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Ein E-Mail-Bot, der verkauft! Dieses Berliner Startup will den Vertrieb automatisieren

    Ein E-Mail-Bot, der verkauft! Dieses Berliner Startup will den Vertrieb automatisieren

Die Gründer von The Saas Co: Peter Schlecht und Florian Erlach. (Foto: Michael Hübner)

Angriff auf einen 800-Milliarden-Dollar-Markt: Das Berliner Startup The Saas Co. will mit einem E-Mail-Bot den Vertrieb automatisieren. Wir haben das Team exklusiv besucht.

Peter Schlecht hält nichts von Callcentern. „Das ist doch total bescheuert“, beginnt er seine Wutrede. „Wir glauben nicht, dass es sinnvoll ist, Menschen in Reihen nebeneinander zu setzen und jeden Tag die gleichen Fragen stellen zu lassen.“ Ob für einen neuen Handyvertrag oder eine neue Software: Vertrieb sei zeitaufwendig und teuer, die Arbeit durch die Wiederholung der immer gleichen Schritte geprägt. „Viele Unternehmen haben oft auch gar nicht die Ressourcen, um schlagkräftige Vertriebsstrukturen aufbauen zu können“, sagt Schlecht.

Ein Vertriebsbot für den Posteingang

„Es wird dreimal so viel Geld für die Bezahlung von Vertriebsteams ausgegeben wie für Marketing insgesamt.“

Mit der Firma The Saas Co., die Schlecht mit Florian Erlach gegründet hat, soll sich das ändern. Das Berliner Startup hat einen E-Mail-Bot auf Basis künstlicher Intelligenz entwickelt mit dem Ziel, Vertriebsmitarbeitern beim Verkauf ihrer Produkte zu helfen. Der Lisa (Learning Intelligent Sales Agent) genannte Bot funktioniert einfach: Wenn ein Vertriebler einen potenziellen Kunden kontaktiert, muss er den Bot lediglich als Nebenempfänger in Kopie setzen. Die in Python geschriebene Software analysiert dann im Hintergrund die eingehenden E-Mails der angeschriebenen Personen und kategorisiert sie automatisch nach positiven und negativen Antworten oder Abwesenheiten.

Die Besonderheit: Lisa ist auch in der Lage, passende Antworten für die Kontaktanbahnung vorzuformulieren. Beispielsweise stellt sie Links zu einem Produkt zusammen oder fragt nach weiteren Informationen. Diese Antworten kann sie entweder automatisiert senden oder den klassifizierte Lead an einen Vertriebsmitarbeiter übergeben. 50 Prozent weniger E-Mails versprechen die Gründer ihren Kunden. Lisa hat damit eine Nische besetzt: Bots gibt es zwar viele, aber noch kaum einen ausschließlich für den Vertrieb.

Am Rande der Insolvenz

Ein gewaltiger Markt, glaubt Schlecht. Es werde dreimal so viel Geld für die Bezahlung von Vertriebsteams ausgegeben wie für Marketing insgesamt. „Allein in den USA beläuft sich die Summe auf jährlich 800 Milliarden US- Dollar.“ Automatisierungslösungen für den Vertrieb liegen im Trend. Nach Zahlen der Marktforschungsfirma Sirius Research hat sich die Adaptionsrate neuer Technologien im Marketing-Bereich in den vergangenen fünf Jahren um 50 Prozent erhöht. Schon von 2020 an sollen 85 Prozent der Geschäftsbeziehungen abgewickelt werden, ohne dabei jemals mit einem Menschen sprechen zu müssen.

(Foto: @ Michael Hübner)

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Zu einem Selbstläufer machen diese Zahlen aber auch die Gründung von The Saas Co. nicht. Gleich zweimal musste das Jungunternehmen sein Geschäftsmodell über den Haufen werfen, um überhaupt in die Wachstumsspur zu kommen. Beinahe wäre es sogar zur Insolvenz gekommen, wie Mitgründer Schlecht im Gespräch mit dem t3n Magazin erklärt. Die vor allem im Enterprise-Geschäft notwendigen und oft zähen Verhandlungen sowie viel Bürokratie hätten die Skalierung des ursprünglichen Geschäftsmodells erschwert – und auch an der Kapitaldecke genagt.

Nur dank eines Kredits aus dem Bekanntenkreis konnte das Unternehmen fortbestehen. Eine Zeit, an die Schlecht nur ungerne zurückerinnert: Sich über das Insolvenzrecht zu informieren, keine Gehälter auszuzahlen, auf Zeit zu spielen und Freunde anpumpen zu müssen, das sei schon „pure pain in the ass“, sagt er rückblickend. Wie sich The Saas Co. aus der Schieflage herausmanövriert hat, warum die Gründer auf die Unternehmenskultur von Buffer schwören und wie das Startup Geld verdienen will, erfahrt ihr exklusiv im Heft.

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Irrelephant
Irrelephant

Also wenn ich das richtig interpretiert habe, dann geht es hierbei nur um die Qualifizierung von Leads nach einem funnel System ... die Idee ist nicht neu und kommt aus dem Content Marketing.

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thowe
thowe

Tja Verkauf ist ein "Nasengeschäft". Wie sollen Menschen Produkte kaufen, wenn sie keinen Job mehr haben. Ach so, Botschaft kaufen und zahlen mittels NFC....

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thowe
thowe

Meinte Bots...

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Freundschafter
Freundschafter

Haben die schon mal im Vertrieb gearbeitet? Vertrieb ist "People Business", zumindest bei hochwertigen Produkten und im B2B. Die wenigsten Kunden Antworten per Email. Gefällt einem Kunden bestimmt wenn er mit einem Bot kommunizieren muss! :-) Klappt vielleicht bei Viagra Spam und DSL Verträgen. Sorry, da steht die dritte Insolvenz wohl bald an.

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Ribert
Ribert

Sehe ich auch so. Herausgeworfenes Geld. Dann doch lieber ein Vertriebsteam.

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Karl Marks
Karl Marks

Man will also Callcenter - wo man in der Regel keine bis wenig Hilfe bekommt - ersetzen mit einer Software die (behaupt ich mal) noch schlechteren Service bietet? Klingt super! /Ironie Ende

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