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Digitale Gesellschaft

ToS;DR beendet größte Lüge im Web

    ToS;DR beendet größte Lüge im Web
Der Versuch, sich hoher Papierstapel zu entledigen: das papierlose Büro.

Wir alle geben an, Geschätsbedingungen gelesen zu haben. Doch seien wir mal ehrlich: Wer macht das wirklich? Terms of Service; Didn't Read, kurz ToS;DR, will dieser Lüge ein Ende setzen.

Googles Nutzungsbedingungen sind knapp 12.500 Zeichen lang. Kaum jemand nimmt sich die Zeit, sie vollständig zu lesen. Hier hilft jetzt Terms of Service; Didn't Read (ToS;DR). Geschäftsbedingungen beliebter Webdienste werden dort zusammengefasst und bewertet. Ein großer Vorteil für dessen Nutzer.

ToS;DR: Badges und Klassen kennzeichnen die Nutzerfreundlichkeit

Die Idee entstand im vergangenen Jahr auf dem Chaos Communication Camp. Unter Leitung des Jurastudenten Hugo Roy hat sich die Website mittlerweile zu einer informativen Anlaufstelle entwickelt, die Nutzern einen schnellen Überblick ermöglicht.

Kleine Badges kennzeichnen die Nutzerfreundlichkeit einzelner Aspekte der Nutzungsbedingungen. Die finale Bewertung wird bei ToS;DR durch die Einteilung in fünf verschiedene Klassen vorgenommen.

Wichtige inhaltliche Aspekte der Nutzungsbedingungen werden auf TOS;DR zusammengefasst und mit kleinen Badges versehen. Daumen hoch, Daumen runter: So können auch unerfahrene Nutzer Schwachstellen ausmachen. Eine abschließende Bewertung hilft, die Nutzerfreundlichkeit der vollständigen Nutzungsbedingung einzuschätzen. „Class A“ steht für faire, „Class E“ für unfaire Geschäftsbedingungen. Das Gros liegt irgendwo dazwischen.

TOS;DR als Crowdsourcing-Projekt

Auf ToS;DR werden Nutzungsbedingungen von mittlerweile 49 Diensten bewertet – zumindest in Teilen. Oft fehlt noch die Gesamtbewertung in Form der fünf Klassen, so auch bei Google. Das liegt unter anderem daran, dass Roy einen Großteil der Arbeit allein übernimmt. Die Mithilfe externer Helfer ist bislang nur über eine Google-Gruppe möglich. ToS;DR soll aber noch in diesem Monat als Crowdsourcing-Projekt geöffnet werden. Dann dürfte auch die Anzahl der geprüften Web-Dienste zunehmen.

Die Geschäftsbedingungen vonTwitpic schneiden auf ToS;DR besonders schlecht ab.

Besonders positiv bewertet wurden bislang SeenThis (Class A) und Soundcloud (Class B), Delicious schnitt wesentlich schlechter ab (Class D). Ein klares Negativbeispiel ist außerdem Twitpic (Class E), dessen Geschäftsbedingungen dem Web-Dienst unter anderem ermöglichen, die Fotos seiner Nutzer zu verkaufen.

Bei Interesse könnt ihr Roy Ende des Monats auf der Berliner Campus Party treffen. Er ist als Speaker auf der Tech-Konferenz, um über ToS;DR zu sprechen.

Bildnachweis für die Newsübersicht: FeatheredTar / flickr.com, Lizenz: CC-BY

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