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Gute Zeiten, um ein Startup zu gründen: Warum die Wirtschaft Milliarden für Übernahmen ausgibt

Gute Zeiten, um ein Startup zu gründen: Warum die Wirtschaft Milliarden für Übernahmen ausgibt

Kaufangebote im Wert von 313 Milliarden US-Dollar hat die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr für Technologie-Unternehmen abgegeben. Vor allem in der Chipindustrie kam es zum großen Ausverkauf. Die künftigen Kassenschlager werden aber zwei andere Technologien sein.

Gute Zeiten, um ein Startup zu gründen: Warum die Wirtschaft Milliarden für Übernahmen ausgibt

(Foto: Shutterstock)

Kaufangebote im Wert von 313 Milliarden Dollar

Die Weltwirtschaft war im vergangenen Jahr so kauflustig gegenüber neuen Technologien wie noch nie zuvor. Wie aus einem von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) veröffentlichten Bericht hervorgeht, wurden 2015 Übernahmeangebote im Wert von nicht weniger als 313 Milliarden US-Dollar an und Unternehmen abgegeben. Die Dunkelziffer liegt mutmaßlich höher, da der Bericht nur solche Deals berücksichtigt, die öffentlich kommuniziert wurden.

Tatsächlich abgeschlossen wurden im vergangenen Jahr dem Bericht zufolge 278 Technologie-Übernahmen. Zwar beläuft sich das Volumen so auf lediglich 147,7 Milliarden US-Dollar, die hohe Diskrepanz zwischen angekündigten und tatsächlich geschlossenen Deals sei nach Auffassung von PwC aber nicht ungewöhnlich. Aufgrund schwächelnder Aktienmärkte seien viele Deals noch in der Endphase ihrer Anbahnung geplatzt, heißt es.

Ausverkauf in der Chipindustrie

2015 waren Unternehmen so kauflustig gegenüber neuen Technologien wie noch nie. (Grafik: PricewaterhouseCoopers/Venturebeat)

2015 waren Unternehmen so kauflustig gegenüber neuen Technologien wie noch nie. (Grafik: PricewaterhouseCoopers/Venturebeat)

In der im Vergleich zu 2014 deutlich gestiegenen Kauflust sieht PwC den anhaltenden Trend der Konsolidierung innerhalb der Tech-Branche bestätigt. Zudem seien die Zahlen ein Beleg dafür, wie essentiell der Besitz neuer Technologien für Unternehmen aus nahezu allen Branchen inzwischen ist. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Kaufangebote um 82 Prozent gestiegen.

Vor allem die Halbleiter-, beziehungsweise Chipindustrie zeichnet für das enorme Plus verantwortlich. Für Unternehmen aus dieser Branche wurden im vergangenen Jahr nicht weniger als 38 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Allein der Chiphersteller Intel legte für die Übernahme seines Konkurrenten Altera beachtliche 16,7 Milliarden US-Dollar auf den Tisch.

Künstliche Intelligenz und VR werden zum Kassenschlager

Auch in anderen Branchen kauften Unternehmen kräftig Technologie zu. Laut PwC standen Übernahmen im Bereich Cloud-Computing ebenso hoch im Kurs wie solche aus den Bereichen Internet der Dinge, E-Commerce, Datensicherheit und Informationstechnologie. Zunehmendes Kaufinteresse gebe es inzwischen auch bei Unternehmen aus der Finanz- und Gesundheitsindustrie.

Der Trend steigender Technologie-Übernahmen werde sich laut PwC auch in diesem Jahr fortsetzen. Viele Unternehmen müssten sich demzufolge an die veränderten Wettbewerbsbedingungen anpassen und strategisch umpositionieren. Die Zahl der Übernahmen werde in den nächsten Jahren weiter steigen. Zum Kassenschlager sollen dabei vor allem zwei Technologien werden: Künstliche Intelligenz und Virtual Reality.

via venturebeat.com

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Eine Antwort
  1. von FPGAs für alle am 16.02.2016 (12:33 Uhr)

    Altera ist kein prozentual relevanter Konkurrent sondern eher eine Nische. Wenn Fiat Ferrari aufkauft oder Audi kauft Lamborghini oder BMW kauft Mini Cooper ist die Konkurrenz auch überschaubar so das die Presseberichte (siehe Google-News) wohl meist das Wort "Konkurrent" nicht enthalten dürften was man ja schnell nachprüfen kann wenn die damaligen Aufkäufe nicht zu lange her sind.

    Wie bei NEST, Videobrillen oder natürlich aktuell 3D-Druckern wird diese gute überlegene Technologie also vermutlich dem Volk durch Aufkauf und Stagnieren-Lassen der Disruptoren jahrzehntelang vorenthalten.

    Alle rechenlastigen Aufgaben (früher mp3-Coding, aber heute natürlich h.265/HEVC und nächstes Jahr vielleicht schon das aktuell entwickelte h.266 usw.) wollte ich schon vor 10 Jahren auf FPGAs auslagern. Siehe FFMPEG-Meldung von Heute wo das täglich bei jedem Youtube-Video nützlich wäre. Aber Rechtskosten und Patente und Holding-Ketten sind wohl wichtiger als Deutschland zum Kern-Ort für FPGA-Nutzung zu machen und es lieber Intel und USA zu überlassen wo es wohl bis heute auch kein gutes Online-Banking gibt.. was die vermeintliche Überlegenheit und wahre Fortschritts-Fähigkeit von Silicon Valley und aller US-IT-Konzerne beweist und das die Boni-Manager ihr Banking wohl von den Praktikanten erledigen lassen...

    Laut Wikipedia ist Altera "FABless" also im Prinzip als wenn man ein Ingenieur-Büro, Thinktank, Architekten-Büro oder diese Werbungs-Firmen übernimmt. Richtige "Industrie" klingt eher nach echten Produktionsanlagen o.ä. Bei Verlagen bzw. deren Produkten (Zeitungen/Zeitschriften/...) wird ja auch zwischen Verlag und Druckerei und Vermarkter und Vertrieb unterschieden.

    Wichtig für die Chip-Branche ist wohl auch das es durch einen Aufkauf nicht mehr 3 oder 4 ChipHerstellerAusrüster sondern nur noch einen weniger gibt.
    So wie bei Philips oder Osram bei Glühbirnen oder Bosch bei Auto-Elektrik oder AMD und Intel bei x86-CPUs oder General Electric und Siemens bei bestimmten Sachen (Elektro-Industrie-Motoren ?) usw. gibts bei vielen Märkten oft nur eine Handvoll relevanter Anbieter. "Weltmarkt-Führer" "Hidden Champions" o.ä. sind die gängigen Bezeichnungen und das sind normalerweise keine Dauer-Cashburner in Hochpreis-Mietgebieten sondern Tariflohn oder Haustarif-Vertrag.

    Fusionen (und fast alle IT-Firman-Aufkäufe) führen seit Jahrzehnten oft zu verminderter Konkurrenz und Innovations-Druck-Abbau also Stagnation.
    AMD hat genug Probleme, NVidia darf keine überlegenen x86-Chipsätze mehr bauen, Transmeta gibts nicht mehr.... und daher müssen wir weiter stromfressende un-optimale konkurrenz-arm entwickelte und vermeidbar profitable (für Intel) x86-Geräte kaufen :-((( doer auch nicht wenn die aktuellen Apple-Angebote nicht viel taugen und nicht mal mehr RAM nachrüsten lassen :-(((

    Was mit VR wird sehen wir, wenn Oculus wirklich im Regal steht. Dann erst leider kommen die Follower-Firmen und hoffentlich auch Wettbewerb oder wenn man Pech hat leider Patent-Streite zum Nachteil der Kunden.

    Akkus scheinen keine Relevanz zu haben. Oder Strom-Selbstversorgung und alles drumherum: Wechselrichter, Solarzellen, Strom-Anpasser und natürlich Akkus.

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