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Traffic-Analyse: Woher die Leser von Bild, Heftig, SPON und Co. kommen

Traffic-Analyse: Woher die Leser von Bild, Heftig, SPON und Co. kommen

Es gibt verschiedene Traffic-Quellen, die unterschiedlich wichtig für viele Online-Medien sind. Eine Analyse zeigt, woher die Leser von Bild, Heftig, SPON und Co. kommen.

Traffic-Analyse: Woher die Leser von Bild, Heftig, SPON und Co. kommen

Traffic-Analyse. (Grafik: netzoekonom.de)

Nachrichten- und Entertainment-Seiten buhlen wie verrückt um die Leser. Während bis vor einigen Jahren noch fast alle Mühen auf Suchmaschinenoptimierung gelegt wurden, geht derzeit ein anderer Trend dahin, sich nicht mehr nur an die Algorithmen von Google und Co. sondern ganz emotional an die Gefühle der Leser zu wenden. Sogenannte Click-Baiting-Webseiten wie Upworthy oder Heftig.co überfluten die sozialen Netzwerke und setzen auf die kurzweilige Unterhaltung mit reißerischen Überschriften. Im Gegensatz dazu stehen seriöse Nachrichten-Angebote wie hierzulande Süddeutsche.de, FAZ.net und Spiegel.de, die die meisten Leser per Direkteingabe auf ihr Portal ziehen und vergleichsweise wenig Relevanz in den Sozialen Medien aufweisen.

Das wird vor allem in der Traffic-Analyse von SimilarWeb deutlich, die Holger Schmidt vom FOCUS Magazin für den April 2014 angefertigt hat. Sie gibt einen Einblick in die Besucherquellen der Nachrichten- und Unterhaltungsseiten: Insgesamt 16 Protagonisten wurden gegenübergestellt – darunter auch Bild.de, die New York Times, der Guardian, Buzzfeed und die Huffington Post.

Traffic-Quellen der Nachrichten- und Click-Baiting-Seiten aus dem April 2014. (Quelle: netzoekonom.de)
Traffic-Quellen der Nachrichten- und Click-Baiting-Seiten aus dem April 2014. (Quelle: netzoekonom.de)

Starke Marken: Bild.de, Spiegel.de und n-tv.de können auf treue Leser vertrauen

Vor allem traditionelle Marken können auf treue Leser vertrauen: So kommen beispielsweise satte 70,3 Prozent der Bild.de-Besucher direkt auf die Webseite. Bei Spiegel.de sind es 66,4 Prozent und bei n-tv.de 62,5 Prozent. Dem gegenüber steht eine vergleichsweise niedrige Social-Media-Relevanz: Bild.de bezieht 6,2 Prozent seiner Leser über Facebook, Spiegel.de nur noch 4,6 Prozent und n-tv.de nur noch 2,9 Prozent. Der Traffic, der über andere soziale Medien wie Twitter generiert wird, ist verschwindend gering und kaum noch nennenswert.

Bild.de bezieht satte 70,3 Prozent seiner Besucher über einen Direct-Traffic. (Screenshot: Bild.de)
Traffic-Quelle: 70,3 Prozent der Bild-Leser kommen direkt auf die Seite. (Screenshot: Bild.de)

Ebenfalls interessant zu sehen ist, dass der Suchmaschinen-Anteil der genannten Protagonisten ebenfalls relativ gering ist – einer allzu starken Abhängigkeit von Google müssen sich die Medien also nicht ausgeliefert sehen. Jedoch muss man auch sagen, dass die Werte geschätzt sind. Aus eigenen Erfahrungen wissen wir, dass der SEO-Traffic meist über den Zahlen von SimilarWeb liegt – bei t3n.de in etwa um 10 Prozent.

Große Traffic-Abhängigkeit von Google: Welt.de, Stern.de und Focus.de

Einen viel größeren Suchmaschinen-Traffic haben hierzulande Medien wie Welt.de, Stern.de und Focus.de – laut Analyse mit einem Anteil von 43,9 Prozent, 43,2 Prozent und 42,8 Prozent. Für die Protagonisten kristallisiert sich eine deutlich höhere Abhängigkeit von Google heraus. Auch und gerade deshalb arbeiten die Webseiten verstärkt mit SEO-Tricks – verändern mehrmals am Tag etliche Überschriften aufmerksamkeitserregender Nachrichten und rutschen somit immer wieder erneut in die Top-Platzierungen der Google-News herein. Der Google-News-Traffic steckt in den Werten des allgemeinen Suchmaschinen-Traffics.

Volle Fahrt auf Facebook: Viralnova, Upworthy und Heftig setzen auf Social Traffic

Viralnova sorgt mit der „Click-Baiting“-Methodik für reichlich Social-Traffic. (Screenshot: Viralnova)
Viralnova sorgt mit der „Click-Baiting“-Methodik für reichlich Social-Traffic. (Screenshot: Viralnova)

Von alldem schotten sich Protagonisten wie Viralnova, Upworthy und die hierzulande derzeit stark kritisierten Macher von Heftig weitestgehend ab. In der Tabelle besitzen sie die geringsten Werte in Bezug auf Direct- und SEO-Traffic. Stattdessen setzt man voll auf den Social-Traffic: Heftig wird von 84,9 Prozent, Viralnova von 78,7 Prozent und Upworthy von 74,9 Prozent der Leser über Facebook erreicht. Mit Überschriften wie: „These 21 Kids Brilliantly Outsmarted Their Tests. The Kid Who Answered #4… GENIUS.“ appelliert beispielsweise Viralnova an die Neugierde der Menschen. Diese Methodik nennt sich „Click-Baiting“ und sorgt derzeit für großes Aufsehen unter Journalisten und anderen Medienmachern.

via netzoekonom.de

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Eine Antwort
  1. von Stephan Jäckel am 30.05.2014 (18:15 Uhr)

    Direkteingabe = "Kraft der Marke"
    Suche = "Kraft des mittels SEO nutzbaren Contents"
    Links = "Virale Kraft des Contents"
    facebook&Co = "Kraft von Marke und Content zur Penetration individueller elektronischer Kanäle in Sozialen Netzwerken"

    Ich sehe die Position von Welt, Zeit oder Guradian nicht so negativ (abhängig von Google). Alle drei mögen noch nicht die Markenstärke von n-tv, Spiegel oder BILD erreicht haben, aber mit ihrem Content scheinen sie in der Lage zu sein sehr viele Intressierte zu gewinnen und somit neue Markenbindung auszubilden. Google seinerseits braucht attraktiven Content in den Suchergebnissen, weil sonst mehr Nachrichtenkonsum über die Sozialen Netzwerke laufen wird, wo die Menschen ohnehin sind.

    Der Weg über Zweit- oder gar Drittmarken Content aufbereitet und "reißerischer" an den Mann oder die Frau, ggf. auch das Kind zu bringen, ist m.E. für Anbieter von gutem Content einfacher, als für jene, die von ihrem verfestigten Image bei der Stammkundschaft leben. Die können dabei eigentlich nur verramschen und das geht vermutlich eher zu Lasten andere "sozialer" Meldungskanäle.

    In Bezug auf Content trauen sich m.E. ausgerechnet die Medienmacher nichts zu und setzen stattdessen auf den Einheitsbrei der Nachrichtenagenturen. Aber gerade dieser wird vermutlich langfristig auch mit "SEO-Extrem" nicht oben zu halten sein und so stimme ich zumindest zu, dass FOCUS, Stern & Co unruhigen Traffic-Zeiten entgegengehen.
    Die Kraft eines Informationsmediums lag und liegt auch heute noch bei seinen Autoren. Upps, habe ich gerade an rel=author gedacht?

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