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Tipps von der Expertin: Dos and Don’ts für die perfekte Online-Bewerbung

Zwischen Papier- und Online-Bewerbung gibt es kleine, aber feine Unterschiede – vor allem die technische Umsetzung und das Abspeichern in Dateigrößen und Formaten sind anders. Und auch online gibt es beim Formulieren von Anschreiben und Lebenslauf einige Dinge zu beachten. Die wichtigsten Dos and Don'ts auf dem Weg zur perfekten Mappe? Wir haben uns umgehört und dazu mit der Bewerbungsberaterin Maja Skubella gesprochen.

Tipps von der Expertin: Dos and Don’ts für die perfekte Online-Bewerbung
Tipps für die Online-Bewerbung. (Bild: Lufthansa/placeit.breezi.com)
Bewerbungsberaterin Maja Skubella.
Bewerbungsberaterin Maja Skubella.

Nur  jede fünfte Bewerbungsmappe erreicht den künftigen Arbeitgeber heute noch per Briefpost. Die Nachfrage nach dem Bewerben per Click statt Briefmarke steigt auch von Seite der Bewerber. Acht von zehn Stellensuchenden sparen das Porto lieber und nur noch jeder Zehnte bevorzugt eine Bewerbungsmappe aus Papier. Das hat eine in diesem Jahr vom Karriereportal monster.de in Auftrag gegebene Studie der Universitäten Bamberg und Frankfurt herausgefunden. Ob die E-Mail-Bewerbung oder die über ein standardisiertes Formular auf einem Karriereportal der jeweiligen Wunschfirma – das sind die beiden Kanäle, die sich auf dem Weg zum neuen Job schon fest etabliert haben. Von Kreativbewerbungen, wie es sie mittlerweile im sogenannten Social Recruiting dank diverser Online-Tools gibt, mal abgesehen.

Klassische Bewerbung per E-Mail

Was muss also rein in die perfekte Online-Bewerbung? Per E-Mail umfasst sie idealerweise (nur) ein PDF samt Anschreiben, Lebenslauf und – wenn vom möglichen Arbeitgeber ausdrücklich gewünscht – ein paar Arbeitsproben im Anhang. Der Dateiname des PDF? Möglichst aussagekräftig, denn nicht jeder Personaler hat auf seinem Rechner eine Vorschau vorkonfiguriert oder nutzt eine vollindizierte Freitextsuchfunktion. Beispiel: „bewerbung_janthomasotte.pdf“. Personaler haben beim Sichten von Bewerbungsunterlagen meist nur wenige Sekunden bis Minuten. Und der Text des Anschreibens zum Anschreiben in der E-Mail? „Möglichst kurz“, rät Maja Skubella, Bewerbungsberaterin im Büro Karriere & Entwicklung von Svenja Hofert. Daher komme ein kurzer Text in der E-Mail meist besser als ein (weiterer) Erlebnisaufsatz. „Einfach die ersten zwei Absätze aus dem PDF-Anschreiben übernehmen“, rät sie. Wichtig sei auch, dass dieser Dreizeiler wiederum eine Signatur enthält, also den vollständigen Namen, die Adresse, Telefon und E-Mailadresse – die auf gar keinen Fall von Adressen wie siggi1973@mailanbieter.de losgeschickt werden sollte. Tipp: Zumindest für Bewerbungsphasen einen separaten und seriösen Account anlegen!

Bewerbung via Formulareingabe

Die Online-Bewerbung über ein Formular ist ebenso verbreitet, variiert aber von Anbieter zu Anbieter. Maja Skubella beobachtet hier einen Trend in Richtung kurzer Formulare, „in die man einfach nur PDFs hochlädt und sonst kaum mehr als seine Adresse schreibt“. Weiterhin gibt es aber immer noch recht „unübersichtliche Riesenformulare“, kritisiert sie. Einige davon seien dann auch noch datenschutzrechtlich kritisch.

Das Karriere-Portal der Lufhansa. (Screenshot: Lufthansa)
Die Online-Bewerbung ist auf dem Vormarsch – das Karriere-Portal der Lufhansa. (Screenshot: Lufthansa)

In einigen Fällen müsse man sich damit einverstanden erklären, demnächst neben einer Zu- oder Absage zusätzlich Produktwerbung ins virtuelle Postfach zu bekommen. also in die andere, nicht unbedingt gewünschte Richtung. Hier gilt, wenn man sich darauf einlässt: „Alles brav ausfüllen und sich später auch noch daran erinnern, welche Abiturnote man angegeben hat.“ Formulare im Netz ausfüllen – nicht wenige Bewerber neigen hier zur Hastigkeit, soll doch auch die Serververbindung nicht abschmieren. Im Zweifelsfall sollte man aber lieber ehrlich sein, raten Berater wie Skubella, was auch Zeit und Nerven für beide Seiten spare. Dazu kommen bei Konzernen auch Formulare, die an Online-Tests gekoppelt sind, so zum Beispiel bei Procter & Gamble oder der Lufthansa, um die „Employability“ zu testen und Aufschlüsse über das mögliche Sozialverhalten neuer Mitarbeiter, Piloten und Flugbegleiter zu liefern. „Die werden ja nach Position ausgeworfen“, erklärt Skubella. Einige Tests beziehen sich auch auf Englischkenntnisse oder sind ähnlich wie ein IQ-Test aufgebaut. Viele Unternehmen nutzen aber noch eine mehr oder weniger intuitive SAP-Oberfläche, die meist manuell gefüllt wird. Bewerber, die sich nicht nur bei einem, sondern gleich mehreren Großunternehmen bewerben, kostet das Zeit – viel Zeit. Doch: „Was verlangt ist, muss man auch ausfüllen“, findet Skubella. So sei beispielsweise der Gehaltswunsch auch bei einer Initiativbewerbung meist nicht optional. Heißt also, man wird nicht zum nächsten Schritt gelassen, bevor dieses Feld nicht vollständig ausgefüllt ist. Daher rät die Bewerbungsexpertin, sich im Zweifelsfall einfach nicht bei der jeweiligen Firma zu bewerben oder für den ersten Schritt nur eine E-Mail zu schicken – mit dem Risiko, noch einmal von der Personalabteilung auf das Webformular verwiesen zu werden. „Wenn man es sich aufgrund seines Profils leisten kann, wählerisch zu sein: Dann schaffen die Ihre Software auch wieder ab.“

Dos and ...

Zusammengefasst hier Maja Skubellas Dos: Alles ausfüllen, auch bei Online-Bewerbungen zumindest zum Rechtschreibtest mal ausdrucken, besonders bei Formularen am besten offline am eigenen Rechner vorschreiben, um mehr oder weniger peinliche Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden, vergebene Passwörter notieren – nicht immer gibt es eine Wiederherstellungsfunktion – und, analog zur Papierbewerbung gelte auch online: „Nachhaken, wenn keine Bestätigung nach dem Absenden kommt.“

… Don'ts

Die wichtigsten Don'ts Majas Skubellas Erfahrung nach klingen plausibel, würden aber häufig nicht ernst genug genommen, sagt sie: Bei Noten lügen oder Arbeitserfahrung übertreiben, Fehler in Rechtschreibung und Grammatik, sich nicht an das vergebene Passwort erinnern, schlampig oder gar zu flapsig im Stil sein, oder in das Feld für Motivation stattdessen etwas über den Lebenslauf schreiben.

Tools passend zur Branche

Kandidaten, die noch nicht auf eine mehrjährige Berufserfahrung zurückblicken können, empfiehlt Skubella: „Reinschreiben, was schon gemacht wurde. Sofort möglich im Formular.“ Wenn es darum geht, Sozialkompetenz und erstes Übernehmen von Verantwortung zu beweisen: „Kann auch der Klassensprecher sein oder die Abiballorganisation“, sagt sie. Dazu kämen dann sportliche Leistungen oder das Spielen im Schulorchester. Maja empfiehlt ihren Kunden Online-Werkzeuge wie About.me nur, wenn der Bewerber schon genug zu bieten hat. „Das ist keine Standardempfehlung, da die meisten Personaler dafür nicht online gehen“, sagt die Beraterin. Damit beeindrucken könne man bestimmte Branchen, die besonders „onlinenah“ seien wie bei Agenturen im Online-Marketing. Das sei dann wunderbar und könne auch vizify.me sein. Ansonsten hält Maja Skubella diese Tools eher für vergebliche Liebesmüh. t3n-self-jobs-

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