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„Get Out, Interact and Learn!“ – Social-Media-Experten geben Tipps für 2015

„Get Out, Interact and Learn!“ – Social-Media-Experten geben Tipps für 2015

Worauf sollten Marketer und Community-Manager 2015 besonders achten? Vier Social-Media-Experten geben für das neue Jahr.

„Get Out, Interact and Learn!“ – Social-Media-Experten geben Tipps für 2015

Social-Media-Experten geben Tipps. (Foto: © kyoshino – iStock.com)

Markus Sekulla: „Social Media sollte die Ziele des Unternehmens unterstützen!“

Markus Sekulla: „Social Media sollte die Ziele des Unternehmens unterstützen!“
Markus Sekulla: „Social Media sollte die Ziele des Unternehmens unterstützen!“

Sich über ein Unternehmen aufzuregen, welches scheinbar keine Social-Media-Strategie als Grundlage für die Aktivitäten auf Facebook, YouTube und Co. nutzt, ist mittlerweile ziemlich 2012. Zuweilen würde ich mir wünschen, dass man sich mancherorts nicht so steif an die Strategie halten würde, da einige der Annahmen aus gefühlt längst vergangener Zeit stammen. 2013 oder so.

Wer zum Beispiel noch vor einigen Monaten auf Tabs bei Facebook gesetzt hat, wird gemerkt haben, dass durch einige Plattform-Veränderungen die nicht-bezahlten Klickzahlen noch schlechter sind, als sie eh schon waren.

Und doch sind Strategien nicht nur auf die Möglichkeiten einzelner Plattformen beschränkt, sondern sollen das große Ganze abbilden und in den Kommunikationsmix der Firma passen. Und eben darum geht es: Das große Ganze. Von daher ist mein Wunsch für 2015, dass Unternehmen mehr darüber nachdenken, wie in alle weiteren Marketing- und Kommunikationsaktivitäten sinnvoll integriert wird. Kurz: Social Media sollte die Ziele des Unternehmens unterstützen und nicht die Ziele von Social Media.

Markus Sekulla hat nach seinem BWL-Studium drei Jahre lang in Asien gearbeitet und ist seit fünf Jahren freiberuflicher Projektmanager und Unternehmensberater für digitale Kommunikation und Social Media. Er lebt in New York und Düsseldorf und gehört zu den Betreibern von Mobilegeeks.

Facebook / InstagramTwitter / Xing

Magdalena Rogl: „Der Kunde ist König!“

Magdalena Rogl: „Der Kunde ist König!“
Magdalena Rogl: „Der Kunde ist König!“

Viele von euch haben es sicher gesehen: Ein – im wahrsten Sinne des Wortes – großer Mann der deutschen Digitalszene stellte vor einigen Monaten ein Video auf Facebook vor, in dem man sieht, wie er versucht, mit der Angestellten einer Fluglinie ein Problem zu lösen. Milde ausgedrückt: Sie war nicht sehr hilfsbereit. Obwohl er in seinem Posting die Fluglinie markiert hatte, kam von diesem Unternehmen (soweit ich es verfolgen konnte) keine Reaktion. Und das war, was diese Fluggesellschaft betrifft, kein Einzelfall, ich habe das in diesem Jahr mehrmals beobachtet und leider auch selbst erleben müssen.

Natürlich sollte ein großes Unternehmen jede Kundenanfrage schnell, persönlich und nett beantworten. Aber in diesem Fall fand ich es besonders beschämend, dass gar keine Reaktion kam. Jeder, der sich ein bisschen mit Social Media auskennt, weiß, was für eine Chance so eine offene (und in diesem Fall sogar noch relativ freundliche) Kundenbeschwerde sein kann – vor allem, wenn sie von einem Influencer kommt. Wäre auf dieses Anliegen schnell, offen und hilfsbereit reagiert worden, hätte das einen großen Imagegewinn für die Fluggesellschaft bedeuten können. Mit einer Antwort auf das Posting hätte das Unternehmen nicht nur diesen einzelnen Kunden zurückgewinnen können, sondern auch viele seiner Follower und Freunde positiv gestimmt.

Man sieht es auf Social Media immer wieder: Selbst große Fehler werden verziehen, wenn die Reaktion schnell ist und weiterhilft. Hat der Kundenservice dann vielleicht sogar noch Humor, kann so eine positive Antwort auch schnell mal viral gehen – und das wünscht sich doch schließlich jedes Unternehmen. Was im Einzelhandel selbstverständlich ist, sollte auch in den Social-Media-Kanälen gelten: Der Kunde ist König!

Magdalena Rogl arbeitet als Manager Social Media und Online-Communications für die TOMORROW FOCUS AG, eines der größten Internetunternehmen in Deutschland. Davor leitete sie das Community-Management bei FOCUS Online und war dort unter anderem für den Kundensupport verantwortlich.

Twitter / Facebook / Xing

Tolgay Azman: „Wo halten sich eure Fans auf?“

Tolgay Azman: „Wo halten sich eure Fans auf?“
Tolgay Azman: „Wo halten sich eure Fans auf?“

Facebook ist definitiv der Platzhirsch – doch bevor man eine eigene Social-Media-Strategie aufbaut, sollte man sich fragen: Wo halten sich meine Fans auf? Vor allem aber: Warum halten sich meine Fans dort auf? Jedes soziale Netzwerk verfolgt einen eigenen Zweck und erfüllt verschiedene Erwartungen. Modelabels beispielsweise werden auf Instagram und Pinterest relevantere Fans finden als auf Facebook. News-Netzwerke hingegen sollten die Schnelllebigkeit von Twitter für sich nutzen. Deutlich jüngere Zielgruppen wiederum verbringen ihre Zeit mit YouTube oder Snapchat. Unternehmen sollten sich bewusst machen, dass 500 „treue“ und vor allem relevante Follower in einem Netzwerk wesentlich effektiver sein können als 2000 „normale“ Follower in einem anderen. Im klassischen Marketing wird viel Zeit und Geld investiert um herauszufinden, wo und wie man Zielgruppen am besten erreicht – warum dann nicht auch in sozialen Netzwerken? Fazit: Fan ist nicht gleich Fan und soziales Netzwerk nicht gleich soziales Netzwerk.

Tolgay Azman ist Digital Business Manager bei Gruner + Jahr und steuert unter anderem die sozialen Kanäle der beiden Wirtschaftsmagazine Business Punk und Capital. Zusätzlich betreibt er den Lifestyle-Blog Prise Zucker und berät Gründer und junge Unternehmen im Umgang mit sozialen Medien.

Twitter / Xing / Blog

Alexander Katona: „Get Out, Interact and Learn!“

Alexander Katona: „Get Out, Interact and Learn!“
Alexander Katona: „Get Out, Interact and Learn!“

Ich beobachte immer wieder Unternehmen, die ihre Kommunikationsstrategie auf viel zu wenige Säulen aufbauen. Wenn ihr eurer Marke eine wirklich starke Stimme geben wollt, die Gehör finden soll, braucht es mehr, als nur eine Domain zu kaufen, ein Wordpress-Blog zu installieren und eventuell noch eine Facebook-Fanpage aufzusetzen. Newsletter, mobile Anwendungen, diverse soziale Netzwerke und die dazugehörigen Werbeformate, Gastartikel auf fremden Seiten, Guerilla-Aktionen und Interviews sind nur ein paar Kanäle, die einen Weg in eure Multi-Channel-Marketing-Strategie finden sollten. Nur so könnt ihr potenzielle Kunden genau zum richtigen Zeitpunkt und auf den richtigen Plattformen aktivieren.

Aber welche Botschaft soll gesendet werden? Diese Frage stellt sich in der Regel nur, wenn du deine Kunden nicht kennst. Das ist wohl der schwerwiegendste Fehler, den man machen kann. Wer sind deine Kunden? Wie kommen sie auf deine Seite? Zu welchen Uhrzeiten wird geklickt und zu welchen wird gekauft? Welche Technologien verwenden deine Kunden und wie kann man das Kauferlebnis noch weiter verbessern? Welcher Marketing-Kanal ist der profitabelste? Wie viel Geld muss ich einsetzen um X Umsatz mit Käufergruppe X zu generieren?

Eine zeitgemäße Werbekampagne und Markenidentität erfordern die Entwicklung einer klaren und konsistenten Sprache, einen genauen Blick auf den Kundenstamm und eine nachhaltige, zielgerichtete Kommunikation über mehrere und unabhängig voneinander agierende Kanäle. Also: Get Out, Interact and Learn!

Alexander Katona ist Social-Media-Manager bei t3n.de, kommt ursprünglich aus Berlin und ist Teil des Streetwear-Labels „Team dauerfeuer“. Seit sechs Jahren bewegt er sich im Bereich „Social Media & Community-Management“.

Xing  / Google+  / Twitter

Welche Tipps habt ihr für Marketer und Community-Manager? Erzählt uns mehr in den Kommentaren!

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2 Antworten
  1. von @marsti am 07.01.2015 (11:50 Uhr)

    Wer glaubt, der Kunde ist König, wird keine Kommunikation auf Augenhöhe führen können.

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  2. von Iris am 09.01.2015 (15:19 Uhr)

    Danke für die Tipps! Hier ein Infografik mit Tipps um auf Kommentare reagieren zu können: https://www.1min30.com/?p=19738.

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