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Interview

Dieses Startup hat 80 Millionen in 7 Minuten gemacht: Tenx-Mitgründer Julian Hosp im Gespräch

Foto: Tenx

Tenx gehört zu den wenigen Blockchain-Startups, die nicht nur eine Idee, sondern ein Produkt vorweisen können. Mitgründer Julian Hosp sprach mit t3n über die Tenx-Debitkarte für Bitcoin, Ether und Co.

Der Österreicher Julian Hosp bietet mit seinen Tenx-Mitgründern ein Debitkarten-Zahlsystem, das die Akzeptanz von Kreditkarten mit der Geschwindigkeit der Blockchain verbindet. Die hauseigene Kreditkarte ermöglicht in Kombination mit einer Smartphone-Wallet das Bezahlen mit Bitcoin, Dash, Ether und anderen Kryptowährungen im herkömmlichen Handel. Bei einem Tokensale im Juni 2017 konnte das Startup binnen sieben Minuten rund 80 Millionen US-Dollar Kapital einsammeln.

Tenx-Mitgründer Julian Hosp kann eine bunte Vita vorweisen. Der professionelle Kitesurfer und Arzt mischt seit Kurzem den Zahlungsmarkt mit einer Debitkarte für Kryptowährungen auf. (Foto: Julian Hosp)

t3n.de: Moin Julian, stell dich doch bitte vor und fass kurz zusammen, was es mit eurem Blockchain-Startup Tenx auf sich hat.

Julian Hosp: Ich komme ursprünglich aus Innsbruck, Österreich und bin dort bis zum fünfzehnten Lebensjahr zur Schule gegangen. Dann bin ich nach Nordamerika gezogen, weil ich Profibasketballspieler werden wollte. Da ich aber nicht so groß bin, ist da nichts draus geworden. Dafür habe ich aber ein Medizinstipendium bekommen und hätte eigentlich dort zum College gehen können. Ich bin aber am Gardasee dem Kitesurfen verfallen und zum Studium nach Innsbruck zurückgekehrt. Knapp zehn Jahre war ich Profikitesurfer und habe dann promoviert, weil ich wusste, dass meine Kitesurfkarriere irgendwann zu Ende geht.

Allerdings habe ich  relativ schnell gemerkt, dass Arzt nicht das ist, was ich mir vorgestellt habe oder was mich wirklich begeistert. Darum bin ich 2012 nach Hongkong gezogen, wo ich in einem Unternehmen viel über Verkauf und Marketing gelernt habe. 2014 habe ich gekündigt und meine Cofounder rein zufällig in Bangkok kennengelernt. Im Juni 2015 haben wir schließlich in Singapur Tenx gegründet – die Firma hieß damals noch OneBit, weil wir damals nur Bitcoin gemacht haben. Wir machen jetzt seit knapp zwei Jahren Kryptowährungen ausgebbar – jederzeit und überall. Weltweit sind wir eine der ganz wenigen, wenn nicht sogar die einzige Firma, die wirklich ein Lifeprodukt hat, bei dem eine Karte mehrere Kryptowährungen vereint.

t3n.de: Da kommen wir sicherlich gleich noch mal drauf. Ihr habt ja Ende Juni euren Tokensale durchgezogen – wie lief der aus eurer Sicht ab, und wurden eure Erwartungen erfüllt?

Julian Hosp: Wir haben das erste Mal im Sommer 2016 über einen Tokensale nachgedacht. Eigentlich wollte wir den zuerst im Februar 2017 machen, haben dann aber entschieden, dass wir zuerst eine ganz traditionelle Funding-Runde absolvieren. Da ging es um eine Million US-Dollar von institutionellen Investoren.

Wir haben vor dem eigentlichen Tokensale einen Pre-Sale durchgeführt, der meiner Meinung nach auch perfekt gelaufen ist. Im Pre-Sale haben wir 50 Prozent der geplanten Summe eingesammelt und die verbleibenden 50 Prozent der Token dann im öffentlichen Sale innerhalb von sieben Minuten verkauft. Insgesamt waren das dann 80 Millionen US-Dollar. Nach dem Tokensale ging es für uns aber ganz normal weiter. Keiner ist in den Urlaub gefahren, und es hat niemand ausgiebig gefeiert. Wir haben an dem Abend mit einem Glas Champagner mit Orangensaft angestoßen, und danach sind wir in die Stadt und sind Pizza essen gegangen. Das war's.

t3n.de: Du hast ja schon erwähnt, dass ihr zu den ganz wenigen Blockchain-Startups gehört, die bereits ein mehr oder weniger fertiges Produkt haben. Was unterscheidet Tenx deiner Meinung nach sonst noch von Unternehmen, die in den vergangenen Wochen einen Tokensale durchgeführt haben?

Julian Hosp: Es gehört definitiv dazu, dass wir ein existierendes Produkt haben. Du hast es zwar gesagt, aber ich möchte es trotzdem nochmal betonen, weil ich unglaublich skeptisch bin, wenn es um Tokensales geht. Ich warne oft davor, in Tokensales zu investieren, weil ich einfach weiß, was da teilweise im Hintergrund abläuft.

Bei unserem Sale wäre es zu keiner Sekunde möglich gewesen, dass eine Person aus dem Unternehmen auch nur einen Bitcoin stiehlt. Wir haben auch einen extremen Fokus auf Kommunikation, auf Transparenz, auf Austausch mit den Kunden und mit der Community gelegt. Meiner Meinung nach ist das bei ganz vielen Tokensales nicht der Fall.

Bei uns gab es keinen Investor, der irgendeinen Discount im Vergleich zu irgendjemand anderen bekommen hat. Wir haben zwar auch große Investoren, die zum Beispiel Tokens im Wert von drei Millionen Dollar gekauft haben, aber die haben im Pre-Sale genau dieselben 20 Prozent Bonus bekommen wie jeder andere auch. Bei vielen anderen Tokensales gibt es einen großen Investor, und der bekommt um die 80 Prozent Discount, pusht dann die ganze Meute rein und beutet und verdreifacht oder vervierfacht dann seinen Einsatz. Das wollten wir nicht.

t3n.de: Was hat sich bei euch denn seit dem Tokensale getan? Und wie sieht so eure Planung für den Rest des Jahres aus?

Julian Hosp: Wir waren damals zehn Vollzeitleute und sind mittlerweile 20. Zwar sitzen wir derzeit noch im selben Office, aber das ändert sich jetzt. Es ist halt alles ein bisschen professioneller geworden. Wir waren vor dem Tokensale wirklich ein reines Startup, es war einfach Chaos pur. Jeder hat einfach das gemacht, was an Arbeit anstand. Jetzt hat jeder seine ganz spezielle Rolle. Es gibt zwar immer noch dieses Startup-Feeling, aber man merkt, dass jetzt Prozesse da sind, es gibt Dokumentationen und so weiter.

Das Team von Tenx rund um die Gründer (im Vordergrund von links nach rechts): Toby Hönisch, Paul Kitti, Julian Hosp und Michael Sperk. (Foto: Tenx)

t3n.de: Und wie sieht's mit der Roadmap für den Rest des Jahres aus?

Julian Hosp: Wir bringen jetzt endlich die Web-App raus, und auch die iOS-App steht in den Startlöchern, deren Release für den 21. August geplant ist. Dazu kommen neue Features auch in der Android-App. Dann werden wir weitere Währungen freischalten. Wir werden die Zusammenarbeit mit neuen Exchanges bekanntgeben, unter denen auch große Exchanges in Europa und China sind. Darüber hinaus visieren wir bis Ende des Jahres einen fünfstelligen Kundenstamm an. Zurzeit schaffen wir das noch nicht.

Wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt mehr als 10.000 Kunden hätten, die wirklich die Karten nutzen, dann hätte unser Backend zurzeit einfach ein Problem. Wir könnten eine so hohe Zahl an Transaktionen aktuell nicht so schnell eintauschen, umwechseln, die Wechselkurse berechnen und mit den Banken abrechnen, wie es nötig ist. Entscheidend hier ist nicht die Anzahl der Kunden, sondern die Menge an Transaktionen. Bis Ende des Jahres möchten wir gern potenziell 100.000 Kunden supporten können. So viele Kunden werden wir bis Ende des Jahres wahrscheinlich nicht haben, aber das wäre theoretisch unser Ziel.

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2 Reaktionen
Julia Nikolaeva
Julia Nikolaeva

Endlich ein Startuper mit Substanz. Viel Erfolg auch von mir!

David

Klasse Typ! Einer der wenigen der es schafft die Blockchain Technologie und auch andere Kryptowährungen wirklich gut und verständlich zu erklären. Wünsche alles gute für Tenx!

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