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Porträt

Trackle: Wie es für das Zyklus-Startup nach der „Höhle der Löwen“ weiterging

Katrin Reuter und Maxim Loick aus Bonn präsentieren ihren Temperatursensor Trackle in der „Höhle der Löwen“. (Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer)

Obwohl sich die Investoren in der „Höhle der Löwen“ für die Idee begeisterten, erhielt Trackle keinen Deal. Was hat sich bei dem Zyklus-Tracker seit der Sendung getan? t3n.de hat nachgefragt. 

Manchmal überzeugt ein Startup in der „Höhle der Löwen“ und bekommt trotzdem kein Investment. So erging es am Dienstagabend auch Maxim Loick und Katrin Reuter. Selbst als schon klar war, dass sie kein Geld erhalten würden, fanden die „Löwen“ noch lobende Worte für die Trackle-Gründer. Frank Thelen sprach von einem „tollen Produkt“, für Judith Williams ist die Idee „ein Schritt in die richtige Richtung“.

Die lobenden Worte gelten dem Zyklus-Tracker, den Loick und Reuter gemeinsam entwickelt haben. Mit Hilfe eines tampongroßen Temperatursensors können Frauen ihre fruchtbaren Tage ermitteln. Dafür müssen sie sich das Gerät vaginal einführen und über die Nacht tragen. Der Sensor überträgt die Kerntemperatur wiederum per Bluetooth an eine App, wenn er den Körper wieder verlassen hat. Weil die Körpertemperatur während des Eisprungs durchschnittlich 0,5 Grad höher liegt als während des restlichen Zyklus’, können Frauen so herausfinden, wann sie am fruchtbarsten sind.

Trackle ermittelt die Tage, an denen Frauen fruchtbar sind

Dahinter steckt eine Methode, mit der sich die Zeit im Zyklus einer Frau ermitteln lässt, in der sie schwanger werden kann. Diese Methode ist nicht neu: Seit Jahrzehnten können Frauen ihre Temperatur auch mit einem gewöhnlichen Fieberthermometer überprüfen und auf Papier festhalten. Loick und Reuter sehen aber einen großen Nachteil dieses Weges: „Frauen müssen ihre Temperatur immer zur gleichen Zeit messen“, erklärt Reuter in der Sendung. „Wenn sie aufstehen oder sprechen, kann sich die Temperatur schon wieder verändern und das Ergebnis somit verzerren.“ Mit ihrem Sensor soll die Datenermittlung automatisiert erfolgen. Derzeit lassen sie ihn medizinisch zertifizieren.

Die Gründer wollen damit zwei Zielgruppen ansprechen: die Frauen, die schwanger werden wollen, und die Frauen, die niciht schwanger werden wollen. Die erste Gruppe kann die App dafür nutzen, um die Familienplanung gezielter anzugehen. Die zweite Gruppe soll mit Hilfe der App gezielt verhüten können, indem sie an dem entsprechenden Tagen keinen Sex hat. Die mutige Aussage von Gründerin Reuter: Ihr Produkt sei genauso sicher wie die Pille. „Das scheint mir eine interessante Alternative zu sein“, sagte Judith Williams.

 „An wie vielen Tagen darf ich denn Sex haben?“

Die Frage nach der Verhütung löste bei einem „Löwen“ aber Nachfragen aus. Frank Thelen redete in der Sendung etwas drumherum, bis er sich traute, die entscheidende Frage zu stellen: „An wie vielen Tagen darf ich denn Sex haben?“ Nachdem die Lacher bei den Investoren abgeebbt waren, erklärten die Gründer: Fünf Tage vor dem Eisprung und bis zu 48 Stunden danach können Frauen keinen Sex haben, wenn sie Trackle als natürliche Verhütungsmethode verwenden wollen. Für Thelen zu viel Zeit: „Als Verhütungsprodukt haben wir einfach zu viele prozentuale Tage, an denen das Produkt nicht greift.“

Ein weiteres Problem: Das Produkt ist noch nicht auf dem Markt. Ralf Dümmel entschied sich deswegen gegen eine Kapitalspritze. Auch die anderen „Löwen“ investierten nicht: Carsten Maschmeyer lag die Bewertung mit 2,7 Millionen Euro zu hoch, für Dagmar Wöhrl waren zu viele Fragen offen. Zwar stellten Judith Williams und Frank Thelen viele Fragen, doch das Marktumfeld war beiden zu unübersichtlich. Loick und Reuter mussten ohne Investment nach Hause gehen.

Mit dem Zyklus-Tracker von Trackle können Frauen ihre Temperatur messen und dadurch ihre Fruchtbarkeit bestimmen. (Foto: Trackle)

Demotiviert hat das die beiden Gründer aber nicht. „Wir fühlen uns bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Loick im Anschluss an die Sendung. Rückblickend finden die Trackle-Macher den Umgang der „Löwen“ mit ihnen fair. „Wir hatten das Gefühl, dass wir uns auf Augenhöhe mit den Löwen unterhalten haben“, sagt Reuter im Gespräch mit t3n.de. Was sie überrascht hat: „Der Pitch in der Sendung war sehr viel näher an einem echten Pitch, als wir vermutet hatten.“

Nach der Sendung haben sich die beiden Gründer vor allem ihrem Produkt gewidmet. Auf Wunsch der Kundinnen haben sie die technische Architektur noch einmal überarbeitet. Die Basisstation zur Aufladung des Gadgets, die auch bei der „Höhle der Löwen“ noch zu sehen ist, gibt es nicht mehr. Stattdessen besitzt das Gerät nun eine Batterie, die zwei Jahre lang hält. Über eine Aufbewahrungsbox können die Nutzerinnen die Daten übertragen. Wie kam es zu diesem Sinneswandel? „Wir wollten uns ursprünglich die Möglichkeit offen halten, dass der Sensor direkt aus dem Körper heraus sendet“, erklärt Reuter. „Aber die Frauen wollten das gar nicht.“ 

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Eine Reaktion
sarahlieblang
sarahlieblang

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Viel Spaß beim stöbern ^^

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