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Kommentar

Tijen Onaran: Angst war noch nie ein guter Ratgeber

Die Themenwoche Utopien zur Bundestagswahl 2017 – Tijen Onaran. (Grafik: t3n.de)

Niemand kann abschätzen, wohin uns die digitale Revolution führt. Doch was immer da auch kommt, wir müssen angstfrei an das Thema herangehen. Unsere Themenwoche Utopien zur Bundestagswahl 2017.

Am Sonntag wählt Deutschland einen neuen Bundestag – und alle sind mit der Tagespolitik beschäftigt: Steuersätze rauf oder runter, wie viel Zuwanderung, welche Sozialleistungen in welcher Höhe sind gerecht?

Wir wollen das zum Anlass nehmen politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich über die kommenden vier Jahre hinauszublicken und wieder die grundsätzliche politische Frage stellen: Wie wollen wir in Zukunft leben? Diese Frage haben wir bekannten digitalen Vordenkern und Netz-Persönlichkeiten im Rahmen der t3n-Themenwoche Utopien gestellt – und sie haben geantwortet. Darunter auch Tijen Onaran, Gründerin von Women in Digital.

Keine Angst vor der Zukunft

Aktuell wird viel diskutiert. Digitalisierung würde im Wahlkampf nicht vorkommen, Digitalisierung wäre kein prioritäres Thema und wenn es doch vorkommt, dann immer angstbesetzt. Erst neulich habe ich eine Podiumsdiskussion moderiert, bei der alle sehr optimistisch auf die Zukunft geschaut haben – bis auf eine Gruppe: Männlich, über 40. Hier schlug eine große Skepsis entgegen. Schnell fallen Worte wie: Es braucht mehr Regeln, die Digitalisierung geht zu schnell oder wir müssen uns darum kümmern einen Übergang ins Morgen zu organisieren. Ja, es gibt sicherlich vieles, was sich ändert. Einiges geht so rasend schnell, dass selbst meine Eltern nicht mehr hinterherkommen, obwohl meine Mutter jetzt einen Smartphone-Kurs besucht. Aber: Eines sollte uns die Zukunft nicht machen – Angst.

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Digitalisierung als Motor des Zusammenhalts

Niemand kann so genau abschätzen, wohin uns die digitale Revolution führt. Eines ist sicher. Vieles wird automatisiert, es wird nicht mehr die gleichen Berufe geben, wie früher. Die Arbeitswelt, aber auch unser Leben ändern sich. Manches wird einfacher, manches komplizierter. Bei einem bin ich mir aber sicher: Es wird aufregend und es ist eine phantastische Chance neue Ideen umzusetzen, Karriere zu machen und aktiv die Zukunft mitzugestalten. Berührungsängste sind dabei der größte Bremsklotz. Manchmal ist es auch einfach noch zu schwer, neue Technik zu bedienen.

Aber all das wird sich in den nächsten Jahren ändern. Die Sprachsteuerung von Geräten, Software und anderen technischen Helfern, wird eine ganz neue Zielgruppe erschließen und auch die Generation 70+ für die Digitalisierung begeistern. Natürlich gibt es auch das ein oder andere Problem zu überwinden, wird es dem ein oder anderen schwer fallen, sich zurechtzufinden, aber dafür sind wir als Gesellschaft da. Wir müssen diese Leute mitnehmen, ihnen helfen sich zu orientieren. Die Digitalisierung ist für mich die Chance, als Gesellschaft näher zusammenzurücken, denn wir brauchen auf dem Weg jeden Einzelnen.

Digital skills, Diversity und Sichtbarkeit

Die Zukunft bedeutet für mich vor allem eines: Mehr Frauen, mehr Sichtbarkeit und die Überwindung der Ungleichheit in der Arbeitswelt. Es werden ganz neue Fähigkeiten in dieser gebraucht. Digital Skills sind das eine – dazu gehört sicherlich auch Programmieren, der Umgang mit technischen Tools und vieles mehr. Aber es wird vielmehr auch das analytische Denken, das Verstehen von Zusammenhängen und der Austausch im Netzwerk von immer größerer Bedeutung. Überall auf der Welt passieren gerade bahnbrechende Entwicklungen, sei es im technischen Bereich, in der Zusammenarbeit von Teams oder bei der Automatisierung von Arbeitsprozessen. All das können wir nutzen, doch es braucht Menschen, die andere Menschen dafür begeistert, sie mitnehmen und ihnen nicht das Gefühl geben, sie werden nicht mehr gebraucht. Denn auch in Zukunft wird unsere Gesellschaft nicht aus Gewinnern und Verlierern bestehen – zumindest nicht in meiner Zukunft.

Gemeinsam müssen wir die Potentiale der Digitalisierung nutzen. Ich sehe es tag täglich wie viele junge, inspirierende Frauen es dort draußen gibt, die aktiv an unserer Zukunft arbeiten und unser Land und Europa zu einem besseren Ort machen. Die Zukunft ist für mich divers – denn es spielt keine Rolle, wo Du herkommst oder welches Geschlecht Du hast. Die Unternehmen haben begriffen, dass Vielfalt sich auszahlt und nicht nur eine Worthülse für Recruiting-Broschüren ist.

Jeder Einzelne zählt

Für diesen Weg brauchen wir aber noch mehr Vorbilder – in diesem Sinne sage ich immer gerne: Deutschland braucht mehr Sheryl Sandbergs. Wir müssen eine Bühne bieten, es ermöglichen von anderen zu lernen. Vorbilder sind so wichtig! Und da kommt es nicht nur auf die Politik an. Natürlich schafft diese Rahmenbedingungen, ermöglicht die eine oder andere Investition und kann Regeln setzen, die die Digitalisierung bremst oder fördert. Hier wäre schon ein erster Schritt getan, wenn alle sich einig sind, dass die Digitalisierung etwas Positives ist und dass Maßnahmen, die in 8-10 Jahren greifen, nicht mehr dem Tempo der heutigen Zeit entsprechen. Aber viel wichtiger sind wir: Jeder Einzelne. Wir müssen mutig sein, neugierig, wissbegierig und tolerant. Das sind die Schlüsselfaktoren. Den Rest können wir lern. Aber nur mit einer offenen, toleranten, diversen Gesellschaft werden wir ein Klima schaffen, in dem es keine Verlierer und Gewinner gibt, sondern jeder ein kleiner Star der Digitalisierung ist.

Mut als Kernkompetenz

Neben den Programmierskills und viele anderen technischen Fähigkeiten wird eines immer gebraucht: MUT. Deshalb wünsche ich mir ein Land mit Politikern, die Mut haben – Mut etwas auszuprobieren, etwas Neues zu wagen und vielleicht auch dabei zu scheitern. Aber wir brauchen Vorbilder: Geht voran, lasst uns Visionen entwickeln und dann gemeinsam daran arbeiten. Breitbandausbau bis 2025 ist eines der zentralen Themen, welches von jeder Partei wiederholt wird. Ganz ehrlich: Das ist nicht mutig, das ist nur wahnsinnig langsam und schon gar nicht inspirierend. Wir haben eine komplett neue Welt, mit neuen Regeln und neuen Möglichkeiten. Einer Generation, die gestalten möchte.

Lasst uns die Chance ergreifen und die Zukunft zu unserer machen!

Übrigens, auf unserer Bundestagswahl-2017-Seite findet ihr nicht nur weitere Artikel zur Themenwoche Utopien. Wir haben auch tiefergehende Analysen, interessante Infografiken sowie hilfreiche Apps und Tools zum Wahlkampf und der Entscheidungsfindung gesammelt.

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