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Technikchef verlässt Magento – was macht Ebay aus dem Shopystem?

Yoav Kutner, Mitgründer und Technikchef von , hat die E-Commerce-Plattform zum 31. März verlassen. Nachdem Magento lange Zeit hochgelobt wurde, stellt sich jetzt akut die Frage nach der Zukunft des Open-Source-Projekts.

Technikchef verlässt Magento – was macht Ebay aus dem Shopystem?

Magento: Tiefe Kratzer nach Übernahme durch eBay

Kaum ein Open Source Projekt wurde in den letzten Jahren so hochgelobt wie Magento. Schon vor dem eigentlichen Start galt Magento als hoffnungsvolle lizenzkostenfreie Alternative zu E-Commerce-Systemen wie xt:Commerce und osCommerce und das setzte sich dann auch in der Folgezeit fort. Erste Fragezeichen gab es nach dem Einstieg von eBay. Die Online-Auktionsplattform hatte im Februar 2011 zunächst den zuvor von der eBay-Tochter PayPal erworbenen Anteil auf insgesamt 49 Prozent angehoben. Im Juni folgte dann mit der Ankündigung der vollständigen Übernahme von Magento der nächste Schritt.

Die ehemalige Doppelspitze von Magento: Links CEO Roy Rubin und rechts der CTO Yoav Kutner, der Magento zum 31. März verlassen hat.

In der Magento-Szene sorgte das natürlich für einen Aufschrei: Wie würde es nun mit Magento weitergehen - war die große Frage. Zumal nicht immer ein glückliches Händchen mit der Übernahme von Firmen hatte, wie die letztlich gescheiterte Akquise von Skype zeigte. Nachdem schon der Einstieg von eBay bei Magento bei den E-Commerce-Experten für Rätselraten sorgte, beeilten sich die beteiligten CEOs von Magento und eBay nach der beschlossenen Komplettübernahme die Zukunftsfähigkeit von Magento zu betonen. Magento-CEO Roy Rubin gab ein offenes und globales E-Commerce-System als gemeinsames Ziel aus, das er zusammen mit Yoav Kutner an der Spitze von Magento entwickeln wolle. Zumindest für den Technikchef Kutner gilt dies nun nicht mehr, denn er verabschiedete sich zum 31. März von Magento.

Was will eBay mit Magento?

In einer schwächelnden Phase von eBay sollte Magento die neue technologische Basis von eBays kommender X.Commerce Plattform werden. X. sollte demnach langfristig der technologische Unterbau von eBay, der Tochter PayPal und der Magentoentwickler-Community werden. Im Oktober letzten Jahres war es dann soweit: X.Commerce wurde in San Francisco der Öffentlichkeit vorgestellt. Als revolutionäres System für die Grundlage der E-Commerce-Welt von morgen wurde es angekündigt, die vormals so starke Magento-Community verhielt sich allerdings eher zurückhaltend.

Nach Ansicht von Jochen Krisch hat Magento seine Unabhängigkeit jedenfalls viel zu früh aufgegeben:

Magento heute ist eben nicht mehr die unabhängige Open Source Alternative von 2009, als die es frischen Wind in die E-Commerce-Szene gebracht hat, sondern das trojanische Pferd für Paypal & Co. Das sollte man sich immer wieder bewusst machen, wenn man sich voll auf Magento einlässt - und sich als (Online-)Händler zumindest genau überlegen, ob die Ziele von Ebay/Paypal mit den eigenen übereinstimmen.

Dass bei Magento nach der Übernahme durch eBay nicht alles nach Plan lief, scheint zumindest mit dem Abgang von Yoav Kutner bestätigt zu sein.

Was glaubt ihr, wie es mit Magento jetzt weitergeht?

Weiterführende Links zum Thema Magento:

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13 Antworten
  1. von svenson am 02.04.2012 (20:00 Uhr)

    ... und wo ist eigentlich unser aller ROY abgeblieben? lange nichts mehr von ihm gehört oder gesehen. jetzt sucht CTO yoav kutner das weite. und scott thompson der oberstratege von paypal ist auch nicht mehr dabei. ich sehe für dieses geniale shopsystem unter paypal leider keine zukunft (keine köpfe, schwindende community, etc).

    im e-commerce muss ein shopsystem endlich mal jahre halten … magento kackt seit einem jahr ab … leider

    es grüß in die runde
    svenson

    ps: bin sehr gespannt wie die stimmung auf der kommenden meet magento im mai sein wird und ob die eingeflogenen us-boys und die anwesende community auf moritzbasteisound noch ein tänzchen wagen werden.

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  2. von Norvik am 03.04.2012 (08:06 Uhr)

    Die genauen Gründe für die Abwanderungen würden mich mal interessieren. Kann man nur hoffen das Magento weiterhin kostenlos bleibt...

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  3. von cbatik am 03.04.2012 (08:40 Uhr)

    Ein Grund mehr, sich nach alternativen Shop-Systemen umzusehen. Ich sag nur: Shopware 4 ;-)

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  4. von brandeer am 03.04.2012 (08:58 Uhr)

    Da schaut man definitiv nicht mit viel Freude in die Zukunft. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

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  5. von Daniel W. am 03.04.2012 (10:16 Uhr)

    Ich habe da schon ein sehr genaues Modell im Kopf, wie das weitergehen wird mit Magento und eBay / PayPal: Man bekommt due Shop-Software vielleicht sogar weiter kostenlos, aber das kann beispielsweise mit einem Shop-Account bei eBay und einem Händler-Account bei PayPal verknüpft sein -> bessere Zahlen für die beieden eBay-Firmen. Im nächsten Schritt wird am Anfang nur die Verwendung von PayPal als Zahlungsmodul kostenlos sein, wer andere Module will, muss draufzahlen oder Standards á la PCI DSS oder eigene Regeln von eBay erfüllen, für deren Prüfung eine Gebühr erhoben wird. Ähnlich ist das bei den Versandmodulen und Preissuchmaschinen vorstellbar, dass immer mehr Module nur noch Prüfung und / oder nach Übermittlung von immer mehr Daten an eBay freigeschaltet werden. Der Händler wird so zum Gast in seinem eigenen Shop und nicht nur bei eBay, darf aber gleichzeitig vielfältige Gebühren an eBay und PayPal zahlen.

    Der Anfang vom Ende von Magento war aber auch schon vor der Übernahme durch eBay gemacht, als man Magento aufspaltete in eine kostenlose Community-Version und eine Enterprise Edition zum fünfstelligen Tarif. Offenbar hatte Roy Rubin es sehr eilig damit, sehr schnell viel Geld einzusacken. Zurück bleibt eine über den Tisch gezogene und enttäuschte Community.

    Ich kann nur jedem Magento-Shopbetreiber empfehlen, vor einem größeren Update oder einer größeren Erweiterung auch den Wechsel auf ein System wie OXID oder Shopware zu überprüfen. Dann wandern nämlich auch nicht so viele Daten in Richtung eBay und USA ab, wo diese ja bei entsprechendem "Terrorismus-Verdacht" nach Belieben ausgelesen und verwertet werden können...

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  6. von Daniel W. am 03.04.2012 (10:16 Uhr)

    @cbatik: In der Tat ein interessantes System und Enlight wird von mir auf jeden Fall auch unter die Lupe genommen :)

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  7. von Julia am 03.04.2012 (10:37 Uhr)

    Für mich gibt es seit drei Jahren nur ein Shopsystem - Prestashop. Die haben etwas später angefangen als Magento, sind aber bereits Nummer eins in Europa. Und bei den schnellen Weiterentwicklung dürfte das in den nächsten Jahren auch bleiben.

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  8. von Norbert am 03.04.2012 (11:08 Uhr)

    Vielleicht eine Alternative: Arcavias (http://www.arcavias.com)
    Schnelles, leichtgewichtiges ecommerce-Framework, das sich beliebig erweitern lässt. Ist noch relativ neu unter den existierenden Shopsystemen.

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  9. von pit am 03.04.2012 (12:11 Uhr)

    Wertes t3n, macht doch mal resuemierend und ausblickend einen schoenen Vergleich der heutigen Shop-Systeme. Mich wuerde ein Sumup interessieren. Oder koennte mir jemand einen Tipp geben, wo sowas mit entsprechender Qualitaet zu finden waere?

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  10. von alex.muehe am 03.04.2012 (20:21 Uhr)

    mich würde mal eure meinung interessieren?
    http://www.doodle.com/n3bkermhwt3difz9
    meine favoriten stehen als entwickler und seo fest.
    xtcmodified und oxid.

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  11. von Alexander am 04.04.2012 (13:38 Uhr)

    Es wird jetzt erstmal noch die Magento Version 1.7.0.0 kommen und zwischenzeitlich arbeitet man schon an Magento 2. Auch die Community ist nach wie vor aktiv. OneStepCheckout kommt mit Version 5 vollständig refactored im Sommer und viele andere gleichwertige Extensionhersteller und Freelancer sind gleich aktiv. Man hat nie bemerkt, dass eBay skype gekauft hatte. Ich wusste es schon, aber gespürt habe ich bei Skype nie etwas. Bei Magento merkt man auch wenig davon und ich schaue alle 2 Monate mal auf http://www.x.com. Für mich ist Magento das OpenSource Shopsystem schlechthin neben Oxid. Ich glaube, es wir ganz normal für Magento weitergehen.

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  12. von Sebastian Maurer am 04.04.2012 (15:34 Uhr)

    Hallo zusammen!

    Es gibt heute sehr viele kostengünstige Alternativen zu Magento:
    Wer ein leicht zu bedienendes Webshop System sucht sollte sich SEOshop einmal ansehen.
    Bereits Marktführe in den Niederlanden und seit 2012 auch hier in Deutschland zu haben.

    - Komplett individualisierbares Design
    - Integrierter Facebook Shop
    - Kostenloser Telefonsupport
    - Alle Funktionen ohne HTML Kenntnisse anzuwenden

    Am besten einfach mal kostenlos testen:



    Beste Grüße
    Sebastian Maurer

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  13. von stephen.morris am 20.11.2013 (18:07 Uhr)

    Also ich habe mir Magento angesehen und fand es sehr gut.
    Habe mich seit einiger Zeit mit PrestaShop befast und muss gestehen das ich das System sehr toll finde, zudem ist es ein Open Source System was mich sowieso anspricht.
    Zu meinem Bedauern ist es leider nicht an die Deutsche Rechtslage angepasst, ist aber nicht weiter schlimm da ich ein Module gefunden habe das mir die Aufgabe genommen hat am System zu fummeln - germaNext (www.silbersaiten.de) ist die Lösung!

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