Arrington gründet Kapitalgeber CrunchFund, AOL is not amused
Laut Arrington wurde ihm im Zuge der Übernahme durch AOL redaktionelle Freiheit zugesichert. Das Verhältnis zu AOLs Contentchefin Arianna Huffington, der ebenfalls impulsiven Gründerin des Allround-Blogs Huffington Post, gilt als angespannt. Dass sie als Contentchefin Arringtons Vorgesetzte ist, macht die Situation nicht einfacher.
Nun wurde offiziell, was schon seit längerem kein echtes Geheimnis mehr war: Arrington gründete CrunchFund, ein Unternehmen zur Risikofinanzierung innovativer Startups. AOL reagierte prompt und erklärte, man werde es nicht zulassen, dass Arrington Chefredakteur bei TechCrunch bliebe oder auch nur überhaupt irgendeine Art von Einfluss auf die inhaltliche Ausrichtung behalten würde, wenn er nebenbei als Venturekapitalgeber auftreten wolle.
Auf den ersten Blick erscheint AOLs Reaktion nachvollziehbar. Immerhin könnte man tatsächlich einen Konflikt vermuten, wenn der Chefredakteur eines Blogs der Tech-Themen behandelt, gleichzeitig Tech-Firmen finanziert. In seiner Funktion als Redakteur kommt er als einer der ersten an entsprechende Informationen zu lohnenswerten Investitionen und als Venturekapitalgeber hat er ein Interesse daran, seine Investitionen bestmöglich zu promoten. Man kann die Vorbehalte nachvollziehen. Was nicht nachvollziehbar ist, ist dass es eben dieses AOL ist, das zu den größten Mitinvestoren des CrunchFund gehört. Arrington zieht das Projekt nicht an AOL vorbei auf, sondern mit deren finanzieller Unterstützung…
Arrington würde TechCrunch zurückkaufen
Zudem ist es so, dass der TechCrunch-Gründer schon bislang immer wieder in Startups investiert hat. Jede neue Investition soll interne Diskussionen ausgelöst haben, Arrington geriet immer wieder in die Kritik, konnte seine Position jedoch jedes Mal erfolgreich verteidigen.
Nun geht er in seinem möglicherweise letzten TechCrunch-Beitrag zum Frontalangriff über. Er will die redaktionelle Freiheit zurück oder TechCrunch zurückkaufen. Dafür würde er übrigens eine Finanzierung benötigen. Vielleicht könnte TechCrunch so das erste Projekt von CrunchFund werden, was angesichts der Gesamtumstände indes unwahrscheinlich erscheint.
Kann TechCrunch ohne Arrington existieren?
Unklar ist, wie AOL einem Verkauf gegenüber steht. Vermutet wird, dass für AOL ein Verkauf der Techsite nicht in Frage kommt. Ich persönlich würde das so nicht sagen. TechCrunch lebt sehr stark von wenigen polarisierenden Akteuren und wäre ohne diese nicht mehr das TechCrunch, das so erfolgreich geworden ist.
Andererseits gibt es natürlich Beispiele für Blogs, die ohne ihren Gründer weiterhin und sogar besser funktionieren als zuvor, siehe Basic Thinking. Auch TechCrunch-Redakteur M.G. Siegler kann sich vorstellen, dass es die mittlerweile erreichte schiere Größe der Site ist, die AOL letztlich dazu bewegen könnte, auf den polarisierenden Gründer zu verzichten. Könnte es am Ende sogar so sein, dass AOL es darauf angelegt hat, Arrington aus dem Unternehmen zu drängen, indem es sein Projekt CrunchFund unterstützte, um ihn dann seines redaktionellen Einflusses berauben zu können?
Wird TechCrunch nun zum nächsten Engadet? Denen waren bekanntlich nach der Übernahme durch AOL reihenweise, allerdings freiwillig, die Redakteure von der Fahne gegangen. Ein Weggang, insbesondere ein Rauswurf Arringtons könnte bei TechCrunch eine ähnliche Kettenreaktion einleiten…





4 Answers
von Tino Che Bonkers via facebook 07.09.2011 (10:01Uhr) 1.
aol gibt es noch? ;)
von TechCrunchs Mike Arrington: AOL, gib mir… 07.09.2011 (13:31Uhr) 2.
[...] Weiterlesen bei t3n >> [...]
von AOL trennt sich von TechCrunch-Gründer… 08.09.2011 (08:55Uhr) 3.
[...] hatte sich seit Tagen abgezeichnet. Wie auch t3n berichtete, geriet Arrington ins Kreuzfeuer der Kritik, als er seinen Risikokapital-Fond CrunchFund offiziell [...]
von Geschasster TechCrunch-Gründer startet… 26.09.2011 (15:07Uhr) 4.
[...] TechCrunchs Mike Arrington: AOL, gib mir mein Blog zurück! - t3n News [...]