Wie funktionieren erfolgreiche Communitys innerhalb von Twitter? Besteht nicht die Gefahr wie Lemminge hinter den falschen Werbern und Meinungsmachern herzulaufen?
Bei jedem Kommunikationsmedium besteht die Gefahr, dass unerwünschte Nachrichten ihren Weg in die Öffentlichkeit finden. Das lässt sich nicht verhindern - auch bei Twitter nicht. Bei einigen Communitys sollen die Nutzer einander folgen, damit Nachrichten direkt an alle Mitglieder gesendet werden. Mittlerweile kommt man allerdings von diesem Prinzip ab, da damit eben gerade Spam-Nachrichten direkt an alle gehen. Es gibt Leute, die Communitys um bestimmte Hashtags aufbauen, aber auch diese Tweets sind vor Spam nicht gefeit. Andere Communitys entstehen auf Sites von Drittanbietern wie twibes.com. Für mich kommen diese nicht in Frage, denn dann muss man auch dort noch seine Nachrichten abrufen. Kurzum: Bislang gibt es noch keinen idealen Weg, um eine Twitter-Community aufzubauen.
Wie sehen Sie das Potenzial von Twitter? Mit aktuell rund 60.000 aktiven Teilnehmern ist es in Deutschland noch keine große Zielgruppe.
Twitter hat, insbesondere aufgrund seiner Offenheit, unbegrenztes Potenzial. Der Einfluss von Twitter geht über die Zahl der Nutzer mit einem eigenen Konto hinaus, denn jeder kann die Tweets eines anderen anzeigen und Tweets können beispielsweise über Google gefunden werden.
Twitter eröffnet durch den Echtzeitcharakter und die sehr persönliche Kommunikation eine neue und sehr direkte Form der Kommunikation mit unterschiedlichen wichtigen Zielgruppen. Wie nutzen Sie Twitter?
Für mich ist Twitter eine Lernplattform. Ich folge interessanten Leuten - Wissenschaftlern, Technikern, Journalisten, Professoren, Leuten aus der Verlagsbranche - und lerne durch sie jeden Tag neue und erstaunliche Dinge. Im Gegenzug versuche ich, etwas zurückzugeben und Tweets über Dinge, die ich interessant finde, einzustellen. Und ich nutze Twitter letztendlich auch für die Vermarktung meiner Bücher, versuche aber hier, nicht zu viel des Guten zu tun.
Wie sehen Sie die Zukunft der Kommunikation: Ist der reale Kontakt von Mensch zu Mensch ein aussterbendes Modell?
Ich denke nicht, dass Twitter den persönlichen Kontakt ersetzt. Twitter verstärkt ihn eher noch. Twitter-Nutzer organisieren z. B. ständig Offline-Treffen (Tweetups). Oftmals treffen sich dann Leute, die weder miteinander befreundet noch bekannt sind. Ich persönlich habe alle meine Freunde in der realen Welt, freue mich aber auch, neue Freunde in der virtuellen Welt zu finden. Durch Twitter habe ich eine Reihe toller neuer Freunde kennengelernt.
Mehr über Paul McFedries
Paul McFedries hat inzwischen mehr als 60 Bücher veröffentlicht, die weltweit über drei Millionen Mal verkauft wurden. Aktuell sind bei Wiley die folgenden Titel erschienen: „MySpace Visual Quick Tips“, „Internet Simplified“, „iPhone 3G Portable Genius“, „Teach Yourself Visually Macs“ und „Teach Yourself Visually Windows Vista“. Paul McFedries ist auch Eigentümer von Word Spy, eine Website, die neue Wörter und Ausdrücke sammelt. Der Autor lebt zusammen mit seiner Frau Karen und seinem Hund Gypsy in Toronto. Seine persönliche Website findet man unter www.mcfedries.com. Man findet ihn auf Twitter hier: @paulmcf, @wordspy und @citizencoin.
Sein Buch „Twitter: Tips, Tricks and Tweets“ gibt es beispielsweise hier bei Lehmann's.
Über den Interviewer
Bernd Sommerfeld ist Buchhändler aus Berlin-Charlottenburg und mit Lehmann's unter www.LOB.de seit 1993 online. Er organisierte den ersten Internet & Linux Congress 1994 in Heidelberg.





3 Answers
von Bernd Sommerfeld 11.06.2009 (10:39Uhr) 1.
ja, die Buchhandlung Lehmanns twittert auch unter @Lehmanns und hat dadurch Anerkennung und neue Freunde gefunden. Danke !
Ich finde, zu Twitter gehört auch die Seite wie die bei Facebook http://www.facebook.com/pages/Berlin-Germany/Fachbuchhandlung-Lehmanns/56853797625?ref=mf und wenn dazu sogar Tim O'Reilly sehr Nettes schreibt ;-D
Euer Buchhändler, Bernd Sommerfeld
von Lotrees Journal » links for 2009-06-12 12.06.2009 (15:06Uhr) 2.
[...] Technologie-Experte Paul McFedries: „Für mich ist Twitter eine Lernplattform“ » t3n Magazi... ie haben ein Buch geschrieben. Warum ein Buch? Aus einer im vergangenen Jahr in den USA veröffentlichten Studie geht hervor, dass 70 Prozent der erwachsenen Amerikaner in den letzten fünf Jahren in keinem Buchladen mehr waren… [...]
von » Twitter - Hype oder Lernplattfor… 15.06.2009 (13:44Uhr) 3.
[...] Technologie-Experte Paul McFedries: „Für mich ist Twitter eine Lernplattform“ » t3n Magazin via kwout [...]