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Tinder-Marketing – Wie Unternehmen und Organisationen die Flirt-App für sich nutzen

Tinder-Marketing – Wie Unternehmen und Organisationen die Flirt-App für sich nutzen

Eignet sich Tinder-Marketing um neue Kundengruppen zu erobern? Zumindest gibt es einige Beispiele, die zeigen, wie spannend die Flirt-App für Unternehmen und Organisationen sein kann.

Tinder-Marketing – Wie Unternehmen und Organisationen die Flirt-App für sich nutzen

Tinder-Marketing. (Screenshot: Amnesty International)

Märkte sind Gespräche, hieß es so schön im Cluetrain-Manifesto. Insofern ist klar, dass Marken dorthin gehen, wo sich Menschen aufhalten und kommunizieren. Was wir bereits millionenfach auf Plattformen wie Facebook oder gesehen haben – nämlich dass Unternehmen sich eigene Profile aufbauen und Werbebotschaften verbreiten – sehen wir dieser Tage auch auf kleineren Plattformen, die sich zum nächsten Marktplatz für jüngere Kundengruppen entwickeln könnten.

„Marken gehen dorthin, wo sich Menschen aufhalten!“

So passiert es derzeit, dass viele Unternehmen unter anderem mit der Yo-App experimentieren. Push-Nachrichten auf den Lockscreen der Nutzer stehen hoch im Kurs. Yo bietet immerhin den Weg in die Mitteilungszentrale, die ansonsten nur eine eigene Smartphone-Applikation gewährt. Doch auch Messenger-Apps wie Snapchat tragen ein gewisses Marketing-Potential in sich – etwa um zeitlich limitierte Angebote zu promoten. Die Einsatzszenarien sind vielfältig.

Eine andere , die noch relativ frisch am Markt ist und bereits millionenfach heruntergeladen wurde, ist . Die Dating-Applikation aus den USA hat es auch in Deutschland zu großer Popularität gebracht. Nutzer „swipen“ nach rechts und links und schauen sich sogenannte „Matches“ an – sprich Personen, die aufgrund ihrer Personendaten zu einem selbst passen. In der Folge kommt es zum Gespräch, zum Flirt und hin und wieder auch zum Treffen zwischen den beiden Interessierten. Vor allem Teenager tummeln sich auf der Plattform. Und – wie könnte es anders sein – haben sich auch schon Unternehmen und Organisationen bereits eingebracht.

Sixt-„Abschleppdienst“ flirtet mit Tinder-Nutzern

Guerilla-Marketing as its best: Wie Sixt mit Tinder-Nutzern flirtet. (Screenshot: 247grad.de)
Guerilla-Marketing as its best: Wie Sixt mit Tinder-Nutzern flirtet. (Screenshot: 247grad.de)

Erst Ende 2014 hat beispielsweise Sixt den „Abschleppdienst“ auf Tinder lanciert. . Der Autovermieter ist ja bekannt für seine kreativen und oftmals gewagten Werbebotschaften im Netz. In München und Umgebung hat Sixt das erneut bewiesen, indem das Unternehmen ein Fake-Profil einer blonden Mitarbeiterin eingespielt hat. Die lächelnde Frau hielt einen Autoschlüssel in der Hand und machte mit einer passenden Profilbeschreibung auf sich aufmerksam:

Wenn du auch keine Lust auf etwas Langfristiges hast und nur ein schnelles Abenteuer und etwas neues zum ausprobieren suchst, dann sollten wir uns dringend bei mir treffen. Ich binde mich auch nie zu lange an einen Partner und verbringe meine Wochenenden gerne auf Tour. Gerne auch mit Dir! Mehr Einblicke von mir gibt es auf Instagram unter @sixtdetuschland. Ich freue mich auf dich ;-) P.s: Ich bleibe auch über Nacht.

Ein schönes Beispiel für mutige Werbung, die übrigens auch unsere Leser in einer Umfrage mit einer überwältigenden Befürwortung ausgezeichnet haben. Bis dato (27.4.2015) fanden rund 86 Prozent der Teilnehmer den „Abschleppdienst“-Flirt cool. Nur 14 Prozent konnte mit der Aktion gar nichts anfangen. Mal gucken, ob ihr das genauso seht.

Amnesty International gegen Zwangsheirat

Einen anderen Ansatz, der ebenfalls wie für Tinder gemacht scheint und ein ernstes Thema nahebringen möchte, kam im vergangenen Jahr von Amnesty International Australia zum Weltfrauentag. Die Non-Government- und Non-Profit-Organisation wollte auf Zwangsheiraten aufmerksam machen und hat dafür ein Profil angelegt, das einen etwas schrägen Mann mit Stehkragen, Duckface, Sonnenbrille und Poser-Geste zeigt. Frauen, die sich gegen den Kerl entschieden, bekamen die Botschaft „Not all women have the choices you do“ zu sehen. Das obere Video zeigt, wie AI vorgegangen ist – und nicht zuletzt, wie erfolgreich die Kampagne war.

Social Tees Animal Rescue lässt dich einen Welpen adoptieren

Tinder-Nutzer in New York waren letztes Jahr sichtlich überrascht als sie durch die Dating-App wischten und anstatt auf einen potenziellen Flirt, auf einen süßen Welpen trafen. Social Tees Animal Rescue wollte auf diese Weise auf ausgesetzte Hunde aufmerksam machen. Nutzer, die mit dem Tier anbandelten und Nachrichten schrieben, bekamen die Möglichkeit mit ihnen Gassi zu gehen und später auch sie zu adoptieren. Wer hingegen den Welpen wegwischte, bekam einen einen roten „Abondened“-Label auf das Profilbild geknallt. Im oberen Video erfahrt ihr mehr zu der Kampagne.

Domino's verschenkt Pizza-Rabatte an Singles zum Valentinstag

Wer am Tag der Verliebten einen Partner hat, kann sich freuen. Wer jedoch Single ist, könnte indes einen traurigen Momente erleben. Am Valentinstag vergangenen Jahres hat sich Domino's den Singles gewidmet und auf Tinder verschiedene Rabatte verschenkt. Wer also nach einem Flirt auf der Dating-App gesucht hat und mit dem Pizzaboten zusammenpasste, konnte zumindest auf einen kleinen Trost durch das Unternehmen hoffen. Die Aktion war nach eigenen Angaben die erste PR-Aktion einer Marke. In jedem Fall, war sie gut platziert. Im oberen Video bekommt ihr weitere Einblicke.

Ex-Machina-Promotion zur SXSW: Tinder-Marketing at it's best!

Tinder-Marketing as it's best! Die „Ex-Machina“-Film-Promo veralbert Nutzer auf eine coole Art und Weise. (Screenshot: Adweek)
Tinder-Marketing as it's best! Die „Ex-Machina“-Film-Promo veralbert Nutzer auf eine coole Art und Weise. (Screenshot: Adweek)

Das dürfte der wohl bisher coolste Marketing-Stunt auf Tinder gewesen sein! Auf der diesjährigen SXSW in Austin, haben sich die Macher des Sci-Fi-Thrillers „Ex Machina“ eine ganz besondere Promo einfallen lassen. Wer mit dem Tinder-Profil „Ava“ verbunden wurde und ein Gespräch startete, bekam eine Reihe Fragen gestellt – Ava wollte sich nämlich mit den Nutzern treffen. Nachdem der Nutzer alle prüfenden Fragen beantwortet hatte, verwies sie ihn auf ihr Instagram-Profil mit den Worten: „You’ve passed my test. Look at my Instagram profile and let me know if I’ve passed yours!“ (Den ganzen Gesprächsverlauf könnt ihr per Klick auf den oberen Ausschnitt lesen.)

Was der Interessierte dann zusehen bekam, war ein Promo-Channel von „Ex Machina“, der Film, der zudem auf der SXSW seine Premiere feierte. Intelligent war das vor allem aber auch, weil der Film genau davon handelt. Eine Maschine, die vorgibt ein Mensch zu sein – und wie schwierig es ist, die künstliche Intelligenz im Film von einem Menschen zu unterscheiden. Ein sehr gelungener Marketing-Stunt, der seinesgleichen sucht!

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