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Kolumne

Die nächsten Jahre werden verrückt – wie verrückt, entscheiden diese Technologien

(Foto: Google)

Wie stark die Digitaliserung Wirtschaft und Gesellschaft in den nächsten zehn Jahren verändern wird, hängt davon ab, wieviele neue Technologien es in den Alltag schaffen. Die Weigerts-World-Kolumne.

Wir leben in einer besonderen Zeit. Sie zeichnet sich durch eine unglaubliche Beschleunigung des technischen Fortschritts aus. Verschiedene bahnbrechende digitale Errungenschaften überlagern sich. Der Zeitraum, mit denen sie ihre Wirkung entfalten, ist historisch betrachtet so kurz wie nie.

Folgende Trends gelten als besonders relevant, wegweisend und dem Durchbruch nah:

  • Künstliche Intelligenz (KI, AI)
  • Virtual Reality, Augmented Reality, Mixed Reality
  • Autonome Fahrzeuge
  • Automatisierung & Roboter
  • Drohnen (vor allem im Kontext von Warentransporten)
  • Elektromobilität
  • Blockchain
  • 3D-Druck

Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie beinhaltet die Sektoren, die momentan besonders große öffentliche Beachtung erhalten, Nachrichten am Fließband produzieren und kurzfristig die radikalsten wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen nach sich ziehen würden.

Marktreife oder Ernüchterung?

Die Preisfrage lautet: Wie weit sind diese Technologien wirklich von der Marktreife entfernt? Den Gesetzmäßigkeiten von Hypes entsprechend können hohe Erwartungen sich trotz scheinbar riesiger Fortschritte jederzeit doch noch als überzogen herausstellen und im schlimmsten Fall zu längeren Perioden der Nichtbeachtung und Unterfinanzierung führen.

Virtual Reality zum Beispiel erlebt gerade das dritte Mal einen Begeisterungssturm. KI wurde bereits in den 70er und frühen 80er Jahren bejubelt. Ausbleibende Erfolge führten dann zu einer Periode, die aufgrund des allgemeinen Desinteresses als „AI-Winter” bezeichnet wird (AI ist die englische Abkürzung für KI). Prognosen über den massenhaften Verlust von Jobs durch Automatisierung bei gleichzeitig ausbleibender Entstehung neuer Tätigkeiten sind seit über 100 Jahren zu hören. 3D-Druck wird seit vielen Jahren als heißer Kandidat für eine Revolution gehandelt, hat aber bislang zumindest für Privatpersonen keinerlei Bedeutung.

Ich werde hier keine eigenen Prognosen aufstellen. Für diese ist der Hype-Zyklus über aufkommende Technologien von Gartner zuständig. Mir geht es um die grundsätzlichen Schlüsse, die man aus dem aktuellen Stand der Dinge ziehen kann, ohne mit zu viel Ernsthaftigkeit die Glaskugel bemühen zu müssen:

  • Die Wahrscheinlichkeit, dass sämtliche der oben genannten Technologien innerhalb der nächsten zehn Jahre auf breiter Front Marktreife erreichen, ist sehr niedrig. Ich würde sagen, unter zehn Prozent.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine der oben genannten Technologien innerhalb der nächsten zehn Jahre auf breiter Front Marktreife erreicht, ist extrem hoch. Geschätzt höher als 95 Prozent.
  • Mit jeder zusätzlichen Technologie aus der Liste oben, die innerhalb der nächsten zehn Jahre in umfangreichem Rahmen breite Anwendung findet, nimmt der gesellschaftliche Veränderunsgrad und die Fragilität zu.
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Interdependenzen zwischen disruptiven Technologien

(Foto: Jan Helge Petri)
Schafft es die Virtual-Reality-Technologie in den nächsten zehn Jahren zur Marktreife? (Foto: Jan Helge Petri)

„Schon eine der genannten Technologien genügt, um etablierte Strukturen aus den Angeln zu heben.“

Schon eine der genannten Technologien genügt, um etablierte Strukturen aus den Angeln zu heben. Wie genau die Auswirkungen aussehen werden, hängt davon ab, welche Technologien zeitgleich den Mainstream erreichen. Dabei existieren Interdependenzen. Wenn selbstfahrende Fahrzeuge tatsächlich so schnell auf die Straßen entwickelter Länder gelangen sollten, wie es aktuelle Erfolgsmeldungen aus Singapur oder den USA andeuten, dann erübrigt sich womöglich für Firmen die Notwendigkeit, Liefer-Drohnen zu forcieren. Sollte die Automatiserung nun doch erbarmungslos zuschlagen, parallel aber Virtual-Reality-Headsets ihren Weg in jeden Haushalt oder zumindest in nicht nur in China schlagartig an jeder Ecke eröffnende VR-Cafés finden, entstünde vielleicht kurzerhand eine milliardenschwere virtuelle Parallelwirtschaft, die den Wegfall der traditionellen Jobs kompensiert.

Der sich gerade vor uns abzeichnende Wandel ist ungefähr so imposant und einschüchternd wie ein enormes Bergmassiv, das sich vor Wanderern auftut, nachdem sie bereits völlig verschwitzt die Spitze eines viel kleineren Bergs erklommen haben. Die tatsächlichen Dimensionen aber hängen davon ab, wieviele disruptive Technologien zeitgleich von Visionen und Prototypen zu Alltagsmerkmalen werden, und welche ihren eigenen «Winter» erleben. Je mehr von ihnen simultan den Mainstream erreichen, desto verrückter werden die Zeiten.

Weitere Kolumnen-Artikel aus „Weigerts World“ findet ihr hier. Ihr könnt dem Autor auf Twitter folgen, seine kuratierten News zur Netzwirtschaft abonnieren oder seinen wöchentlichen E-Mail-Newsletter mit Leseempfehlungen beziehen.

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4 Reaktionen
Björn
Björn

Immer wieder schön: "Ich werde hier keine eigenen Prognosen aufstellen." -> quasi 2 Sätze später: "Die Wahrscheinlichkeit, dass [...], ist sehr niedrig. Ich würde sagen, unter zehn Prozent." Herrlich :)

Basti
Basti

Der Wirtschaft geht's schlecht und wir laufen Gefahr in Kriege zu geraten. Da würde man sich dann erstmal auf wirklich Nützliches konzentrieren. Durch einen EMP Angriff wären die Leute um sämtliche Elektronik erstmal enteignet. Und wenn sich die Welt (hoffentlich) erholt hat, wäre die o.g. Technik vom Militär fertig entwickelt. Ich schreibe mein Kommentar deshalb so düster, da t3n die wirtschaftlich/politischen Gegebenheiten beim Blick in die Zukunft außer acht lässt. Wird aber bestimmt alles gut, oder?

Hans
Hans

Keine Sorge, es wird alles gut. Bestimmt! Denn zum Glück gibt es Autoren, die nicht nur Angst vor der Zukunft verbreiten (Totale Überwachung, totaler Krieg, totaler Stromausfall), sondern sich auf die Zukunft freuen und diese immer verrückter werdenden, historisch einmaligen, coolen Zeiten als Herausforderung sehen.

Michael
Michael

Es ist schön Ihren Optimismus zu sehen aber ebenso wie sie die Verdüsterung ablehnen, überhöhen Sie mit Ihrer naiven Weltanschauung den zwanglosen Fortschrittsglauben.
Der Mittelweg wäre besser. Aufgeschlossenheit gegenüber dem Neuen aber in der Sache kritisch und vor allem auch diejenigen zu berücksichtigen, die eine andere Meinung vertreten.
Ich sehe mehr Gefahren in soz. Netzen als Nutzen.

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