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Telekom führt Drosselung von Festnetz-DSL ein

Die Deutsche hat am heutigen Montag offiziell neue Tarife für das Festnetz-DSL angekündigt. Die neuen Regelungen bringen auch die vor wenigen Wochen ans Tageslicht gelangten Drosselungen der DSL-Leitungen mit sich, sodass es bald auch Surf-Limits wie bei Mobilfunkverträgen geben wird. 

Telekom führt Drosselung von Festnetz-DSL ein

Telekom bringt DSL-Drosselung für Neukunden

Die Telekom macht ernst: Mit den neuen Festnetz-Tarifen werden Call&Surf- sowie Entertain-Neukunden ein bestimmtes Datenvolumen buchen können, wie es im Mobilfunk bereits gang und gäbe ist. Ist das Volumen aufgebraucht, kann zwar weitergesurft werden, aber nur noch mit einer Geschwindigkeit von 384kb/s, was in etwa DSL-Light entspricht. Optional kann der Kunde aber auch weiteres Volumen hinzu buchen. Die Preise der zubuchbaren Daten-Volumen wird die Telekom erst später bekannt geben.

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Ab dem 02. Mai werden die Leistungsbeschreibungen der Telekom-Festnetztarife angepasst – die DSL-Drosselung wird Bestandteil der Verträge für Neukunden. (Foto: Telekom)

Bestandskunden können sich vorerst entspannen, denn sie sind nicht von den Umstellungen betroffen. Bei Neukunden werden diese Drosselungen vorerst auch nicht sofort umgesetzt, allerdings werden die neunen Tarifen ab dem 2. Mai Bestandteil der Leistungsbeschreibungen sein. Nach Angaben der Telekom werde man die Geschwindigkeitsreduzierung erst dann einführen, sobald es die Verkehrsentwicklung des Internets es erfordert. Laut Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland, soll die Drosselung nicht vor 2016 in Kraft treten.

Ab dem 2. Mai 2013 sind folgende Volumen in den Festnetztarifen integriert:

  • Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 16 Mbit/s: 75 GB
  • Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 50 Mbit/s: 200GB
  • Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s: 300GB
  • Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Mbit/s: 400GB

Vom gebuchten Daten-Volumen werden weder die Nutzung des Entertain-Angebots noch die Sprach-Telefonie abgezogen. Beide Services sind ohnehin Managed Services, die in einer höheren und gesicherten Qualität produziert und vom Kunden separat bezahlt werden. Somit fallen lediglich Internetdienste auf das Volumen an – auch die WLAN-To-Go-Option, bei dem Dritte die Internetleitung des Kunden nutzen, wird nicht angerechnet.

Mit dieser neuen Tarifstruktur verletzt die Deutsche Telekom nach Aussagen von FAZ-Redakteur Dr. Michael Spehr die Netzneutralität. Denn während IPTV-Daten (Entertain-Paket) der Telekom nicht auf das Volumen des gebuchten Tarifs angerechnet werden, sieht es bei Diensten anderer Anbieter anders aus. Ähnlich verhalte es sich bereits mit der Kooperation mit Spotify, bei der verbrauchte mobile Daten nicht mit dem gebuchten Inklusivvolumen des Vertrags verrechnet werden.

Es ist abzusehen, dass Verbraucherschützer ob der neuen Tarife bald Kritik üben werden, andere DSL-Anbieter im gleichen Atemzug jedoch nachziehen oder die Gunst der Stunde nutzen, um für ihre eigenen „echten Flatrates“ die Werbetrommel zu rühren.

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22 Antworten
  1. von Markus am 22.04.2013 (16:21 Uhr)

    Das könnte eine ganze Branche in Bedrängnis bringen, da wir das Heil doch in der Cloud finden sollen. Die Telekom könnte sich natürlich dann mit Microsoft (Office 365) zusammentun und auch diesen Traffic nicht auf die Flatrate anrechnen. Oder mit Dropbox. Oder mit Online-Backup-Diensten. Oder mit Vimeo. Oder mit Flickr ... ... ...

    Auch ein Geschäftsmodell nach dem Motto, wir sagen euch, welche Dienste uns genehm und für euch billig sind.

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  2. von Kovah am 22.04.2013 (16:25 Uhr)

    Ganz ehrlich, wer JETZT noch die Telekom wählt ist doch einfach bescheuert. Man erhält vom ach so tollen quasi-Monopolisten eine Vetrag, der weniger Leistung für sehr viel mehr Geld bereitstellt, als bei jedem anderen Provider und dann wird jetzt auch noch gedrosselt?
    Welche Schweinerei kommt als nächstes? Ist der DSL Vertrag dann zwingend an einen Handyvertrag gebunden oder muss man dann noch die Schrott-Router selber zahlen?

    Was bilden sich die Leute bei der Telekom eigentlich ein?

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  3. von Pat am 22.04.2013 (16:25 Uhr)

    Absolutes KO-Kriterium...

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  4. von Vincent am 22.04.2013 (16:31 Uhr)

    Mehr als dreist und in meinen Augen ein absolutes Eigentor. Insbesondere die niedrigen GB Limits. Da muss man ja bei jedem Youtube-Video Angst haben, dass das Volumen bis zum Ende des Monats aufgebraucht ist. Damit werden sie keine zufriedenen Neukunden akquirieren.

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  5. von Christian am 22.04.2013 (16:33 Uhr)

    Würde mich nicht wundern, wenn andere Provider den selben Weg gehen werden.

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  6. von alem_r am 22.04.2013 (16:40 Uhr)

    Ihr Faschisten!!

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  7. von Anke am 22.04.2013 (16:50 Uhr)

    Danke Telekom! Zukunft wird absolut überbewertet. Dank solch fortschrittlicher Ideen befindet sich Deutschland dann bald auf dem technischen Niveau des Jemen. (siehe: http://thewebindex.org/data/all/webindex/)

    Man stelle sich das mal im Straßenverkehr vor. Statt alte Straßen zu reparieren/auszubauen darf man sie einfach nur noch eingeschränkt befahren. Ansonsten darf gezahlt werden. Ich wäre wirklich gerne bereit auch mehr zu zahlen, um hier auf dem Dorf schnelleres Internet zu bekommen. Aber doch nicht um mich mit dem Modell der Telekom zurück in die 90er zu katapultieren.

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  8. von Martin am 22.04.2013 (16:51 Uhr)

    Volumenbegrenzung find ich vollkommen in Ordnung. Eigene Dienste nicht zu berechnen find ich auch noch ok. Aber Sonderregelungen für fremde Dienste geht gar nicht.

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  9. von Benny Lava am 22.04.2013 (16:59 Uhr)

    @Anke: Schon lange gang und gäbe. Statt von den Milliarden der Kfz-Steuer die Strassen zu reparieren, wird lieber ein 30-Strässenschäden-Schild aufgestellt.

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  10. von Anke am 22.04.2013 (17:07 Uhr)

    @Benny: Stimmt leider. Auf mein Beispiel bezogen surfe ich seit langem auf einer "Straßenschäden-bitte-30-fahren-Leitung" aka DSL-irgendwas-weit-unter-2000. Bisher darf ich das immerhin noch uneingeschränkt ...

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  11. von Thomas am 22.04.2013 (17:31 Uhr)

    @Benny:
    Steuern sind nicht zweckgebunden, deshalb macht es überhaupt keinen Sinn die Einnahmen aus der KFZ-Steuer mit den im Straßenbau verwendeten Geldern zu vergleichen.

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  12. von Tobias am 22.04.2013 (18:04 Uhr)

    @Benny "Steuern eine öffentlich-rechtliche Abgabe, denen keine bestimmte staatliche Leistung (keine Pflicht zur Gegenleistung und keine Zweckbindung des Gemeinwesens) gegenübersteht." So wie @Thomas schon geschrieben hat.

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  13. von Lars am 22.04.2013 (20:39 Uhr)

    Hier wird schamlos ausgenutzt, dass uns bald kaum noch Alternativen bleiben. Wenn jetzt alle Anbieter geschlossen nachziehen, haben wir Verbraucher doch keine andere Wahl, als das schweigend hinzunehmen.

    Was sollen wir denn sonst machen? Das Internet gar nicht mehr nutzen?

    Hat das EU-Parlament es nicht erst neulich zu einer Menschenrechtsverletzung erklärt, wenn man Menschen das Internet abdreht?

    Ich hoffe nur, dass die restlichen Anbieter diese Abzocke nicht mitmachen.

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  14. von Günne am 22.04.2013 (23:03 Uhr)

    Was ist, wenn die anderen Anbieter die Telekomleitung gemietet haben. So wie fast alle hier in Deutschland. Werden diese dann mitziehen? Es gibt noch nicht mal in jedem Dorf DSL, geschweige denn ne schnelle DSL-Leitung. Aber die Telekom geht schon mit 50.000er, 100.000er ins Rennen. Hat sie einer darum gebeten alle 3 Jahre die Straßen Deutschlands aufzureißen und neue Kabel zu verlegen? Wie geht das mit den Cloud-Diensten? Jeder Popel Softwarehersteller kommt fast wöchentlich mit Updates. Seh ich das falsch oder soll der Heim-PC in Zukunft nur noch aus von Cloud zusammengesetzten Programmen laufen? Ich hab nicht mal nen Überclick was verbraucht wird. Mir als Webdesigner wird da Angst. Die Newsletter, Benachrichtigungen, Kundenmails - alles läuft nur noch über E-Mail. Bildersuche google, Facebook, YouTube, Flashwebseiten, Onlineshops - schwups ist das Volumen verbraucht. Toll. Auf der Webseite der Telekom findet sich z.B. diese Aussage: Wenn Sie einen Router einsetzen und Ihre E-Mail-Software alle zehn Minuten eine automatische Anwahl verursacht, werden mindestens 6 MB pro Stunde berechnet, obwohl in der Regel weniger Volumen übertragen wurde. Danke Telekom, so wird das Spassig für Leute die am PC arbeiten müssen. Was machen eigentlich dann die HartzIV-Empfänger die den ganzen Tag zocken und streamen? Wird das dann vom Staat übernommen?

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  15. von Daniel am 23.04.2013 (00:06 Uhr)

    @Günne:
    1) Nicht alle Hartz4- Empfänger sind faule Schweine die den ganzen Tag nur Zocken oder Streamen. Ich selbst bin Hartz4 Empfänger, seit 1-1/2 Jahren auf der Suche nach einer Ausbildung, habe einen Realschulabschluss und finde dennoch nichts.
    Mit meiner Zeit weiß ich trotzdem besseres anzufangen als zu zocken! BTW: Ich bin 21, DJ und engagiere mich ehrenamtlich!

    2) ist das doch das selbe mit der Gema, die ja Krampfhaft versucht, mittlerweile die DJ's um Ihre Gage zu bringen UND den Discotheken die Aufführung weiter zu berechnen. Wenn man sich da auf nen Stuhl stellt und sagt "Stop!" indem man als Gemeinschaft, was Deutschland nunmal ist, schön die Verträge kündigt und zu Konkurrenzfirmen wechselt, kann das auch verhindert werden. Nur maulen hilft NICHTS, auf die Straße gehen schon! Nur weil es die Ü60 Leute heutzutage sagen "Och des bringt doch alles nix, die Politiker machen doch sowieso was se wollen" muss das nicht stimmen!

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  16. von Eric am 23.04.2013 (09:28 Uhr)

    1999: 768 kbit/s
    2002: 1536 kbit/s
    2004: 3072 kbit/s
    2006: 16000 kbit/s
    2007: 50000 kbit/s
    2012: 100000 kbit/s
    2016: 384 kbit/s
    2017: ...

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  17. von Lorenz am 23.04.2013 (09:53 Uhr)

    Ich denke kaum, dass alle Anbieter nachziehen werden. Alleine wegen der großen Chance, die vergraulten Tkom-Kunden zu aquirieren.

    Schwierig wird es natürlich bei den Anbietern, die über das Tkom-Netz ihren Service anbieten. Da bin ich nochmal gespannt, wie die das Handhaben.

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  18. von BastianBBux am 23.04.2013 (13:28 Uhr)

    Hatten wir in Österreich auch, so ca. rund um 2k.
    Da waren wir aber mal der Zeit voraus, was?
    *rofl*

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  19. von Christian am 23.04.2013 (15:50 Uhr)

    Hier ein paar Infos von der Telekom:

    http://www.telekom.com/medien/184462

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  20. von Drosselung-nö-was-soll-der-Mist am 25.04.2013 (00:38 Uhr)

    Ich hab es so satt. Alle Firmen wollen NUR NOCH abkassieren und GEBÜHR, GEBÜHR, GEBÜHR.

    Gegen sowas habe ich sowas von eine Ablehnung. Zum Glück bin ich nicht bei der Telekom, die mittlerweise sogar auch schon als Drosselkom bezeichnet wird. Ich hoffe, mein ISP zieht nicht nach.

    Das Leben ist teuer genug, was soll das, für jeden MIST eine GEBÜHR (GEBÜHR, GEBÜHR, GEBÜHR; DREEEEECK) zu verlangen - die Telekom-Änderung ist kundenfeindlich, und ich heisse sie nicht gut. Finde ich aber gut, dass alle so ne mega Welle gegen die machen. Haben sie nicht anders verdient, Stichwort Shitstorm.

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  21. von invisible am 25.04.2013 (21:35 Uhr)

    Was regt ihr euch denn auf. 75 GB Nutzung schafft man im Monat doch gar nicht. Das verbrauche ich vielleicht in einem dreiviertel Jahr. Hier regen sich doch Leute auf, die überhaupt keine Ahnung haben oder nur schwarz Filme herunterladen, bis die Tasten bluten. Total bescheuert!!!! Vielleicht mal ein bisschen nachdenken und genau hinschauen und nicht gleich rummeckern. Also ich finde die Drosselung richtig. Nur mickrige 3 % betrifft das. Und das sind wahrscheinlich Kriminelle. Seid ihr das auch?????

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