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Tracking-Blocker Ghostery: zwischen Datenschutz und Datenschleuder

Der Tracking-Blocker Ghostery, als Add-on für alle großen Browser installierbar, hat sich nicht nur dem Schutz der Webuser vor Spähattacken im Internet verschrieben, sondern will auch die Werbebranche bei der Jagd nach Daten unterstützen. Ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell, mit dem sich Ghostery-Mutterfirma Evidon allerdings auch auf einen schmalen Grat zwischen den Bedürfnissen von Datenschutz-affinen Internetnutzern und den Interessen der Werbewirtschaft begibt.

Tracking-Blocker Ghostery: zwischen Datenschutz und Datenschleuder

Einmal im installiert, erkennt Ghostery, welche Tracking-Dienste und Werbenetzwerke den Nutzer beim Besuchen von Webseiten gerade verfolgen. Der Nutzer hat dann die Wahl, die Tracking-Dienste zu blockieren und/oder neue Tracker an Ghostery zu melden. Diese Daten dienen dazu, die Ghostery-Datenbank mit Infos über die neuesten Tracker zu füttern. Aktuell finden sich dort über 1.000 verschiedene Tracking-Programme. Darüber hinaus – und damit macht sich der Tracking-Blocker bei Privatsphäre-Verfechtern sicher wenige Freunde – will Ghostery diese Daten den betroffenen Werbefirmen zur Verfügung stellen. Eine zugleich intelligente aber auch ein wenig hinterhältige Idee, wie es bei VentureBeat heißt.

Tracking-Blocker Ghostery: Daten als Goldgrube

Klar ist, mit dem bloßen Blocken von Tracking-Cookies lässt sich für Evidon kein Geld verdienen. Die über den Tracking-Blocker Ghostery erhobenen Daten sind dagegen eine wahre Goldgrube. Schließlich geben sie Firmen aus dem Werbeumfeld Auskunft darüber, auf welchen Seiten sich ihre Tracking-Code-Schnipsel befinden und welche von den Usern besonders häufig geblockt werden. Die Datenaufstellung dient auch als leistungsfähiges Tool für Entwickler, die die Performance von Webseiten steigern wollen.

Tracking Blocker Ghostery

Ghostery, so lässt Evidon CEO Scott Meyer wissen, bemühe sich aber, beim Umgang mit den Daten höchstmögliche Transparenz walten zu lassen. In den FAQs findet sich etwa das Versprechen, dass Evidon die gesammelten Daten niemals zu Werbezwecken verwenden werde. Das Datensammeltool „GhostRank“ wiederum benötigt die Zustimmung der Ghostery-User, um aktiv zu werden. Dann werden anonyme statistische Informationen zu Trackern, Anzeigen und anderen Skripten erhoben, die Ghostery findet, sowie zu den Seiten, auf denen sie gefunden wurden.

Ghostery überlässt Nutzern die Entscheidung

Ghostery gibt es als Add-On für Chrome, Firefox, Internet Explorer, Opera und Safari sowie als mobile iOS-App. Der Tracker-Blocker funktioniert je nach verwendetem Browser unterschiedlich gut. Im Unterschied zu Adblockern wie No-Script oder Adblock Plus erhält der User beim Ghostery-Plugin nicht nur Informationen darüber, welche Trackingdienste auf welche Weise Daten sammeln, sondern überlässt es auch dem User, die entsprechenden Tracker zu blocken.

Weiterführende Links:

Ghostery: A Web tracking blocker that actually helps the ad industry - VentureBeat

So blockierst du das Facebook-Tracking - t3n-News

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7 Antworten
  1. von Alle formular-daten am 02.08.2012 (17:42Uhr)

    Ghostery ist nett und übersichtlich. Da können sich einige Addons und Plugins (und Opera) ein User-Interface-Mäßiges Vorbild dran nehmen. Wie es mit Datenschutz u.ä. aussieht kann ich natürlich nicht beurteilen.

    NoScript müsste auf Ähnliche Weise wie Ghostery erfassen, welche Javascript-Sites gebraucht werden und Statistiken danebenschreiben. Manche Freemailanbieter haben 5-10 Sites wo man nie weiss ob mans brauch oder nicht. Manche Seiten brauchen für manche Funktionen dann auch google o.ä. "na super - woher soll ich das denn wissen und dann alle Formulardaten neu eingeben müssen".

  2. von Thomas am 02.08.2012 (18:13Uhr)

    Brauche ich das Plugin auch wenn ich alle Cookies blockiere oder ist das Plugin dann unnötig?

  3. von Tracking-Blocker „Ghostery“ in der K… am 08.08.2012 (17:01Uhr)

    [...] soll schon über 1.000 verschiedene Tracking-Programme erfasst haben. Diese Daten soll Evidon nun den betroffenen Werbefirmen andienen wollen. Die Unternehmen haben ein großes Interesse daran zu erfahren, auf welchen Seiten sich ihre [...]

  4. von Privacy am 13.09.2012 (20:45Uhr)

    Ghostery war wirklich ein erstes einfaches tool. Inzwischen gibt es mehrere solcher. Ich benutze Privowny (www.privowny.com) - wurde mal auf einer Konferenz vorgestellt und ist echt klasse. Auch ein plugin, das auch cookies blockieren kann aber eben viel mehr: automatische logins (kann endlich mehrere, sichere Passwörter benutzen), alias-Emails (damit weißt Du sofort, falls irgendjemand Deine Email weitergibt) und eigentlich cooles feature: sammelt alle Daten, die Du auf Webseiten eingibst. Passwörter werden gleich verschlüsselt. Man kann auch alles verschlüsseln, aber das macht nicht wirklich Sinn. Leider nur auf Englisch.

  5. von Who is watching you? – Tracker ver… am 30.12.2012 (22:57Uhr)

    [...] - Kooperation mit der Werbeindustrie? - Bei meiner Recherche sind mir auch einige kritische Anmerkungen zu Ghostery aufgefallen. Ghostery ist ein Tool, das aus dem Hause Evidon stammt. Allein durch das Blocken von [...]

  6. von Disconnect: 2.000 Websites vom Browser-T… am 17.04.2013 (13:03Uhr)

    [...] Tracking-Blocker Ghostery: zwischen Datenschutz und Datenschleuder – t3n News [...]

  7. von Banner, Pop-Up oder Tick-Box? Praxishinw… am 25.06.2013 (11:26Uhr)

    [...] Tracking-Blocker Ghostery: zwischen Datenschutz und Datenschleuder – t3n News [...]

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