Aus. Und: Die Entscheidung hat eine enorme Tragweite, denn sie bringt auch Startups aus Deutschland in Bedrängnis. Ähnlich wie Uber sind auch Dienste wie MyDriver, Blacklane oder WunderCar gewillt, den städtischen Verkehr mit einem neuen On-Demand-Angebot aufzumischen. Bei WunderCar verfolgt man das Uber-Verbot darum mit Sorge: „Wir bedauern die Entscheidung des Gerichts, sich gegen moderne Transportmöglichkeiten per App zu stellen“, teilt CEO Gunnar Froh auf t3n-Anfrage mit.

Mit  solchen Fahrzeugen macht das Startup WunderCar seit kurzem den deutschen Taxis in Hamburg und Berlin das Leben schwer. Wie lange noch? (Foto: WunderCar)
Mit solchen Fahrzeugen macht das Startup WunderCar seit kurzem den deutschen Taxis in Hamburg und Berlin das Leben schwer. Wie lange noch? (Foto: WunderCar)

Beliebt sind Dienste wie WunderCar bei Konsumenten vor allem deshalb, weil sie im Unterschied zu herkömmlichen Taxen einfach, günstig und transparent sind. Bestellt wird per App, bezahlt wird bargeldlos und per Fingertipp. Und: Sie machen es einfacher, ohne eigenes Auto oder Führerschein zu leben. „Zu argumentieren, dass unsere Gäste stattdessen im Alltag lieber Taxi fahren sollten, ist elitär und weltfremd: Nur sehr wenige können sich im Alltag immer wieder ein Taxi leisten“, erklärt Froh.

Neues Konfliktpotential durch Lyft-Expanionskurs

Umso mehr bemüht man sich bei WunderCar um proaktive Gespräche mit der Politik und spielt den Ball damit auch an EU-Kommissarin Neelie Kroes zurück. Ihre eindeutige Stellungnahme zeige, dass „die politische Diskussion erst am Anfang“ stehe, heißt es. Die aktuellen Entwicklungen deuten darauf hin, dass hier also mit neuem Zündstoff zu rechnen ist. Mit dem Uber-Konkurrenten und populären US-Dienst Lyft könnte schon bald ein weiterer Protagonist hinzukommen. Auch Lyft vermittelt Chaffeur-Dienste per App. Auch Lyft hat ähnlich wie Uber weit über 200 Millionen US-Dollar Kapital von Investoren erhalten. Und auch Lyft plant die Expansion nach Europa, darauf deuten Gerüchten zufolge Stellenausschreibungen hin – Deutschland soll auch dabei sein.

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26 Antworten
  1. von Interessen austarieren am 17.04.2014 (15:18 Uhr)

    Die Frau von Jerry Seinfeld wohl nicht so zufrieden mit Uber:
    " google: seinfeld uber "
    zeigt worum es geht.
    Divide & Conquer also viele verschiedene Dienste lassen solche Angebote recht einfach so klein halten das die etablierten Dienste Bestand haben können.

    Taxidienste haben bestimmte Verpflichtungen und können den Preis beispielsweise nicht willkürlich festlegen. Preisbindung ist nicht immer schlecht.
    Wenn ich Uber wäre, würde ich Einnahmegarantie für die vorhandenen Taxifahrer geben. Die Millionen von Google machen es möglich. neue Taxifahrer dürfen dann natürlich nicht mehr ausgebildet werden und das Problem wird 2-3% pro Jahr weniger weil die in Rente gehen und dann gibts in Berlin 20%-30% weniger Taxifahrer in 10 Jahren. So einfach wäre das. Und die Politik muss auch erkennen das Googles Robo-Cars (mit oder ohne Elektro, das ist egal) viele Taxifahrer überflüssig machen und man auf den Tag vorbereitet sein muss. Privater PKW-Besitz wird uninteressant ausser für BMW-Fahrer u.ä. kleinere Gruppen. Normalbenzin und Super braucht man kaum noch weil Gewerbeautos Diesel nehmen.
    Sowas müsste die Politik einplanen. Eine kleine parlamentarische Anfrage der Piraten kann man in ein paar Jahren dann benutzen um zu sehen wer gegen die Zukunft war. Dann müssen wir vielleicht wieder mal VW und die anderen nicht-Luxus-Auto-Hersteller retten wenn kaum noch Privat-Autos existieren.

    Die vorhandenen Taxifahrer haben ein Recht auf anständige stabile Einnahmen. Der Rest ergibt sich also von selber. Die Geschäfte können stückweise zurückgefahren werden. Wenn Taxis 10 Jahre halten sind 10% der Taxi-Autos (gebundenes Kapital) jedes Jahr aus dem Spiel heraus. Bei 15 Jahren sind es 6% wo man auch gut mit leben kann. Wer in der Controlling-Vorlesung aufgepasst hat, erkennt also das Potential des stückweisen Abbaus.
    Stattdessen wird unnötig die Diskussion aufgeheizt. Die Taxifahrer fahren dann die Uber-Autos und kriegen Einnahmengarantie. Krankenkasse(15%), Rentenkasse(19%), Arbeitsamt(1,9%) und Finanzamt kennen die Einnahmen.
    Aktuell werden die Fahrer ja nicht weniger (dank Google-Robo-Cars) sondern sie fahren nur anderer Firmen Autos (oder ihre Ich-AG-Privat-Wagen). D.h. wenn damals jeder Droschken-Kutscher/Pferdewagen-Fahrer ein Benzin-Auto hätte fahren können wäre keiner arbeitslos geworden. Die Pferdestall-Betreiber hätten Arbeit bei den Tankstellen gefunden und Autos repariert statt Pferde behandelt. 5-10% weniger Taxis pro Jahr (oder wie hoch die steuerliche lineare Abschreibung ist) machen die Rechnung sehr einfach. Und Weitergabe von Arbeitern ist wohl auch nicht all zu schwer. Freiwillige arbeiten dann mal für die Taxifirma und mal für Uber. Bei Uber verdient man vielleicht sogar mehr weil es ja wohl Luxus-Autos sind soweit ich verstanden habe.

    New York hat wohl Uber erlaubt, aber die müssen Fahrten 15 Minuten vorher angemeldet werden. Die Taxifahrer-Apps hingegen geben extrem schnell Bescheid und die Fahrer haben anscheinend nur kurze Entscheidungszeit um die Fahrt anzunehmen. Und den Preis selber festlegen wie Uber können sie wohl auch nicht. In New York sind die Taxilizenzen wohl inzwischen knapp unter oder bei einer Million $ wert. Einige Personen hätten ein paar hundert Lizenzen. Daher wurde möglicherweise Uber mit 15-Minuten-Restriktion erlaubt weil die Regulierer den Zustand der New Yorker Taxibranche nicht gut finden. Und deshalb wird vielleicht auch Bitcoin erlaubt damit die üblichen 3% Forex-Gebühren/Auslands-Einsatz-Kosten/Währungs-Umrechnungs-Gebühren usw. dank Bitcoin-Überweisung auch weniger werden.

    Man kann sich natürlich auch auf den Standpunkt stellen, das man arbeitslose Taxifahrer bezahlen möchte und lieber neuen Leuten die Jobs als Uber-Fahrer gibt. Statt in Bad Hersfeld oder Leipzig kann Amazon dank EU ja auch woanders Pakete einpacken. Die Jobs werden also nicht weniger sondern woanders. Ich persönlich würde einen seamless Übergang der Taxifahrer auf die neuen Methoden bevorzugen. Es werden schliesslich ganz viele Fachkräfte in anderen Bereichen gesucht.

    Personenbeförderungsschein, jährliche Überprüfung und Versicherung (durch Uber und nicht durch die Fahrer oder KFZ-Halter) sollten auch selbstverständlich sein und den Taxi-Vorgaben entsprechen. Wenn es als Taxi-Alternative angeboten wird, sollte es auch die Anforderungen erfüllen. Einen alten Schwarzweiss-TV kann man ja auch nicht als FullHD-60"-Alternative verkaufen. Siehe aktuelles BGH-Urteil zu Produktkennzeichnungen (gestern oder so bei golem.de glaube ich).

    Bei den Mitnehm-Diensten (welche ich begrüße weil ich das vor Jahren schon machen wollte aber die Rechtsrisiken die man hier sieht mir zu teuer waren) handelt es sich meiner privaten Meinung nach ja auch vielleicht nicht um "gewerblich" aber möglicherweise um "geschäftlich" (siehe Wikipedia oder ct-Archiv zu den Bedeutungen) so das man auch dort durch den Betreiber versichert sein sollte und z.b. auch regelmäßig überprüfen muss das der Führerschein nicht abgegeben wurde. Da es sich um viel mehr potentielle Kunden als ein paar Kollegen aus der Firma handelt die man zur Arbeit mitnimmt und deren Autos an der Autobahnausfahrt parken ist das wohl vertretbar und würde ich als potentieller Mitfahrer sehr begrüßen.

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  2. von Thomas Christoph am 17.04.2014 (15:21 Uhr)

    Die EU-DSSR... so wird in Brüssel der Fortschritt verhindert

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  3. von Jens V am 17.04.2014 (15:36 Uhr)

    Ich verstehe nicht, weshalb zum Beispiel UBER der Meinung ist, Taxi-Dienste ohne die in Deutschland erforderliche Lizenz anbieten zu dürfen. Die Vorteile des Angebots haben ja nichts mit der Frage "Taxi" oder "kein Taxi" zu tun, sondern sind Service-Angebote, die bei Taxi-Zentralen teilweise auch vorhanden sind. Wo also ist die Besonderheit des Geschäftsmodells?

    Ich fahre regelmäßig Taxi (als Kunde) und habe in der Nachbarschaft selbstständige Taxifahrer. In Hannover gehen die Einnahmen für Taxifahrer seit Jahren zurück und ich habe nicht das Gefühl, dass Taxifahrer angemessene Einnahmen am Ende des Tages haben. Nun kommen Internet-Startups und wollen die Leistung viel billiger anbieten (das wird wohl der Ansatz zur Differenzierung sein). Auf wessen Kosten geht das? Werden die Fahrer noch schlechter bezahlt und ausgebeutet oder die Fahrzeuge noch älter/kaputter?

    Meines Wissens haben wir in Hannover eher zu viele als zu wenige Taxen auf der Straße (Ausnahmen sind natürlich die großen Messen, Streiktage und Silvester). Daher kann ich es verstehen, dass es Widerstand gegen noch mehr Angebote gibt - die sich außerdem nicht den Regeln der Taxi-Lizenzen unterwerfen.

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  4. von Sebastian Kirchner am 17.04.2014 (15:45 Uhr)

    Peinlich liebe Taxiunternehmer.. Wettbewerb gehört in allen Branchen dazu. Einfach mal vom hohen Ross runter kommen liebe Taxiunternehmer und mal überlegen was man tun kann und nicht andere verklagen die es besser machen.

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  5. von Jens V am 17.04.2014 (16:31 Uhr)

    @Sebastian Krichner: Ich bin kein Taxi-Unternehmen und daher nicht angesprochen. Aber ich kenne es aus anderen Branchen, dass angeblicher Wettbewerb nicht fair verläuft. Haben denn Taxiunternehmenr und UBER die gleichen Wettbewerbsbedingungen? Die Taxiunternehmern haben gesetzliche Vorgaben zu beachten, die UBER nicht beachtet. Und da UBER sich anscheindend auch nicht darum bemüht als Taxiunternehmen dem Wettbewerb zu stellen, vermute ich, dass UBER bewusst unfair auftritt.

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  6. von Interessen austarieren am 17.04.2014 (16:33 Uhr)

    @Jens V: Es gibt auch das Konzept der "Mietwagen-Firmen". Die müssen (laut Golem) zwischen den Fahrten immer zum Homepoint zurückfahren um sich halt von den Taxis zu unterscheiden. Das ist wohl der rechtliche Knackpunkt weil die es wohl nicht immer machen. Man könnte es ja machen und Berlin CO2-mäßig vorrechnen und immer wenn jemand .berlin eingibt darauf hinweisen. Google als Miteigentümer hätte die Power und will CO2 doch senken.

    In USA (Deutschland weiss ich nicht) ist der Unterschied das man bei Uber wohl (nur?) Luxus-Autos bucht und sich damit differenziert.
    Sinnvoll wären konstruktive Lösungen. Davon sehe ich leider zu wenig in der Presse :-(

    Google hat genug Geld um die Taxifirmen aufzukaufen bzw. einzugliedern. Das sind ja keine unverkäuflichen Staatsbetriebe. RWE wurde damals auch wohl zusammen mit den Gemeinden aufgebaut. Die Gemeinden hatten höheres Stimmrecht pro Aktie und dafür haben sie RWE evtl erlaubt die Trafostationen und Überlandleitungen zu bauen und natürlich die letzte Meile bis zu den Häusern unter den Bürgersteigen zu verlegen. Wenn ich die Geschichte richtig im Kopf habe.
    Overtake. Eingliederung. Wie die Borg. Und Anteil am Exit bzw. der 100%-Übernahme durch Google. Das Angebot würde ich als Uber jedem Taxibezirk und jeder Taxi-Firma machen und natürlich die bisherige Eigenkapitalrendite garantieren und auszahlen (aber später natürlich zur Hälfte mit dem profitablen Exit verrechnen) und jederzeitige Auszahlung der Anteile anbieten. Dann breitet man sich vorwiegend dort aus wo man eine Lizenz hat.
    Dann gäbs kostenlos Internet und Youtube im Taxi und optimale Fahr-Route.

    Darf man als Taxifahrer in Nachbar-Bezirken (die andere Verträge mit anderen Gemeinden oder Kreisen haben) Kunden aufnehmen oder nur Fahrgäste dort absetzen ? Siehe auch die Simpsons-Episode mit den Abschlepp-Diensten.

    Die Buchwerte deutscher Taxifirmen sind vermutlich überschaubar. Das sind keine New Yorker Taxilizenzen die vielleicht 1 Mio kosten.

    Ist Googles einziger Gewinn-Einnahme-Stream die Werbevermarktung in den Suchergebnissen ? Mit Taxis, Bussen, Eisenbahnen, Mitnahmesysteme... Geld verdienen wäre nicht so schlecht.
    Die Piraten (oder Uber) könnten auch ein Berliner Taxi nach dem anderen aufkaufen (Crowdbasiert) und durch guten Service (wie Amazon) schnell marktführend werden.
    Als Mitglied der Genossenschaft fährt man dann vielleicht zum Selbstkostenpreis (Benzin, Abschreibung/Verschleiss, zeitanteiliger Fahrer-Lohn) also in Hannover (Cebit), Köln (Games-Messe), Berlin (Startups), Hamburg (Startups), Frankfurt (Banken, Kunden!), München (Kunden, Banken, Startups). Wer 70.000 im Jahr verdient wie in
    http://t3n.de/news/it-freelancer-verdienst-540420/
    kann ja ein paar 1000 Euro in Taxis investieren. Viele Mittelständer haben Renditen ab 10%. Und man kann die Taxis gezielt bundesweit dort einsetzen wo grade Messen, Veranstaltungen, Reise-Verkehr, Konzerte, Fußball-Spiele usw. sind. Auch dadurch hat man weitere Kapitalvorteile gegenüber Taxis die nur auf ein Gebiet festgelegt sind und refinanziert sich viel schneller. Zugvögel fliegen im Winter ja auch dorthin wo sie überwintern können.

    In vielen Ländern sind hohe Arbeitslosenquoten. Da kann/sollte man Taxifahrer nicht scharenweise (und am besten gar nicht) auf die Straße setzen.
    Das Problem könnte man wohl sehr stressfrei schnell und zur Zufriedenheit Aller lösen.

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  7. von Jens V am 17.04.2014 (17:13 Uhr)

    @Interessen austarieren: Der Streit zwischen "Taxi" und "Mietwagen" (mit Fahrer) ist nicht neu und wurde auch schon vor Internet-Zeiten geführt. Ich kenne auch nicht den Grund für die Unterscheidung dieser beiden Gattungen von Mobilitäts-Dienstleistern. Aber er ist eben da. Und daher muss man sich als Marktteilnehmer an die bestehenden Regeln halten. Diese zu unterlaufen und dann demjenigen, der sich an die Regeln hält, vorzuwerfen, er säße auf einem hohen Ross, finde ich nicht angemessen.

    Ich verstehe nicht, weshalb UBER und ähnliche App-Anbieter nicht einfach eine Taxi-Ggesellschaft, Taxi-Zentrale oder Taxi-Kooperation gründen und dann mit ihren "innovativen" Ideen den Taxi-Markt bereichern. Ich vermute(!), dass die Kosten im Taxibetrieb jedoch so hoch sind, dass UBER wirtschaftlich nicht funktionieren würde. Und daher versucht man es als "Mietwagen" und wirft den Taxis vor, sie seien von gestern und würden den Fortschritt aufhalten wollen.

    Aber wie schon geschrieben: Das sind Vermutungen und ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

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  8. von rbge am 17.04.2014 (23:16 Uhr)

    Seit wann sind Taxifahrer ein schützenswertes Gut?

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  9. von Interessen austarieren am 17.04.2014 (23:30 Uhr)

    Wikipedia erklärt Uber vermutlich. Im Artikel stehen einige Dinge welche in der Presse vergessen werden.
    Soweit mir bekannt sind es bessere Autos und wird z.b. als "Limousinen-App" bezeichnet. Evtl sind es Leute die ihr teures Auto darüber refinanzieren. Auch ist die Preisbildung wohl dynamisch. Taxifahrer sind an die vereinbarten Preise gebunden. Die Autos gehören Uber wohl nicht sondern es ist Vermittlung.
    Ein Ferrari-Taxi darf evtl nur genau so viel kassieren wie ein Fiat500-Taxi. Soll man für die klassische Abschlussball-Stretchlimousine mit Chauffeur oder Hochzeits-Rolls-Royce oder Pferde-Kutsche genau so viel bezahlen wie für eine Taxifahrt ?
    Überall wo Preise oder Gebührenordnungen festgelegt werden (Taxis, Telefon/Strom/Gas-Anschluss-Gebühren, Ärzte, Taxis, Architekten, Anwälte,...) wird der Erbringer normalerweise geschützt.
    Vielleicht gibt es auch in Deutschland Taxi-Lizenzen und keiner hat überlegt das die Leute weniger Taxis brauchen oder Lizenzen (Cebit, Messe, Feiertage,...) auch ruhen oder anzahlmäßig verringert werden müssen.
    Andererseits kann man bei Uber evtl. nicht wählen welches Auto man haben will und Uber entscheidet den Preis und nicht der Fahrer. Das die Autos wohl meist den Drivern gehören und nicht Ubers Bestand sind, erschliesst sich mir auch nur durch Deduktion steht so explizit aber nicht im Text.

    Du hast Recht damit das man sich an die Regeln zu halten hat, gleichzeitig aber die Probleme lösen muss so das Uber usw. auch aktiv werden können ohne das es den Taxifahrern (die ja in Rente gehen oder Uber-Autos fahren können) schlechter gehen muss. Man hat ein Recht, Leute mitzunehmen. Durch Computer wird das erleichtert. Mitfahrzentralen gibts ja auch schon ewig.

    Ich finde Uber sollte halt zur Homestation zurückfahren um sich an die Regeln zu halten und öffentlich täglich verkünden wie viel CO2 und Zusatzkosten die Regulierung verursacht. Gleichzeitig kann man natürlich den Beschluss anfechten. In diesem Zusammenhang könnte Google im Vorbeigehen ein elektronisches GPS-Android-Fahrtenbuch programmieren welches die Daten dem Finanzamt täglich übermittelt. Fahrtenbücher werden nämlich kritisch gesehen und da hilft man als Google doch gerne dem Finanzamt und Steuerzahler.

    Lies bei der englischen Wikipedia den Abschnitt zu Washington D.C. Das würde auch auf Berlin passen.
    Auch deswegen könnte der Startup-Verband der sich schon geäußert hat, besser kommunizieren und die Beispiele aus der Wikipedia benennen um von der Politik schnell ein Ergebnis zu verlangen. Die Taxibranche konnte sich seit 2010 und spätestens Juli 2012 (Washington D.C. erlaubt Uber) vorbereiten und kennt auch die Situation im Ausland.

    Trotzdem muss man sich natürlich auch an die Regeln halten.
    In manchen Gegenden arbeitet Uber wohl auch mit normalen Taxifirmen zusammen um nicht nur "Luxus-Taxifahrten" anzubieten.

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  10. von ClaudiaBerlin am 18.04.2014 (11:32 Uhr)

    Zur Innovationskraft der Taxi-Unternehmen: kürzlich wollte ich mit dem "hochmodernen" Zahlungsmittel EC-Karte bezahlen, da werde ich mit einem ZUSCHLAG von sage und schreibe 1,50 Euro für dieses Ansinnen konfrontiert.

    Die spinnen doch! Bzw. können es sich nur leisten wegen ihrer Zunft-artigen Reglementierung.

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  11. von Interessen austarieren am 18.04.2014 (11:44 Uhr)

    @rbge: Du kannst gerne arbeitslose Taxifahrer als Fachkräfte übernehmen oder umschulen oder deren Arbeitslosengeld bezahlen.
    Es ist für die Einzahler (Sozialbeiträge, Steuern,...) nicht sinnvoll das Uber-Fahrer Taxifahrern den Job wegnehmen d.h. es "doppelt" so viele Fahrer gibt und nur gleich viele Fahrten wie vorher. D.h. die alte Hälfte (Taxi-Fahrer) ist dann arbeitslos und die neue Hälfte (Uber-Fahrer) hat deren Jobs. Gleichzeitig findet man schlecht Handwerker und Fachkräfte.
    In der IT-Branche nehmen 20-jährige Praktikanten 29jährigen Dauer-Praktikanten die (laut (1) möglicherweise nicht mindestlohnfähigen) Jobs weg welche dann als Zwangsfreiberufler mit 20-Euro-Konkurrenten im Ausland konkurrieren müssen. In Auswanderer-Dokus sind die Standardlöhne auf vielen Tourismusinseln oft wohl 1000 Euro im Monat. Und die Kneipen und Discos brauchen auch Webdesigner oder App-Programmierer.
    Die Lager-Arbeiter in Tschechien und Polen ersetzen die Lagerarbeiter in Deutschland. Wer zahlt deren Sozialbeiträge und Hartz4 ? Die nächste Rezession kommt bestimmt. Wer bezahlt das ? Welche DAX-Konzerne die vielleicht nichts gespart haben müssen wir dann wieder retten ? Tiere im Wald füttern sich Winterspeck an um durch den Winter (Wie eine Rezession bei Tieren) zu kommen und/oder zu ruhen (Winterschlaf) also die Firma runterzufahren bis wieder Aufträge vorhanden sind.

    Da lasse ich lieber dem alten Taxifahrer seinen Job und verlange nur, das er auch Uber-Limousinen fährt und es keine neuen Taxifaher mehr gibt wenn das Boot voll ist.
    M.W. ist Uber nicht günstiger als Taxis weil es ein Limousinendienst ist.
    Im Niedrigpreisbereich (dezentrale App-basierte Mitfahrzentralen) müsste man halt Regularien (Versicherung, Führerschein, weniger als 5 Punkte in Flensburg oder was auch immer...) schaffen damit man sich mit dem Handy an die Straße stellt und mitgenommen wird.
    Es geht also nicht darum, die Branche zu 100% zu erhalten sondern die Zielfunktion sind minimale Kosten für die Sozialkassen also sozialverträgliche kostenneutrale Etablierung der neuen Dienste. Wie schon geschrieben gehen 2%-3% der Arbeiter jährlich in reguläre Rente. Das sind in 10 Jahren 20%-30% des Bestandes. Selbst wenn Taxis 20 Jahre halten sind das 5% pro Jahr die stillgelegt werden. Sowas kann man also problemlos sozialverträglich konvertieren. Man kann auch Taxis von Ubergebieten an Uberfreie Gebiete verkaufen und wie schon geschrieben als Taxifahrer für Uber fahren. Uber hat August 2013 $361 Millionen in der letzten Finanzierungsrunde bekommen. Das ist also problemfrei machbar. Hier gehts nicht um arme Firmen die anderen armen Firmen das Wasser abgraben.
    Aber wie mehrmals gesagt und in der Presse ignoriert oder in Deutschland sind es keine Limousinen: Uber sind Limousinen also wohl eher High-Price-Transport und weniger normale Taxifahrten. Taxis werden aber auch von anderen Systemen (Leih-Autos am Bahnhof wo man den Führerschein reinsteckt, Mitnahme-Systeme,...) konkurriert so das man als Politik als Taximarkt-Regulierer schon längst ein sauberes faires Verringern planen muss. Spätestens seit Juli 2012 (siehe Wikipedia zu Uber) hätte die Politik und Taxibranche das einplanen müssen. Eigentlich schon seit dem Fernbus-Urteil hätte man moderne internetbasierte Transportsysteme einplanen müssen.
    Was passiert, wenn man nicht plant sieht man an den Gemeinden welche vielleicht Probleme kriegen wenn RWE die Dividende von 2 auf 0 oder vielleicht auch 50 Cent herunterfährt. Dann zahlt man mehr Müllgebühren und Gewerbesteuer (weil das an die Gemeinden geht) und muss die Schlaglöcher und Schulen vielleicht crowdfinanziert ausbessern. Wenn Videobrillen die TVs ersetzen und PCs durch ARMpacks wie Googles Baustein-Handy ersetzt sind, verdient RWE vielleicht noch viel weniger was für die Gemeindekassen noch schlechter ist und die Gemeinschaft also die Steuerzahler ausgleichen muss.


    (1) http://t3n.de/news/berliner-gruender-party-vorbei-537643/ ( man suche " billige Praktikanten " )

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  12. von paula am 18.04.2014 (13:20 Uhr)

    Wieder ein Beispiel von dieser weltfremden Überregulierungswut der EU! Weg mit diesen Bürokraten wie Martin Schulz. Macht euer Kreuz am 25 Mai bitte bei der richtigen Partei n Blau.

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  13. von BastianBalthasarBux am 18.04.2014 (14:12 Uhr)

    Ich weiss nicht wie das in Deutschland ist, aber in Österreich wäre das abgebildete Auto (Mini Cooper) als Taxi gar nicht zuzulassen.
    Es gibt ganz klare Regeln bezüglich Abmessungen und Ausstattung eines Taxi. Das fangt schon damit an, dass Türen hinten zwingend sind. Geht aber noch weiter, weil es für die Türen eine vorgeschriebene Mindestgröße (Angabe in mm) gibt. Und das geht weiter mit Sitz-Abmessungen, Beinfreiheit etc... alles in mindest-mm angegeben.
    Von den ganzen vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen (Alarmknopf, geeichtes Taxameter, das regelmässig vom Eichamt kontrolliert und mittels Siegel gekennzeichnet wird, ...).
    Dann darf ein zugelassenes Taxi das z.B. in Innsbruck die Lizenz hat, nicht so einfach in Kufstein (oder gar München) Fahrgäste aufnehmen, das nennt man im Jargon 'Stapeln'. .. etc. pp.
    Außerdem wird auch der Fahrtpreis vom Gesetzgeber vorgeschrieben, man darf weder billiger noch teurer fahren, außer in Ausnahmesituationen (z.b. wäre ein vereinbarter Fixpreis für Innsbruck -> München zulässig, auch wenn dieser vom vorgeschriebenen Preis abweicht, innerhalb Innsbruck wäre so eine Abmachung nicht erlaubt).

    Ich verstehe also sehr wohl, dass ein Taxiunternehmen sich dagegen wehrt, dass hier illegale Taxifahrten angeboten werden, die sich an keinerlei gesetzliche Vorgaben halten und dann - welch Kunststück - billiger sind, als herkömmliche Taxifahrten.

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  14. von Interessen austarieren am 18.04.2014 (14:46 Uhr)

    Unter Wikipedia : Festpreis steht, das die Gemeinden die Taxipreise festlegen.
    Mit EU hat das m.E. wohl weniger zu tun.

    Der zweite Absatz des Artikels ist ein Zitat einer EU-Komissarin welche Uber in der Gemeinde Brüssel wohl erlauben würde.
    Die EU-Politik ist m.E. recht wettbewerbsfreundlich und wie damals bei den Fernbus-Linien würde ich vermuten das Uber und moderne Mitnahmesysteme schrittweise (oder sofort) aufgebaut werden dürfen.

    Ich kann mir keine Limousinentaxis leisten.
    Deshalb würde ich Politiker wählen welche einen teilweisen Gehaltsverzicht schwören und durchführen damit jeder sehen kann, das man als Politiker auch mit (möglicherweise viel) weniger Geld auskommen kann.

    Haben die Piraten schon eine Anfrage ( z.b. mit dem Beispiel Washington und New York ) öffentlich an Berlin gestellt wie und ob moderne Mitnahmesysteme etabliert werden und ggf. das Taxiangebot zurückgefahren und dynamischer (Z.b. wenn viel mehr Taxis gefragt sind als üblicherweise) gestaltet wird ? Oder wird erst der Flughafen fertig ?

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  15. von Interessen austarieren am 18.04.2014 (15:00 Uhr)

    @BastianBalthasarBux: Uber sieht sich als "Mietwagenunternehmen" (mit Chauffeur). Das wurde in den Kommentaren auch schon aufgegriffen. Der beispielsweise Golem.de-Artikel ist präziser diesbezüglich.
    Die allgemeine Bezeichung "Limousinen-Dienst" findet sich bei Google auch in den ersten Suchergebnissen. Was ist billiger ? Uber oder Taxi ? Vermutlich Taxi.

    Trotzdem danke für die Ergänzungen die in der Presse oft genug leider fehlen um ein Thema vollständiger zu beleuchten.

    Und nur noch eine Ergänzung weil es mir bei Google als Completion aufgefallen war: Krankenkassen können wohl auch einen Vertrag mit den Taxifirmen aushandeln. Geht das auch als Startup für Bewerber oder Firmenkunden vom Bahnhof/Flughafen zum fancy schicken Startup-Büro im teuren Büro-Viertel ?

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  16. von Maxe am 19.04.2014 (02:36 Uhr)

    Peinlich lieber Sebastian Kirchner. Wettbewerb gehört sicher in allen Bereichen dazu. Genauso aber Gesetze und Verordnungen. Und es kann ja wohl nicht sein
    das diese für Taxis gelten und andere machen bzw weglassen können was sie wollen. Das diese dann dadurch billiger sind ist ja keine Frage. Einfach mal das
    Smartfon zur Seite legen und überlegen ob man von der Branche, zu der man sich äussert, auch Ahnung hat ......? (Würstchen würden übrigens auch billiger wenn man diese ganzen ätzenden Hygienebestimmungen nicht mehr hätte....)
    Diese Gesetze sind im Taxifall übrigens in der Mehrzahl dazu da , den
    Fahrgast und seine Sicherheit und Rechte zu schützen.

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  17. von Interessen austarieren am 19.04.2014 (10:17 Uhr)

    @Maxe: Man muss Fußballspieler zum Spiel bringen können also Kleinbusse oder richtige Busse.
    Man muss Ferraris und Elektro-Rollstühle mieten können. Die halten sich nicht an die Taxi-Regeln sind aber aufgrund anderer Regeln erlaubt.
    Man muss Limousinen mit Fahrer mieten können.
    Krankenkassen können Sonderverträge mit den Taxifirmen aushandeln.
    Reisebüros haben Fahrdienste welche die Leute inclusive Koffern also im Kleinbus zum Flughafen bringen.
    Es gibt also diverse Ausnahmen die jetzt schon erlaubt sind.

    Uber hat diverse Unter-Ubers und es wird nicht berichtet welches davon (Limousinen, Preisgünstig, Taxi, Helikopter, Eis-Wagen, BatMobil,...) in Berlin angeboten wird.
    Wer die App installiert hat, kann ja mal die Preise von Uber nennen. Als Limousinendienst sind sie vermutlich nicht billiger als normale Taxis.

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  18. von Peter Grelling am 19.04.2014 (12:20 Uhr)

    In der EU ist die gewerbliche Personenbeförderung mit Fahrzeugen bis 9 Sitzplätzen ausdrücklich von der Liberalisierung ausgenommen. Das Taxi hat einen öffentlichen Auftrag. Es hat Pflichtfahrten, muss 24 Stunden verfügbar sein und gesetzliche Auflagen erfüllen. Stossend ist, dass Taxilizenzen handelbar sind (somit verzinsliches Kapital, dessen Kosten keinen Zusammenhang mit der Dienstleistungserbringung hat) und die Dienstleistung in den wenigsten Fällen durch den Lizenzinhaber ausgeführt wird. Uber und andere "freie" Anbieter interessieren sich nur fürs Geschäft, weil die Kosten für die Lizenzen, Vorschriften, gewerbliche und steuerliche Kontrollen wegfallen. Zudem können sie unrentable Kurzfahrten ablehnen oder zu teuer anbieten. Viel zur Verbesserung der Taxi-Dienstleistung könnte die Erteilung einer unübertragbaren Lizenz an den Fahrer bringen.

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  19. von Interessen austarieren am 20.04.2014 (09:55 Uhr)

    @Peter Grelling: Gute Darstellung. Solche Dinge fehlen halt in der Agenturmeldungspresse.
    Unübertragbare Lizenzen sind auch Diplome oder Medizinertitel oder Volljuristen-Abschlüsse oder Gesellenbriefe ohne die man manche Arbeiten (Gasleitung, Strom ab ich glaube 35 Volt,...) nicht durchführen darf.
    Wie man vielen Studenten sieht die trotz Diplom dann sozialversicherungsfreie Praktika machen und später Realschülern die Sachbearbeiter-Jobs wegnehmen, erkennt man, das die Gewerkschaft die Anzahl klar kontrollieren sollte. Das scheint leider nicht zu funktionieren. War der Mitgliedsbeitrag nicht etwa 1% des Lohnes ? Als App könnte man sowas auch schnell programmieren wenn bzw. wo man sich die Rechtskosten (Patente, Abmahnungen,...) leisten kann.

    Wenn man also zu viele Taxifahrern die Lizenz erteilt, herrscht Kannibalisierung.

    Bei zu wenig Lizenzen warten die Leute zu lange weil nicht genug Taxis fahren. Bekannte erzählten von südeuropäischen Ländern wo die Taxifahrer anscheinend Subventionen bekamen und keine Lust hatten, Leute mitzunehmen und man vom Flughafen laufen musste. Bei der Cebit könnte man ja noch Leute mit reinnehmen die per Handy an der Strecke stehen und die Linie buchen oder auch vom Flughafen in die Innenstadt wollen. Sowas würde man von IT-Deutschland als europaweit nutzbare App der Taxi-Anbieter erwarten. In England ist Sharing wohl üblich.

    Muss man keine Taxiprüfung mehr machen wo man zeigt das man die Straßen alle kennt und keinen Personenbeförderungsschein erwerben ?

    Internethandybasierte Verkehrsoptimierung (Mitnahme,...) oder auch diese Mietwagensysteme wo man die Karte reinschiebt oder mit Handy freischaltet muss möglich sein. Daher muss man den Taxibestand sozialverträglich herunterfahren.

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  20. von Benjamin am 20.04.2014 (13:11 Uhr)

    Eine feine Sache!

    Ein paar Gedanken:

    (1) Das Taxigeschäft hat einen sozialen Nutzen und bestimmte Vorgaben zu erfüllen.

    (2) Ein "freier Markt" entsteht erst durch staatliche Regulierung. Ohne Regeln gibt es Anarchie. "Der Markt" wird erst durch Regeln definiert.

    (3) Nur neoliberal indoktrinierte BWL-Studenten glauben ernsthaft, dass (absoluter) "Wettbewerb" die Lösung aller Probleme ist.

    (4) Warum gibt es in Deutschland die Buchpreisbindung und eine Gebührenordnung für Anwälte?

    (5) Was unterscheidet den deutschen Kapitalismus vom amerikanischen Kapitalismus?

    (6) Wem in Europa hilft eine Quasi-Übernahme europäischer Taxilizenzen durch amerikanische Quasi-Monopolkonzerne?

    (7) Ist es wirklich effizienter den Preis jeder Fahrt mit jedem Fahrer neu zu verhandeln? Könnte es nicht volkswirtschaftlich viel effizienter sein die Preise regelmäßig zu überprüfen und dann so festzusetzen, dass Kunde, Taxifahrer und Lizenzinhaber langfristig Sicherheit und Vertrauen genießen? Warum wird über sowas im BWL-Studium nicht referiert?

    (8) Auf "altem" Weg kann ich in Berlin telefonisch innerhalb von 20 Sekunden ein Taxi bestellen. Anschließend wird mir eine SMS gesendet, in der die - in der Regel äußert geringe - Wartezeit angekündigt wird. Welchen Vorteil bietet es mit dem Finger in einer App rumzufummeln, Preise zu vergleichen, sich einzuloggen, Formulare auszufüllen, etc.?

    (9) Könnte es sein, dass der Mehrwert der Dienste vielleicht eher in den Daten liegt, die für google generiert werden?

    Es wird Zeit, dass sich die deutsche Startup-Szene mal ein paar Fragen stellt. Auch industriepolitischer Natur.

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  21. von Interessen austarieren am 21.04.2014 (11:23 Uhr)

    1) Eine kurze Auflistung der Vorteile wäre nett gewesen.

    2) Smith Versprechen basieren auf bestimmten Voraussetzungen. Die gibts in vielen Pseudomärkten halt nicht die oft eher Darkrooms oder Labyrinthen vergleichbar sind.

    3) Wettbewerb macht Dinge besser. Allerdings hat auch jeder die Information das man mit 30 zu alt für Praktika ist oder wie viele Studenten Dauerpraktika machen. Also würde man diese Studiengänge meiden bis die Lebenseinnahmen wieder stimmen und die guten Universitäten verkünden mit dem Finanzamt die Einnahmenverteilung der Absolventen und Abbrecher. Die Taxifirmen würden lernen das der Markt kleiner wird und keine neuen Fahrer ausbilden und keine neuen Taxis aus den verdienten Abschreibungen kaufen. Die Gewerkschaft würde dafür sorgen das jeder weiss welche Ausbildungsberufe überfüllt sind und die Politik diese Berufe sperren bis die Lebenseinnahmen stimmen. Tja. Stattdessen beschweren sich (ich glaube die Gewerkschaften) das xx Gastronomiebetriebe zugemacht haben (pleite gegangen sind) und man Eignungsprüfungen für Gastronomiebetreiber einführen sollte. Die Sparkassen als Geldgeber und Finanzämter wissen wie viel die Currybuden und Dönerbuden verdienen und müssten kontrollieren wo mehr und wo weniger Gastromie hingehört.
    Keine Information => falsche Entscheidungen ist die Ursache. Wettbewerb kann auch sozialverträglich sein. Die Uber-Fahrer sollten Mindeslohn kriegen und natürlich sollte jeder Taxifahrer bei Uber fahren können. Speziell in diesem Fall gibts überhaupt keine Probleme sondern teilweise desinteressierte Teilnehmer
    die auf dem Status Quo beharren.

    4) In Ländern mit Meinungsfreiheit und ohne existenzvernichtende Rechtsrisiken kann man ein Wiki machen wo Vor-Nachteile von Preisbindungen zu lesen wären.
    Rot-Grün hat die Preisbindung für Ebooks eingeführt. In der Schweiz wurden Ebooks explizit von der Preisbindung ausgenommen. Was das für Zeitschriften-Apps bedeutet, weiss jeder.
    Ich begrüße wenn ich am Flughafen oder Bahnhof am Aufkleber im Taxi den Preis selber abschätzen kann und nicht abgezockt werde. Ein Markt ein Preis für dieselbe Leistung. Das ist der Schwur des Kapitalismus. Wo das nicht ist, sind (von Politik oder Lobbyisten oft absichtliche Produktions-)Fehler an Adam Smiths Markt. In der Modelltheorie lernt man doch das Modelle in sich richtig sind aber halt man die Voraussetzungen überprüfen muss. Aber vielleicht lernt man in anderen Studiengängen anderes.

    5) Dank Freihandelsabkommen, Acta, Ipred2 usw. gelten US-Patente auf Geschäftsideen vielleicht dann hier automatisch während Du vielleicht für jeden US-Bundesstaat Einzel-Genehmigungen brauchst um Kugelschreiber oder was auch immer einzuführen. Weiterhin kann man hier eher schlecht Startups gründen wenn man die Rechtskosten nicht bezahlen kann. Wären Europäische Gründer kleine Anteile ihrer Firma haben (Monty Videnius 1.3% des Verkaufspreises von MySQL an Oracle) hat Zuckerberg 54% seinr Firma oder die Google-Gründer B-Shares die bessere Stimmrechte haben wohingegen die VW-Stimmrechtsbevorzugung vom EU-Gericht aufgehoben wurde.
    In TV-Serien heisst es: Follow the Money. Wo bleibt also das Startup-Geld ? Bei "billigen Praktikanten" oder in den Holding-Ketten oder bei den Banken und Beratern oder beim Vermieter ?
    Gründen ist riskant obwohl man viele nützlichen legalen hilfreichen Dinge von zu Hause programmieren oder organisieren könnte. Rechtsrisiken, Patente usw. sind in manchen Ländern allerdings teuer so das diese technologisch zurückfallen. Die USA sind auch nicht viel besser: Siehe Veoh .

    7) Spieltheorie gibts noch nicht so lange bzw. ist erst seit kurzem in Erscheinung getreten. Manche BWLer mögen Marketing und Personalwirtschaft weil man da nicht so viel rechnen muss. Operations-Research ist knallharte Optimierung NP-vollständiger Probleme. Auch Controlling und Buchführung sind wenig gefragt. Das sind dann vermutlich die Schwerpunkte wo BWLer gesucht werden.

    8) Danke für den Hinweis wie bequem Taxi-Bestellung heute ist. Der Kommentar zu Apps klingt fast wie eine Werbung der Taxibranche. Die App weiss wo ich bin und kennt mein iOS oder Google-Konto wo meist eine Kontonummer oder Kreditkarte hinterlegt ist. Auch könnte man per Paypal oder Amazon als Zwischenstation bezahlen damit Kreditkarten-Nummern nicht in fremden Fingern landen. Apps werden gerne benutzt je einfacher und bequemer sie sind. Die vielen miesen Apps sind kein Argument dagegen. Es klingt wie ältere Leute die keine Fahrkartenautomaten mögen (was ich nachvollziehen kann). Alte Leute wollen Gespräche und ihre Lohnschecks am Schalter einlösen, junge Leute gehen zum Geldautomaten.
    Wenn man nicht im Telefonbuch eingetragen ist, hat man übrigens manchmal Probleme ein Taxi zu kriegen weil die nicht durch Rückruf überprüfen können ob es keine Fake-Bestellung ist. Bei LTE gibts wohl Telefonie nur als TCP/IP so das Daten-Anwendungen wie Taxi-Apps evtl sinniger und Datensparsamer sind. In dem Zusammenhang müssten Gemeinsam-Fahrten zur Messehalle/Fußballstadion u.ä. möglich sein. Unflexible, teure und unzuverlässige Software motiviert Taxifirmen (oder auch Supermärkte oder Banken) nicht dazu, sich zu modernisieren.

    Es fehlt:
    10) Moderne Systeme und Alternativen müssen möglich sein und (weiol es in diesem Fall extra-einfach ist) sozialverträglich eingeführt werden: Mietautos am Bahnhof die man per Handy freischaltet. Mitnahmesysteme. Die vielen! verschiedenen Ubers. Taxis entwickeln sich auch weiter wie Mediamarkt (oder Saturn)-Sameday-Delivery zeigt.

    Aber schön das auch vernünftige Diskussionen stattfinden.
    Man sieht das Politik hinterher-regiert oder desinteressiert ist.

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  22. von Jens V am 22.04.2014 (11:15 Uhr)

    @Benjamin: Danke! Deine Fragen sind zwar etwas polemisch formuliert, treffen im Kern aber das Problem.

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  23. von Bernd K. am 02.09.2014 (13:41 Uhr)

    Das Volk ist dafür. ICH JEDENFALLS GANZ SICHER!!!
    Steige ich in ein normales Taxi, zahle ich direkt mal ein paar Euro Mindestumsatz etc. dazu brauche ich weder Versicherung, noch einen Fahrer der mich vollquatscht oder, bei uns fast üblich, kein richtiges Deutsch kann. Dazu fahren mich viele Taxifahrer auch noch um die halbe Welt, statt direkt um Ziel. Einen Benz brauche ich auch nicht als Taxi.
    Das Resultat von dem ganzen Taxi-Scheiß in Deutschland ist, dass ich mir Taxifahrten eigentlich nicht leisten kann und daher so oft es geht meide. Mit Uber wäre das anders, da könnte man sich öfter mal eine Fahrt ordern bzw. wären auch normale Taxis mal gezwungen etwas preiswerter zu werden. Und von all dem mal abgesehen: Bei uns zahlt man selbst für eine einfache Busfahrkarte schon ÜBER 2 EURO!!! Wird Zeit, dass mal Alternativen zum Taxi und Nahverkehr kommen.

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  24. von Andrea am 02.09.2014 (16:56 Uhr)

    Also auch hier stimmt der Artikel sachlich so nicht. Denn Uber ist NICHT insgesamt verboten sondern nur EINE Funktion von Uber ist - derzeit - nicht zugelassen: nämlich UberPoP.

    Aber: Uber besteht aus ZWEI Funktionen: UberPoP und UberBlack!

    Denn in der Verfügung heißt es eindeutig:

    " Der Antragsgegnerin wird im Wege der einstweiligen Verfügung – wegen Dringlichkeit ohne mündliche Verhandlung – bei Meidung von Ordnungsgeld bis 250.000,00 EUR, ersatzweise Ordnungshaft, oder Ordnungshaft bis zu sechs Monaten, zu vollstrecken an ihrem Direktor, für jeden Fall der Zuwiderhandlung untersagt, Beförderungswünsche von Fahrgästen über die technische Appplikation “Uber” und/oder die technische Applikation “UberPop” an Fahrer/Fahrerinnen zu vermitteln, soweit diese mit der Durchführung der Beförderungswünsche entgeltliche Personenbeförderung mit Kraftfahrzeugen durchführen würden, ohne im Besitz einer Genehmigung nach dem PBefG zu sein, es sei denn das Gesamtentgelt für die Beförderungsfahrt übersteigt nicht die Betriebskosten der Fahrt."

    http://www.social-secrets.com/2014/09/uber-ist-deutschland-nicht-verboten/

    Außerdem haben die werten Journalisten nicht bemerkt, dass es zwische UberPoP und UberBlack einen wichtigen Unterschied gibt.

    Was ist nun UberBlack:

    "Fahrer von UberBlack sind professionelle, gewerbliche Chauffeur-Unternehmer mit einer entsprechenden Zulassung. Sie verstoßen also nicht gegen das PBefG im Sinne des Beschlusses. Uber darf diese Fahrten also weiterhin in ganz Deutschland ohne Probleme anbieten."

    http://www.social-secrets.com/2014/09/uber-ist-deutschland-nicht-verboten/

    Was ist im Gegensatz dazu nun UberPop:

    "Bei UberPOP sieht das anders aus, hier fahren Privatpersonen ohne eine solche Zulassung – diese sind von dem Beschluss betroffen. Allerdings greift der Beschluss hier auch nur, wenn das Fahrtentgelt die Betriebskosten übersteigt"

    http://www.social-secrets.com/2014/09/uber-ist-deutschland-nicht-verboten/

    Das heißt: Uber ist NICHT insgesamt verboten, sondern es ist nur EINE Funktion von BEIDEN Funktionen - derzeit - nicht zugelassen. Dass heißt: Uber darf seinen Dienst UberBlack in Deutschland sehr wohl weiter anbieten!!

    Und daher ist der Artikel hier absolut sachlich falsch!! Von daher: bitte korrigieren!!

    Gruß
    Andrea aus Unterfranken

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