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Tech-Konzerne kämpfen um die Vorherrschaft in der Wolke

Tech-Konzerne kämpfen um die Vorherrschaft in der Wolke

Tech-Konzerne kämpfen um die Vorherrschaft in der Wolke

40-Milliarden-Dollar-Markt

Amazon, und legen die Umsätze der Cloud-Angebote nicht offen. Die IT-Marktforscher von IDC schätzen jedoch, dass „Public-Cloud-Angebote" – also Cloud-Dienste über das Internet – mit einem Marktvolumen von 40 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr zu den am schnellsten wachsenden Bereichen der IT gehören.

Amazon beherrscht mit einem Marktanteil von 70 Prozent den Public-Cloud-Markt für das Mieten von Computerspeicher und Rechenkraft, schätzt Forrester Research. Nach Schätzungen von Analysten generiert mit AWS jährlich rund 2 Milliarden Dollar.

Über Jahre war Amazons Position im Cloud-Markt praktisch unangefochten, nachdem es AWS 2006 gestartet hatte. Der frühe Start ermöglichte Amazon den Aufbau des jungen Marktes – und vor allem, den Mechanismus zu verstehen. Der Aufstieg von AWS wurde außerdem vom Boom von Tech-Start-ups wie Zynga befördert, für die es einfacher und billiger war, dass Amazon sich um Software und Server ihres Unternehmens kümmerte, als die IT-Infrastruktur selbst zu betreiben.

Im vergangenen Sommer allerdings begann der Cloud-Krieg heiß zu werden. Im Juni überarbeitete Microsoft seinen Cloud-Dienst namens Windows Azure und ergänzte ihn um individuellere Buchungsoptionen ähnlich derer bei AWS – darunter beispielsweise die Möglichkeit, flexiblere virtuelle Computer zu mieten, welche zusätzliche Rechenkraft für wenig Geld bringen.

Im selben Monat stellte Google, die ebenfalls bereits seit längerem auf dem Cloud-Markt aktiv sind, ein Angebot namens Google Compute Engine vor. Der Dienst erlaubt Unternehmen ihre Web-Services auf Computern laufen zu lassen, die von dem Internetriesen betrieben werden.

Google gibt den Takt des Preiskampfes vor

Sofort begann das Trio mit einem Preiskampf. Innerhalb von knapp einer Woche im vergangenen Herbst verkündete Google einen Preisrückgang beim Speicher um rund 20 Prozent. Seitdem gibt es einen Gigabyte Onlinespeicher ab 9,5 Cent. Amazon senkte den Einstiegspreis schnell ebenfalls auf dieses Niveau, woraufhin Google mit einem Preisrückgang auf 8,5 Cent pro Gigabyte nachlegte.

Microsoft folgte einige Tage später mit der Ankündigung, man senke die Kosten für Azure auf ein ähnliches Niveau. Nach Angaben von Amazon wurden seit Bestehen des Dienstes die Preise bereits 25 Mal gesenkt.

Google beruft sich auf seine Erfahrung bei seinen Diensten. „Unsere Angebote beziehen die gesamte Infrastruktur ein, die wir in den vergangenen 14 Jahren entwickelt haben und auf der Google, Youtube und alle andere Dienste laufen. Wir machen sie für andere verfügbar", sagt Shailesh Rao, der bei Google für die Cloud-Sparte verantwortlich ist.

Amazon, Google und Microsoft wildern auch jeweils im Mitarbeiterstab der Konkurrenz, durchaus mit juristischen Konsequenzen. Im Oktober wollte Amazon mit einer Klage erreichen, dass ihr ehemaliger hochrangiger AWS-Mitarbeiter Daniel Powers nicht für Googles Cloud-Sparte arbeiten darf. Im Dezember entschied ein US-Bundesgericht in Seattle, dass Powers bis März gesperrt wird, damit er Google durch seine internen Kenntnisse nicht bei der Abwerbung von aktuellen, ehemaligen oder potenziellen Kunden von Amazon helfen kann. Google, Amazon und Daniel Powers wollten sich zu dem Rechtsstreit nicht äußern.

Amazon hat außerdem den Vertrieb vergrößert und bereitet sich darauf vor, die Dienste über Zwischenhändler aus dem Bereich Unternehmenstechnologie zu verkaufen. So sollen mehr Großunternehmen als Kunden gewonnen werden. Im November präsentierte Amazon eine neue „Premium"-Auszeichnung für 15 Zwischenhändler, die AWS an Unternehmen verkaufen dürfen.

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